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Digitalverständnis von Schülern: Programmieren lernen hilft nicht
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Sollten Kinder in der Schule programmieren lernen? Nein, findet unser Kolumnist <i>Sascha Lobo</i> - und möchte gern wissen, was Sie darüber denken.

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a.vollmer 29.03.2017, 15:09
180. Programmieren ist nicht gleich Programmieren

Es ist sicher kein Muss Kindern irgendeine Programmiersprache zu vermitteln oder die tieferen Einsichten in die Verwaltung von Stacks oder das Terminieren von Speicherallokationen. Es geht vielmehr darum das Konzept von Programmieren zu vermitteln, das Zerlegen von Aufgaben in Arbeitsschritte, zu erkennen und zu entscheiden ob es wiederkehrende Aufgaben sind oder singuläre, ob man eine Aufgabe als Objekt betrachten sollte und was "Objekt" in diesem Zusammenhang bedeutet. In dieser Hinsicht gibt es viele Aspekte des Programmierens, die einerseits Allgemeinwissen sein sollten, andererseits nicht nur ein Verständnis für die Möglichkeiten einer App erzeugt und damit das Arbeiten damit erleichtert, sondern auch eine Grundlage bietet für die Kybernetik unseres Universums.

Dass sowohl der Herr Lobo , als auch viele Kommentatoren bei dem Thema an die rein mechanistische Tätigkeit des Erzeugens von Sourcecode denken, zeigt eben genau dadurch, dass das Fach "Programmieren" an die Schulen gehört und ein "Muss" ist. Der Autor und der Großteil des Forums haben es genau an der Fähigkeit mangeln lassen, die in einem solchen Fach vermittelt würde.

Analyse und Zerlegung, Identifikation der Kernaufgaben, Arbeitsschritte zur Umsetzung.

Das ist eine Fertigkeit, die jedes Kind in allen Lebensbereichen anwenden kann, die es kompetenter und fähiger macht. Immer in Kombination mit anderen Fertigkeiten und anderem Wissen, als Toolset, als Werkzeugkasten zur Umsetzung von Ideen, Lösung von Problemen und damit der Fähigkeit im Leben zu bestehen.

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tjo 29.03.2017, 15:09
181. code4hack

Also ok. Nachdem Beitrag muss ich zugeben, das reines Programmieren der falsche Ansatz ist, sondern vielmehr die digitale Kompetenz gefördert werden sollte. Dazu gehören neben rein didaktischen Ansätzen, wie mal ein Handy/Laptop auseinandernehmen auch das Verstandnis für formelle Zusammenhänge. Z.B. wie wirken Smartphone, Netz, App, Anbieter, Platformbetreiber zusammen. Also nennen wir das Fach Informatik. Ob es letztendlich ein Pflichtfach werden soll, muss man diskutieren. Ich frage mich lediglich wo hierfür dann geeignetes Lehrpersonal herkommen soll. Denn eins ist klar, ich brauche den Kindern heute nicht mehr mit CD's kommen.

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rudi_m 29.03.2017, 15:10
182. Himmel hilf!

Wenn ich hier lese, dass viele Leute Excel Bedienung für mehr Allgemeinbildung halten als das Programmieren, dann ist das der beste Beweis, dass es ein unglaubliches Mass an Unwissenheit gibt. Kann man nur hoffen dass solche Unwissenden am Ende keinen Einfluss auf die Lehrpläne haben.

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cliefp 29.03.2017, 15:11
183. Medienkompetenz ist viel wichtiger

Das lernen mit dem Umgang mit Medien ist viel wichtiger. Dazu gehört u.a. auch sowas wie sich noch eine Zeit auf ein Thema zu fokusieren und nicht alle 5 Minuten von WhatsApp, Facebook oder was auch immer unterbrechen zu lassen.
Programmieren liegt nicht jedem. Meine besten Mitarbeiter und ich haben sich in der Kindheit die Kenntnisse selbst angeeignet. Da bringt ein Schulfach wenig....

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ugt 29.03.2017, 15:11
184. So ist es

Zitat von antipas5
2. Die meisten Leute, die programmieren, können das gar nicht gut(weshalb Software auch oft so ein Bullshit ist). Das liegt daran, dass ihnen andere, grundlegende Fähigkeiten fehlen wie z.B. Logik, Strukturiertes Denken, Grammatik. Das lernt man in der Mathematik oder in Latein. 3. Programmieren ist ein Handwerk und sollte auch als solches wahrgenommen werden.
Leider lernen heute die "Programmierer" nicht mehr richtiges Programmieren. Code-zusammen-klick-Anwendungsbauer wäre der bessere Ausdruck.
Ursächlich sind tatsächlich grundlegende Funktionen des Handwerks.
Nur weil jemand Beton in eine vorgefertigte Form gießen kann ist er auch ein Betonbauer.

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Sissy.Voss 29.03.2017, 15:11
185.

Zitat von herdy
bringt es überhaupt nichts, wenn die angehenden Informatik Studierenden 'programmieren können'. Im Gegenteil, es zeigt sich, dass a) Vorkenntnisse in 'Programmieren' (oftmals Webentwicklung, Skripting) für's Studium eher hinderlich sind b) die großen Problem bei Studienanfängern Defizite in Lesekompetenz und in Mathematik Grundlagen sind. Man sollte sich also andere Konzepte für die Schulen überlegen, wie das Interesse am Fach Informatik geweckt werden könnte und wie man die im Artikel angesprochene Fähigkeit zum reflektierenden, kritischen Denken erreicht. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass eine Diskussion über ethische Probleme bei autonomen Maschinen mehr bewirken, als das mühsame Erlernen von einfachsten Programmierkonstrukten. Prof. Dr. J. Hertle, Hochschule München
Diese Einstellung ist es vermutlich, warum viele Hochschul-Absolventen in der Praxis völlig untauglich und ineffizient sind. Es gibt kaum etwas nervtötenderes als solcherart "Studierte" in der Software-Entwicklung betreuen zu müssen. Häufig großmäulig und mit wenig Ahnung.
Kein Professor, aber 35 Jahre Erfahrung in Software-Entwicklung und Projektmanagement. Peinlich, wenn man zur Unterstreichung seiner "Kompetenz" den Titel hervorziehen muss ;- )

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Dubbel 29.03.2017, 15:13
186. Programmieren lernen gegen schwarze Magie

Dank meiner grundlegenden Physik und Erdkunde Kenntnisse, die ich in der Schule gelernt habe, weiß ich, wie Blitze entstehen. Ich könnte heute keine Oxydationsreaktion mehr beschreiben, und muss es auch nicht, aber ich habe immer noch eine grobe Ahnung davon.

Früher erklärte man Blitze mit Thor, heute wissen wir es besser. Doch für viele ist die digitale Informationsverarbeitung immer noch ein "magisches" Feld. Da wird gegen den Bildschirm gehauen wenn etwas nicht funktioniert, und Google und Facebook werden quasi magische Kräfte zugeordnet.
Hätte jeder in seiner Kindheit zumindest einmal etwas einfaches programmiert, wäre zumindest ein grobes Verständnis, wie Informationen verarbeitet werden können, da. Amazon weiß nicht auf zauberhafte Weise, dass du gerade eine Hülle für ein iPhone 6 gebrauchen kannst, sie haben alte Informationen gesammelt, aufbereitet und geben sie nun wieder aus.

Ich will nicht, dass jedes Kind fließend programmieren kann, wenn es die Schule verlässt. Aber es sollte zumindest eine grobe Ahnung von dieser enorm wichtigen (wenn auch nicht alles erklärenden) Technologie haben.

Abgesehen davon würde ein verpflichtender Kurs vielen jungen Mädchen zeigen, dass sie mindestens genauso gut programmieren können wie die Jungs, was sich 10 Jahre später positiv auf unser ganzes Feld ausüben könnte.

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naklar? 29.03.2017, 15:13
187. Vor allem sollten Kinder viel Zeit zum Spielen haben. Das fördert die Kreativität und das Denkvermögen.

Wenn dann noch die Schulsysteme nach oben hin für alle offen sind, dann ist das für eine Gesellschaft sehr gut. Wünschenswert wäre auch, wenn die Real- und Hauptschule wieder aufgewertet werden würden (sofern diese Schulformen überhaupt noch existieren). Es kann nicht jeder Doktor oder Professor sein und der Geldbeutel der Eltern sollte erst recht nicht dafür verantwortlich sein.

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spon-facebook-696726827 29.03.2017, 15:14
188. Schwerpunkt?

Für mich stellt sich die Frage, in wieweit sich jemand spezialisiert. Zumindest eine Berufsausbildung oder ein Studium stellt für mich so eine Spezialisierung da. In der Schule werden die Voraussetzungen für die Einarbeitung in Fachthemen erst angelegt. Softwareentwicklung (habe selbst ein Jahr beruflich programmiert) ist eine Tätigkeit, die schon abstrakt ist. Und sollen Kinder programmieren in der Schule lernen? Bei dem Angebot an Programmiersprachen ist es auch zu klären, mit welcher Sprache begonnen wird. Ich meine nicht C++ oder Java, sondern ob es eine 4 oder gar 5 Generation Language sein soll? Meiner Meinung nach haben die Kinder mehr davon, ein Goethewerk oder einen Kant-Text zu verstehen oder ein philosophisches Werk zu begreifen. Wer die digitale Welt kennenlernt, will immer mehr wissen, wenn er interessiert ist. Für mich gehört sogar viel Kreativität zum programmieren. Sind andere Schwerpunkte schlechter? Meiner Meinung nach nicht. Für mich wäre es schwer zu verstehen, wenn jemand kein natürliches Interesse an der ihn umgebenen Welt hat. Davon gibt es leider zu viele.
Ralf

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ec7 29.03.2017, 15:15
189. gezeiten

Was ist daran nicht richtig den Kindern das Fundament unserer Zeit und der Zukunft beizubringen? Vieles was uns umgibt wie TV, Smartphone, PC, Auto etc. basiert auf Programmiersprache. Und es wird mehr. Warum sollen wir erst im Alter unsere Umgebung genauer erforschen, und mehr ist es doch eben nicht. Die breite Masse, die sich nicht für diese Art Sprache interessiert, wird immer im dunkeln tappen, weil ihnen nicht einmal die Möglichkeit gegeben wurde ihre Umgebung zu erforschen.
Und vielleicht wird die Technik durch das Wissen über diese ein wenig entzaubert, und die nächste Generation steht nicht nur wie ein Zombie davor und erfreut sich der Unterhaltung, sondern weis ganz genau was im Hintergrund passiert und was für die Umsetzung notwendig ist. Nämlich Nullen und Einsen....

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