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Diskussionskultur in Deutschland: "Lügenpresse" ist keine Medienkritik
DPA

Wer "Lügenpresse" schreit, will nicht bloß auch seine Meinung in den Medien sehen, sondern ausschließlich seine Meinung. "Lügenpresse" ist der Ruf nach einer autoritären Gesellschaft.

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bruno_67 30.11.2016, 17:33
70.

Zitat von muellerthomas
Und die allermeisten Menschen (wenn auch nicht alle), die ich kenne, halten die Flüchlingspolitik für einen der großen Pluspunkte der Regierung. Ich habe keine der Regierungsparteien gewählt, aber gerade da bin ich mit der Regierung einer Meinung - und genau das höre ich oft. ......
Merken Sie was ? Sie begründen Ihre Kritik an der Auffassung der Foristen karabas, der einen Diskurs zwischen der Wahrnehmung in den Medien mit seiner persönlichen Wahrnehmung (und der von Herrn Palmer) sieht, exakt auch nur wieder mit ihrer persönlichen Wahrnehmung, dass "die allermeisten Menschen (wenn auch nicht alle), die SIE KENNEN, die Flüchlingspolitik für einen der großen Pluspunkte der Regierung halten.

Herr Palmer, karabas und auch ich sehen das anders. Ich kenne nun gerade kaum jemanden, der Ihre Auffassung diesbezüglich teilt.

Und nun ? Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass die von den Medien verbreitete, mit der Ihrern übereinstimmende Wahrnehmung, nun gerade die Wirklichkeit wiedergibt ? Weil es in der Zeitung steht ?

Das Problem liegt eben genau darin, dass unsere Medienlandschaft unisono nur noch eine Meinung vertritt bzw. huldigt und und über konträre Auffassungen gar nicht oder nur herabwürdigend berichtet. Und darin kann man nun wirklich keinen Medienpluralismus sehen. Gerade den gibt es immer weniger. Und die Medienlandschaft, Herr Lobo inbegriffen, braucht sich dann nicht zu wundern, dass sie von einem Teil der Bevölkerung nicht mehr als journalistische Informationsquelle, sondern als Organ der Meinungs"bildung" (bzw. -"mache" gesehen wird, auch Herr Lobo die zur Kritik benutzte "Wortwahl" natürlich zu Recht kritisiert.

In Übrigen empfehle ich Ihnen (ggf. auch Herrn Lobo), den von karabas im Teil zitierten Gastbeitrag von Herrn Palmer in Gänze zu lesen. Das zeigt die FAZ mal ein seltenes Beispiel vom hier diskutierten Meinungspluralismus.

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/boris-palmer-im-gastbeitrag-erfahrungen-in-der-fluechtlingskrise-14541360.html

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madmax9999 30.11.2016, 17:35
71. Also auch für sie verständlich

Zitat von heiko1977
Also dort wo ein Autor seine Meinung schreibt so handelt es sich um einen Kommentar. Wie Sie darauf kommen, dass dies um einen Artikel handelt müssen Sie näher ausführen. Zumeist ist die Unwissenheit und mangelde mediale Bildung um zwischen Artikel und Kommentar zu unterscheiden, etwas was man hier im Forum sehr häufig antrifft wo Leser zwischen Kommentar und Artikel nicht unterschieden werden kann.
Es gibt die Rubrik Kommentar. Da gibt der Autor seine Meinung zu einem Thema bekannt. Im Artikel berichtet der Autor, ohne zu werten. Vielleicht hilft ihnen die Lektüre des nachfolgenden Artikels in der FAZ weiter. Dort steht ein Artikel über eine Studie der Hamburg media school, gefördert von der Otto Brenner Stiftung der IG Metall, über die Berichterstattung der Medien über Flüchtlinge in der Zeit von 2009 -2015. Und eines sollte sicher sein, diese Leute können zwischen Kommentar und einem Artikel unterscheiden.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/studie-wie-ueber-fluechtlinge-berichtet-wurde-14378135.html

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Pride & Joy 30.11.2016, 17:45
72. Freiehit ist ein hohes Gut

Zitat von g_bec
... "Mainstreammedien"
„Journalismus ist etwas zu veröffentlichen, von dem andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda“!
( George Orwell )

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squaregrouper 30.11.2016, 17:46
73. Ich habe mich bei Lesen...

... der Überschrift schon auf die Kommentare gefreut. Und ich wurde nicht enttäuscht. Immer wieder interessant was die Leute so von sich geben....

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Bondurant 30.11.2016, 17:47
74. Aha

"Lügenpresse"! Ein Wort, eigentlich ein Schrei, dem man wenig entgegensetzen kann, wenn man sich selbst als Teil der Medien betrachten muss. Das Wort war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff. Die Nationalsozialisten brachten ihn als Propaganda-Schlagwort mit dem Ziel der Gleichschaltung in Umlauf.

Und wie war das weiland 68 mit den Anti-Springer Demonstranten?

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trabajador5 30.11.2016, 17:50
75. Solange

wir für ein Staatsfernsehen zwangsbebeitragt werden und Rundfunkräte durch Politiker bestimmt werden, und es einen regen Personal- und Kapitalaustausch zwischen den staatlichen und bestimmten sog. privaten Medien gibt, darf man sich wundern, wenn diese Medien keiner mehr so richtig ernst nimmt. Zumal wenn sie sich selber über andere erheben und behaupten, sie würden objektiv und umfassend berichten. Wer ständig schwarz-weiß malt, kann gar nicht objektiv sein. Die Welt ist nicht schwaz-weiß.

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Newspeak 30.11.2016, 17:52
76. ...

Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen.

Wie wäre es mit "berichten" statt "gewichten und einordnen". Einfach mal bei den Fakten bleiben und die möglichst objektiv darstellen. That's it. Keine Meinungen damit vermischen, keinen wohlmeinenden Bildungsauftrag erfüllen, keine Regierungsberichte weiterreichen und auch keine ungeprüften Agenturmeldungen. Einfach mal wieder das journalistische Handwerkszeug in puristischer Form zum Ausdruck bringen.

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Bondurant 30.11.2016, 17:53
77. Die persönliche Ebene

Zitat von muellerthomas
Was haben Sie persönlich denn überhaupt von den Flüchtlingen mitbekommen? Und was haben die Pegida-Mitläufer und AfD-Wähler im Osten davon mitbekommen?
des "Mitbekommens" ist nicht immer die wichtigste, wenn es um tiefgreifende soziale Veränderungen geht. Die "bekommen Sie mit", wenn sie schon eingetreten sind. dann können Sie aber nichts mehr dagegen unternehmen.

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ometepe 30.11.2016, 17:53
78. alle schreiben gleich

Wenn ich mich durch SPON, FAZ, WELT oder ZON klicke, dann bin ich verblüfft darüber, dass überall ziemlich dasselbe in ziemlich derselben Reihenfolge steht. Vielleicht täuscht mich meine Erinnerung, aber ich meine, das war früher, als wir alle Zeitungen lasen, anders. Mich macht das mißtrauisch.
Und während früher Information und Meinung deutlich getrennt waren, lese ich heute nur noch Meinungen mit benutzten Informationen.
Lügenpresse ist nicht meine Wortwahl, aber den Leitmedien glauben? Ne, nicht mehr.

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tcdk 30.11.2016, 17:54
79. Was sind viele?

Zitat von madmax9999
Es gab in den letzten Jahren viele Artikel, die sich als schlecht recherchiert entpuppten, wenn man sich die Mühe machte und mal selber nachrecherchierte.
Lässt sich daraus grundsätzlich ablesen, das "Mainstreammedien, Systempresse etc." grundsätzlich die Unwahrheit sagen? Denn das tun die LP'ler. Am besten wird dann noch den Medien geglaubt, die genau das sind was sie unseren Medien unterstellen: gezielte Propaganda so wie RT oder andere von Autokraten gesäuberte Medien in Ungarn, Polen oder der Türkei. Das "postfaktische Zeitalter" ist leider Realität geworden, das Leuten den Eindruck verschafft, das sie in einem Lumpenproletariat leben, das von einer kleinen Elite unterdrückt ,und aus Amerika gesteuert wird - ob das unter Trump dann zum Umschwung kommt, ich bin gespannt!

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