Forum: Netzwelt
Diskussionskultur in Deutschland: "Lügenpresse" ist keine Medienkritik
DPA

Wer "Lügenpresse" schreit, will nicht bloß auch seine Meinung in den Medien sehen, sondern ausschließlich seine Meinung. "Lügenpresse" ist der Ruf nach einer autoritären Gesellschaft.

Seite 5 von 24
muellerthomas 30.11.2016, 16:53
40.

Zitat von madmax9999
Ich möchte Artikel lesen, bzw. Beiträge im Fernsehen sehen, in denen sachlich berichtet wird. Ausserdem möchte ich Kommentare hören, in denen kommentiert wird. Aber leider ist es heute vielfach so, dass viele Artikel nur noch die Meinung des Autors wiedergeben. Dafür aber gibt es den Kommentar. Und all das hat mit Putin und allen anderen nichts zu tun, sondern ist eigentlich das, was guten Journalismus ausmacht.
Also ich finde zuhauf sachliche Berichte. Sie nicht? Dummerweise sehen die von mir bezeichneten Personen eben in sachlichen Berichten oft keine sahclichen Berichte, sondern manipulierte Meinungen. Das ist genau das, was ich angesprochen habe: Es wird nicht negativ über Flüchtlinge berichtet: gelogen. Es wird sachlich über den Arbeitsmarkt berichtet: manipuliert. Es wird sachlich über Syrien berichtet: Meinungsmache. So ist eien Diskusison immer weniger möglich.

Beitrag melden
talkpoint 30.11.2016, 16:53
41.

Zitat von Allesfresser
Hier beisst sich die Katze doch selbst in den Schwanz. Wer Lügenpresse sagt (was meiner Meinung nach einfach der Ausdruck eines gewissen Unmuts darüber ist, dass die Medien offensichtlich ihre Meinung transportieren.....?
Sie finden es also in Ordnung die Medien als Lügenpresse zu titulieren (was in meinen Augen eine Beleidigung ist) aber selber bestehen sie darauf nicht beleidigt zu werden? Mir wird Unwohl bei dem Gefühl das andere Meinungen ausser die eigene nicht mehr aktzeptiert wird... und das von beiden Seiten!

Beitrag melden
timtonic 30.11.2016, 16:55
42. Die Lügenpresse-Schreier

"informieren" sich selbst doch ausschließlich aus Amateur-Quellen, die 90% ihrer Inhalte einfach frei erfinden, alles völlig schamlos aus dem Zusammenhang reißen und den Rest des Tages mit unflätigen Pöbeleien verbringen. Quellen, die aus Prinzip nur eine einzige Meinung zulassen, und alle anderen abschaffen, verbieten, verprügeln und das "Maul stopfen" wollen. Kurz gesagt: Alles, was sie der "Lügenpresse" vorwerfen.
Lobo hatte letzte Woche eine wichtige Sache geschrieben: Die Alt-Right, Pegidianer, AFDler und sonstige rechte Schreihälse bedienen sich einer völlig schamlosen Neusprech-Taktik wie aus dem Bilderbuch: Sie verdrehen einfach alles ins exakte Gegenteil. So auch beim Thema Presse & Information. Frei erfundener Unfug ist bei denen die Wahrheit und Berichterstattung ist Lüge. Selbst Orwell höchstpersönlich wäre erstaunt, dass seine Dystopie nicht von Staatsseite real wird, sondern aus dem Volk heraus.

Beitrag melden
ulli7 30.11.2016, 16:56
43. Begriff "Lügenpresse" entstand nach Berichterstattung über Merkels Öffnung der Grenzen

Zitat von vox veritas
Erstaunlich selbstkritischer Beitrag für einen SPON-Artikel...... Nicht jeder ist ein Wortakrobat oder Diplomat.
Nicht selten ist der in bestimmten Medien beschriebene "Hass", “Hetze” oder "Rassismus" lediglich ungeschickt formulierter Groll auf eine verfehlte Zuwanderungspolitik. In den sozialen Medien wie facebook können sich die Nutzer aufgrund fehlender Rhetorik nicht so gut ausdrücken wie Journalisten und Politiker. Aber selbst Moderatoren vom ZDF wie Claus Kleber mit einem Jahreseinkommen von rd. 700.000 Euro passieren Ausrutscher bei der Wortwahl:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zdf-kleber-entschuldigt-sich-fuer-wortwahl-a-1072765.html

Beitrag melden
Sondron 30.11.2016, 16:56
44. Lieber Lobo,

das ist genau das problem, dass sie als meinungsverbreiter maipulieren. sie als internet experte sollten vorher googel bevor sie den begriff lügenpress mit pegida (gemeint ist wohl die afd) und den nazis der 30iger verbinden.
damit hier niemand reinfällt mal sehen was wikipedia sagt:
Lügenpresse ist ein politisches Schlagwort, das polemisch und in herabsetzender Absicht auf mediale Erzeugnisse gerichtet ist und sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum nachweisen lässt. Zunächst wurde es gelegentlich von konservativen Katholiken gegen die im Zuge der bürgerlichen Revolutionen entstandene liberale Presse gewandt. Im Kontext des Ersten Weltkrieges fand „Lügenpresse“ sehr viel häufiger Verwendung; hier bezeichnete es aus Sicht Deutschlands und Österreich-Ungarns die Presse der Feindstaaten. Sowohl vor als auch im Nationalsozialismus nutzten NS-Agitatoren das Schlagwort im Rahmen ihrer antisemitischen Verschwörungstheorie zur Herabsetzung von Gegnern als Kommunisten und Juden sowie der Behauptung einer Steuerung der Presse durch ein „Weltjudentum“. Nach der Machtergreifung und der Gleichschaltung der Inlandspresse wurden die Medien der späteren Kriegsgegner mit „Lügenpresse“ geschmäht.

Darüber hinaus fand „Lügenpresse“ auch in Organisationen der Arbeiterbewegung zur Abwertung von als bürgerlich oder kapitalistisch wahrgenommenen Teilen der Presse sowie in der Exilpresse als Bezeichnung für die gleichgeschalteten NS-Medien Verwendung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam das Wort zunächst nur mehr sporadisch vor. Die ab August 1945 erscheinende Frankfurter Rundschau verstand sich explizit als Gegenentwurf zu „Hugenbergs Lügenpresse“.[1] In den Medien der DDR wurde das Wort im Kalten Krieg gelegentlich zur Herabsetzung der westdeutschen Presse benutzt.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird der Begriff Lügenpresse – zumal in Deutschland – vorrangig von als rechtsextrem und rechtspopulistisch, oder auch als fremdenfeindlich und islamophob bezeichneten Kreisen verwendet, zunächst von Teilen der Hooligan-Szene, bekannter seit 2014 als Parole bei den von Dresden ausgehenden Pegida-Demonstrationen sowie bei Demonstrationen der AfD. Hier ist sie mit Gewaltdrohungen und Gewalt gegen Journalisten eng verbunden.
Im Januar 2015 wurde der Begriff von der Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres zum „Unwort des Jahres 2014“ gewählt.

Beitrag melden
SINAN_75 30.11.2016, 16:59
45.

Zitat von Allesfresser
Hier beisst sich die Katze doch selbst in den Schwanz. Wer Lügenpresse sagt (was meiner Meinung nach einfach der Ausdruck eines gewissen Unmuts darüber ist, dass die Medien offensichtlich ihre Meinung transportieren: Siehe Brexit, Trumpwahl......
"... das Gefühl, wer etwas gegen die Medien schreibt, unterdrückt wird ...": Die Medien geben Ihnen doch hier ein Forum, um Ihre Meinung kund zu tun. Warum fühlen sich "unterdrückt"? Weil Herr Lobo eine andere Meinung hat, die nicht mit Ihrer übereinstimmt? Wenn Ihnen der Spiegel zu links ist, dann lesen Sie doch rechte Magazine. Junge Freiheit, Compakt, PI-News, ... die Auswahl an rechten Medien ist riesig. Sie alle dürfen in diesem Land schreiben was sie wollen - und sie tun es auch. Wo also ist das Problem? In Deutschland wird Ihre Meinung nicht "unterdrückt". Das einzige, womit Sie rechnen müssen, ist Widerspruch - aber das sollte doch kein Problem sein, oder?

Beitrag melden
Knackeule 30.11.2016, 16:59
46. Wahrheitspresse

Ich bin gegen den Begriff "Lügenpresse". Richtiger wäre "Wahrheitspresse", weil die Medien (nicht nur Print, sondern gerade auch das TV) immer aufrichtig, ausgewogen und investigativ berichten. Beste Beispiele dafür waren die Berichterstattungen über den Ausgang des "BREXIT"-Votums in GB ("niemals") und der US-Präsidenten-Wahl ("Trump wird niemals Präsident werden, so viel ist sicher"). Das gilt auch für SPON, wo vor allem die Meinungsbeiträge des Herrn Aust mich immer wieder aufs Neue über die Sachlichkeit der Information erfreuen.

Beitrag melden
brotherandrew 30.11.2016, 17:00
47. Der ...

... Begriff "Lügenpresse" ist in sich böse, weil er die eigene - im Übrigen nur so von Lügen strotzende - Sichtweise absolut stellt.

Allerdings würden Herr Lobo, Herr Fleischhauer usw. den Lesern schon mal einen großen Gefallen damit tun, offen zu erzählen, wie PC gebildet und in den Medien festgeschrieben wird und weshalb es offenbar nicht mehr möglich ist, die Berichterstattung über Fakten von der Meinungsäußerung - die ja in Medien auch sein soll - sauber zu trennen, so dass der Leser sich aus Fakten selbst eine Meinung bilden kann.

Die Medien - wie sie sich heute darstellen - haben leider selbstverschuldet massive Angriffspunkte gegen sich frei Haus geliefert.

Nochmal zu Klarstellung: Das macht die Schreihälse, die "Lügenpresse" brüllen und auf Transparenten vor sich hertragen, nicht seriös, denn die wollen nur einen Aufhänger dafür haben, ihre Lügen den Menschen als Wahrheit aufzudrücken, die Menschen mit Hass und Angst zu fluten. Nur macht das leider die deutsche Medienlandschaft nicht zu einer heldenhaften Einrichtung.

Beitrag melden
gefundenesfressen 30.11.2016, 17:01
48. So ein Blödsinn!

Herr Lobo, ich erwarte überhaupt keine Meinung in der Presse, weder die von Journalisten noch meine eigene! Sondern eine sachliche und umfassende Berichterstattung, aufgrund deren ich mir meine eigene Meinung bilden möchte.

Beitrag melden
muellerthomas 30.11.2016, 17:01
49.

Zitat von karabas
die Medienkritiker als Antipluralisten zu beschimpfen. Der Grüne OB Boris Palmer hat in der FAZ Folgendes geschrieben: ... wie der Staat die Situation bei ihm wieder in den Griff bekommt. Und das ist das, was die Medien und Politik unzureichend tun.
Und die allermeisten Menschen (wenn auch nicht alle), die ich kenne, halten die Flüchlingspolitik für einen der großen Pluspunkte der Regierung. Ich habe keine der Regierungsparteien gewählt, aber gerade da bin ich mit der Regierung einer Meinung - und genau das höre ich oft. Wie können der Diskurs im Internet und der private nur so auseinanderfallen? um mal das Zitat aufzugreifen.

In den Griff bekommen ist doch schon der falsche Ansatz, da hier suggiert wird, etwa sei nicht im Griff. Was haben Sie persönlich denn überhaupt von den Flüchtlingen mitbekommen? Und was haben die Pegida-Mitläufer und AfD-Wähler im Osten davon mitbekommen? Gerade dort, wo es kaum Ausländer gibt, ist die Angst vor Überfremdung groß.

Beitrag melden
Seite 5 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!