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Digitales Archiv: So erhalten Sie Ihre Daten für die Nachwelt
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Heute speichert man Fotos, Videos und persönliche Dokumente meistens auf dem PC. Doch was passiert später einmal mit den Dateien? Hier erfahren Sie, wie Sie ein digitales Archiv für Ihre Erben erstellen.

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lupo62 14.04.2017, 17:34
20. Hoffnungslos

Als Normalbürger sollte man sich damit abfinden, dass allerspätestens in der zweiten Generation der Erben sich kein Mensch für Opas und Omas Hinterlassenschaften interessiert. Und das ist ganz unabhängig davon, auf welchem Medium die Aufzeichnungen vorliegen. Wie viele schöne Fotoalben mit Bildern aus der Kaiserzeit werden gnadenlos auf Flohmärkten verramscht. Keiner kennt die Menschen auf den Fotos mehr.
Es gibt dazu einen klugen Spruch: Jeder Mensch stirbt drei Mal. Das erste Mal, wenn er tatsächlich stirbt. Das zweite Mal, wenn der letzte Mensch, der ihn/sie kannte, stirbt. Und das dritte Mal. wenn jegliche Aufzeichnung über ihn/sie verloren ist.

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DonCarlos 14.04.2017, 17:46
21. Tondateien mit 24 Bit digitalisieren

Natürlich sind 16 Bit zum Aufnehmen und Speichern ausreichend, wenn man den richtigen Eingangspegel erwischt. Einfacher ist es aber mit 24 Bit zu digitalisieren und hinterher gut ausgepegelt auf 16 Bit zu gehen.

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bssh 14.04.2017, 18:25
22. Familienbilder

Man sollte das nicht verallgemeinern. Nur weil es viele gibt, die kein Interesse daran haben, so gibt es auch umgekehrt viele, die großes Interesse daran haben.
Die Familienforschung boomt. Viele wollen wissen, wer ihre Vorfahren und Verwandten waren, und da ist man über jedes der immer seltener werdenden alten Bilder sehr froh.
Ich bin sehr dankbar, dass ich einige Fotos von Urgroßeltern und sogar ein paar von Ururgroßeltern habe. Leider von letzteren jeweils nur ein Bild pro Person und alles Unikate.
Das Problem ist eher, dass viele alte Bilder haben und nicht mehr wissen, wer darauf abgebildet ist. So werden dann auch unglaublich viele alte Fotos bei Ebay angeboten, wobei ich nicht begreife, wer sich solche Fotos kauft

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Friise 14.04.2017, 18:35
23. Alte Dokumente

Ich habe die große Sorge, dass digitale Daten nur eine sehr kurze Haltbarkeit haben werden. Der Hauptgrund dafür ist, dass es dabei nur noch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geht. In Archiven ist nicht umsonst der analoge Mikrofilm noch immer erste Wahl. Ich benutze zur Ahnenforschung auch den Computer. Dabei habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass es in digitalen Aufzeichnungen sehr viele Fehler gibt, vor allem durch fehlerhafte Eingaben, die sich nur mit viel Aufwand beseitigen lassen. Was mich an der Ahnenforschung am meisten interessiert ist die Frage, unter welchen Bedingungen lebten die Menschen damals? Da hilft ein Stammbaum allein wenig. Wenn man mehr in die Breite forscht, stellt man sehr schnell fest, dass die meisten Menschen früher unter armseligen Verhältnissen lebten und Armut wurde aus unterschiedlichen Gründen über Generationen hinweg vererbt. Viele versuchten dem zu entkommen, z.B. durch Auswanderung. Den wenigsten gelang dies aber, oft auch nur über eine Generation.

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ericstrip 14.04.2017, 19:58
24. Es gibt...

...schlichtweg keine digitalen Archive. Digital ist für den schnellen Zugriff praktisch, für Archivzwecke jedoch komplett ungeeignet. Der Digikram ist irgendwann weg, fertig aus. Wer das nicht will, muß seine Erinnerungen schon in eine ordentliche Form bringen, eine, die man anfassen kann.

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herkurius 14.04.2017, 20:37
25.

Zitat von umbhaki
exiftool -AllDates='JJJJ:MM:TT HH:MM:SS' DATEINAME.EXT
Tipp, bei allen Aktionen mit Exiftool sollte man dahintersetzen:
-overwrite_original
um nicht die lästigen Sicherheitskopien auf der Platte zu haben.

Das setzt natürlich voraus, dass man weiss, was man tut, also für die allerersten Experimente lässt man lieber zu, dass das Tool Sicherheitskopien anfertigt. Erst, wenn man alles ausgetestet hat und nicht für die einfachsten Schritte, wie, das Datei-Datum auf das Aufnahmedatum zu setzen, bei tausenden Fotos dann auch tausende Sicherheitskopien herumfliegen hat, die alle wieder gelöscht werden müssen.

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Elektricman 14.04.2017, 22:45
26. Digitale Daten archivieren Ha Ha Ha!

Schon lange nicht mehr so gelacht! Haben sie schon mal DOS Programme auf ihrem Computer? Das mit den Dateiformaten und Daten.... das ist doch so eine Sache. Und dann die unterschiedlichsten Datenträger. Aber Disketten und Bänder gibt es doch heute gar nicht mehr. Hatte da einer behauptet die Daten wären auf der Festplatte sicher? Aber in 20 Jahren wird die auch keiner mehr am Computer anschließen können, weil sie in der heutigen Zeit als veraltet angesehen werden und viel zu langsame Datenzugriffszeiten haben. Also wie soll die nächste Generation in 50 Jahren die Fotos oder Urkunden lesen können? Das Problem ist in der Computerwelt bis in der heutigen Zeit nicht gelöst. Das Problem sind die Betriebssysteme, die immer weiterentwickelt werden und neue Dateiformate mit denen gearbeitet wird.
Bis jetzt sind immer noch Microfilme lesbar und Papier und Bücher.

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upalatus 14.04.2017, 23:53
27.

Leiste man einen (mehrere) ausreichenden Beitrag, taucht Name und Beitrag im offiziell sorgsam gehegtem Datenträgerpool auf und überdauert jedenfalls mal länger als die tausenden analogen Papierbildchen, kiloschweren Diasammlungen oder sogar gute künstlerische Privatleistungen, die seit jeher mit dem Ableben des Erstellers alsbald in der tiefen namenlosen Versenkung zu verschwinden begannen. Die Sorge ums Printvermächtnis scheint heute ungemein hoch. Dann schaffe man halt auch was substantiell Wertiges, dann bleibt auch ein Bröckchen ein bisschen länger bestehen. Das Sterbebildchen wirds schon mal garantiert.

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herkurius 15.04.2017, 09:05
28.

Zitat von upalatus
Leiste man einen (mehrere) ausreichenden Beitrag, taucht Name und Beitrag im offiziell sorgsam gehegtem Datenträgerpool auf und überdauert jedenfalls mal länger als die tausenden analogen Papierbildchen, (...) Dann schaffe man halt auch was substantiell Wertiges, dann bleibt auch ein Bröckchen ein bisschen länger bestehen. Das Sterbebildchen wirds schon mal garantiert.
Sie antworten wissentlich oder unwissentlich damit auf mein Thema vom 14.4. 16:04 Uhr.
Daher noch ein Hinweis. Ich wollte und kann ja nicht ein Tutorial zu meiner Empfehlung bzw. meinem eigenen Handeln geben, seine unwiderbringlichen Zeitdokumente öffentlich für alle Zukunft zur Verfügung zu stellen, jedenfalls hat mich noch keiner drum gefragt.
Beiträge kann jedermann auf Wikipedia schreiben und eigene oder fremde (natürlich allgemein freigegebene) schreiben.
Bilder und andere Medien kann jedermann unter Wikimedia Commons hinterlegen, für genau den im vorigen Satz erwähnten Zweck. Man braucht nicht einen Artikel zu schreiben.

An beiden Stellen findet man, auch unaufgefordert, reichlich persönliche Hilfe. Probleme wie falsche Zuordnung oder, dass man unwissentlich eine zweite Rubrik für das gleiche Thema aufmacht, werden von Freiwilligen alsbald behoben.

Ich möchte auch jeden hierzu ermuntern. Es gibt Fotos, die habe ich vor dem Kauf einer Gebrauchtkamera vor der Tür vom Fotoladen als Test gemacht. Sie zeigen ein Stadtviertel, das heute baulich und übrigens sozial ganz anders ist. Unter Milliarden Touristenfotos aus dieser Stadt gibt es vielleicht kaum welche aus diesen Nebenstraßen, und höchstwahrscheinlich keine veröffentlichten sowie zur allgemeinen Verwendung freigegebenen (ich benenne das mal genauer, mit einer Lizenz "CC-BY-SA").

Braucht jemand noch ein Briefbeispiel in Sütterlinschrift, ohne befürchten zu müssen, vom Urheber verklagt zu werden? Möchte jemand einen Briefwechsel meines Urgroßvaters in einem Buch verarbeiten oder abbilden, Lehrers (ca. 70 Jahre alt um die Zeit), wie er 1946 schreibt, daß er jetzt ein paar Hühnerchen in der Stadt München hält und der Hunger ein Ende hat? Ist schon zum Einscannen vorgesehen.

Es versteht sich von selber, dass die genaue Angabe von z.B. Ort und Zeit sowie nützlichen Stichworten auf Wikimedia Commons unerläßlich ist, sonst versinkt die Arbeit prompt auf dem allgemeinen Bit-Müllhaufen der Geschichte.

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herkurius 15.04.2017, 09:18
29.

Zitat von Elektricman
Schon lange nicht mehr so gelacht! Haben sie schon mal DOS Programme auf ihrem Computer?
Ja, warum? Meine frühesten Textaufzeichnungen für private Zwecke, aus den 80er Jahren, ob eine mühsam angefertigte Aufstellung meiner gesammelten Musikstücke auf allen Datenträgern (viele) als z.B. auch Adressdateien aus einer früheren Lebensperiode sind alle noch da, alle geologischen Epochen mal auf neue Datenträger, von der Tonbandkassette (dochdoch, mein erster Computer, der TRS-80, hatte die zum Speichern) über die Floppy Disk bis zur DVD-RAM umkopiert (wer Daten auf lange Zeit archivieren will, sollte sich unbedingt über CD-RAM und DVD-RAM informieren), und zumindest ab 5,25 Zoll Diskette ist es kein Problem, eine funktionierende zu bekommen und mal eben in einen PC zu hängen, falls man das nicht rechtzeitig getan hatte.

Von diesen Bemühungen habe ich allerdings eine nachhaltige Neigung erworben, mich von Archivsystemen z.B. für die ach so beliebten Bildarchivierungsprogramme unabhängig zu machen und nur standardisierte Formate zu verwenden, sprich, die uralte vom MS-DOS-System und vorher von Unix überkommene Baumstruktur an Verzeichnissen, bei Bildern das JPG-Format (und pfeif' auf das eine Prozent Platz-Ersparnis, das man sich z.B. von JPEG2000 versprochen hatte, es ist vorhersehbar auch längst wieder gestorben...) und bei Schrift das ASCii-Format (Endung: .txt).

Was manche meiner Freunde befremdet, ist, dass ich dann Umlaute stets mit zwei Buchstaben schreibe, also ae statt ä, und Sonderzeichen vermeide, das hilft. Das älteste Programm, das ich im Alltag aktuell verwende, PCO von Brown Bag Software (1986), läuft wie alle einfache MS-DOS-Software auch unter dem modernsten Linux und da ich auch die Problematik mit der Zeichendekodierung durch die Verwendung der reinen (128) ASCii-Zeichen umgehe, sind die Texte nach wie vor lesbar.

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