Forum: Netzwelt
Digitales Vermummungsverbot: Schäuble dringt auf Klarnamen im Netz
Kay Nietfeld/ DPA

"Wer seine Meinung äußert, sollte auch dazu stehen können", sagte Bundestagspräsident Schäuble dem SPIEGEL. Er befürwortet eine Klarnamen-Pflicht im Internet. Frühere Versuche fielen jedoch durchwachsen aus.

Seite 12 von 46
Wolfgang Heubach 19.05.2019, 11:28
110. Unterstütze ich voll und ganz !

Da gebe ich Herrn Schäuble in jeder Beziehung recht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Onkel Drops 19.05.2019, 11:28
111. kein Problem...

aber vorher muss die Union und Co stets offenlegen welche Lobby welche politischen Pläne ( wo und womit) zu Ungunsten des Bürgers verbogen haben möchte. mein Klarname liegt stets beim Anbieter vor und welchen Nick man wählt (wird auch eingegrenzt Hans Müller der erste etc...). ich bevorzuge meinen real life Spitznamen andere halt was anderes. das lässt sich nachvollziehen!!! jetzt schon... was beim Bilderberger Lobbytreff abgeht who knows... aber deren Party Sicherung zahlt wer? und ich darf nix drüber wissen ... gleiches Recht für alle oder ihr lasst selbst die Hose runter vorher... sofern ich nicht als bezahlter googlebot von gewissen Politikern denunziert werde ...
meine ganz ungefilterte Wertschätzung gibts bei der Europawahl dann als danke schön... weil sie förmlichst um Abwahl bitten ,so sei sie gewährt... zum Schutz des Neulands vor analogen Querdenkern- verdigitalisiert euch ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jolande9 19.05.2019, 11:29
112. Ganz sicher nicht...

Zitat von thompopp
ich bin für den Klarnamen, dafür das jeder sein Gesicht zeigt und sich nicht vermummt oder verschleiert. Wir sind ein Rechtsstaat und Meinungsfreiheit ist vom GG gesichert. Warum soll ich nicht meine Meinung öffentlich machen mit meinem Namen? Ein Beispiel: Ich bin dafür das die Nato aufgelöst wird. MEINE MEINUNG PUNKT. Wer so etwas nicht mit seiner Identität äußern kann soll es eben auch nicht äußern. Es besteht ja keine Pflicht seine Meinung kundzutun.
Früher haben Sie einen Leserbrief geschrieben, vielleicht sogar unter ihrem richtigen Namen. Der hat nach dem Lesen niemanden mehr interessiert und war maximal noch durch Archivrecherche wiederauffindbar. Das Problem, das viele nicht verstehen ist, dass Ihr Klarnamen im Netz eben nicht nur von Ihrem Gegenüber erkannt wird, sondern dass die von Ihnen vertretene Meinung für immer und ewig mit ihrem Namen über-räumlich und überzeitlich verknüpft ist. Sämtiche Ihrer Äußerungen - die im Internet gleichzusetzten sind mit internationalen Veröffentlichungen - verbunden mit Ihren Einkäufen, Ihren Fragen in einem Forum, Ihren Bewertungen von Produkten können zu einem Persönlichkeitsprofil zusammengefasst und ausgewertet werden - wie das zB. schon bei Facebook passiert mithilfe von Firmen von Cambridge Analytica.
Auf dieses Schattenprofil haben Sie keinerlei Einfluss. Wenn Sie jetzt 60+ sind ist das egal. Aber was ist mit jungen Menschen?
Nein. Die Persönlickeit muss geschützt bleiben.
Herr Schäuble hat an diesem Punkt mal keine Ahnung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vantast64 19.05.2019, 11:29
113. Der Mann hat gut reden, er hat seine Bodygards immer zur Seite,

ich kann sie mir nicht leisten, auch, wenn die nächste Polizeistelle so weit entfernt ist.
In den "Sozialen Netzwerken" gibt es genügend Dramen, wobei man sich besser
verstecken sollte. "Wir wissen, wo Du wohnst!" ist eine bekannte Drohung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dragondeal 19.05.2019, 11:30
114. Schau'n wir mal kurz

Zitat von thompopp
Wer sollte Sie denn wie und womit kontrollieren? Wir leben in einem freien Rechtsstaat und nicht in einer Diktatur! Wir haben außerdem eine DSGVO und Gesetzte gegen Datenmissbrauch. Ihre Daten sollen ja nicht von allerwelt komplett einsehbar sein, auch der Staat muss dafür eine richterliche Anordnung haben.
Auf der Seite, auf der wir uns gerade befinden, laufen 8 Tracker und 13 Scripte, die gerne Daten hätten. Und jetzt packen wir noch den Klarnamen obendrauf, kaufen ein Datenpaket bei der Post, setzen ein paar Data Scientists da dran und verkaufen die Auswertung an die Schufa ("Dreimal die Woche während der Arbeit im Netz, ist unzuverlässig."), die Krankenkasse ("SItzt zuviel vor dem Rechner, hat zuwenig Bewegung, Beitragsplus 10%") und und und. Ist legal, heute schon möglich und mit steigender Rechenkapazität problemlos zu automatisieren. Nennt sich dann halt Datengebrauch und nicht -mißbrauch. Und da hat sich noch niemand Ihre Meinung angeguckt,

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gibraldo 19.05.2019, 11:31
115. schutzbehauptung

Es geht doch überhaupt nicht um irgendwelche Hass-Posts. Schäuble versucht dem Bundesbürger mal wieder eine einzige Lösung für ein Problem zu verkaufen, welche mit dem Problem nichts zu tun hat.

Natürlich ist auch heute schon ohne Klarnamen ermittelbar, wer hinter einem Avatarnamen steckt. Aber halt aufweniger und somit teurer.

In Zeiten von AI geht es mehr darum auszuwerten, d. h. aufgrund von Posts dann politische Gesinnung, Kaufvorlieben oder bevorstehende Herzinfarkte abzuleiten. Und schon bekomme ich Werbung in den Briefkasten, weil ja der Weg vom Namen zu Anschrift dann auch nimmer weit ist.

Absurde Idee eines tatrigen, alten Politikers, der mal langsam ans Aufhören denken sollte, solange er noch ab und an in der Lage ist, einen klaren Gedanken fassen zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
willige 19.05.2019, 11:32
116.

Zitat von probstheida
Schäuble sollte in den Ruhestand gehen. Hat er nicht auch kürzlich in seiner Funktion als Bundestagspräsident einen Abgeordneten (der AfD) öffentlich zusammengestaucht, weil "unser aller Bundespräsident nicht kritisiert werden dürfe"? Sieht so die Wahrung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung in der Sichtweise Schäubles aus? Na dann, gute Nacht, Internet!
Die Wahrung des Rechts auf freie Meinungsäußerung wird doch durch richtige Namensnennung nicht eingeschränkt. Eingeschränkt würden dadurch die vielen ekelhaften Hasspostings in den Foren. Das würde das Internet sauberer machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Garak 19.05.2019, 11:33
117. Es geht ja nicht nur um Beleidigungen!

Zitat von hermann_huber
Meinungsfreiheit bedeutet nicht Gesetzlosigkeit. das man zu seinen Worten steht zeigt von Charakter. Das anonyme Beleidigungen als Meinungsfreiheit dargestellt werden beleidigt auch alle die sich für Meinungsfreiheit einsetzten
Wie schon in einem früheren Post geschrieben wurde sind auch friedliche und höfliche Posts über Politik, sexuelle Orientierung oder Fetische, Gesundheit, Religion heikel.

Möchten sie das der Nachbar herausfindet das Herr XYZ eine peinliche Krankheit hat weil er in Gesundheitsforum eine Frage dieses Nachbarn zu dieser Krankheit liest? Oder das ein Arbeitgeber in einer Jobbörse herausfindet das sein Mitarbeiter einen neuen Job sucht?

Ich finde wir sind als Bürger schon gläsern genug und Schäuble geht mit dieser Forderung eindeutig zu weit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
enfield 19.05.2019, 11:34
118.

1) Allein der Bezug zum “Vermummungsverbot” der in Österreich tatsächlich zumindest in der Entwurfsvorlage hergestellt wird, ist für mich ein Zeichen der grundsätzlichen Ahnungslosigkeit, Unverständnis und Unprofessionalität. Das Vermummgsverbot ist inhaltlich etwas völlig anderes und regelt die äußere Verschleierung bei der Teilnahme an Demonstrationen. Es besagt nicht, dass man sich für die Teilnahme an Demonstrationen namentlich erfassen lassen muss. Abgesehen davon handelt es sich bei der Nutzung digitaler Plattformen in keiner Weise um etwas vergleichbares mit der Teilnahme an einer Demonstration. Nicht gefühlt und auch nicht rechtlich.
2) ich glaube nicht, dass mich der Staat dazu verpflichten kann, meine Personalien bei privatwirtschaftlichen Unternehmen zu hinterlegen. Wie sollte das gehen? Es geht eben nur über die Verpflichtung der Plattformen, die Personalien einzufordern und die Verantwortung für deren Korrektheit zu übernehmen. Das wird dann schnell absurd, wenn es keine Handhabe gibt die Nutzer dazu verpflichten. Entsprechende Nutzungsbedingungen wären von vornherein nichtig.
3) die Klarnamenpflicht wäre ein unschätzbar wertvolles Geschenk an die Plattforbetreiber. Diese könnten ihren Werbekunden so staatlich abgesicherte höchste Kontaktqualität verkaufen. Ich denke auch, dass aus dieser Richtung der Ursprung dieser Schnapsidee kommt. Nice try ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grumpy-ole-cat 19.05.2019, 11:35
119. Gruß von Erdogan

Zitat von derKremer
Finde das auch nicht oldschool sondern extrem modern. Digitalisierung wirbt immer damit, dass sie alles viel persönlicher macht. Und die Empfänger verstecken sich? Das passt nicht zusammen. Mit Klarnamen muss jeder immer und überall die Verantwortung dafür übernehmen, was er digital hinterlässt! Das wird Inhalte und Kultur positiv beeinflussen. Liebe Grüße Jörg Kremer
Herrn Erdogan wird es freuen, zu wissen, wer sich abfällig über ihn geäußert hat. Dann kann die AKP in Deutschland schnell alle Kritiker (auch deutsche) ausfindig machen und vielleicht auch sanktionieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 12 von 46