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Deutsche Einheit: Plädoyer für den digitalen Soli
DPA

Auch fast 30 Jahre nach der Wende fehlt eine Vision Ost, der Westen hat die größte Integrationsaufgabe verschlafen. Was helfen könnte.

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klaus_heissler 03.10.2018, 12:37
1. Sauber

Vielen Dank Herr Lobo! Sehr lesenswertesr Text! Genauso! Das gibt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Denn ohne reflektiertes Betrachten, wird diese Einheit über kurz oder lang zerbrechen!

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juuu1978.08 03.10.2018, 12:37
2. Vielen, vielen Dank

Herr Lobo. Endlich mal einer der sich Gedanken macht, wie man das "Ostproblem" lösen kann und schonungslos offenlegt was bisher schief gelaufen ist. Bitte weiter so.

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stef_ma 03.10.2018, 12:38
3. Teufelskreis

Im Prinzip läuft es doch 28 Jahre so: Transferleistungen gehen in den Osten, dort werden Produkte aus dem Westen konsumiert, die den Westdeutschen Arbeitsplätze und Wohlstand garantieren, die dann widerrum auf den Soli schimpfen. Die gut dotierten Arbeitsplätze im Westen ziehen die gut ausgebildeten jungen Menschen, vor allem Frauen, aus dem Osten weg.

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desillusionment 03.10.2018, 12:43
4.

Frau Foroutan hat auch meiner tiefen Überzeugung nach recht und wenn diese Analyse sich durchsetzt dann ist ein erster wichtiger Schritt getan.
In der Folge muss irgendeine positive Vision für den Osten her. Ob das eine digitale sein muss sei dahin gestellt (eine andere wäre z. B. eine ökologische, Länder ohne Verbrauch fossiler Energien) . Auf jeden Fall hilft die 'Vision' abgehängte fremdenfeindliche No-go-area nicht weiter. In größten Teilen des Diskurses ist das aber die Zuschreibung für den Osten. So wird es nie vorwärts gehen mit der Integration der Ostdeutschen. Meint ein Ostler

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soenke72 03.10.2018, 12:48
5. Falsche "Grenzziehung"

Herr Lobo,
auch im Westen gibt es viele Regionen, die abgehängt werden, wie grosse Bereiche im Osten. Neben dem West-Ost-Gefälle gibt es auch Nord-Süd und (Groß-)Stadt-Land! Und gerade letzteres halte ich für das gravierenste. Politik und Medien sind geprägt und gemacht von Großstadt-Eliten. Wir auf dem Land sind weder vertreten noch verstanden.

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janos71 03.10.2018, 12:52
6. Digitaler Soli für ganz D

Nich nur der Osten sondern ganz D benötigt einen digitalen Soli, da wir hier in D so gut wie keinen wirklichen Trend im Bereich der Digitalisierung/Software/Elektronik & Co. gesetzt haben. Wir sind sowohl Ost als auch West digitales Entwicklungsland und Apple, Microsoft, Intel, NEC, SONY, nVidia, Nikon & Co. werden nicht zugucken wenn die Deutschen versuchen den Anschluss zu finden. Die sind dann wieder um Jahrzehnte enteilt. Wer kauft schon NoName Produkte von Firmen aus D wenn Apple, Nikon & Co. einen Ruf haben der über Jahrzehnte gewachsen ist. D wird aufgrund des geringen Lohnniveaus auch kaum Software und Hardware-Experten aus den Ausland abwerben können. Es wäre schön wenn wir den technologischen Anschluss an Japan/Südkorea/USA schaffen aber
dafür sind wir wahrscheinlich schon zu weit abgehängt. Vielleicht schafft es ja wenigstens die deutsche Automobilindustrie bei den E-Mobilen mit anderen Nationen mitzuhalten.

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jewill 03.10.2018, 12:55
7. Digitalisierung macht Sinn

Investitionen in die Digitalisierung machen genauso Sinn wie Investitionen in das Schienennetz und den öffentlichen Verkehr im Allgemeinen. Denn damit kann man verhindern, dass ländliche Regionen zurückfallen. Dies ist eine gesellschaftliche Aufgabe, daher ist hier auch der Steuerzahler gefordert. Denn wenn man dies allein dem Markt überlässt fallen die ländlichen Regionen zurück und Alles konzentriert sich auf die Städte - was keiner will. Dies gilt aber in West wie Ost, daher brauchen wir dazu keinen digitalen Soli, sondern einfach nur kluge Politik.

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Opticus 03.10.2018, 12:56
8. Zustimmung

Von den vielen Milliarden die seit dem Soli im Osten verbaut wurden wurde nicht alles sinnvoll eingesetzt. Aber es wurden Straßen, Brücken und Infrastruktur aufgebaut oder saniert. Arbeitsplätze neu geschaffen wo es sich auch für ein Unternehmen lohnt.
Was viele aber bei der angeblichen unfairen Behandlung vergessen ist die Tatsache dass viele Lebenshaltungskosten im Osten erheblich günstiger sind als im Westen Deutschlands. Wenn sich ein Bürger aus dem Erzgebirge über die schwache Infrastruktur beschwert, hat er vollkommen recht! Sieht in der Eifel aber auch nicht anders aus. Oder ? Wenn es einem nicht passt kann man ja immer jederzeit umziehen. Viele „Ossies“ haben in den letzten 20 Jahren rübergemacht wegen besseren Bedingungen und sind geblieben . Große Teile Ostdeutschlands sind praktisch leer und werden demoskopisch noch leerer werden. Na und? Welches Unternehmen investiert denn hohe Beträge in ein Projekt bei dem absehbar ist dass es sich nie rechnet? Jetzt Millionen in Digitalisierung zu stecken, Glasfaser zu verlegen etc. ist vollkommen sinnlos. Für wen denn in zehn Jahren? Die Rehe und Hasen die es dann dort nich gibt?

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iasi 03.10.2018, 13:03
9. Wer hat was verschlafen?

Bedenkt man, dass es den Soli noch immer gibt, muss man doch eher fragen, ob die ostdeutschen Länder nicht etwas verschlafen hatten und mit den Mitteln schlicht nichts anzufangen wussten. Mittel für die Infrastruktur flossen lange Zeit in großem Maße in die neuen Bundesländer. Der verklärte Blick zurück verfälscht offensichtlich bei vielen die Einschätzung der eigenen Situation im jetzt und heute. Wenn es heute ein Verteilungsproblem gibt, dann sollte man sich diesem Problem stellen, anstatt sich in Nostalgie, pauschalen Schuldzuweisungen und Ost-West-Denken zu verlieren. Diese Verteilungsprobleme gibt es nämlich in ganz Deutschland und sie sind kein Folgeproblem der Wiedervereinigung. Statt zu jammern, sollte man Probleme anpacken und Lösungen durch Veränderungen anstreben.

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