Forum: Netzwelt
Deutschlands digitale Rezession: Nichts Neues bitte, läuft doch auch so
Edith Geuppert/ DPA

Sollte es wirklich eine Rezession geben, wird die deutsche Wirtschaft zwar schnell Donald Trump als Schuldigen identifizieren. Aber die eigenen Versäumnisse wird sie ausblenden wie bisher.

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x+n 14.08.2019, 18:37
50.

Zitat von Georg_Alexander
Sollte es der Planet Erde sein, gehören Sie offensichtlich zu der angesprochenen Zielgruppe des Beitrags von Herrn Lobo. Was glauben Sie denn, wieviel Software bei der Entwicklung, Produktion und schließlich Verkauf Ihrer Hose beteiligt war? (Wir können natürlich auch wieder zu den mechanischen Webstühlen des 18. Jahrhunderts zurückkehren - hat ja auch Charme ;-)
Die Programmierung ist allerdings recht trivial. Das können z.b. Inder billiger als deutsche.
Was zählt ist die Idee zu haben und am Markt durchzusetzen.
Beispiel Facebook: es gab und gibt viele vergleichbare Plattformen (in Russland z.b. nutzt man mehr VK), fb hat sich aber durchgesetzt (hier gab es mal studiVZ, wollte keiner). WhatsApp - gab es mal ICQ, Skype gibt es noch. Google? In Russland ysndex, in China baidu.
Beim weben ist es doch eher der Maschinenbau, der die Effizienz schafft. Ein tshirt kostet knapp 1 USD, Transport auch nicht viel. Das Geld machen Designer, Händler und Werbeagenturen.

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draco2007 14.08.2019, 18:41
51.

Zitat von fatherted98
....Herr Lobo....Software Produkte stellen letztlich keine echten Werte dar....zieht man den Stecker ist alles weg. Wenn Facebook & Co. zu machen....sind nur ein paar Tische und Schränke übrig.....in der Real-Wirtschaft werden echte Werte geschaffen....denken Sie mal dran wenn Sie sich morgens anziehen (wenn es denn so ist)....die Hosen hat Ihnen keine Software genäht, ihr Essen stellt Ihnen keine Software auf den Tisch....und wenn danach Ihr Klo verstopft ist, hilft es auch nicht auf Ihrem Mobilgerät auf den Papierkorb zu klicken.....riecht nicht besser dadurch und das Rohr wird auch nicht frei.
Sie liegen falsch...

Heute wird keine Hose mehr ohne Software genäht, nichtmal der Bauer kommt ohne Software aus...

Alles ist hochoptimiert, damit SIE es billiger haben können. Und diese Optimierung macht eine Software.

Die Welt funktioniert nicht mehr ohne Software...

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NewYork76 14.08.2019, 18:45
52. Die Wahrheit tut weh!

Ich kann Herrn Lobo zu 100% Recht geben. Aber die Wahrheit tut natuerlich weh. Wer sich wundert warum Deutschland so im digitalen Hintertreffen ist, der muss sich nur die Kommentare hier durchlesen...

Deutschland hat sich vom Land der Ingenieure zum Land der Bedenkentraeger entwickelt. Jeder Innovation wird erst einmal ablehnend Gegenuebergetreten.

Inzwischen sind die U.S.A. und China die Innovatoren der Welt und Deutschland hinkt hinterher. Schade eigentlich...

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dragondeal 14.08.2019, 18:52
53. Herr Lobo hat mal gute Kolumnen geschrieben,

aber das ist leider eine Zeitlang her. Es spricht ja nichts dagegen, einen Finger in die digitale Wunde zu legen, aber die letzten Kolumnen lassen leider jegliche Ausgewogenheit vermissen. Auch hier wird wieder mal die komplette deutsche Wirtschaft als dumm, ignorant und innovationsfeindlich charakterisiert. Ja nee is klar. Im Übrigen halte ich die Aussage "Deutschland ist nämlich auch Schuldexportweltmeister." für völligen Blödsinn. Eher das Gegenteil trifft zu, wir sind Weltmeister in Selbstkasteiung. Kinderarbeit in Bangladesch? Wir sind schuld. Schrumpfender Regenwald in Brasilien? Dito. Fluchtbewegungen in Afrika? Ebenso. Und das verleitet uns dazu, immer und überall mitmischen zu wollen/sollen/müssen, so dass eigentlich vieles nur Stückwerk bleibt, was auch für Forschung und Entwicklung gilt. Und nebenbei bemerkt kann ich recht gut auf Quasimonopolisten amerikanischer Prägung verzichten, deren Innovationskraft weitestgehend auf der Ausbeutung ihrer Arbeitnehmer und der Vernichtung jeglicher Konkurrenz mit allen Mitteln beruht.

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mutenroshi 14.08.2019, 19:18
54. Digitalisierung

Mal abgesehen vom Elektroautos:
Dass "die Wirtschaft läuft" ist kein Selbstzweck.
Zweck des Ganzen ist, dass die Menschen als Arbeitnehmer durch ihren Lohn Geld genug haben, sich und ihre Angehörigen zu versorgen bzw. darüber hinaus noch andere Annehmlichkeiten und Notwendigkeiten bezahlen zu können. Nach dem bisherigen Modell war dies besonders dann gesichert, wenn es "der Wirtschaft gut ging". Was jedoch, wenn Roboter, Hard- und Software nicht mehr nur stärker, schneller und billiger sind als wir, sondern bald auch schlauer, höflicher und kompetenter? Wenn der Verkäufer oder die LKW-Fahrerin durch Technik ersetzt werden? Programme mich tatsächlich besser beraten können als z.B. Mitarbeiter eines Reisebüros etc. etc.?
Das bedeutet dann, dass große Teile der Bevölkerung kein Erwerbseinkommen mehr haben, auch in Zukunft nicht haben werden und auch das ganze tolle Zeug nicht mehr als Konsumenten kaufen können.
Klar, Innovation. Eine Frage: Wie viele Jeff Bezos oder Marc Zuckerbergs laufen beim Arbeitsamt als Kunden herum? Genau. Nicht Jede ist die Beste. Die meisten sind so mittelmässig innovativ.
Und, wie gesagt, Innovation und "Wirtschaft" sind kein Selbstzweck. Wenn sie oben genannte Ziele nicht zu erfüllen geeignet sind, sondern vielleicht im Gegenteil, handelt es sich um nichts als naive Fortschrittsgläubigkeit. Der kurze Moment von 10-20 Jahren, in denen Deutschland dann einen Vorteil oder Nachteil im Wettbewerb hat, ist ein Fliegenschiss gegen diese Entwicklung.
Man kann auch nicht einfach auf Lösungen setzen, die nich gar nicht erfunden wurden und hoffen, dass das schon alles ausgeglichen werden wird. D.h., man kann nicht einfach behaupten, insgesamt würden ja mehr Arbeitsplätze entstehen als verschwinden. Wer sagt denn das? Wieso sollte das der Fall sein?
Es ist leicht zu sagen, Deutschland hat geschlafen. Es würde sich viel eher lohnen, mal darüber nachzudenken, dass Digitalisierung eben nicht im Kern bedeutet, dass nun auch wirklich jeder weiss, wie man eine E-Mail schreibt und dass dafür die nötigen Kabel verlegt wurden und dass man das ja nun verdammt auch mal endlich erwarten kann.

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markx01 14.08.2019, 19:24
55. Hm, ich weiß nicht.

Netzabdeckung: Also wenn ich so durch die Innenstädte laufe, dann habe ich den Eindruck, dass ausnahmslos alle jüngeren Fußgänger oder auch Radfahrer mit dem digitalen Navi unterwegs sind.

Und ob nun ausnahmslos jedes mittlere Unternehmen ein Netzanbindung mit unendlicher Geschwindigkeit zwanghaft braucht, kann man zumindest bezweifeln.

Software: Naja, da hängt Deutshland schon seit den Anfängen hinterher. Private Einschätzung aus tieferer Unkenntnis. SAP ist so ziemlich das einzige deutsche Softwareunternehmen. Und um das zu etablieren brauchts einige Lastwagen an Bedienungsanleitungen. Wenn man es aber gepackt hat, dann kann man selbst das Säuberen des Hinterns automatisieren, noch bevor es nötig ist oder man davon weiß. ;)

Hardware: Haben wir aus Kostengründen nach China ausgesourct. ;)

Automobil: Oh, das autonome Fahren. Das haben wir wirklich verpasst. Aber wollen wir das wirklich? Vielleicht fehlen uns auch die Steuerzahler für die Infrastruktur, weil die sich alle auf den Weg nach China gemacht haben. Die zwar auch noch nicht so viel autonom fahrende Fahrzeuge haben, aber weniger Steuern verlangen.

Und andere Formen der Mobilitätskonzepte rufen wir erst dann ins Leben, wenn die knappen Rohstoffe für die Batterien noch knapper werden oder im Zweifel die Fusionstechnik beherrschen. Vielleicht sind auch die Oelscheichs bei VW nicht so wirklich begeistert von irgendwelchen neuen Technologien, welche weniger Oel bräuchten.

Rezession: Was wollen wir eigentlich mit all den Menschen machen, welche die Indutrie 4.0, Digitalisierung und LTE Netzabdeckung in der Arbeitskraft überflüssig machen könnte? Da wir ja weniger Steuern bezahlen wollen, um uns all die Annehmlichkeiten der neuen digitalen Welt leisten zu können, bleiben als zusätzliche Innovationen nur noch Selbstmordzellen.

Bitte nicht falsch verstehen. Man muss schon schauen, wo sich neue technologische Trends entwickeln. Muss dann sicherlich auch in Forschung und Entwicklung investieren. (betrifft aber auch andere Konzepte)

Aber andererseits - klar, mit Vorsicht zu genießen - gibt es heutzutgae deutlich mehr als man tatsächlich braucht. Effizienz alles schön und gut, neue Technologien auch wunderbar, aber irgendwie muss das Zeuchs in der Konsequenz dann auch gekauft werden.

Und nimmt man das Klimatheorem etwas ernster, dann ist das ja nicht zwanghaft mit dem oberen vereinbar.

Klar, man kann noch mehr T Shirts (Auto) absolut in autonomer Produktion herstellen. Nicht nur automatisiert, sondern im Herstellungsprzess sehr weitgehend autonom.

Die Frage ist dann aber schon auch, wer dieses ständige "mehr" kaufen soll.

Kehrseite. Innovation. Fortschritt.

Gruß

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hpkeul 14.08.2019, 19:26
56. Ja doch Herr Lobo

eine wunderbare Ansammlung von Katastophen-Vorhersagen Ist linke Tradition: Die Verbreitung von Angst. Ich habe den Artikel bis zu der Textzeile gelesen, wo die Philippika die Bundesanzlerin als Nicht-Täter benennt. An dieser Pflichtstelle wird der Loboismus absurd. Die Wirtschaft versagt? Wer ist das?. Gibts da irgend einen omnipotenten Großmogul der das alles aus dem Sessel steuert, überwacht und durchsetzt? Ehrlich Sascha, das ist Quatsch. Die Wirtschaft nicht nur in D hat wahrscheinlich einige Zig-Tausende Entscheider. Alle vom gemeinsamen Ziel des Untergangs beseelt? Da machen sicher auch einige Fehler, haben Fehleinschätzungen. Aber viele sind auch richtig gut. Bei Aldi oder Lidl scheinen mir echte Pioniere unterwegs: In Australien Milch verkaufen fällt verschlafenen selbstzufriedenen Managern sicher nicht ein. Das ist sicher besser gemacht als das Management des DGB.

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shrufu 14.08.2019, 19:27
57. Etwas vollmundig..

zu behaupten Deutschland würde die beste Dieseltechnologie des Universums haben.. wohl gesichert scheint die Aussage dieses Sonnensystems! Und das ist ja auch schon etwas! Man bemüht sich ja mehr zu erkunden um diese Aussage zu erweitern aber das ist ja auch Aufgabe des Staates.. was hat VW mit Weltraumforschung zu tun auch wenn da wohl fähige Ingenieure arbeiten.. immerhin konnten sie eine Recht ausgeklügelte Schummelsoftware mutiger als alle anderen programmieren. Außerdem müssen neuere Unternehmen ja erstmal aufholen und man darf sie nicht ernst nehmen.. das hat mir auch damals als Schüler schon der stellvertretende Politiker für das Ressort in Luft und Raumfahrt in Bezug auf die chinesische Raumfahrt gesagt auf die Frage wie man diese mit der ESA vergleichen könne. Und überhaupt wird Weltraumforschung viel zu bunt gesehen.. ja es ist interessant aber der ganze Aufwand.. und es ist ja nicht so als ob nichts passieren würde anscheinend kann man das Geld nur einfach 420 Mal besser investieren. Außerdem ist Umsatz ja kein Gewinn und so. Und jetzt? Nichts. Nach Merkel wird etwas mehr Bewegung kommen und bei der nächsten Rezession gibt's ein bisschen Aufbruchsstimmung die sich als punktuelle Unterstützung der Gewinngewohnheit herausstellen könnte und manche Unternehmen halten ein bisschen was unter Verschluss um dann Markengerecht Premium aufzutreten.. weil das das einzige ist was angeblich sicher ist.. und beim Rest wird ein je ne sais quoi alles lösen. Was jetzt daran realistischer Witz und zynische Ehrlichkeit oder gar nicht zutrifft.. wer weiß das schon so ganz genau bei dem weiten Universum der BRD!?!

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Actionscript 14.08.2019, 19:41
58. mutenroshi Heute, 19:18 Es sagt ja keiner,...

...dass es der deutschen Wirtschaft nicht gut gehen soll und dass die Autoindustrie Autos mit Dieselmotoren verkauft. Doch selbst das hat einen Haken, wenn sie an die Skandale in der Autoindustrie denken. Made in Germany ist nicht mehr gut.

Das Problem ist, dass so gut wie keine Forschung betrieben wurde. Die kann man betreiben und Autos mit Dieselmotoren verkaufen, natürlich ohne Schummelsoftware. Kredite sind so billig wie nie wegen der Zinspolitik der EZB. Das gilt auch für die innovationslose Politik der Regierung, die sich gerne damit rühmt, dass es der deutschen Exportwirtschaft gut geht und das ihr Verdienst sei. Doch warum ging es gut? Weil im letzten Jahrhundert Deutschland an der Spitze der Innovation stand. Jetzt sind es andere Länder, die Deutschland dann ihren Fortschritt verkaufen. Und bald gibt es dann in Deutschland nicht mal mehr Firmen mit Robotern, da das Ausland schon lange weiter ist und Autos made in Germany altmodisch sind und nicht mehr gekauft werden.

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markx01 14.08.2019, 19:52
59. @NewYork

Zitat:"Deutschland hat sich vom Land der Ingenieure zum Land der Bedenkentraeger entwickelt. Jeder Innovation wird erst einmal ablehnend Gegenuebergetreten."

Naja, besagte Ingenieure waren stets Pioniere auf ihrem Gebiet, mit genug Optimismus und einer klaren Idee sowie einer gehörigen Portion Idealismus. Widerstände gab es aber zu ihren Zeiten mehr als genug!

Die "letzte Innovation" der Autobranche liegt gut 150 Jahre zurück und begründete die Industrie. Daran wird auch der E - Motor nichts ändern. Der Rest ist mehr oder weniger Schnick-Schnack.

Die E-Mobilität wäre in dem Sinne keine Innvoation, sondern nur ein altes Konzept mit neuen Kleid. Auch die Herstellung ist bereits weitgehend Automatisiert. Wenn man sie per Software jetzt autonom machen will, muss man zuvor wissen, was man mit den Menschen machen will.

Gruß

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