Forum: Netzwelt
Digitale Schule: Vernetzung stark gefährdet

Verbessert die Digitalisierung den Lernerfolg? Falsche Frage. Denn die Vernetzung ist sowieso unausweichlich - es sollte also nur noch darum gehen, wie sie sinnvoll eingesetzt wird. Dabei ist nur eines sicher: Das Lernen selbst wird sich verändern.

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Leser161 16.09.2015, 16:30
1. Japp

Andauernd wird so getan das man nur ganz viele Tablets an Schulen verteilen muss und dann passieren DINGE. Und wie fortschrittsfeindlich man doch ist, wenn man hinterfragt. Hauptsache Geld ausgeben.

Eine schlaue Integration in den Unterricht kann sicher was bringen.

Gespannt harre ich der Ideen.

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nine1011 16.09.2015, 16:32
2. Ganz genau.

Das haben Sie super zusammengefasst. Ich hoffe, dass kommt an den entsprechenden Stellen auch einmal an. Computer sind nur Anwenderprogramme. Zu Lernen wie man sie nutzt und/oder zu lernen wie man sich Inhalte erarbeitet, dass ist das Ziel.
Was hat denn eine Friseurin davon, dass in ihrer Schule früher Computer genutzt wurden. Die Fähigkeit mit der Hand zu arbeiten, kann das nicht ersetzen.

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vox veritas 16.09.2015, 16:32
3.

Die digitale Vernetzung wird vor allem zusätzliche Kosten verursachen, weil alle paar Jahre teure Hardware ausgetauscht werden muß, die IT abstürzt oder gehackt wird, etc., etc.

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samama87 16.09.2015, 17:00
4. Einspruch

Das Lernen wird sich mitnichten verändern. Der Grund ist schlicht und einfach, dass durch den technischen Fortschritt nur die Technik, nicht aber das Gehirn verändert. Ob ich auf Wachstafeln, Papyrus oder Papier schreibe, macht kaum einen Unterschied, nur Kosten und Komfort ändern sich.
Gleiches gilt für die Einfüjrung von Computern. Es ändert sich nichts. MAn hat zwar Zugriff auf das gesammelte Wissen der Welt, aber der Unterschied zu einer Bibliothek ist einfach nur die Zugriffsgeschwindigkeit und der Komfort. Sogar im Gegenteil: Schüler stehen mehr denn je vor einem überwältigendem Wust an Informationen, den sie irgendwie bewältigen müssen. Dazu ist mehr denn je essentiell, dass Schüler die Basics so gut wie möglich beherrschen...zu wünschen wäre also eher eine Rolle rückwärts als Vorwärts.

PS: Sätze wie: "Es geht vielmehr darum, dass sich durch das Internet das Lernen selbst dramatisch verändert. Das Internet ist eine gigantische Lernmaschine. Man kann es kaum nutzen, ohne zugleich das Konzept des ständigen, lebenslangen Lernens zu verinnerlichen. Dazu wandelt sich die digitale Sphäre zu schnell. " zeigen, dass der Autor zwar eine Meinung, aber am Ende keine Ahnung hat.
Computer funktionieren im Grundprinzip seit JAhrzehnten gleich, das Internet funktioniert seit Jahrzehnten gleich, die Struktur des Internets ist seit Jahren fast gleich.
Das einzige, dass sich konstant verändert, ist die Geschwindigkeit.

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koem 16.09.2015, 17:13
5. digitale Bildung

die Kommentaroren hier haben nicht verstanden, was Hr. Lobo meint. Nur das Wie ist nur noch die Frage, weil das Internet allgegenwärtig ist. Nur nicht in der Schule. Als Dozent an Weiterbildungseinrichtungen kann ich davon ein Lied singen. Die wenigsten sind in der Lage mit der EDV auch effizient zu arbeiten. Effizienz und Kompetenz im Umgang mit Internet und EDV sind aber Schlüsselqualifikationen auf dem Arbeitsmarkt. Wenn die Schule darauf vorbereiten soll, aber keine EDV einsetzt, wie soll das dann gehen?

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normalerfamilienvater 16.09.2015, 17:15
6. Oh weh

Zitat von vox veritas
Die digitale Vernetzung wird vor allem zusätzliche Kosten verursachen
Ganz fürchterliche Zusatzkosten verursachen auch Werk-, Chemie- und Physikunterricht, ganz zu schweigen von Lehrerfortbildungen, Exkursionen und Behindertentoiletten. Kostengünstiger Latein- und Religionsunterricht und der bewährte Rohrstock sind preiswert, langlebig und zur Ertöchtigung des gemeinen Schölers för die RealWelt[tm] mehr als ausreichend.

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Newspeak 16.09.2015, 17:17
7. ...

Sascha Lobo, Sie sind doch sonst nicht für "alternativlos". Wieso meinen Sie also, Vernetzung sei unausweichlich? Nichts davon ist unausweichlich. Oder allenfalls, wenn man sich bequem zurücklehnt und nichts tut. Mir fehlen die Diskussionen darüber, wie wir leben wollen, nicht was technisch möglich ist. Nicht einmal, was technisch sinnvoll wäre, sondern wie wir leben wollen?

In der Schule sollte man den Menschen ansonsten vor allem mal das Denken beibringen. An welchem Fachbeispiel ist sowas von egal. Mit oder ohne Computer. Denn das, was ein Jugendlicher sich nachmittags selbst beibringen kann, indem er stundenlang davor sitzt und Sachen ausprobiert, das wird die Schule sowieso nie leisten können. So wie die Schule auch keine Bücherleser macht, und keine tollen Sportler und eigentlich fast nichts leisten kann, weder von der Zeit her, noch vom Personal (quantitativ und qualitativ), noch von den materiellen Ressourcen, noch von ihrem Auftrag her betrachtet. Die Schule kann nur Angebote machen, Anreize geben, Denkanstösse liefern, einen schon vorhandenen Keim zum Wachsen anregen. Dazu muß man aber denken können, um die Fortsetzung der Gedanken alleine für sich machen zu können.

Ich weiß wovon ich rede...ich hatte Informatikunterricht in der Schule. Ich habe eine nutzlose Programmiersprache gelernt, die damals als toll galt, die aber vor allem der Lehrer toll fand (und konnte). Ich habe gute Klausuren geschrieben. Ich konnte am Ende nicht mal ein Programm selbst installieren. DAS war meine Schulausbildung in Computern.

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Jo aus Pö 16.09.2015, 17:28
8. Lernen per Web klappt nicht

Es ist eine schöne Illusion mit dem webgestützten Lernen, obwohl immer mehr Computerräume in Schulen eingerichtet werden. Wer sich der Illusion hingibt, eine pubertierende Mittelstufenklasse würde 45 min konzentriert an der gestellten Aufgabe arbeiten und recherchieren, ist naiv. Zehn Minuten maximal, und an 15 Arbeitsplätzen wird gespielt, Mode beguckt etc., da helfen auch keine Sperrfilter, weil die Jugend garantiert sperrfreie Websites findet. Und Infos zu Mode oder Popstars gibts schließlich auch auf SPON.

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HesaLhaina 16.09.2015, 17:35
9. treffend formuliert

fand ich besonders das T-Shirt-Beispiel - und das tolle ist, es trifft eigentlich auf alle "großen" Neuentdeckungen, was man ändern sollte, um die Bildung oder das Lernen zu verbessern... Und wenn man dann noch als Lehrerberufsanfänger auf diesen Wahnsinn trifft, wohl wissend, woran die Sache mit dem Internet krankt aber nicht stark genug etwas zu ändern sondern am Ende am maroden und eingerosteten System zu zerschellen... Es ist ein Traum. Hoffnung bleibt, dass alte Strukturen irgendwann aussterben. Nur leider reproduziert sich das System selbst, wenn Widerrede ist nicht gern gesehen...

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