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Digitalpakt: Kritik an der alten Vernunft
DPA

In der Diskussion um den Digitalpakt zeigt sich ein beschämendes Machtspiel. Wieder einmal entscheiden die Alten über Leben und Werden der Jungen - und zwar ohne jede Altersdemut.

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fleischwurstfachvorleger 31.01.2019, 18:05
90. Ehrlich!

Zitat von Nania
Auch wenn ich der generellen Aussage, so wie ich sie verstehe, zustimmen kann - die ältere Generation beruft sich auf eine "Vernunft" des letzten Jahrhunderts und beachtet nicht die geänderten Gesamtumstände - so sehr finde ich, dass gerade der Digitalpakt dazu nicht das optimalste Beispiel ist. Ja, wir brauchen DRINGEND diesen Pakt, ja, es bedarf da in meinen Augen auch des Bundes, aber leider ist Bildung nun mal eine der verhältnismäßig wenigen "großen" Dinge, die die Länder noch alleine entscheiden können und der Föderalismus ist in meinen Augen eine für Deutschland nach wie vor gute Sache (NRW braucht eine andere Politik als Bayern, Bayern eine andere als Sachsen usw.). Ich persönlich denke, dass die Vertreter der Länder klar machen möchten, dass sie die Bildung nicht an den Bund abtreten möchten. Vielleicht haben sie sogar die Sorge, dass man dann eine Spirale in Gang setzt, die im Endeffekt dazu führt, dass auch im Bereich der Bildung kaum noch Entscheidungen auf Landesebene getroffen werden können. Ich wäre auch dafür, die Bildung mehr zu zentralisieren. Aber dafür muss man den Ländern dann bei anderen Entscheidungen entgegenkommen - und das fehlt meines Erachtens nach aktuell. Wenn die Kapazitäten der Länderparlamente und der Landesregierungen irgendwann nur noch darin bestehen, dass sie verwaltungstechnische Aufgaben wahrnehmen, so, wie schon viele Bürgermeisterämter funktionieren, dann läuft bei unserem Föderalismus was gewaltig schief. Daher bin ich auch davon überzeugt, dass dieser Pakt vermutlich auch dann gescheitert wäre, wenn die Leute dort im Schnitt 20 Jahre jünger und politikerfahren wären. Ganz anders sähe es hingegen aus, hätten Schüler und Lehrer hier zu entscheiden gehabt.
Föderalismus ist teuer und absolut Steinzeit.

Brauchen wir wirklich bayrische Mathematikbücher? Wäre ein Einheitsabitur und ein einheitliches Schulsystem nicht sehr viel besser für Kinder, Jugendliche und deren Eltern?


Kann ich mich nicht auch als vollwertiger Bayer, Mensch etc. fühlen, wenn dieser lähmende und teure Bundesländerquatsch aufgehoben werden würde? Kein schielen mehr auf irgendwelche Wahlen auf die man Rücksicht nehmen muss.

Brauchen wir wirklich 16 Verfassungsschutzeinheiten, die sorgfältig darauf achten, nichts von ihren geheimnissen preis zu geben? NSU und Anis Amri haben gezeigt, dass Quantität nichts mit Qualität zu tun hat.

Also, wie wärs für den Anfang mit 8 Bundesländern, dann 4 dann zwei, dann "aus die Maus"?

Und bei der Gelegenheit könnte man auch den Bürger stärker in Entscheidungen einbinden und das Wahlsystem ändern. Häufeln und panaschieren bei der Bundestagswahl würde mir sehr gut gefallen. Und den Bundestag sollte man auch gleich wieder drastisch verkleinern. 150 Hanseln langen auch. Und das annehmen von Parteispenden jeder Größenordnung gehärt verboten. Berater übrigens auch - zumindest in den Ministerien. Geheime Lobbyarbeit gehört auch verboten. Und Nebentätigkeiten.

Vielleicht hätten wir dann zum ersten mal Volksvertreter.

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TheAnswer 31.01.2019, 18:05
91. Langweilt mich, weil ich jung bin.

Der Begriff der Vernunft ist hier fehl am Platz. Es gibt offensichtliche Probleme der deutschen Politik mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten. Das hat nur rein gar nichts mit einem philosophischen Vernunftbegriff zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit der föderalen und demokratischen Verfasstheit der BRD, welche nicht in der Lage ist auf schnellen Wandel zu reagieren. Und natürlich die Machtverteilung hin zum Alter. Die Mühlen der Politik mahlen langsam. Der digitale Wandel ist schnell. Die Gesellschaft und die Parteien überaltern. Die Jugend ist immer weniger politisch interessiert und engagiert. Das was sie beschreiben ist ganz einfach das Phänomen, dass ältere Politiker mehr macht als Jüngere haben und natürlich nicht transzendent alles reflektieren, sondern aus ihrer Sicht entscheiden. Diese Subjektivität und Beschränktheit ist einfach ein Teil des Menschen. In dem Sinne ist natürlich die Politik jugendfeindlich. Da sind schlicht und einfach keine Jugendlichen. Was sollte man tun? Vielleicht eine Altergrenze für Politiker festlegen. Nach 45 ist einfach Schluss. Danach kann man nur noch in der Hobbymannschaft mitspielen. Hat nur einfach echt nichts mit Vernunft zu tun. Ich glaub Sie hatten eine Idee mit der These in ihrer Kolumne von der Altvernunft und die macht einfach keinen Sinn. Hätten Sie ohne den Bezug diskutieren können.

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rennflosse 01.02.2019, 09:47
92. Demokratisches Wesen des Zentralismus?

Zitat von fleischwurstfachvorleger
Föderalismus ist teuer und absolut Steinzeit. Brauchen wir wirklich bayrische Mathematikbücher? Wäre ein Einheitsabitur und ein einheitliches Schulsystem nicht sehr viel besser für Kinder, Jugendliche und deren Eltern? Kann ich mich nicht auch als vollwertiger Bayer, Mensch etc. fühlen, wenn dieser lähmende und teure Bundesländerquatsch aufgehoben werden würde? Kein schielen mehr auf irgendwelche Wahlen auf die man Rücksicht nehmen muss. Brauchen wir wirklich 16 Verfassungsschutzeinheiten, die sorgfältig darauf achten, nichts von ihren geheimnissen preis zu geben? NSU und Anis Amri haben gezeigt, dass Quantität nichts mit Qualität zu tun hat. Also, wie wärs für den Anfang mit 8 Bundesländern, dann 4 dann zwei, dann "aus die Maus"? Und bei der Gelegenheit könnte man auch den Bürger stärker in Entscheidungen einbinden und das Wahlsystem ändern. Häufeln und panaschieren bei der Bundestagswahl würde mir sehr gut gefallen. Und den Bundestag sollte man auch gleich wieder drastisch verkleinern. 150 Hanseln langen auch. Und das annehmen von Parteispenden jeder Größenordnung gehärt verboten. Berater übrigens auch - zumindest in den Ministerien. Geheime Lobbyarbeit gehört auch verboten. Und Nebentätigkeiten. Vielleicht hätten wir dann zum ersten mal Volksvertreter.
Der Mensch liebt es, in kleinteiligen Gemeinschaften zu leben. Überall auf der Welt Die Familie, das Dorf, der Landkreis, das Land.
Am besten kann man das im Verhältnis zu den Einrichtungen der EU sehen. "Die da in Brüssel" sollen nicht über unsere Köpfe Entscheidungen treffen, die uns unmittelbar berühren.
Der Föderalismus gehört zur Demokratie wie die Butter zum Brot. Es gibt in der Tat Dinge, die besser vor Ort entschieden werden, als ganz weit weg in einer Art Zentrale.
Die Beispiele Bildung und Verfassungsschutz gehören angesichts der Erfahrungen auch der jüngeren Zeit nicht dazu. Hier müssen wenigstens einheitliche Standards gesetzt werden. Je linker das Bundesland, desto schlechter die Bildung, das darf in der Bundesrepublik nicht mehr gelten.
Zur Vernunft gehört, aus schlechten Erfahrungen lernen zu wollen. Dass dies nicht der Fall ist, hat sicher nichts mit Vernunft zu tun.

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starfan 01.02.2019, 11:49
93. Jeder kehr vor seiner Tür...

...fällt mir da nur ein.

Hallo, Herr Lobo. Sehr oft muß ich Ihnen beipflichten, bei vielen Themen schätze ich Ihre Meinung, Ihre Sichtweise. Allerdings: Nichtmal Sie scheinen die Vernunft gepachtet zu haben - und deshalb pflichte ich Ihnen prinzipiell auch dieses Mal bei, setze andererseits aber auch zu deutlicher Kritik an. Warum? Weil Sie in Ihrer Kolumne um Fleischhauer selbst so absolut JEDE Vernunft haben missen lassen, daß ich mich ernsthaft frage, was mit diesem Sascha Lobo, der oft so kluge Dinge von sich gibt, passiert ist.

Ich lese auch Fleischhauer oft mit Freude, weil er Dinge aus einem erfrischend anderen Blickwinkel betrachtet und sich political correctness dorthin schiebt, wo sie hingehört, gleichwohl auch er sich Schnitzer leistet, die mich nahezu heulen lassen. Bei seinem Artikel zur Abtreibung kann ich auch nur von "reaktionär" reden und mir ans Hirn langen. Fleischhauer ist für mich sicher keine heilige Kuh.

Nur: Was Sie in diesem Telefonat abgeliefert haben, daß war so bar jeder Vernunft, daß ich mich mehr als nur frage, wie Sie eine Woche später einer Objektivierung von Vernunft das Wort reden können. Da erklärt Ihnen ein Mensch völlig unpärtentiös, was er sich gedacht hat und jedes einzelne seiner Worte ist absolut nachvollziehbar und weit entfernt jeder Vorwerfbarkeit und Sie hören nicht auf, ihn zu diffamieren und letztlich massiv zu beleidigen. Daß er nicht ausgeflippt ist in diesem Telefonat, spricht einmal mehr für seine oft entspannte Art, die ich meist mag.

Eines Ihrer Hauptargumente war, daß Sie regelmäßig von Rechten angegriffen würden, er nicht. Nun: Vielleicht sollten Sie mal Ihre Marke überdenken, Ihren Iro. Der hat Sie deutschlandweit bekannt gemacht und ich verstehe, daß Sie daran festhalten, es ist Ihr "unique selling point" wie Böhmermann sagen würde. Nur: Wäre ich Rechter, ich würde Ihnen schon dafür aufs Maul hauen, da müßten Sie nichtmal "doof schauen" oder "verbal provozieren". Das Problem hat Fleischhauer nicht. Wollen Sie ihm das nun ernsthaft vorwerfen?

Ja: Nazis tendieren dazu, anderen auf die Fresse zu hauen oder schlimmeres. Fleischhauer hat nie was anderes behauptet. Er meint nur, daß der Schlachtruf "Nazis raus" unvernünftig ist und das ist er auch. Nur Ihnen kann er das nicht begreiflich machen, weil Sie in seinem Stilmittel der Negation einer tumben Parole nun Ihrerseits ein Verbrechen gegen die Vernunft sehen WOLLEN und ergo selbst unvernünftig hoch zehn sind.

Wie also dann die heutige Kolumne??? Die Woche über kapiert, daß Sie bei Fleischhauer falsch liegen???

Beste Grüße und Dank ansonsten für Ihre oftmals brillanten Gedanken.

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SIR-ENE 01.02.2019, 12:43
94. Witz, wohin der Blick schweifen kann

Ich halte es für sehr komisch, über Vernunft zu reden, solange einem die wesentliche Zielsetzung hinter allem nicht bewusst ist. Dieses folgenschwere Wissensdefizit macht nämlich den Weg zum Ziel, also auch vieles machbar, wenn das Ziel weg ist. Dann können die jeweils Stärkeren, Mächtigeren, Unabhängigeren als Macher, Entschieder die Ergebnisse des vielfältigen Gebens und Nehmens für sich gestalten.

Damit entsteht die Automatik, die das Miteinander und Nebeneinander großer Menschenhäufen immerwieder in ein zusehends belastender werdendes Aneinandervorbei und Gegeneinander verwandelt, dem irgendwann nichts anderes mehr übrig bleibt als zu eskalieren, um Überlebende mit bisschen Sein und nichts Haben zufrieden zu stellen. Gegen diesen Menschheitswahnsinn gibt es ein wirksames Gegenmittel, dessen Verabreichung schon viele Wunder bewirkte: Sich die wesentliche Zielsetzung hinter allem einschädeln, sich wohl fühlen. Das funktioniert nur mithilfe anderer und über die Wahrnehmung von Unwohlbefinden. Beides wird im besten Fall ma§voll (gerecht ...) verteilt. - Wer das mal d'rauf hat, kann auch so klar denken, dass er öfter als andere vernünftige Entscheidungen trifft.

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ottonormal1848 01.02.2019, 13:11
95.

Hallo Herr Lobo, interessanter Blog. Zum Vernunftbegriff: Es gibt mE keine abstrakte oder objektive Vernunft, sondern Vernunft basiert IMMER auf Werten und damit üblicherweise auch auf Zielvorstellungen. Und die können sich unterscheiden oder von unterschiedlichen Leuten unterschiedlich priorisiert werden. Tatsächlich glaube ich, dass die weitgehende Unfähigkeit, Empathie für die jeweiligen Werte und Zielvorstellungen anderer Personen oder Gruppen zu entwickeln an der Wurzel der beklagenswerten Hysterisierung des politischen Diskurses, und der Sprachlosigkeit zwischen unterschiedlichen politischen Milieus liegt. Das ist eigentlich keine Kritik, der Wahrnehmungsapparat des Menschen ist so gestrickt, dass das einfach schwer fällt, und wenn ich von "Menschen" rede, dann schließt das, soweit ich das beurteilen kann, auch mich selbst mit ein. Ich halte Fakten in diesem Zusammenhang für überbewertet, aber das ist ein anderes Thema.
Was den Digitalpakt betrifft: Das ist aus meiner Sicht weder eine Generationsfrage, noch eine parteipolitische. Ich bin KEIN Gegner des Digitalpakts, aber ich hätte auch nicht erwartet, dass die Bundesländer den Pakt in dieser Form einfach abnicken. Die Kompetenzen müssen an dieser Stelle neu zwischen Bund und Ländern verhandelt werden, und wir sind mittendrin. Das wird dauern, aber wahrscheinlich irgendwann zu einem Ergebnis führen. Unser Föderalismus hat viele Vorteile, aber leider ist er definitiv NICHT schnell oder flexibel.

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Jan74 01.02.2019, 16:06
96. Der Digitalpakt ist mittlerweile unwichtig

Sie schreiben "Für die Jugend ist der Digitalpakt eminent wichtig". Das ist glaube ich (mittlerweile) falsch. Warum? Jede Schule bekommt im Durchschnitt durch den Digitalpakt eine Summe von 40-100000 Euro. Von Schulen, bei denen als Pilotschulen die Digitalisierung begonnen wurde, weiß ich, dass der Umbau bei großen Schule weit über eine Million Euro liegt. Darin enthalten sind nicht die Personalmaßnahmen, zu denen die Schulträger im Anschluss gezwungen sind. Trotzdem gibt es zurzeit bei allen Schulträgern eine Aufbruchstimmung in diesem Bereich. Die Bedeutung des Digitalpaktes liegt also vielmehr nicht im finanziellen sondern in seinem symbolischen Wert. Jeder weiß durch die zunehmende Berichterstattung der letzten Jahre, dass in diesem Bereich etwas geschehen muss. Es kommt noch was hinzu. Wenn man sich die bisherigen Förderprogramme der Bundesregierung im Bereich digitale Infrastruktur, Schulsanierung etc. anschaut, dann wird man feststellen, dass von Milliardenbeträgen teilweise nur 11 Millionen oder 100 Millionen abgerufen worden sind (meist für Beraterfirmen). Ob die Gemeinden also für die "läppischen" 100000 Euro sich den Verwaltungsaufwand antun werden, wird man sehen. Es passiert also was und das trotz der "Bemühungen" und der Obstruktionspolitik der Bundesregierung. Das einzige womit die Bundesregierung in diesem Bereich in den letzten 15 Jahren geglänzt hat, waren Ankündigungen.

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troiper 01.02.2019, 17:21
97. Was ist denn mit Ihnen los?

Ach, Herr Lobo, letzte Woche eine aufgebrachte Verkürzung auf eine Überschrift, die wort- und zeitgleich von Mely Kiyak (quasi der absolute Anti-Fleischhauer) gebraucht wurde, und dann doch genauso kritikwürdig sein müßte, wenn man Ihrer Argumentation strikte folgt. Und diese Woche ein philosophischer Aufhänger an der Vernunft und danach hopsen Sie von Pontius zu Pilatus einmal Ihre Lieblingsthemen durch, und widersprechen sich selbst.

Der Reihe nach: es war mal sehr vernünftig, Kupferkabel in die Erde zu legen? In den Achtzigern, als der zukünftige Postminister noch Kupferkabel zu verkaufen hatte, und man sich in Japan fragte, was das soll, wo's doch Glasfaser gibt? (gehört in Ihrem Podcast, woher wüßte ich das sonst? :-))

Ein Altmännermob beschimpft eine Frau als inkompetent, die auf dem Spektrum auch nicht da liegt, wo der Standarddackel "normal" einzeichnet? Wer Ihre Kolumne regelmäßig liest, wundert sich doch darüber nicht, weiß aber auch, daß Frau Thunbergs Alter nur der unverfänglichste Vorwand ist, statt Geschlecht oder Andersartigkeit.

Es gibt auch keine "Altvernunft", das ist entweder Starrsinn, Puschenkonservativismus ("Das haben wir schon immer so gemacht." statt "Was ist erhaltenswert? Dafür steh ich ein, der Rest ist überholt.") oder zynisches Nachmirdiesintflut.

Der Digitalpakt als Hauruckaktion ist überhaupt nur nötig, weil Politiker das ständig auf später verschoben haben, statt es stetig voranzutreiben, und jetzt lohnt sich sogar die Forderung nach einem "Digital-Soli". Von Ihnen übrigens.

Die SPD krankt an Ihrem Vernunftfetisch? Oder an fehlender Sympathie, vielleicht. Oder an der Kanzlerin, die in die Ecke rum schon wartet und sagt: "Vernunft: haben wir auch im Angebot." Wahrscheinlich an allem.

Ich glaube auch nicht, daß die Alten noch wer abstraft. Die Jungen sind doch dann tatsächlich zu sehr damit beschäftigt, die Kastanien aus dem Feuer zu holen.

In einem Punkt gebe ich Ihnen Recht: die Politik wäre besser, wenn man die Jungen bei langfristigen Entscheidungen mit ein bezöge. Schon weil die Alten das denen dann erklären und sich kritische Fragen gefallen lassen müßten.
Ansonsten war's diese Woche leider nur ein zweiter Aufguß aus dem Lobo-Garten. Schade.

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wettersbach 02.02.2019, 11:21
98. zum Vernunftbegriff

Zitat von ottonormal1848
Hallo Herr Lobo, interessanter Blog. Zum Vernunftbegriff: Es gibt mE keine abstrakte oder objektive Vernunft, sondern Vernunft basiert IMMER auf Werten und damit üblicherweise auch auf Zielvorstellungen. Und die können sich unterscheiden oder von unterschiedlichen Leuten unterschiedlich priorisiert werden. ...
Mit dem Vernunftbegriff muss man vorsichtig sein. Er wird gern von jenen missbraucht, die nur ihre Interessen, oft handfeste materielle, durchsetzen wollen. Schon der Philosoph Immanuel Kant hat sich am Vernunftbegriff mit zwei Büchern abgearbeitet (‚Kritik der Reinen Vernunft‘ und ‚Kritik der Praktischen Vernunft‘).

Goethe war bezüglich der menschlichen Vernunft sehr skeptisch. Im Faust lesen wir im Hinblick auf den „vervunftbegabten“ Homo Sapiens:

"Er nennt's Vernunft und gebraucht's allein,
um tierischer als jedes Tier zu sein." (Faust I)

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