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Digitalverständnis von Schülern: Programmieren lernen hilft nicht
DPA

Sollten Kinder in der Schule programmieren lernen? Nein, findet unser Kolumnist <i>Sascha Lobo</i> - und möchte gern wissen, was Sie darüber denken.

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kleineanmerkungvonmir 30.03.2017, 16:17
600. Wer in irgendeiner Form mit Computern zu tun hat,

später im Berufsleben also praktisch jeder, der sollte wenigstens ein Grundverständnis davon haben, wie so ein Computer arbeitet. Deshalb sollten Kinder in der Schule das Programmieren lernen. Unbedingt.

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steffen_staab 30.03.2017, 16:20
601. Programmieren als wissenschaftliche Methode

Zur Allgemeinbildung gehört das Wissen über grundlegende wissenschaftliche Methodik. Zu meiner Schulzeit wurden zwei wissenschaftliche Methoden gelehrt: Empirische Beobachtungen (z.B. physikalische Experimente, biologische Beobachtungen) und theoretische Überlegungen (z.B. physikalische Gesetze, Mathematik). Wichtig für alle Wissenschaften des 21. Jahrhunderts (und sogar der Geisteswissenschaften) sind Simulationen und Datenanalysen. Beide benötigen die Fähigkeiten des Programmierens. So wie Universitäten früher ihre Disziplinen rund um die Mathematik ausgerichtet haben, so richtet sich die Stanford University jetzt um die Informatik herum aus. Nicht alles ist Informatik (so wie nicht alles Mathematik ist), aber quasi keine Disziplin kommt mehr ohne Informatik aus (genauso wenig wie ohne Mathematik). Deswegen ist Informatik wie Schreiben, Lesen, Mathematik eine Grundfertigkeit.
Steffen Staab, Professor für Informatik an der Universität Koblenz-Landau und an der University of Southampton.

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kleineanmerkungvonmir 30.03.2017, 16:21
602.

Zitat von kurtzweil
"Wer programmieren kann, kann programmieren [und nicht mehr] – was aber dringend ... fehlt, ist ein Verständnis der Zusammenhänge einer digital vernetzten Welt und nicht ihrer kleinsten Bausteine." So ist es. Weiter: Wer meint, das (!) man anstatt "dass" auch "das" schreiben kann, wird nie in der Lage sein, die Syntax irgendeiner Programmiersprache zu verstehen und richtig anzuwenden. In aller Kürze also: volle Zustimmung zu Lobos Argumentation und Schlussfolgerung(en). MfG Kurtzweil
Wie soll man denn "die Zusammenhänge einer digital vernetzten Welt" verstehen, wenn man noch nicht einmal weiß, was ein Computer eigentlich macht?

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Wofgang 30.03.2017, 16:22
603.

Nicht Programmieren, sondern digitale Bildung ist sinnvoll. Die Ausstattung der Schulen mit entsprechender Infrastruktur, das Vermitteln eines vernünftigen Umgang mit digitaler Technik ist sicher eine Herausforderung der Bildungseinrichtungen. Programmieren ist dabei ein kleiner Teil, den Interessierte gerne im Wahlfach lernen können, aber nicht als eigenständiges Zwangsfach.

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tomcat1981 30.03.2017, 16:24
604. Ich hatte Informatik Leistungskurs ...

... und bin kein Programmierer geworden. Dennoch kann ich sagen, dass das Programmieren dabei hilft, konzeptionell, kausal und logisch zu denken. Darin sehe ich den eigentlichen Mehrwert.

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ra-live 30.03.2017, 16:29
605. In der SW-Entwicklung programmieren längst nicht alle.

Ich arbeite in der Software-Entwicklung, und ich kann bis heute nicht programmieren. Ich habe viel mit Menschen zu tun, deren Ideen und Arbeitsergebnisse ich verknüpfen muss.
Halte deshalb programmieren als Basisfach in der Schule für unnötig. Musik, Kunst und vor allem darstellendes Spiel sind m.E. wichtiger. Da lernt man etwas Elementares über Kultur. Und das brauche ich nahezu täglich in meinem Job.

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g-falk 30.03.2017, 16:33
606. Programieren lerne ist gut, aber bei weitem nicht Alles

Wichtiger als Programmieren in der Schule zu unterrichten, wäre ein Fach einzuführen in dem den Schülern digitale Kompetenzen beigebracht werden. Dies Fach könnte eine ganze Palette beinhalten. Angefangen von Wissen über Hardware ( z.B. was ist ein Router usw), Netzwerke ( wie geht das technisch, welche Netzwerkstrukturen gibt es usw.) , Aufbau und Betrieb des WWW, wichtige Player im WWW ( Google, facebook, instagram, twitter und Konsorten) Natürlich würde auch dazugehören über Nutzen und Risiken und Gefahren der Digitalen Welt zu informieren. Das wäre sinnvoller, als ob einer HTML oder C++ beigebracht bekommt. Wer sich für so was interessiert, macht das sowieso privat.

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bruderlaurentius 30.03.2017, 16:35
607. Umweltverträglichkeit?

Zitat von Wofgang
Nicht Programmieren, sondern digitale Bildung ist sinnvoll. Die Ausstattung der Schulen mit entsprechender Infrastruktur, das Vermitteln eines vernünftigen Umgang mit digitaler Technik ist sicher eine Herausforderung der Bildungseinrichtungen. Programmieren ist dabei ein kleiner Teil, den Interessierte gerne im Wahlfach lernen können, aber nicht als eigenständiges Zwangsfach.
In der ganzen Debatte kommt mir ehrlich gesagt der Umweltaspekt viel zu kurz. Die Digitalisierung inkl Internet verschlingt nicht nur Unmengen an Ressourcen und Energie, sie beschleunigt zudem unser Leben exponentiell. Inzwischen ist unser Leben zu schnell für eine nachhaltige Lebensweise - im Einklang mit der Natur (und somit mit unserer Lebensgrundlage) - geworden. Der Mensch schadet sich nur selbst, indem er den Ast durchsägt, auf dem er sitzt.

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jogola 30.03.2017, 16:37
608. Ob man es benötigt

Zitat von Xianiar
...das ist dann wie mit Kunst- oder Musikunterricht. Alle hatten es kaum einer konnte es wirklich und so gut wie niemand hat es dann am Ende benötigt.
weiß man erst, wenn man es gemacht hat. Wenn man es nicht macht wird man damit nicht gebraucht.

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mēdèn ágān 30.03.2017, 16:44
609. Einverstanden - Programmieren ist ein Teil von Problemlösen in einer digitalen Welt ...

Ich denke ebenfalls, dass es ein Angebot für Interessierte geben sollte, keine Pflicht.
Pflicht sollte eher sein, kreativ werden zu können und neue Ansätze für Problemlösungen selbst und in Kooperation im Team entwickeln zu können.
In einer sich (zum Digitalen hin) rasant verändernden Welt brauchen wir Menschen, die in der Lage sind bessere Lösungen für alle Arten von Problemen zu finden. Programmieren ist in einer digitalisierten Welt sicher ein Teil davon, aber eben nicht alles. Die Welt ist voll schlecht gemachter Software für Probleme, die nicht relevant sind und ohne tragfähiges Geschäftsmodell. Arbeits- und Lernmethoden anzuwenden und die Fähigkeit sich selbst ständig neu zu erfinden und in Zusammenarbeit mit anderen zeitgemässe neue Lösungen zu finden ist die Kernkompetenz, die Schule vermitteln sollte. Kinder bringen diese Basiskompetenzen und Ihre Neugier bereits mit, das aktuelle Schulsystem treibt sie meistens wieder aus ...

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