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Diskussion zu Ego-Shootern: Einmal tief durchatmen. Alle.
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Der Amokläufer von München hat also "Counter-Strike" gespielt - und sofort kochen die Gemüter hoch. Das Thema zeigt, wie schwer sich Spieler, Medien und Politik im Umgang miteinander tun.

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key_largo 25.07.2016, 06:19
1.

einfach mal ne runde pokemon go spielen. da kommt der counter striker an die frische luft, bewegt sich, und kann entspannen... ;)

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StefanZ. 25.07.2016, 06:27
2. Wo bleibt die Güterabwägung, billigste Unterhaltung oder mentale Gesundheit?

Klar, unsere Wissenschaftler haben NOCH NICHT den Bezug vom Erleben von Gewalt, „nur“ virtuell, zum Schädigen der Psyche wasserfest bewiesen. Sie haben genauso wenig bewiesen, dass eine hohe Dosis von virtuellen Gewalterfahrungen keinerlei negative Folgen für die Betroffenen hat – und sie werden dazu auch nie in der Lage sein, weil es falsch ist.

Wir führen also die Debatte die für „(Passiv-)Rauchen ist unschädlich“ vor einiger Zeit lief, die für „Fossilenergie schadet dem Klima nicht, sie lässt nur die Pflanzen besser wachsen“ noch nicht ganz gegessen ist. Nun also für den Konsum von Gewalt aus niederen und deshalb rational nicht begründbaren Unterhaltungsmotiven. In 10 oder 20 Jahren wird der wissenschaftliche Konsens erreicht sein, dass a) disharmonische Musik (Hiphop, Rap etc.), b) Gewaltkonsum in Videos, Kinofilmen und Nachrichten, c) Gewalttätigkeiten in Computerspielen, alle zusammen unsere letzten Generationen zu schlechteren und gestörteren Mitmenschen geformt hatten. Bei den meisten Menschen werden Gegenmaßnahmen von Erziehung und Selbsterziehung allzu offensichtliche Abartigkeiten verhindern haben. Aber wenn man sich die Leichtigkeit von Kriegsausbrüchen und Kriegszügen, von terroristischen Gewalttaten, von erkaltender Mitmenschlichkeit anschaut, dann wird eigentlich recht deutlich, dass wir uns in den letzten Jahrzehnten was soziale Eigenschaften angeht in einer Phase der Degeneration befinden. Eine schiefe Bahn, die dringend repariert werden muss, bevor unsere Gesellschaften immer exzessivere Verhaltensformen zu bewältigen haben.

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its4free 25.07.2016, 06:28
3.

Statistisch gesehen gibt es mehr Irre und Mörder die kein Killerspiel gespielt haben.

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Affenhirn 25.07.2016, 06:32
4. Solange

Politiker oder andere Profilierungssüchtige nach solch einem Drama wieder mal gleich gegen Counterstrike pöbeln und nach verschärften Waffengesetzen rufen - solange wird sich nicht wirklich etwas ändern.
Kritik an Counterstrike & Co. Sollte sich nur jemand anmaßen, der das Spiel mal richtig gespielt hat, also es auch beherrscht, und der dann auch die Unterschiede zu indizierten Spielen wirklich versteht. Genauso, wie jemand, der nach verschärften Waffengesetzen ruft, erklären können sollte, welche Veränderung im Waffengesetz den gerade vorliegenden Gewaltausbruch hätte verhindern können. In München hätte nämlich ganz woanders angesetzt werden müssen - an den dunklen Kanälen des Internets.

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beethovensneunte 25.07.2016, 06:35
5. Immer die gleiche Leier

"Killerspiele verbieten, Waffengesetz verschärfen" - so lautet die Quintessenz von Politikeraussagen, wenn sie wieder einmal hilflos in der Öffentlichkeit Stellung beziehen und die wahren Schuldigen wieder nicht bennen können - oder nicht benennen wollen. Es müsste ja dann auch auf eine Selbstanklage hinauslaufen. - MfG

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MarkusW77 25.07.2016, 06:35
6. Ab 18

Sind die Spiele. Und das zu Recht. Habe selber mal gespielt. Da hilft in meinen Augen nur die verpflichtende Kontrolle durch das soziale Umfeld. Die Eltern sind verantwortlich wenn die Kinder unter 18 diese Spiele spielen. Hier muss über Strafen nachgedacht werden.

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DougStamper 25.07.2016, 06:37
7. Wo bleibt die Diskussion

Über Schützenvereine? Wie viele Gewalttaten werden von deren Mitgliedern begangen? Und warum befasst sich niemand mit dem Problem des mobbings? Hier liegt meines Erachtens das eigentliche Problem. Und es ist klar, dass es einer Erklärung für diesen Wahnsinn bedarf, es jetzt auf die Spiele zu schieben ist jedoch einfältig. Ich empfehle die Dokumentation "Bowling for Columbine" von Michael Moore.

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stepanus34 25.07.2016, 06:41
8. Was prägt mich?

Das, womit ich mich beschäftige.

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iz_slovenije 25.07.2016, 06:43
9. Das Problem liegt nicht bei Spielern oder Politikern,...

...sondern bei denjenigen Politikern, die ohne offenbar in irgendeiner Weise über Shooter informiert zu sein, ihren unqualifizierten Senf zum Thema abgeben müssen. Zusätzlich ist das Verhältnis von Spielern zur Politik ohnehin belastet, wenn die Politik sich permanent nicht nur weigert, wie in anderen Ländern Videospiele als Kunstform anzuerkennen, sondern diese auch noch massiv zensiert. Dies ist aber eins der politischen Probleme, das meiner Meinung nach von der kommenden Politikergeneration besser gelöst werden kann als von der aktuellen. Vielleicht kann man sich mit über das Thema informierten Menschen tatsächlich rational über Shooter unterhalten und es werden nicht sofort zwischen jedem psychopathischen Amokläufer und Counter Strike Verbindungen hergestellt.

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