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Digitales Vermummungsverbot: Schäuble dringt auf Klarnamen im Netz
Kay Nietfeld/ DPA

"Wer seine Meinung äußert, sollte auch dazu stehen können", sagte Bundestagspräsident Schäuble dem SPIEGEL. Er befürwortet eine Klarnamen-Pflicht im Internet. Frühere Versuche fielen jedoch durchwachsen aus.

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spmc-12355639674612 19.05.2019, 12:10
180. Wer Anstand hat,

Zitat von Akonda
....und wer ordentlich und sauber postet, kann doch auch seinen Namen nennen, oder? Vielleicht würde das endlich diese unsäglichen Hassposts und Beleidigungen einschränken, wer beleidigen will, sollte auch dazu stehen! Die Anonymität fördert doch diese fürchterlichen Dinge nur. Ein großer Prozentsatz derjenigen, die beleidigen, würden das unter ihrem Klarnamen gar nicht wagen!
postet auch unter seinem Nicknamen keine Unanständigkeiten.
Klarnamen bringen aber nichts, sondern beschneiden das Recht auf freie Meinungsäußerung, insbesondere in dem Moment, wo man sich heikle oder auch nur abweichende Meinungen nicht mehr zu äußern traut, weil man befürchten muss - insbesondere wenn es sich um leicht identifizierbare Klarnamen handelt - am nächsten Tag von Schlägertrupps heimgesucht zu werden.
Abgesehen davon wäre eine Klarnamenpflicht international (also für Plattformen wie Facebook etc.) nicht durchsetzbar.

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cookie1 19.05.2019, 12:11
181. Wie krass ist das denn ??

Wer uns das Sprechen verbieten/einschränken möchte ist ein Antidemokrat.
*Diese Kommentar wäre mit Klarnamen gar nicht zustande gekommen.*

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curiosus_ 19.05.2019, 12:12
182. Vorschlagen?

Zitat von quark2@mailinator.com
Aber hey, ich schlage vor, Schäuble führt zunächst ein, daß bei jeder Abstimmung im Bundestag bekanntgegeben wird, welcher Abgeordnete wie gestimmt hat.
Da sind Sie etwas zu spät dran. Gehen Sie auf abgeordnetenwatch.de, da können Sie das bereits heute nachschauen. Für jeden Abgeordneten wird da angeben, wie er abgestimmt hat, alphabetisch nach Namen geordnet. Inklusive Filterfunktionen. Hier z.B. für die letzte Abstimmung am 16.5.19 (Erhöhung des BAföGs). Voll transparent.

Tja, manchmal ist die Wirklichkeit weiter als man denkt..

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Proggy 19.05.2019, 12:13
183. Es geht doch nicht um Hass oder Beleidigung

Zitat von Akonda
....und wer ordentlich und sauber postet, kann doch auch seinen Namen nennen, oder? Vielleicht würde das endlich diese unsäglichen Hassposts und Beleidigungen einschränken, wer beleidigen will, sollte auch dazu stehen! Die Anonymität fördert doch diese fürchterlichen Dinge nur. Ein großer Prozentsatz derjenigen, die beleidigen, würden das unter ihrem Klarnamen gar nicht wagen!
Selbstverständlich können Sie gesittet und ordentlich Herrn Erdogans AKP kritisieren, sich gegen Clan-Kriminalität in Ihrer Stadt, gegen die Hells Angels in ihrem Stadtteil oder gegen die links/rechtsextremen in der Nachbarschaft, oder gegen Schutzgelderpresser in ihrem Viertel - alles ganz ohne das geringste Risiko.
Wo leben Sie?

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zensurgegner2017 19.05.2019, 12:13
184.

Zitat von derKremer
Finde das auch nicht oldschool sondern extrem modern. Digitalisierung wirbt immer damit, dass sie alles viel persönlicher macht. Und die Empfänger verstecken sich? Das passt nicht zusammen. Mit Klarnamen muss jeder immer und überall die Verantwortung dafür übernehmen, was er digital hinterlässt! Das wird Inhalte und Kultur positiv beeinflussen. Liebe Grüße Jörg Kremer
1: Sie scheinen Jörg Kremer zu sein
Da gibt es bei den einschlägigen Quellen mehrere Hundert Treffer

Nur: Was ist mit Kunibert von der Waldschrat?
Da gibt es einen

Soll nun jeder wissen WO derjenige wohnt, der was auch immer eine Meinung zu was auch immer hat?

2: Das Netz lebt auch von Meinungsfreiheit
Wenn aber jede Meinungsäußerung für jedermann personenbezogen nachvollzogen werden kann, wer äußert dann noch seine Meinung?

Bereits hier eine Pro oder Contrameinung zu veröffentlichen würde dann doch für den Rest des Lebens stigmatisieren


Nehmen wir regierungskritischen Aktionismus
Auf der Straße geht es anonym
Sind SIe auch dafür, dass Demonstranten Namensschilder tragen müssen?
Im Netz aber schon?

Und abschließend: Irgendein Thema über irgendwelche Nazibanden
Würden Sie da einen Kommentar abgeben, wenn SIe genau wissen dass Ihr Nachbar-der zu der Szene gehört- bei SPON und Co nachlesen kann welche Gesinnung Sie haben?

Und selbst wenn Sie da keine Angst haben
Wieviele Menschen haben Angst und würden deswegen einfach verstummen
Da haben SIE auch nichts davon

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Bibs1980 19.05.2019, 12:14
185. Heisse Luft

Wir kriegen es ja noch nicht mal hin, den NPA ordentlich für's digitale Unterschreiben fit zu machen. Und da will Schäuble, dass man sich auch beim kleinsten Forum rechtssicher authentisieren soll?

Das hätte übrigens weitreichende Folge, denn dann müsste die Weitergabe der Klarnamendaten in den §281 StGB (Missbrauch von Ausweispapieren) aufgenommen und mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe belohnt werden.

Lustig wird die Durchsetzung gegenüber Diensten, die im Ausland beheimatet sind und bei denen es keine Klarnamenpflicht gibt. Technisch kein Problem, das SPON-Forum von einem Server irgendwo im Nirgendwo zu betreiben.

Träum weiter vom Überwachungsstaat, alter Mann!

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querulant_99 19.05.2019, 12:16
186.

Zitat von brotherandrew
... Recht. Es gibt kein Grundrecht auf anonymes Pöbeln im Netz.
Keiner ist verpflichtet, Pöbeleien im Netz zu lesen.

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draco2007 19.05.2019, 12:16
187.

Zitat von Akonda
....und wer ordentlich und sauber postet, kann doch auch seinen Namen nennen, oder? Vielleicht würde das endlich diese unsäglichen Hassposts und Beleidigungen einschränken, wer beleidigen will, sollte auch dazu stehen! Die Anonymität fördert doch diese fürchterlichen Dinge nur. Ein großer Prozentsatz derjenigen, die beleidigen, würden das unter ihrem Klarnamen gar nicht wagen!
Klar, ich poste gerne meine politische Meinung, meine sexuellen Vorlieben, meine Homosexualität, meine Kritik an meinem Arbeitgeber, meine Kritik an Erdogan unter Klarnamen.
Könnte ja NIEMALS irgend eine negative Auswirkung haben. Auch wenn ich sauber und ordentlich poste. NIEMALS negative Auswirkungen.

Beleidigung ist eine Straftat (oder Ordnungwidrigkeit) und WÄRE verfolgbar. Die Polizei hat nur keine Kapazität, keine Kompetenz oder schlicht keine Lust dies zu verfolgen. Aber sie SIND verfolgbar für den Staat. SPON kennt ihre IP und ihr ISP kennt ihren Namen und ihre IP. Es würde vermutlich keinen halben Tag dauern, dies aufzulösen.
Sollten die rechtlichen Mittel nicht ausreichen, so sollten sie geschaffen werden. (nicht Vorratsdatenspeicherung, sondern nur Herausgabe der IP und Auflösung der IP unter richterlichem Vorbehalt)

Die Klarnamenpflicht bringt ihnen übrigens GAR NIX. Wenn ein Michael Müller sie beleidigt haben sie KEINE Chance. Also stehen Menschen mit Allerweltsnamen dann über dem Gesetz und welche mit seltenem Namen nicht. Na danke.

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der_durden 19.05.2019, 12:17
188.

Zitat von probstheida
Weil die Geschichte lehrt, daß eine "falsche" Meinung zu haben, tödlich enden kann. Was heute akzeptiert ist, und vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt ist, kann morgen schon eine "Straftat" sein. Die Nazis etwa warfen Kommunisten (oder wen sie dafür hielten) ins Gefängnis bzw. KZ. Die Bundesrepublik tat selbiges übrigens in den 50er und 60er Jahren schon wieder, nur daß die Betroffenen hier nicht fürchten mußten, einfach umgebracht zu werden. Und die Straftat war dabei noch nicht mal, öffentlich "Ungehöriges" geäußert zu haben, sondern lediglich der Vorwurf, ein "Kommunist" zu sein. Und das geschah in unserer hochgelobten "Nachkriegsdemokratie"! https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistenverfolgung#In_der_Bundesrepublik Mit dem Internet ist eine riesige Datenbank entstanden, die auch nach Jahren nichts vergißt. Und da wollen Sie Klarnamen einführen für simple Meinungsäußerungen?
Sie haben einen wichtigen Punkt:
Einige hier meinen ja, mit dem analogen Leben zu argumentieren und zu vergleichen. Leider passt das nicht.
Die Klarnamenpflicht im Internet entspräche in etwa das Tragen der Personal-ID sichtbar am Körper und einer steten Überwachung und Speicherung jedes Schrittes jeder Person in einer Datenbank, die darüberhinaus noch jeder einsehen könnte.
Und selbst dann ist man noch nicht bei der Klarnamenpflicht, da im Internet sämtliche Metainformationen eines Menschen verknüpft werden können: Krankheit, Interessen, politische Einstellung, religiöse Einstellung, sexuelle Präferenz, Kritik am Arbeitgeber, etc.

Es ist erschreckend, dass Bürger unseres Landes solch tiefgreifende Einschnitte in die Bürgerrechte aktiv einfordern.

Wie blind muss man sein, um nicht zu erkennen, dass solch ein Gesetz, die Meinungsfreiheit defakto abschaffen würde. Es gäbe keinen freien Austausch mehr. Das Missbrauchspotential für Unternehmen, Privatpersonen und Regierungen ist derart hoch, dass das im Grunde unsere freiheitliche, rechtsstaatliche Demokratie bedrohen würde. Man kann davon ausgehen, dass ein solches Gesetz vor dem BVerfG in Karlsruhe keinen Bestand hätte.

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draco2007 19.05.2019, 12:18
189.

Zitat von Neandiausdemtal
Auf der Straße kann ich sie aber festhalten, wenn Sie mich beleidigen und dann geben Sie entweder mir Ihre Personalien oder der hinzugerufenen Polizei.
Na klar. Wie oft wurde ich schon von Radfahrern beschimpft und hatte nichtmal die Chance die Festzuhalten. Mal davon ab, dass ich dann ganz schnell eine auf die Fresse bekomme. Danke nein.

Sie sind im echten Leben genauso anonym wie im Internet.

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