Forum: Netzwelt
Digitalisierungspläne der Bundesregierung: Funklochrepublik Deutschland
Sascha Lobo

Goethe, Beethoven, Funkloch: Lücken in den Mobilfunknetzen gehören genauso zu Deutschland, wie Hochkultur. Dabei ließe sich das so einfach ändern.

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tmattm 14.11.2018, 14:39
10. Relevanz des Netzes nicht bewusst

Ich muss Herrn Lobo hier widersprechen. Die Bundesregierung macht auf mich nicht den Eindruck, als ob sie die Bedeutung der Digitalisierung begriffen hätte. Sind drei Millarden für KI wirklich ein ernsthaftes Geld-in-die-Hand-Nehmen? Für mich klingt das eher, als ob sie moderne Schlagwörter blubbern und dann glauben, daraus würde etwas Echtes werden, wenn man ein bisschen Geld draufschmeißt. Man kennt diese Art zu denken ja schon von der Bildungspolitik a la "wir werfen ein paar iPads ins Klassenzimmer und dann entsteht schon digitales Lernen".
Die eigentliche Frage bleibt aber auch unbeantwortet: Ist der Netzauf- und -ausbau Sache der privaten Mobilfunkanbieter oder Teil der Grundversorgung und somit Staatsaufgabe? Und wenn wir das Netz dem Markt überlassen, dann doch m.M.n. besser reguliert: Lieber die Frequenzen verschenken, aber mit verbindlichen Auflagen: x% Flächenabdeckung bis 2020, y% bis 2022, 100% bis 2025 mit voller Netzneutralität und nur echten Flatrates.

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tomasl 14.11.2018, 14:41
11. Die Industrie bettelt seit Jahren um Milliardensubventionen

darauf läuft es hinaus: der Steuerzahler soll zahlen, Vodafone & Co behalten die Profite

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peterka60 14.11.2018, 14:42
12. Ein guter Artikel

Ich habe oft Konferenzschaltungen mit Thailand, Schweiz, Deutschland. Der einzige Teilnehmer, der mindestens einmal pro Konferenz "absäuft", ist der aus Deutschland (grosser Vorort von München). Natürlich kenne ich die wahren Gründe nicht, aber es scheint, das Deutschland in Bezug auf die Netzabdeckung gegenüber anderen Staaten hoffnungslos hinterherhinkt. Da muss wirklich etwas in der Planung schief gelaufen sein.

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tim_struppi 14.11.2018, 14:46
13.

Interessant wäre zu wissen, wie Herr Lobo sich denn einen flächendeckenden Netzausbau vorstellt, der 100% Abdeckung garantiert, Geschwindigkeiten über 100mbit/s bietet und für den einzelnen Nutzer nicht mehr kostet als bisher...

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johann.schmieder 14.11.2018, 14:46
14. Sie übersehen......

...in diesem Artikel ein Problem unserer deutschen Gesellschaft: wir möchten es möglichst bequem haben, aber bitte ohne die damit verbundenen Probleme. Alle wollen flächendeckend G5, aber niemand will einen Sendemasten auf dem Dach. Wie das gehen soll?
So ähnlich funktioniert es ja auch bei der Energie: Kernkraft nein danke, fossile Brennstoffe zerstören das Klima, Wasserkraft ist schlecht für die Landschaft, Windräder töten Vögel, Stromleitungen gefährden die Umwelt, aber was solls, Strom kommt ja ohnehin aus der Steckdose.

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4711_please 14.11.2018, 14:48
15. Zerstörung der virtuellen Heimat

Die Stillstandspolitik der Union wird auch nach Merkel weitergehen. Die haben nicht verstanden, dass die digitale Infrastruktur so wichtig für die Zukunft ist, wie die Strom- und Wasserversorgung vor 100 Jahren.
Selbstverständlich darf es keine Funklöcher geben. Auch wenn Merkel und andere Greis es noch nicht mitbekommen haben: es existiert eine virtuelle Heimat. Nicht nur jungen Menschen ist ein digitales Netz wichtig. Spätestens in 10 Jahren werden Regionen ohne entsprechende Infrastruktur absterben, nicht nur weil dort weder Industrie noch Gewerbe tätig sein kann, auch die Leute wollen nicht ohne Netz leben. So wie kaum jemand dort hinzieht oder wohnen bleibt, wo es keinen Strom gibt. Im Unterschied zum Stromnetz hat sich mit dem Digitalnetz jedoch eine virtuelle Heimat gebildet.
Doch nicht nur formal verhält sich die Groko unpatriotisch, indem sie die nötige Grundversorgung negiert. Auch inhaltlich zerstört sie die virtuelle Heimat mit den EU-Paragraphen 11 und 13. Die Uploadfilter und das regide Urheberrecht werden die virtuelle Heimat zerstören. Ich interpretiere die Wahlverluste der Groko-Parteien auch hinsichtlich dem Desinteresse an der virtuellen Heimat. Wer wählt denn die Zerstörung seines gewohnten Zuhauses, das im 21. Jahrhundert eben auch virtuell daher kommt? Vor diesem Hintergrund ist das Zukunftsgelaber von Merkel und Co doch komplett lächerlich. Sie sind und bleiben unpatriotisch und werden deshalb keine Zukunft haben.

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spongebob66 14.11.2018, 14:48
16. Infrastruktur gehört in staatliche Hand

Ob es sich um ein Zuwenig beim Mobilfunk-Ausbau oder ein Zuviel bei unterirdisch verlegten Glasfaserkabeln in Ballungszentren handelt, die Politik kann in der derzeitigen Situation immer nur Anreize schaffen.

Aber was sollte ein privates Unternehmen dazu bewegen, Geld auszugeben, bei dem der "Return of Invest" mehr als fraglich ist?
Klar werden dann zuerst Ballungszentren versorgt - und im Falle der Glasfaser-Kabel sogar überversorgt (man mache bloß einmal ein Loch in einer beliebigen Stadt in Deutschland auf und schaue sich die Menge der dort in den 90er und Anfang 2000er Jahren verlegten Kabel an und frage dann bitte, wem diese gehören, woher sie kommen und wohin sie führen - viele "Verleger" sind inzwischen nicht mehr am deutschen Markt tätig).

Sinnvoller wäre, denke ich, die Versorgung von Internet und Mobilfunk als klares staatliches Ziel im Bereich Infrastruktur zu definieren, z.B. die Bundesnetzagentur als Eigentümer einzusetzen und dann die heutigen Anbieter "nur noch" als Service-Anbieter auf diese Technik zu lassen. Das würde als Nebeneffekt auch dazu führen können, dass Mobilfunkmasten für inländisches Roaming eingesetzt und deren Zahl damit deutlich reduziert werden könnten.

Damit würden sich dann kommunale Betriebe herausbilden können, die die Versorgung auch bis in den letzten Winkel sicherstellen - vergleichbar mit der heutigen Versorgung durch Strom und Gas.
Und ist nicht Internet und Kommunikation vergleichbar wichtig?

Infrastruktur im Allgemeinen sollte nicht privatisiert werden. Gescheiterte Versuche sehen wir in den letzten Jahrzehnten im Bereich Wasser und Wärme. Auch bei Autobahnen scheint das Privatisieren für den Bürger keinen entscheidenden Vorteil zu haben.

Von Krisensituationen und Abhängigkeiten von ausländischen Großkonzernen möchte ich an dieser Stelle erst gar nicht anfangen...

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cvdheyden 14.11.2018, 14:48
17. Leider nicht

Zitat von KlausP22
Die niedrigeren Immobilienpreise bzw. Mieten, die niedrigeren Löhne, die niedrigeren Steuern und Abgaben und wahrscheinlich unkompliziertere Bürokratie usw. haben wahrscheinlich keinerlei Anteil an der Umzugs Entscheidung gehabt? Nur die bessere Breitbandversorgung war der Grund?.... Na dann hätte ich nen Tipp: Kommt hierher ins nördl.Niedersachsen bei Hamburg. FTTH von den Stadtwerken bald im ganzen Gemeindeverbund mit derzeit 300/300 für ~50€ für Privat. OK, Mieten, Löhne usw. sind natürlich viel teurer als in Lettland, aber die spielten ja keinen Grund, oder?
Also die Mieten sind kein Grund. Wir wollten Deutschland bleiben. Im Gegensatz zu vielen zahle ich meine Steuern sehr gerne.
Ich kann hier in Frankfurt wunderbar ans Netz, hier is ja der German Backbone. Das ist auch kein Problem.
Die Bürokratie ist auch in anderen Ländern vorhanden. Also auch egal.
Wenn ich aber nach Rumänien (Nicht Bulgarien, sorry) gehe, dann kann ich sicher sein, das dort weniger Funklöcher vorhanden sind, die Leute in der Regel sehr gut angebunden sind, auch auf dem Land. Wir würden sehr gerne hier In Deutschland bleiben. Wir suchen Leute, und wollen, dass die von zu Hause aus arbeiten können. Letztens habe ich einen finding Programmierer in der Eifel kennen gelernt. Ich hätte den mit Kusshand eingestellt, aber von dort konnte er kaum arbeiten. Im schnitt 1000 Kilobit vom Magentkonzern. Das haben wir hier öfter. Es geht nicht darum, dass mal hier und da was ist. Es geht darum, Glasfaser flächendeckend zu legen. Wir haben auch ein Büro in Schweden, wo die Mieten sehr viel teurer sind. Darum geht es nicht. Vergleichen Sie nicht die Digitalindustrie mit den mittelalerlichen Konzernen hier in Deutschland, die IT immer noch nur als Kostenfaktor wahrnehmen.

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bdroege 14.11.2018, 14:58
18. besorgte Bürger verhindern Ausbau

Um die Funklöcher zu schließen müssten solch wirre Organisationen wie Diagnose-Funk daran gehindert werden den Ausbau zu blockieren. Die Gemeinden sollten per Gesetz verpflichtet werden die nötigen Standorte bereitzustellen damit diese den Ausbau nicht aktiv blockieren.

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mucschwabe 14.11.2018, 15:03
19.

Mit G5 fahren ja dann die Autos selber. Was dann bedeutet, dass der Wagen im Bayerischen Wald eben stehen bleibt oder in einem Funkloch auf der Autobahn. Das hört sich nicht sehr sicher und zuverlässig an. Mit der Enrscheidung des Nichtausbaus stirbt womöglich auch die Möglichkeit des Einsatzes von selbstfahrenden Autos. Blöde Frage: warum machen wir es dann überhaupt, wenn es am Ende eh nicht wirklich zu gebrauchen ist?

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