Forum: Netzwelt
Digitalsteuer: Wie Deutschland es wieder einmal verhorstet hat
AFP

Fast alle Digitalkonzerne tricksen bei der Steuer, oft zahlen sie wenig bis gar nichts. Trotzdem soll es in der EU keine Digitalsteuer geben. Das hängt zusammen mit der Urheberrechtsreform, der deutschen Autoindustrie und einem Algenpilz.

Seite 1 von 9
max-mustermann 13.03.2019, 13:52
1.

Sehr guter Artikel über die Lobbykratie Deutschland aber der Wähler will es ja nicht anders also ruhe bitte und weiterschlafen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
JackGerald 13.03.2019, 14:03
2. Also bitte, Herr Lobo

Gerade Ihnen als linksliberaler Weltverbesserer sollte doch bewusst sein, dass die Wortwahl "verhorstet" eine ungeheure Diskriminierung jeder Person ist, die den Vornamen Horst trägt. Und der dunkelrote SPON, der sonst so unendlich politisch korrekt ist, veröffentlicht diese Diskriminierung auch noch - angesichts dessen ist ja wohl eine unmissverständliche Entschuldigung fällig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freier.Buerger 13.03.2019, 14:09
3. Steuerunschuld

Herr Lobo, Sie und all die anderen, die Ihnen zustimmen werden, sollten froh sein, dass es keine Digitalsteuer gibt.
Oder glauben Sie, dass die unfähigen deutschen Politiker, die Sie hier schmähen mit dem zusätzlichen Geld etwas sinnvolles anfangen ? Nein, für das Geld hätte es zusätzliche Beamte gegeben, die als Fachkräfte der Wirtschaft fehlen, diese aber mit zusätzlichen Vorschriften gängeln.

Wenn man jetzt die Amerikaner mit ins Boot holen will, denn nur um die geht es ja bei der Digitalsteuer, dann muss man sie anders nennen. Herr Scholz ist in der richtigen Partei, die kennt sich mit so etwas aus. America-First-Tax oder analoge-Grenz-Steuer wären meine Vorschläge um Herrn Trump zum Umdenken zu bewegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
qjhg 13.03.2019, 14:12
4. Selten habe ich so einen unsachlichen

Bericht wie diesen über Digitalsteuern gelesen. Warum soll Deutschland im Hauruckverfahren einer Digitalsteuer zustimmen . Das Steuerrecht in der EU ist von Grund auf unterschiedlich. Bevor man deshalb meint, mit einzelnen Steuern etwas zu bewirken, sollten die EU Länder an einer grundsätzlichen, einheitlichen Steuerreform arbeiten. Dass einzeln herausgegriffene Steuerwünsche einzelner Länder nicht durchsetzbar sind, hat die Bundesregierung bei der Finanztransaktionsteuer erfahren. Seit 2012 ist nicht nur Herr Schäuble damit erfolglos beschäftigt gewesen , auch Herr Scholz ist keinen Schritt weiter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gedankenzu 13.03.2019, 14:21
5. Es ist so schön Kolumnist zu sein

Im Gegensatz zum Kolumnisten kann eine Bundesregierung eben nicht eine partielle Wünschdirwaspolitik betreiben, sondern hat eben alle Folgen politischen Handelns abzuwägen.
Kolumnistische Ausschnittsbetrachtung ist eben was der Realität nicht gerecht wird. Liest sich nett, aber bringt nichts. Bei der Politik wird ein solcher Beitrag medial gern als purer Populismus abgetan. Wer sich bei seinen Ansichten sonst um nichts schert, muss auch beim Beklagen von zugegeben misslichen Umständen Populismus gegen sich gelten lassen. Gerade in der EU sind Geben und Nehmen ein wohl austariertes Interessengeflecht, mit dem im Ergebnis viele besser leben als der Rest der Welt. Änderungen müssen eben alle Interessen berücksichtigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rechtsrum 13.03.2019, 14:24
6. Die bösen Trickser

Kein Mensch braucht eine Digitalsteuer oder Konzernmilliarden. So lange man beim Bürger, der ehrlich arbeitet, noch holen kann, ist alles o.k. - und bis denen in Berlin der Laden endlich um die Ohren fliegt, sind die Damen und Herren Politiker längst im fett finanzierten Ruhestand. Von den Blockparteien wird bestimmt keine Konzerne in Deutschland besteuern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dadokan 13.03.2019, 14:24
7. Sehr guter Artikel

So gut und so wahr das mir vor Wut schlecht wird. Wo soll das ganze Ende? Gier, Gier, Gier bestimmt alles. Seit 2008 ist es Gefühl noch schlimmer geworden. Konzerne schämen sich nicht einmal mehr für Ihre Gier. Siehe heutige Meldung von VM. Nochmal 5000 bis 7000 zusätzliche Entlassungen um u.a. DEN GEWINN ZU STEIGERN? Lebt es sich mit 3 Milliarden besser als mit 2? Es ist nur noch zum kotzen. Lasst diese Unternehmen über den Jordan gehen und zieht endlich die notwendigen Maßnahmen für die Bevölkerung durch. Natürlich wird das schmerzlich aber evt. kann daraus etwas anderes, besseres erwachsen durch Menschen die andere Schwerpunkte als Gier haben. Die nicht den nächsten Sportwagen, die nächste Rolex oder die nächste Yacht brauchen um sich zu definieren. Ich hoffe das meine Kinder das noch erleben werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
econogy 13.03.2019, 14:32
8. Gewinne zu besteuern,

die oft nicht hier anfallen, scheint mir der falsche Weg, solange die Geschäftsgrundlage der Gewinne nicht besteuert wird, nämlich der zu den Gewinnen führende Umsatz. Der besteht in der Hergabe der Daten, deren Verwendung zu den Gewinnen führt. Der Nutzer überläßt den Digitalkonzernen seine Daten und bekommt dafür den Zugang zu dem jeweiligen Portal, Facebook, Twitter etc. Das ist ein Tauschgeschäft, das üblicherweise umsatzsteuerpflichtig ist. Diese Pflicht muss realisiert werden durch pauschale Erhebung zB zusammen mit derjenigen für den Internet-Zugang durch den Provider. Der aus den Betriebsergebnissen der Konzerne zu entnehmende Umsatz ist im Wege der üblichen Schätzung auf den Nutzer umzurechnen und pauschaliert mit 19 % in Rechnung zu stellen. Der Nutzer muss dann die Möglichkeit einer Erstattung im Wege seiner Steuererklärung haben, wenn er durch Bestätigung der Konzerne nachweist, dass er nicht Kunde dort ist. Da läßt sich eine Pflicht zu einem erforderlichen Negativattest leichter durchsetzen als die Gewinnabschöpfung(versteuerung).
Das wäre dem Nutzer zumutbar und würde zudem Märkte öffnen für Anbieter, die ohne das Abziehen von Daten arbeiten wollen und können.
Die Machbarkeit ergibt sich aus der durchgeführten Rundfunksteuer, -ach nein, -beitrag(!), -wenn das geht, dann ist dies kein rechtliches Problem.
Bitte mal diskutieren!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derleibhaftige 13.03.2019, 14:36
9. Was will man denn auch besteuern?

Wenn es die niedrigen Steuern in Irland oder den Niederlanden nicht gegeben hätte, dann wären die großen Techfirmen damals schon gar nicht mehr nach Europa gekommen. Man hätte den Markt dann auch von einer Zentrale ausserhalb Europas steuern müssen. Das wäre auch möglich, dafür gibt es inzwischen genug Beispiele aus dem asiatischen Raum.
Man darf auch nicht vergessen, dass die heutigen Tech-Konzerne vor noch 20 Jahren auch noch relativ klein und unbekannt waren.
Von daher frage ich mich, inwieweit die Entwicklung für den Staat vorhersehbar war oder irgendwelche Steuern auf solche Unternehmen überhaupt einen Sinn ergeben hätten, ausser das sie das ohnehin technisch rückständige Europa noch weiter zurückgeworfen und eingebremst hätten. Es ist nuneinmal so, dass wir hier keine vergleichbaren Firmen haben. Was wir heute mit unseren eigenen funktionierenden Firmen anstellen, ist inzwischen nur abschreckendes Beispiel weltweit, wie man erfolgreich Demontage und Deindustrialisierung betreibt, durch Bürokratie und viel zu hohe Steuern in vielen Gebieten alles abwürgt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9