Forum: Netzwelt
Digitale Selbsthilfe: Programmiere dich zur Freiheit
Ole Reißmann

Wir klicken Links, posten Texte, wir lassen die Maschinen für uns arbeiten - und merken nicht, wie abhängig wir von der Software sind. Drei Berliner wagen den Befreiungsschlag. Sie lernen Programmieren auf die harte Tour, um der digitalen Bevormundung zu entkommen.

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chalchiuhtlicue 01.07.2012, 15:07
40. optional

Dümmlicher Artikel über Cyberesoterikspinner, die einer vermeindlichen Bevormundung zu entgehen versuchen, dabei aber völlig ausblenden, daß es wichtigere Bevormundungen zu bekämpfen gilt, so z.B. die Bevormundung der deutschen Bürger durch die Politiker, die eigentlich den Bürgern dienen sollten, in Wirklichkeit aber den Bürger als Arbeitstier für sich einspannen. Das ist wirklich Bevormundung, keine virtuelle.

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juergenpf 01.07.2012, 15:07
41. So ein Unsinn

Nur weil jemand lesen und schreiben lernt, wird er doch nicht unabhängig. Das ist doch nur das Handwerkszeug. Die Macht liegt in den Algorithmen. Das was Börsensoftware macht, was Google oder Facebook machen, ist knallharte Mathematik, vorwiegend aus den Bereichen Stochastik, Spieltheorie, Graphentheorie etc. Wer sich da emanzipieren will, sollteerst mal ein Mathematikstudium absolvieren. Viel Spaß dabei.

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paradigm 01.07.2012, 15:09
42.

Zitat von OlGa
Der Autor übertreibt ziemlich. Es gibt viele Stufen zweischen einem "Guru" und jemandem, der sich im Alltag ein wenig zu helfen weiß und sich dabei einer einfachen Makrosprache bedient. In dieser Hinsicht teile ich auch nicht seine Grundannahme ("I would urge everyone to learn plumbing. That'd be ridiculous, right?"). In der Schule werden viele Dinge gelehrt, die weit weniger nützlich sind als zu wissen, wie man im Haushalt mal ein Rohr abdichtet. Generell werden die Menschen heutzutage viel zu unselbständig.
Jeff Atwood/Codinghorror ist ohnehin total überbewertet... was der sich manchmal für Argumentationslinien zusammenschustert ist ja meisten kaum auszuhalten. Stackoverflow/Stackexchange ist wirklich ein cooles Projekt was er (zusammen mit anderen) auf die Beine gestellt hat, aber den Großteil seines Blogs ist einfach nur schlimm.

Ich bin da auch ihrer Meinung, dass die meisten, die (wie Atwood) gegen die Idee des Artikels hier wettern, überhaupt nicht verstanden haben worum es geht. Es geht eben darum, dass wir heutzutage viele Dinge einfach 'nur' noch nutzen, aber selbst nicht mehr in der Lage sind oder wären auch nur ansatzweise irgendwas selbst zu tun oder auch nur zu verstehen. Das ist natürlich erstmal kein Problem und muss auch irgendwo so sein, da kaum jemand alles selbst machen kann. Die arbeitsteilige Gesellschaft kommt ja nicht von ungefähr.

ABER: Genau das, was viele als Gegenargumentation nutzen ("Es lernt doch auch keiner selbst klempnern!" oder "Ich baue meine Lebensmittel doch auch nicht selbst an!") ist doch im Kern das was mehr und mehr zu einem Problem wird. Wir sind doch immer unmündiger was viele Alltagsdinge angeht. Wenn im Haushalt irgendwas nicht geht, dann muss gleich ein Handwerker/Techniker her, der es richtet, man selbst ist total hilflos. Lebensmittel kommen nur noch aus dem Supermarkt, wie da was hergestellt/produziert wird, das interessiert keinen, weiß keiner und können die meisten auch nicht nachvollziehen.

Natürlich muss man sich nicht seine Programme alle selbst schreiben, man muss auch nicht der perfekte Handwerker sein und man muss auch nicht der autarke Selbstversorger sein, der Landwirtschaft betreibt. Aber es kann nichts schaden, sich in einigen Bereichen des Alltäglichen etwas Wissen anzueignen. Und wenn es nur dazu dient, beim nächsten Handwerker/Werkstattbesuch beurteilen zu können, was da eigentlich gemacht wurde und ob man nicht über den Tisch gezogen wird (nicht bei allen, klar, aber leider gibt es ja schwarze Schafe, wie überall). Und bei Computern bedeutet das eben, diese auch mal zu programmieren, weil man da dann wirklich erleben kann, was eigentlich die "Magie" bei der ganzen Sache ist.

Und wer es nicht will, der _muss_ ja auch nicht selbst programmieren.

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derdriu 01.07.2012, 15:14
43.

Zitat von chalchiuhtlicue
Dümmlicher Artikel über Cyberesoterikspinner, die einer vermeindlichen Bevormundung zu entgehen versuchen, dabei aber völlig ausblenden, daß es wichtigere Bevormundungen zu bekämpfen gilt, so z.B. die Bevormundung der deutschen Bürger durch die Politiker, die eigentlich den Bürgern dienen sollten, in Wirklichkeit aber den Bürger als Arbeitstier für sich einspannen. Das ist wirklich Bevormundung, keine virtuelle.
Bitte beim Thema bleiben. Ihr Beitrag war etwa so sinnvoll wie: Leute, die Kirschen essen, sehen einfach nicht die Gefahr, die von den Kernen ausgeht. Sie sollten lieber Äpfel essen, die sind wirklich gesund

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sample-d 01.07.2012, 15:15
44.

Zitat von www.se16n.de
Die Leute sollten sich lieber mal mit dem richtigen Konfigurieren der Anwendungen beschäftigen als mit Assembler&Co. Wie soll das unabhängiger machen? Ändert an z.B. Facebook auch nix.
Verstehe Ihren Post nicht - das Einstellen von Facebook hat doch nichts mit dem Verständnis von Computern zu tun´...

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Fantail 01.07.2012, 15:29
45. *ommm*

Zitat von svoop
Soso, Assemler ist also "die Magie darunter". Da kann ich mich als Informatiker nur schlapp lachen.
Demnaechst werden sich diese Hightech-Entdecker dann wohl das Telefon vornehmen, und mit einem ehrfuerchtigen "Oooooohhhh" reagieren, wenn beim Abnehmen des Hoerers ein "Tuuuuuuuut" erklingt.

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Exilschorsch 01.07.2012, 15:30
46.

Ich finds ja prinzipiell gut wenn sich sich die Leut' ein bisschen mit Informatik beschäftigen, Sachen wie Compilor, Architekturen, Netzwerktopologie, Signaturverfahren, Datenbankkonzepten, Integrität, Semantik,.. Das ist interessant, gehört zur Allgemeinbildung und wie alles Wissen ist es potentiell nützlich, insbesondere in der Informationsgesellschaft.

Aber wieso muss man dann mit ein bischen Halbkönnen gleich überschnappen, à la "Ich assembliere also bin ich"? Von Assembler kann nur jemand schwärmen der nie wirklich dem Zeug arbeiten musste.

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Fantail 01.07.2012, 15:53
47. Optimierung

Zitat von Exilschorsch
Aber wieso muss man dann mit ein bischen Halbkönnen gleich überschnappen, à la "Ich assembliere also bin ich"?
Die Denke folgt wohl diesem Pfad:

Assembler > Kompliziert > Kann nicht jeder > Alleinstellungsmerkmal > Ich bin cool & nerdig > Ihr muesst mich nun bewundern

Oder so...

Zitat von Exilschorsch
Von Assembler kann nur jemand schwärmen der nie wirklich dem Zeug arbeiten musste.
Vor gefuehlten 100 Jahren wollte ich mal besser sein, als die ASM-Optimierung des Turbo-C Compilers auf DOS. Also schrieb ich den arbeitsreichsten Teil in Assembler (hatte was mit Sortierung zu tun).
Anschliessend wollte ich natuerlich wissen, wie mein ASM-Code gegenueber einer C-Bibliotheksfunktion abschnitt, und schrieb das Teil nochmals in C.

Ergebnis: der C-Code war siebenmal schneller als mein handgeschriebener Assemblercode (und ich war damals recht gut in Assembler).

Lernziel erreicht: Niemals unterschaetze gut gebaute C-Compiler.

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loncaros 01.07.2012, 15:59
48.

Eine kaum überschaubare Zahl an Informatikstudenten lernt genau jetzt C++ oder C#, viele von ihnen auch Assembler.

Warum genau werden die drei als was besonderes hervorgehoben? Weil sie es nebenbei als Hobby betreiben?

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Arckenheidt 01.07.2012, 16:05
49. Jedenfalls nicht konservativ ;)

Zitat von svoop
Soso, Assemler ist also "die Magie darunter". Da kann ich mich als Informatiker nur schlapp lachen.
Der konservative Weg wäre ja diskrete Mathematik -> Automatentheorie -> Rekursionstheorie und dann eine leichtgewichtige funktionale Programmiersprache, um z.B. anhand des SICP die Dinge von Grund auf zu erlernen (Iverson's APL-Manual wäre vielleicht übertrieben, hat aber gar nicht schlecht funktioniert). Aber das ist wohl zu konservativ für drei hippe Berliner.

Wenn es was praktisches sein soll, wäre ohnehin erst mal Shellscripting der richtige Ansatz; aber das war wohl nicht Ziel der Sache.

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