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Digitalverständnis von Schülern: Programmieren lernen hilft nicht
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Sollten Kinder in der Schule programmieren lernen? Nein, findet unser Kolumnist <i>Sascha Lobo</i> - und möchte gern wissen, was Sie darüber denken.

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unzensierbar 29.03.2017, 13:35
1.

Programmieren lernen an der Schule ist Unsinn. Das ist ein Berufsbild und keine Allgemeinbildung. Natürlich sollte der Umgang mit Technik trotzdem beigebracht werden.

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Xianiar 29.03.2017, 13:42
2. Halte ich auch für Quatsch...

...das ist dann wie mit Kunst- oder Musikunterricht. Alle hatten es kaum einer konnte es wirklich und so gut wie niemand hat es dann am Ende benötigt.

Lieber wäre mir das Fach Informatik auszubauen. Es sollte allgemeine Kompetenz in Betriebssystemen, Office Systemen, Sicherheit und dergleichen gelehrt werden.

Ein optionales Fach Programmierung und Entwicklung von Software könnte dann Interessierten einen Start geben.

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Nobody X 29.03.2017, 13:42
3. Herr Lobo hat vollkommen recht

Es ist Unsinn, bereits in der Schule programmieren zu lernen - wem soll das denn etwas bringen? Diejenigen, die sich für Computerei interessieren, werden sich das Programmieren sowieso aneignen - ob mit oder ohne Schule. Dasselbe gilt, wenn man nach der Schule einen technischen Beruf oder ein technisches Studium ergreift. Es fehlt in der Tat an ganz anderen Kenntnissen und das wird auch immer wieder in den Foren sichtbar - abgesehen von einer oft mangelhaften Ausdrucksweise sind besonders die Groß- und Kleinschreibung sowie die richtige Anwendung von s und ss meist reine Glückssache.

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alsterherr 29.03.2017, 13:43
4.

Coden schult (ähnlich wie Latein) das Verständnis von Logik, Syntax und Zusammenhängen, dazu Ordnung, Struktur und grundlegende Verständnisse von Ursache & Wirkung.

Daraus eine Verständnis für andere Themen der Digitalen Welt abzuleiten ist falsch, weil der Fokus ein komplett anderer ist. Ein extrem guter Mechaniker muss nicht gleichzeitig ein begnadeter Rennfahrer sein, und umgekehrt.

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Katzazi 29.03.2017, 13:44
5.

Persönlich habe ich als Kind programmieren gelernt und mittelerweile verdiene ich auch mein Geld mit "Programmieren", nachdem ich zwischenzeitlich Informatik studiert habe. Ja, ich habe dabei viel gelernt und ich kann Dinge, die manche andere nicht können. Aber ich halte "Programmieren" ebenfalls deutlich weniger wichtig als Zwangs-Schulfach als generelle Kompetenzvermittlung mit Rechnern und Medien im Allgemeinen. "Programmieren" ist selbst für mich, die ich mein Geld damit verdiene nur ein winzig kleiner Teil dessen, was ich tue. Und hilft mir im Allgemeinen nur in meinem Job (und vielleicht privaten Projekten). Viel wichtiger ist, dass ich Anforderungen von Kundenseite verstehe. Und dass ich diese in "Programme" umsetzen kann. Das kann, aber das muss nicht unbedingt das erzeugen eines konkreten Programmes in einer konkreten Programmiersprache sein. Meistens tut es das, aber mein eigenltiche Fähigkeit ist die, eine Lösung für das konkrete Problem gut genug abzubilden, dass die Lösung mit Hilfe der Programmiersprache dem Computer "beigebracht" wird. Und noch viel mehr dies entsprechend für Menschen verständlich zu beschreiben. Es sind viel mehr kommunikative Fähigkeiten und das Verstehen von Problemen aus verschiedenen Lebensbereichen (unterschiedlicher Kunden). Für all jene, die nicht ihr Geld damit verdienen sind ganz andere Fähigkeiten wichtig. Es kommt auch niemand auf die Idee, dass jeder ein Auto zusammenschrauben können muss um Autofahren zu können. Da zählen auch andere Fähigkeiten.

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Msc 29.03.2017, 13:45
6.

Unsinnig. Programmieren ist ein Beruf, keine Grundkenntnis, die man braucht um andere Dinge zu verstehen. Wenn Programmieren kommt, kann man auch Verkaufen, Organisieren, Tippen, LKW-Fahren und Putzen als Fächer einführen. Solche Dinge lernt man nach der Schule, wenn man das als Beruf machen möchte. Und wer das nicht machen möchte, der braucht das auch nicht zu wissen, es gibt nämlich professionelle Programmierer. Man muss ja auch kein Haus bauen können, nur um in einem zu leben.

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talkpoint 29.03.2017, 13:51
7. Gehört Programmierung in unseren Alltag?

Für mich stellt sich die Frage "Gehört Programmierung in unseren Alltag?".
Meiner Meinung nach nicht. Denn bei der Programmierung verhält es sich wie beim Mauern.
Wir nutzen eine Mauer um damit Häuser zu bauen und darin zu wohnen, aber müssen wir deshalb wissen wie man mauert?
Das Programmieren an sich ist eine Fertigkeit die sicherlich den Umgang mit Software oder "Apps" erleichtern, aber helfen diese Kenntnisse tatsächlich bei der Bewältigung der alltäglichen Probleme?
Solche Probleme wie Datenschutz und Internetrecht lerne ich nicht durch das Programmieren sondern durch das Verständnis der Architektur des Internets und den Verantwortlichkeiten innerhalb dieser Struktur.
Deshalb sollten Fächer wie Datenschutz und Internetrecht auf dem Stundenplan stehen, aber kein Programmieren.

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FNagel 29.03.2017, 13:51
8. Ein Buch, das Sascha Lobos These aus amerikanischer Perspektive rundum stützt:

"Shop Class as Soulcraft: An Inquiry Into the Value of Work" von Matthew B. Crawford. (Deutsche Ausgabe: "Ich schraube also bin ich". An der Übersetzung könnte stellenweise noch gefeilt werden.).

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antipas5 29.03.2017, 13:53
9.

1. Das ist wieder so ein Wirtschaftsding. Inzwischen hat auch der letzte Manager kapiert, dass das mit dem Offshore-Programmieren in Indien noch teurer ist, als das Zeug gleich in DE programmieren zu lassen. Man braucht also schlicht Leute, die das können. Die gibt's aber nicht.
2. Die meisten Leute, die programmieren, können das gar nicht gut(weshalb Software auch oft so ein Bullshit ist).
Das liegt daran, dass ihnen andere, grundlegende Fähigkeiten fehlen wie z.B. Logik, Strukturiertes Denken, Grammatik. Das lernt man in der Mathematik oder in Latein.
3. Programmieren ist ein Handwerk und sollte auch als solches wahrgenommen werden.

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