Forum: Netzwelt
Diskussion zu Ego-Shootern: Einmal tief durchatmen. Alle.
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Der Amokläufer von München hat also "Counter-Strike" gespielt - und sofort kochen die Gemüter hoch. Das Thema zeigt, wie schwer sich Spieler, Medien und Politik im Umgang miteinander tun.

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andreas.s 25.07.2016, 09:19
110. Ich spiele

Schach. Ich gehe strategisch vor um ganze Reihen von Bauern kampfunfähig zu machen, ich schlage Damen, Pferde und vergreife mich an Türmen.
Diese Diskussion ist direkt wieder von extremen geprägt (nicht drüber reden vs. direkt verbieten), also sinnlos.

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zappa99 25.07.2016, 09:20
111.

Zitat von istvanfred
Ego-Shooter sind es nicht, die aus einem Menschen einen Amokläufer machen; es ist die missratene Erziehung ohne entsprechende Vermittlung "unserer" Werte.
..."unsere Werte" Werte sind eben, dass man nicht jeden über den Haufen schiesst/fährt, der über den Weg läuft.

Auch nicht spielerisch. Früher war das mal ein Tabu.

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sebi76 25.07.2016, 09:20
112. Ich bin auch gegen das Verbot...

Zitat von benmartin70
Leider kann man "Problemfälle" von aussen selten erkennen, von daher müssen wir leider den KFZ Verkehr auch verbieten. Da sind eine Psychopaten unterwegs......
Aber nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich. Eine Welt ohne KfZ-Verkehr bricht zusammen. Wie transportieren wir alle Waren, Personen etc.? Eine Welt ohne Ego-Shooter hat noch genug Entertainment. Sie sollten es denjenigen, die Ego-Shooterspielern mangelnde Logik vorwerfen nicht so leicht machen.

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valitts 25.07.2016, 09:20
113. Killerspiele

Nach meiner Meinung sind an solchen traurigen Taten eher soziale Deformationen schuld. Unsere Gesellschaft ist durch Egoismus und durch das Recht des Stärkeren geprägt.
Menschen werden Pillen Pillen verschrieben anstatt sich um die Ursachen zu kümmern. Da liegt doch das Problem.

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acitapple 25.07.2016, 09:20
114.

Zitat von beethovensneunte
"Killerspiele verbieten, Waffengesetz verschärfen" - so lautet die Quintessenz von Politikeraussagen, wenn sie wieder einmal hilflos in der Öffentlichkeit Stellung beziehen und die wahren Schuldigen wieder nicht bennen können - oder nicht benennen wollen. Es müsste ja dann auch auf eine Selbstanklage hinauslaufen. - MfG
Das sind eben Maßnahmen, die man sofort ergreifen und auch durchsetzen kann und somit dem Wähler Sicherheit suggerieren. Haben zwar keine echte Auswirkung, aber man tut zumindest so. Ich meine, Drogen sind auch verboten, trotzdem werden sie sogar auf höchster Regierungsebene konsumiert. Sie noch mehr zu verbieten (gibts da ne Steigerung?) bringt absolut nichts.

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zappa99 25.07.2016, 09:20
115.

Zitat von istvanfred
Vor Jahrzehnten habe ich wochenlang SimCity gespielt und bin doch kein Architekt oder Immobilienhai geworden. Auch Hanse war in den 90ern mal mein Favorit und doch bin ich kein Pirat, Kapitän oder Schmuggler geworden.
Wo hat jemand behauptet, dass aus jedem FPS-Spieler ein Amokläufer wird?

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Dramaturg 25.07.2016, 09:23
116. Spiele und Persönlichkeit

Es ist allgemein bekannt, dass Spiele - ob nun "Mensch ärgere dich nicht" oder andere, wie die hier genannten - die Persönlichkeit eines Menschen formen. Erst recht, wenn deren Entwicklung, wie bei einem 18 jährigen noch in vollem Gange ist. Es ist wie in den USA, wo die Waffengesetze so liberal sind: Natürlich werden dort nicht alle Waffenbesitzer automatisch zu Mördern. Aber Waffenbesitz macht es labilen Menschen leichter, in einem unbeherrschten Moment zu einem zu werden. Der Amokläufer in München zeigt uns auf tragische Weise, was passiert, wenn die Umwelt auf "Hilferufe" solcher Menschen nicht sensibel genug und ausreichend reagiert. Wir dürfen diese Menschen nicht nur irgendwelchen Jugendämtern oder Ärzten überlassen und uns damit aus der Verantwortung für den Nächsten stehlen. Die Emphatie in diesem System, das Menschen ob nun am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft allgemein mehr und mehr zu Einzelkämpfern werden lässt, kommt mehr und mehr unter die Räder.

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zappa99 25.07.2016, 09:23
117.

Zitat von 99Augustus
Jeder Erzieher weiß, dass Kinder im Spiel auf das Leben vorbereitet werden. Was mit ihnen gespielt wird, prägt ihr Bewusstsein, wo es in der Regel als nicht real bewertet wird und keinen Schaden für andere anrichtet. Bei anderen Kindern sacken Gewaltspiele allerdings ins Unterbewusstsein ab, wo sie unkontrolliert und unbemerkt von anderen ihr Unwesen treiben. Da wir diese Kinder von außen nicht erkennen können, müssen wir aus Sicherheitsgründen diese Spiele verbieten.
Die Spiele sind da und lassen sich nicht verbieten.

Wenn mehr Eltern ein Bewusstsein dafür entwicklen würden, wäre das ein erster Schritt. In meiner Nachbarschaft halten es die Eltern für normal, dass ein 8jähriger GTA V spielt. "Das tun doch alle".

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RenegadeOtis 25.07.2016, 09:23
118.

Zitat von zerberus und co.
Aber umgekehrt ist längst bekannt, dass das Training des Tötens und Killens die Hemmschwelle abbaut.
Für den Fall dass irgendwann die Möglichkeit besteht, jemanden mittels gezielter Mausklicks zu töten mag das stimmen.

Bisher - so auch meine Erfahrung - handhaben sich Waffen signifikant anders als der Blick auf einen Monitor und das Absenken des Zeigefingers. Inwiefern das ein "Training" ist wurde bisher nicht beantwortet. Niemand wird ernsthaft behaupten, durch das Betrachten von 3 Staffeln "ER" als Notfallmediziner ausreichend "trainiert" und ausgebildet zu sein.

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GnRH 25.07.2016, 09:23
119.

Zitat von bttfuture
Was reizt einen daran, virtuell Menschen zu erschießen? Ist eine ernst gemeinte Frage.
Ich kann hier jetzt nur für mich sprechen.
Es ist nicht der Reiz virtuell Menschen zu erschießen, es ist das Räuber und Gendarm Prinzip, sich mit anderen in Taktik und Reaktionsfähigkeit zu messen. Als Kind war man draußen, als Erwachsener bekommen wir den Arsch nicht mehr hoch, etwas überspitzt gesagt ;)
.
Unabhängig von Ihrer Frage ist hier alles differenziert zu sehen. Es gibt kein schwarz - weiß in der Spielergemeinschaft. Es gibt die Rassisten auf den Servern (die normalerweise recht schnell rausfliegen), es gibt die "Normalen" und alles was sich dazwischen bewegt.
Auch den Hang zum Realismus in der Darstellung kann man nicht verallgemeinern. Manche brauchen es und so einige schrauben speziell bei Counterstrike den "Realismusgrad" der Darstellung runter (Grafikeinstellungen -> besseres Erkennen von Konturen durch weniger Detaildarstellung) um im Spielerfolg, nicht im töten, vorn zu liegen.
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Was mich persönlich viel mehr abstumpft ist die Realität. In den letzten Jahren berühren mich Terroranschläge, durch die steigende Häufigkeit und dadurch entstehender "Normalität" immer weniger. Waren Terrorakte direkt vor unserer Haustüre bis vor kurzem eine Seltenheit nehmen diese immer mehr zu. Mit diesem Anstieg bemerke ich bei mir ein gewisses Abstumpfen auch diesen gegenüber. Es wird ein Bestandteil unseres Alltages.
Hand aufs Herz, wer nimmt noch bewusst wahr, dass in Bagdad jeden Monat hunderte Menschen durch Anschläge sterben?

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