Forum: Netzwelt
Digitalisierungs-Debatte: Seid nicht stolz auf euer Unwissen
DPA

Über die Digitalwelt wird viel Quatsch geredet, weiß Sascha Lobo. Er sieht darin mehr als ein Versagen Einzelner, nämlich ein systemisches Problem. Im Podcast reagiert er auf Leserkommentare.

noalk 12.05.2019, 13:37
1. Die Schamlosigkeit, digitales Unwissen offensiv zu zeigen

Warum sollte das mit Scham besetzt sein? Unwissen ist doch heute allenthalben wirklich kein Grund mehr für Scham. Heutzutage wird doch überall mit Unwissen sogahr geprahlt (sorry, Axel!). Nicht über Grundwissen zu verfügen - in Musik, Literatur, Naturwissenschaften (Klimawandelignoranten!), Technik - ist keine Schande mehr. Die inszenatorische Sichtweise der Politik gilt doch nicht nur für die Digitalisierung. Sie ist geradezu Voraussetzung für den öffentlichen Auftritt der Politik.

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großkopferter 12.05.2019, 13:41
2. Kann man das nicht abdrucken?

Ich will das lieber lesen. Das ist schneller und ich kann’s diagonal scannen. Nur weil es von digitalen Inhalten redet, muß das doch nicht vorgelesen werden, denn Podcast klingt ja schon modern. Der Spiegel ist ein Printmedium.

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fehlix 12.05.2019, 14:03
3. Nicht das

ich für Artikel 13 wäre, aber vielleicht sollte sich die ach so schlaue "Netzgemeinde" mal überlegen was sie denn nun wirklich zum Thema beizutragen hat, ausser Politiker zu verspotten und pauschal schlecht zu machen (was dazu führt dass den Job am Ende keiner machen will, oder nur noch solche auf die die Kritik wirklich zutrifft), alles umsonst haben zu wollen (aber die eigenen Daten bereitwillig allen herzugeben, außer natürlich dem "Staat"), zu vergessen daß es auch vor dem Allheilmittel Netz schon Demokratie und Meinungsfreiheit gab (nur dass es ungleich schwerer war seine eigenen Verschwörungstheorien zu verbreiten).
Ich bin mit 1200-Baud Modem, Fido-Point, Usenet (als es das noch gab), UUCP und POPs aufgewachsen, das was ihr daraus gemacht habt ist ab "WEB 2.0" einfach Mist!

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static_noise 12.05.2019, 15:06
4.

Digitalisierung = Alchemie des 21. Jahrhunders.

In unserem "Wirtschafts Feudalsystem" ist Abstammung und Stallgeruch wichtiger als Kompetenz. Jene die Kompetenz besitzen und versuchen diese zu vermitteln. Verlieren, da die Komplexität für 70% der Bevölkerung zu hoch ist.
Eine Mischung aus "Lass mich damit in Ruhe!" und modernem Luditentum übernimmt den Rest. Selbst in Großkonzernen ist der IT Leiter meist ein dicker Mann ab 55 mit Kuli und ausgedruckt Powerpoints und eine neue Windows Version ist der relevanteste Teil der Digitalisierung.

Wir werden in den nächsten 20 Jahren in Deutschland erleben, dass das politische Leben immer weiter verblödet und in politischen Ringelrein wie ein Ballett verfällt und in Bedeutungslosigkeit rutscht.
Internationale Wirtschaftsunternehmen schaffen derweil Fakten.

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Actionscript 12.05.2019, 16:32
5. Die steigende Macht der Populisten

Herr Lobo hat ein paar wichtige Punkte genannt, die für politische Entscheidungen auch in der digitalen Welt von Bedeutung sind. Ich stimme voll zu, dass Menschen dazu tendieren, Experten zu wählen, die einem ins Konzept passen oder vielleicht garnicht auf Experten zu hören. Und da besteht eine grosse Gefahr je populistischer und eingassiger Politiker sind, siehe Trump und Klimapolitik als ein sehr negatives Beispiel.

Auch setzen sich Politiker je populistischer sie sind, über Expertenmeinungen und Interessengruppen hinweg bzw entscheiden drastisch in nur eine Richtung, ohne Kompromisse zu berücksichtigen. Die Urheberreform würde ich als so eine Entscheidung ansehen. Die Tatsache, dass veraltete Wahlsysteme, die es in den meisten US Staaten gibt, nicht erneuert werden, obwohl die grosse Gefahr herrscht, dass feindliche Mächte die nächsten Wahlen durch Hacken beeinflussen könnten, wird besonders von den momentanen republikanischen Regierungen in einzelnen Staaten sowie der Trump Regierung schlichtweg negiert, da es wie die russische Wahlbeeinflussung 2016 für ihre Wiederwahl nützlich sein könnte und ausserdem auch noch Geld kostet.

Generell würde ich Entscheidungen, die nur strikt in eine Richtung gehen, oder vollkommene Negierung von einem Problem, als populistisch ansehen. Von daher sehe ich seriösen Journalismus, der konstant diese Probleme aufwirft und zur Diskussion stellt, besonders in der heutigen Zeit als enorm wichtig an.

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cum infamia 12.05.2019, 19:03
6. Unwissenheit schadet heutzutager keiner Karriere

...schauen Sie sich mal die Studienabbrecher ( z.B. Göring-Echardt ) und "Anstudierer" mannigfaltiger Fächer ( z.B. Kühnert ) an. Die sitzen sogar Im Bundestag und geben dem staunenden Volk ihr Halbwissen in Talk-showsa zum besten...

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strohsee 12.05.2019, 21:06
7. Wichtig(er) wäre ...

... meiner Meinung nach, diejenigen, die bislang den Einstieg in diese Diskussionen über die verschiedenen Aspekte der IT (nicht nur selbstverschuldet) verpasst haben, die Möglichkeit eines Mitkommens zu geben.

Also, wo gibt's den Ansatz einer Hilfestellung für Laien, in den Zug noch einzusteigen, auch wenn sie bislang nur "Bahnhof" verstanden haben?

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