Forum: Netzwelt
Deutschlands digitale Rezession: Nichts Neues bitte, läuft doch auch so
Edith Geuppert/ DPA

Sollte es wirklich eine Rezession geben, wird die deutsche Wirtschaft zwar schnell Donald Trump als Schuldigen identifizieren. Aber die eigenen Versäumnisse wird sie ausblenden wie bisher.

Seite 1 von 18
sunshinebob 14.08.2019, 15:54
1. Äsop

Und jetzt?

?Warum sich jetzt schon Mühe machen und über den Winter nachdenken??, sagte die Heuschrecke. ?Wir haben derzeit reichlich zu fressen!?. Und die Ameise ging weiter auf ihrem Weg und setzte ihre Arbeit fort, Vorräte für den Winter zu sammeln.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
unikatio62 14.08.2019, 15:58
2. Ich unterschreibe ...

Beitrag... jedes Wort zu 100% inclusive der durchaus auch polarisierenden Formulierungen. Wir brauchen unbedingt mehr solcher sachlich basierten und dennoch verständlich und durchaus auch provozierenden Stellungnahmen. Dies schreibe ich vor allem an jene Foristen, die sich jetzt gleich wieder über die eine oder andere Formulierung aufregen, die Vergleiche für unzulässig und überhaupt alles als zu vereinfacht, kritisieren werden. Es wird Zeit die Augen zu öffnen und auch schmerzliche Wahrheiten anzunehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fatherted98 14.08.2019, 16:00
3. Falsch gedacht...

....Herr Lobo....Software Produkte stellen letztlich keine echten Werte dar....zieht man den Stecker ist alles weg. Wenn Facebook & Co. zu machen....sind nur ein paar Tische und Schränke übrig.....in der Real-Wirtschaft werden echte Werte geschaffen....denken Sie mal dran wenn Sie sich morgens anziehen (wenn es denn so ist)....die Hosen hat Ihnen keine Software genäht, ihr Essen stellt Ihnen keine Software auf den Tisch....und wenn danach Ihr Klo verstopft ist, hilft es auch nicht auf Ihrem Mobilgerät auf den Papierkorb zu klicken.....riecht nicht besser dadurch und das Rohr wird auch nicht frei.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TheoWalter 14.08.2019, 16:05
4. Unfassbar ...

wie die deutsche Politik aber auch große Teile der Bevölkerung unser aller Zukunft verschlafen. Es ist zum heulen wie langsam, zögerlich und mutlos unsere politischen "Eliten" agieren. Keine der großen strukturellen Aufgaben (Mobilität, digitale Infrastruktur, Energiewende, zukunftsfähige Infrastruktur der Städte, Reform Europas, usw.) wird entschieden angegangen. Hier und dort ein bisschen rumdoktern reicht einfach nicht mehr. Muss erst ein großer Crash kommen, bevor wirklicher Wandel angestoßen wird? CDU/CSU und SPD haben sich abgemeldet!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Actionscript 14.08.2019, 16:05
5. 30 Jahre CDU mit etwas Rot-Grün und Schröder gewürzt..

..plus schwarze Nullen "zahlen" sich eben aus aber eben rückwärts gewandt. Die Industrie, besonders die Autoindustrie wurde geschützt in einem Sinne, dass das Erfolgsrezept Schummeln und Verkaufen hiess. Damit hat Trump absolut nichts zu tun. Rezessionen werden auch verschieden ausfallen. Leider sehe ich da für Deutschland eine tiefere Rezession als für andere ähnliche Exportländer.

Das Erfolgsmodell, wie Herr Lobo richtig geschrieben hat, ist China. Doch sollten andere Staaten inklusive der Bundesrepublik das Modell übernehmen, dann muss man auch staatsgelenkte Wirtschaft zumindest zum Teil mit in Kauf nehmen. China hat aber auch noch andere Gründe, die digitale Entwicklung voran zu trieben und ein Grund ist die totale Kontrolle über das Volk.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
urbanism 14.08.2019, 16:13
6. in einem Stimme ich Ihnen zu

In einem Stimme ich Ihnen zu, die Politik lebt auf Kosten alter Errungenschaften sowie dem Umstand dass es der Wirtschaft in den letzen 10 Jahren relativ gut ging. Ich weiß nicht ob die deutsche Autoindustrie die Zukunft verpennt nur weil sie nicht konsequent in E- Autos investiert oder forscht. Die Autoindustrie hatte schon vor 15 Jahren Serienreife Wasserstoffautos, die im Rahmen irgendwelcher Charity Veranstaltungen als Shuttle Service eingesetzt wurden. M.E. liegt es daran dass die E Mobilität nicht die Zukunft ist, schon allein aufgrund der AKKUS. Es wäre somit fatal in eine Technologie zu investieren die schon allein aufgrund ihre verwendeten Rohstoffe endlicher ist als Benzin. Das Abwarten halte ich nicht als Fehler, denn schon alleine die mächtigen Ölkonzerne werden dafür sorgen, dass auch in den nächsten Jahrzehnten die Benzin Autos die Oberhand haben. Hinsichtlich der Innovation der Telekom muss man sagen, die Altlasten schränken seit Jahrzehnten das Unternehmen ein (Beamtenstatus, Alte Telefonnetze) Bei der Telekom hat man die Zukunft, aufgrund der früheren Monopolstellung seit Jahrzehnten verpennt. Das rächt sich jetzt.... Auf einer Seite brauche ich gute Umsatz/Gewinnzahlen um die Aktionäre zu beruhigen auf der anderen Seite habe ich Steinzeit Technologien...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bassmonster 14.08.2019, 16:13
7. Es sind nicht nur die Investitionen

Auch in der einführung und Nutzung neuer Technologien hinkt Deutschland hoffnungslos hinterher. Als in einem internationalen Digitalunternehmen Tätiger stelle ich fest, dass Hasenfüßigkeit und Risikovermeidung unserer deutschen Unternehmenskunden die Adaption neuer Technologien auf den Sankt-Nimmerslein vertagt. Man möchte am liebsten als allerletzer auf der Welt neue Versionen und Patches einspielen, nachdem die ganze Welt es für einen rundgetestet hat. Im Grundsatz sinnvolle Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien werden ins Absurde übertrieben und lassen Projekte kreischend zum Stillstand kommen. German Overengineering verkompliziert eh schon komplexe Themen ins Unendliche und verhindert jegliche zügige, pragmatische Umsetzung. Ergebnis ist, dass Technologien, die woanders auf der Welt erprobt sind und schon lange von den Endnutzern (Du und Ich) gerne in Anspruch genommen werden, hierzulande komplett unbekannt sind. kein Sch***! Man investiert also nicht nur in Neues, man will vom Neuen in der Welt auch nichts wissen. Angst, Angst. Angst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mutenroshi 14.08.2019, 16:14
8. Läuft noch

Da ja nun die Elektroautos als Bespiel genannt wurden, könnte man ja noch den CO2-Aspekt ergänzen. Und der ist m.E. so gelagert, dass sich, bis wirklich kein bischen Gas, Öl usw. mehr gefördert werden kann, sich für Autounternehmen kaum ein finanzieller Vorteil aus Investitionen in die Elektromobilität ergibt. Denn die Kunden bezahlen nun einmal in erster Linie aus individuellen finanziellen Erwägungen heraus dafür, dass sie mit dem Gefährt möglichst billig von E nach F fahren können. Und frühestens in zweiter Linie aus dem kollektiven ökologischen Verantwortungsgefühl heraus, dass der CO2-Ausstoss eben auch wichtig ist. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein durchschnittlicher Chinese anders handhabt. Ob es sich bei der Elektromobilität überhaupt um eine Investition in die Zukunft handelt, hängt entscheidend davon ab, welche konkreten Auswirkungen die konkreten, von der Politik geschaffenen gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der konkreten Kaufentscheidung haben. Das wiederum hängt z.B. davon ab, ob Verbrennungsmotoren von bestimmten Gesetzen bzw. Verboten, wie z.B. wegen Smog in China, betroffen sind, ob Verbrennungsmotoren oder Elektromobiltität finanziell von der Politik unterstützt werden und ob es eine geeignete Lade-Infrastruktur gibt, die ebenfalls direkt von der Politik gesteuert wird. Davon hängt es ab, ob sich ein Elektroauto bei der Kaufentscheidung als finanziell vernünftig darstellt oder nicht. Davon wiederum hängt es ab, ob sich Investition für Autokonzerne lohnen. Und eben nicht davon, ob es gut für das Überleben der Menschheit ist. Natürlich ist China ein riesiger Absatzmarkt- China und USA usw. aber im Prinzip auch. Dort kauft aber fast niemand Autos von BYD usw. Warum wohl? In China sind anscheinend die politischen Rahmenbedingungen deutlich anders als in Europa. Daher lohnen sich dort anscheinend Elektrofahrzeuge für den einzelnen Käufer deutlich mehr. Es ist leicht, zu sagen, die deutsche Automobilindustrie habe "geschlafen" . Wichtiger ist es aber, sich vorurteilsfrei mit den Unterschieden der politischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen zwischen China und Deutschland zu beschäftigen.
tl, dr: Die Politik sollte CO2 so teuer wie nur möglich machen. Sonst investieren die Konzerne nicht in Alternativen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Andreas J. 14.08.2019, 16:14
9. im Prinzip ja

Hier könnte man mit dem Satz antworten: Die Ausführungen sind im Prinzip richtig. Aber sie betrachten nicht das ganze Problem. Es ist ja seltsamerweise so, dass die " fortschrittlicheren" Staaten meist politisch rückwärts gewandt sind.
Würde ich jetzt 40 Jahre jünger sein, so könnte ich auswandern, wüsste aber nicht wohin. Denn ich wünsche mir auch einen fortschrittlichen Staat, der einerseits sozial, andererseits aber auch nicht zu hohe Abgaben von seinen Bürgern verlangt.
Man muss für Fortschritte auch Rückschritte machen. Viele wollen eine bessere LTE-Versorgung, aber keinen Sendemast in der Nähe, Windenergie aber keine Stromleitung, Nahverkehr aber keine passende Infrastruktur hinterm Haus usw.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 18