Forum: Netzwelt
Digitalisierung der Arbeit: Programmieren ist auch keine Lösung
DPA

Wer etwas ordentliches gelernt hat verdient auch ordentlich? Früher war das so. Doch die goldenen Zeiten garantierten Wohlstands sind vorbei. Der Digitalisierung dafür die Schuld zu geben, ist zu kurz gedacht.

Seite 1 von 20
Outdated 05.07.2017, 16:49
1. Leider

Ist die vom Autor bescheriebene Lebenswirklichkeit in der Politik noch nicht angekommen, das liegt auch am Altersdurchschnitt des Wahlfolkes.

Ich will damit nicht Unhöflich sein, aber ich sehe bei jedem Gespräch mit meiner Mutter (Ü60)
das sie die Welt wie sie heute ist überhaupt nicht mehr versteht, schlichtweg weil eben die Erfahrungen die sie in ihrem Leben gesammelt hat keine Gültigkeit mehr hat.

Eine interessante Studie aus den USA zu dem Thema besagte: wer nach 1980 geboren wurde hat nur eine 5% Chance mehr zu verdienen als seine Eltern und das trotz durchschnittlich deutlich besserer Ausbildung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
slowboarder 05.07.2017, 16:50
2.

Es gibt in unserer Gesellschaft immer noch genügend Jobs, die gemacht werden müssen und die keine Ausbildung benötigen.
Wir müssen endlich begreifen, dass wir auch diese Jobs angemessen bezahlen müssen.
Jeder, der arbeitet, muss von seiner Arbeit leben können und zwar besser, als jemand der nicht arbeitet.

ein betriebswirtschaftlich sinnvoller Mindestlohn ist dann gegeben, wenn sich ein Vollzeitbeschäftigter im Mindestlohn eine Familie mit zwei Kindern leisten kann. (Nach dem Prinzip: Mindestlohn = Mindestpreis für die Ware Arbeitskraft und der Mindestpreis einer Ware richtet sich nach den Herstellkosten)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fusselsieb 05.07.2017, 16:54
3.

Bildung schützt nicht alleine vor Minijob.

Man muß auch die richtige Bildung haben. Leider werden sozial veranlagte Personen ausgenutzt. Leider verhindert die grenzüberschreitende digitale Technik ein vernünftige Bezahlung von z.B. Programmierern oder Supportern. Indien ist Out, Vietnam sind billiger.

Und es liegt auch an den Einstellungen der Menschen. Viele haben einfach keine Lust auf Arbeiten. Viele sind nur noch Poser. 9-10 Jahre King auf der Schule und anschließend Hartz4.
Wenn man Ausnahmen in die eine Richtung immer wieder als Standard festmacht, dann darf man das auch für die RTL und Pro7 Verblödungsmaschineriegucker machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
olli0816 05.07.2017, 17:01
4. Durchaus richtig

Wo ich zustimme: Industrie 4.0 wird die Arbeitswelt stark verändern. Die Crux dabei: Keiner weiß heute, wie schnell die Veränderungen eintreten und wie genau sich das auf die Arbeitsplätze auswirkt. Ich bin in einem zukunftsorientierten Bereich tätig und sehe auch, dass sehr viel über künstliche Intelligenz, IoT, Robotik und einige andere schöne Dinge gesprochen wird. Was ich Stand heute nicht sehe: Die flächendeckende schnelle Abschaffung vieler qualifizierter Jobs. Die Jobs, die der Autor beschreibt, sind für Menschen anstrengend. Pfleger benötigt neben körperlicher Robustheit menschliches Einfühlungsvermögen. Ich bin heute 50 und gespannt, ob ich einen Roboter erlebe, der dieses menschliche Einfühlungsvermögen überzeugend rüberbringen kann.

Beim autonomen Fahren sieht man eine weitere interessante Entwicklung. Es gibt immer mehr Leute, die über fliegende Drohnen sprechen und die als Alternative zu den autonomen Autos einsetzen möchten. Diese Idee hat natürlich Charme, weil man nur in der Luft auf andere Verkehrsteilnhemer achten müßte. Nachteil ist, dass sie abstürzen können.

Der überlegenswerteste Punkt wäre: Kann man denn anfangs, wenn man die ersten arbeitstechnischen Auswirkungen sieht, nicht damit anfangen, für jeden erstmal die Arbeitszeit zu kürzen bei entsprechendem Lohnausgleich. Jetzt werden manche aufjaulen: Wer soll das bezahlen? Aber durch die Automatisierung wird die Wertschöpfung erhöht. Was wäe so schlimm, wenn die Leute z.B. 2025 oder 2030, wenn erste massive Verbesserungen durch Automatisierung eintreten, eine Vollzeitstelle nur noch 4 Tage/Woche wäre? Das wäre für die Mehrheit ein starker Qualitätsgewinn.

Was ich an vielen Artikeln - wie auch diesem hier - stark vermisse ist der Gedanke, wie wir mit dem Vorteil der Maschinenarbeit unser Leben lebenswerter machen können. Nicht Vollbeschäftigung bei möglichst viel Arbeit ist Lebensqualität. Auch wenn es einige Leute gibt, die sich über den Beruf identifizieren, so ist das bei der Masse nicht der Fall. Das heißt, wir sollten uns mit dem Fortschritt der Technik überlegen, wie wir unsere Gesellschaft verbessern und lebenswerter für jeden von uns gestalten können. Da vermisse ich die Vorreiter. Ein autonomes Auto ist sicher eine tolle Sache, wird aber nur ein kleiner Bestandteil - wenn überhaupt - unserer zukünftigen technologischen Möglichkeiten sein. Wir können das negativ einsetzen aber auch positiv wie jede Technologie, die im einzelnen entwickelt wird. Aber wir sollten mal anfangen, wie wir das in Zukunft einsetzen möchten und was unsere Gesellschaft insgesamt sich wünscht. Das wären Felder für die Politik und Wissenschaft. Nur wo sind sie, unsere Visionäre? In der Politik sind sie nicht da und unser Volk ist auch noch so doof, den ständigen Stillstand/Rückwärtsgewandheit der SPD und CDU/CSU zu folgen. Man muß aber auch fair sein: keine Partei deckt diesen Fragenkomplex ab. Bei der Wissenschaft schauts schon zaghaft anders aus. Nur die hat keinen direkten Einfluß, außer sie bringt über ein Unternehmen konkret z.B. die fliegende Drohne für Menschen oder was auch immer heraus. Also Lobo, denk mal drüber nach, was Du dir wünschtst und schreibe einen Kommentar.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cokommentator 05.07.2017, 17:02
5. Zu spät!

Es ist für einen gesellschaftlichen Wandel bereits zu spät. Zu lange haben alle zugesehen, wie einerseits die Menge Menschen nicht mehr kontrollierbar zunimmt und gleichzeitig alles getan wird, dass diese Menschen arbeitslos werden. Alles zum Wohle der Arbeitgebenden. Denn die verdienen am Einsatz jeden Roboters (jeder Maschine) doppelt und dreifach. Weil der Roboter präziser arbeitet, weil er mehr arbeitet, weil er kaum bis gar nicht krank ist, weil er für jeden Job einsetzbar ist, weil er in keine Rentenkasse einzahlt und weil er sogar noch vom Staat direkt oder indirekt bezuschußt wird.
Aus welchem Grund sollten da Arbeitgeber auf den verstärkten Einsatz von "Robotern" verzichten? Etwa weil der Roboter Menschen arbeitslos macht? Nein. Das kostet den Arbeitgeber kein Geld. Weil immer mehr Menschen immer weniger lebenswerte Jobs bekommen? Nein. Das spart dem Arbeitgeber Kosten. Weil der Arbeitgeber keine Menschen mehr findet, die seine Produkte kaufen können? Das wäre der einzige Denkansatz, der bei Arbeitgebern eine Aussicht auf Beachtung finden könnte. Aber halt erst, wenn es zu spät ist und die Menschheit sich gegenseitig umbringt. Wir haben ja schon erste Ansätze dazu. Auch wenn sie noch als Kampf der Kulturen umschrieben werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hoschi 05.07.2017, 17:04
6. Meiner Tochter

empfehle ich immer Künstlerin zu werden. Warum? Ganz einfach! Das ist der einzige Beruf wo man auch ohne großes Einkommen soziale Anerkennung erfahren kann. Äußert man das Gesprächspartnern gegenüber, erntet man meist Unverständnis und man wird belehrt, das man mit Leistung immer seine Ziele erreichen kann. Das zu negieren, würde ja auch bedeuten, dem Glück evtl. die eigene Position verdankt zu haben. (alternativ dem Algorithmus, aber das ist ein anderes Thema) Ich hoffe übrigens das unsere Gesellschaft irgendwann den moralisch-ethischen Status erreicht, Kunst, Arbeit und Leben als Werte zu definieren die, die unabhängig von der Leistung existieren können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gelegentlicher_spon_leser 05.07.2017, 17:13
7.

Das stimmt und in der Fragestunde bei Illgner war das schon etwas eintönig, was Schulz zu diesem Thema sagte (als Frager war Rangar Jogishwar eingeladen): mehr Ausbildung, bessere Schulen, dann entstehen die Arbeitsplätze schon, von gewitzten Jungunternehmern geschaffen. Ich bin mir sicher, dass er genauso gut weiß wie Sascha Lobo, dass das nicht die Probleme lösen wird. Aber nebenbei: wieso ist Digitalisierung nicht schuld an diesem Problem? Was sonst?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zynik 05.07.2017, 17:28
8.

"Hinter der vordergründigen Herablassung in Taubers Tweet steht der parteiübergreifende Glaube, dass eine gute Ausbildung den wirtschaftlichen Aufstieg garantiert. Das war nie falscher als heute."

This.

Leider ist das weder in den Berliner Elfenbeintürmen noch in der hessischen CDU-Provinz bisher angekommen. Da träumt man von Vollbeschäftigung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zynik 05.07.2017, 17:32
9.

Zitat von Hoschi
empfehle ich immer Künstlerin zu werden. Warum? Ganz einfach! Das ist der einzige Beruf wo man auch ohne großes Einkommen soziale Anerkennung erfahren kann. Äußert man das Gesprächspartnern gegenüber, erntet man meist Unverständnis und man wird belehrt, das man mit Leistung immer seine Ziele erreichen kann. Das zu negieren, würde ja auch bedeuten, dem Glück evtl. die eigene Position verdankt zu haben. (alternativ dem Algorithmus, aber das ist ein anderes Thema) Ich hoffe übrigens das unsere Gesellschaft irgendwann den moralisch-ethischen Status erreicht, Kunst, Arbeit und Leben als Werte zu definieren die, die unabhängig von der Leistung existieren können.
Dann bereiten sie ihre Tochter auch schonmal auf diverse Anfeindungen vo aussen vor. In einem Land in dem Kultur genauso durchökonomisert wird, wie das sonstige Leben auch, kann Kunst ziemlich schnell weg. Und noch mehr Helene Fischers und Mario Barths wünscht sich ja keiner.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 20