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Diskussionskultur in Deutschland: "Lügenpresse" ist keine Medienkritik
DPA

Wer "Lügenpresse" schreit, will nicht bloß auch seine Meinung in den Medien sehen, sondern ausschließlich seine Meinung. "Lügenpresse" ist der Ruf nach einer autoritären Gesellschaft.

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g_bec 30.11.2016, 17:21
60. Gewünschte Meinungen.

Zitat von GinaBe
Vielen Dank, daß Sie sich diesem brisanten Thema zuwenden, Sascha Lobo! Erörtert werden muss, ob der Vorwurf einer pauschalisierten "Lügenpresse", und sei nur ein Körnchen Wahrheit darin enthalten, haltbar ist. Gewiss räumen Sie ein, Nachrichten seien generalisiert. Was bedeutet dies denn auf der anderen Seite? Im Forum hier gewinne ich auch zunehmend den Eindruck, daß bestimmte Meinungen nicht gewünscht werden.
Tja nun. Menschenverachtende oder auch absurde "Meinungen" muss man sich ja nicht unbedingt wünschen, oder? Das ist schon o.k., dass in den etablierten Medien offensichtlicher Hass oder Unfug nicht verbreitet wird. Soviel "Lebensweisheit" sollte man auch den "Mainstreammedien" zugestehen.

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irobot 30.11.2016, 17:22
61.

Zitat von ulli7
Begriff "Lügenpresse" entstand nach Berichterstattung über Merkels Öffnung der Grenzen
Da muss ich widersprechen. Die PEDIGA-Demonstranten haben das schon lange vor der Grenzöffnung gerufen.

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Darwins Affe 30.11.2016, 17:23
62. Schnorrer

Zitat von gefundenesfressen
Herr Lobo, ich erwarte überhaupt keine Meinung in der Presse, weder die von Journalisten noch meine eigene! Sondern eine sachliche und umfassende Berichterstattung, aufgrund deren ich mir meine eigene Meinung bilden möchte.
Es gab schon immer Qualitätspresse, Boulevard und (politische) Kampfpresse. Qualitätsjournalismus kostet halt Geld (S. NZZ, Economist, Wall Street Journal etc,). Die Meisten wollen heutzutage aber im Netz kostenlos schnorren --- dann brauchen sie sich auch nicht beklagen.

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mhwse 30.11.2016, 17:28
63. die schöne neue Helene Fischer Welt

Zitat von muellerthomas
Also ich finde zuhauf sachliche Berichte. Sie nicht? Dummerweise sehen die von mir bezeichneten Personen eben in sachlichen Berichten oft keine sahclichen Berichte, sondern manipulierte Meinungen. Das ist genau das, was ich angesprochen habe: Es wird nicht negativ über Flüchtlinge berichtet: gelogen. Es wird sachlich über den Arbeitsmarkt berichtet: manipuliert. Es wird sachlich über Syrien berichtet: Meinungsmache. So ist eien Diskusison immer weniger möglich.
lässt Massenmord durch eigene Tatenlosigkeit, oder Mauerbau gar nicht zu.

Wenn dann doch darüber berichtet wird und das Schnitzel im Hals stecken bleibt - ja dann ist das halt gelogen - kann gar nicht anders sein.

Es ist eine Schutzfunktion - die wenigsten der Lügenpresse-Schreier sind hart gesotten genug, sich vorzustellen wie reale Kinder sterben - ob die jetzt muslimische Eltern haben oder nicht.

Alle haben Krankenversicherung, sogar die Amerikaner - da stirbt kein Kind, schon gar nicht durch das eigene Fehlverhalten.

Und wenn es doch gezeigt wird, ist das eben erstunken und erlogen.
(Und dient dazu billig Arbeiter zu importieren und die Steuern zu erhöhen und dass Frau Merkel noch mal 4 Jahre regieren darf ..)

Muss so sein - man kann und darf es sich nicht vorstellen müssen, oder das eigene Weltbild würde erheblichen Schaden nehmen.

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GinaBe 30.11.2016, 17:29
64.

Vor etwa einem Jahr wurde diese Frage nach einer totalitärer Zielsetzung hinter diesen Parolen in der Sächsischen Zeitung (noch) verneint.
Nun, das war zu einem Zeitpunkt, wo die Willkommenskultur zelebriert wurde. Dennoch gab es PEGIDA und auch schon längst die AfD, noch mit Lucke..(?)

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g_bec 30.11.2016, 17:29
65. Blablabla.

Zitat von GinaBe
Sie sprechen in Ihrem wirklich sehr schönen, kritischen, aber ausgewogenen Beitrag INFORMATION an. Es ist journalistische Methode geworden, Artikel auf Statistiken aufzubauen, die einen bestimmten Trend wiederspiegeln sollen. Dabei werden sicherlich andere Informationen ZU diesen Meinungsumfragen leider ausgeblendet, die 1. einen Zusammenhang herstellen würden und 2. mehr Information zu diesem Thema bieten könnten als nur: ja/ nein Durch die Auswahl solcher portionierten, gezielten Thematiken wird Meinungsmache/Manipulation betrieben. Derartige Artikel sind sehr wohl auch in Kommentaren/ Kolumnen enthalten, die sich als Ganze auf diese selektiven Umfrageergebnisse stützen.
Die meisten der "Lügenpresse-Rufer" würden doch auch "Lügenpresse" rufen, wenn ein Journalist eine Zigarre eine Zigarre nennen würde, obwohl genau dies offensichtlich der Fall ist. Sonst würden diese ach so "alternativen Mediennutzer" doch nicht gefühlt jedes zweite Mal "das Internet" als Referenz benennen und noch hinterher schieben, dass man "seine Meinung" bei uns nicht sagen darf und die "Wahrheit" verschwiegen wird.

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tallinn1960 30.11.2016, 17:30
66.

Zitat von karabas
Wenn einer schreibt/meint, dass in seiner Gegend mit dem Zuzug von Migranten Taschendiebstähle/Belästigungen zugenommen haben, dann ist es falsch ihm irgendwelche Statistiken a la "Migranten sind nicht krimineller als deutsche" vorzuhalten oder gar ihn als Fremdenfeind darzustellen , sondern diesem Menschen erklären, wie der Staat die Situation bei ihm wieder in den Griff bekommt.
Der Staat kann da gar nichts tun, wenn die empfundene Bedrohung tatsächlich gar nicht evident ist, und das ist sie bei Kriminalität fast schon regelmäßig: Wahrnehmung und Statistik bewegen sich da schon seit Jahrzehnten in verschiedene Richtungen. Das Problem ist eigentlich, dass viele Bürger dem Staat gar nicht glauben, wenn der, mit den Tatsachen auf seiner Seite, darauf verweist, dass Bedrohung durch Kriminalität schon lange rückläufig ist, und wir noch nie so sicher gelebt haben wie heute.
Medien, Mainstream oder nicht, alle haben da allerdings dann doch Dreck am Stecken: denn über nichts erreicht man so viel Aufmerksamkeit wie über Berichte über Kriminalität, weshalb ihr Anteil am Journalismus eher zu- als abnimmt. Woraus dann gefühlt steigende Kriminalität wird.

Also: nicht auf Statistik verweisen (was in diesem Falle hiesse: auf die Realität verweisen), sondern dem Sicherheitsgefühl des Betroffenen mit irgendwelchen Maßnahmen, die sich an allem möglichen orientieren, aber nicht an dem was real ist, wieder auf die Beine helfen - das soll die richtige Politik sein? Ich denke, da haben Sie mal recht deutlich nach postfaktischer Politik gerufen.

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sozialismusfürreiche 30.11.2016, 17:32
67. ach herrje - Systemprese - suchen sie mal in Wikipedia ...

Ich möchte nicht wissen was ihre Eltern waren, wenn sie so regelmäßig den Begriff Systempresse nutzten.
Aber schauen sie einfach mal hier in diesen Artikeln nach zu "Systempresse" und wie es dazu kam:
https://de.wikipedia.org/wiki/System_(Nationalsozialismus)
https://de.wikipedia.org/wiki/Lügenpresse


Echt prima!
Und das Argument mit dem marokkanischen Nachbar lasse ich nicht gelten. Auch diese Leute können nationalistisch sein, Futterneid entwickeln oder das Gefühl zu kurz gekommen zu sein im Vergleich zu den Neuangekommenen. Und mein Vater hatte noch nach 2000 Adolf Hitlers "Mein Kampf" im Regal stehen, das er von einem bekennenden Neonazi der sein Kollege war erhalten. Und ich kannmich noch gut erinnern, wie er bestimmte Dinge widerkäute und bejahte. Und ich kann mich noch prima erinnern, dass ein Bekannter unserer Familie, ein Kroate Adolf Hitler und dazu rassistische Äußerungen als passend fand. Solche Leute sind also für mich kein Bewertungskriterium oder Argument gegen die Neuangekommenen. Es ist nur ein Anzeichen, dass der Kompass nicht mehr stimmt.

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Bananenschale 30.11.2016, 17:32
68. Überbesetzt?

Zitat von Europa!
Der Artikel enthält ein paar nützliche Begriffe wie "Meinungskorridor" und "Gatekeeper-Haltung", die das, was da passiert einigermaßen gut beschreiben. Was völlig fehlt, ist die Tatsache, dass Journalisten auch nur Menschen sind, die in einer stark überbesetzten Branche von großen Existenzängsten gequält werden. Immer wieder höre ich davon, dass die meisten Journalisten "hinter vorgehaltener Hand" oder abseits von Kamera, Mikrofon und Schreibtisch völlig andere Ansichten als die vertreten, die sie gerade veröffentlicht haben. Diese gefährliche Schizophrenie verschweigt der Autor geflissentlich. Um so größer ist dann das Erstaunen, dass es z.B. in den Reihen der AfD und der außerparlamentarischen Opposition (angefangen bei Herrn Gauland) so viele ehemalige Journalisten gibt, die der Presse außerordentlich kritisch gegenüberstehen.
Nee, so einfach ist wohl nicht. Das was die Leute der Branche versuchen müßten zu leisten, ist letzten Endes nicht finanzierbar. Das führt dazu, daß alle sich um die Funktion eines Durchlauferhitzers drängeln. Die Branche ist eher unterbesetzt als überbesetzt. Es ist ein ökonomisches Problem.

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iconoclasm 30.11.2016, 17:32
69. Nicht verstanden

Lobo hat es mal wieder nicht verstanden. Kritiker der Presse wollen keine andere Meinung lesen. Man will gar keine Meinung oder zumindest viel weniger Meinung in den Artikeln lesen, ausser wenn die Artikel so gekennzeichnet sind.

Oder kurz: Ich will informiert werden und nicht die Meinung der Journalisten lesen. Auch wenn man es euphemistisch als "in den Kontext einordnen" verschleiert.

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