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DSGVO-Hysterie: Ein Jahr nach dem Weltuntergang
Philipp Brandstädter/ DPA

Vergangenen Mai kamen die neuen Datenschutzregeln der EU zur Anwendung. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) führte zu Verwirrung und Verunsicherung - und viele Bürger verstehen sie bis heute nicht.

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Analog 07.05.2019, 15:53
10. Absoluter Wahnsinn

Komme selbst aus dem Verkauf und die Intension alles schriftlich regeln zu müssen nimmt Überhand. Akten werden immer dicker...
Habe vor kurzem im REAL mit Karte gezahlt und konnte dann am Kassenzettel gut 20 Zentimeter klein gedrucktes unterschreiben.
Kein Mensch liest das, aber wenn meine Daten irgendwo wieder auftauchen, bezieht man sich auf diese Unterschrift...

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jarno80 07.05.2019, 16:03
11. Genau das

wünschen sich die Menschen von der EU NICHT!
Die Laute haben über gerade Gurken geschimpft. Dieses Gesetz ist mal ein Grund. Dich gefolgt vom Art 13. Von dem kein einziger kleiner Künstler profitieren wird. Profitieren tun die GEMA die Verlage und Youtube. Jeder der jetzt versuchen sollte Konkurrenz zu schaffen braucht garnicht mehr anzufangen, da er sein Geld eh in Lizenzabkommen mit den vorher genannten und für Uploadfilter ausgeben kann.

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diplpig 07.05.2019, 16:03
12. Viele Einwilligungen sind überflüssig

Die Medien, viele Rechtsanwälte, aber auch Datenschutzbeauftragte selbst haben reichlich Panik geschürt. Viele Einwilligungen sind überhaupt nicht notwendig, weil es Erlaubnistatbestände gibt, die durch Verträge oder durch andere Gesetzgebungen abgedeckt sind. Die DSGVO wird vielfach nur vorgschoben um etwas zu verhindern. Positiv sind die höheren Bußgelder, die nun tatsächlich schmerzen können. das bedeutet ja aber nicht, dass die KiTA mit 20 Mio Bußgeld belegt werden kann. Wer natürlich grob fahrlässig handelt und sich dann auch noch unkooperativ gegenüber einer Aufsichtsbehörde verhält, der muss sich nicht wundern wenn es Stress gibt. Eine ungleich höhere Herausforderung ist das IT-Sicherheitsgesetz und es werden noch weitere Richtlinien kommen (e-Privacy-Verordnung, Geschäftsgemeinisgesetz). Aber auchnach wird sich die Welt weiterdrehen.

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genewolfe 07.05.2019, 16:09
13. Der Schaden ist gewaltig

Wissen wir wirklich, wie viele Webprojekte deswegen eingestampft wurden in Deutschland ?
Einem Bekannten wurde - vom Datenschutzbeauftragten seines Providers (?!) - geraten, diese einzustellen, weil er - auf Anforderung - Emails verschickt (keine Werbung, keine kommerziellen Interessen).
Was ist mit der Abmahngefahr ? Einige Gerichte sagen so, andere so.
Was ist überhaupt aus der versprochenen Änderung des Abmahnwesens in Deutschland geworden ?
Warum wurde an dem Schwachsinnsaufwand für Vereine denn nichts geändert ?
Gebracht hat diese Verordnung gar nichts ... außer Kosten.

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heissSPOrN 07.05.2019, 16:11
14.

"Und wenn es heißt, ein Patient könne nur behandelt werden, wenn er unterschreibt, dann ist dessen Einwilligung ohnehin erzwungen - und damit ungültig."
Gilt das auch für die Akzeptanz der kompletten Datenschutzbestimmungen bei Wahrnehmung eines Internetangebots zB von Google oder facebook, die ja via Zustimmung zum Datenschutz vor Nutzunmg des Dienstes sich quasi alles erlauben lassen?

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kain.klarname 07.05.2019, 16:22
15. Angst

"Es liegt an den möglichen Strafen für Verstöße. ". Ja aber nicht die Angst vor Strafzahlung wegen Verstöße, sondern die durch die irren Summen möglichen Abmahnungen!

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login37 07.05.2019, 16:22
16. "Diese Vereine ächzen unter der DSGVO"

Wenigstens das wird mal anerkannt. In zigtausenden meist unterfinanzierten Vereinen arbeiten Ehrenamtliche im Vorstand. Die haben keine Ahnung vom Datenschutzrecht und sehen, dass da Strafen bis zu 20 Mio. Euro drohen. Natürlich wollen die dafür nicht haften. Also wird für viele tausend Euro externe Datenschutzexpertise und -haftung eingekauft.

Dafür ist der Fussballplatz ein Rübenacker. Die Jugendmannschaft trainiert mit zerschlissenen Bällen usw.. Das dafür einst eingeplante Geld landet nun jährlich beim externen DSGVO-Experten.

Nebenbei ist es gerade bei Jugendmannschaften (besondere Schutzbedürftigkeit der Kinder) nicht mehr möglich, bei Fussballspielen Fotos anzufertigen. Das macht es noch schwieriger, Sponsoren zu finden, weil man denen nun noch weniger Gegenleistung bieten kann.

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Rechtsrum 07.05.2019, 16:22
17. Für so einen Mist steht die EU - denkt daran, wenn ihr wählen geht

Was hat die DSGVO denn gebracht? Es ist ein bürokratisches Monster, das kleinen und mittelständischen Unternehmen die Arbeit sehr schwer macht, teilweise unmöglich. Also ein Gesetz, das darauf abzielt, den grossen Vorteile zu verschaffen. Typisch EU, Konzerne und Politiker sind die Profiteure von allem, was dort getan wird. Die Bürger haben gar nichts davon, ausser dass für sie bestimmte Dienstleistungen eben teurer wurden - aber die EU hat den Bürger bisher sowieso nur Geld gekostet (angefangen von der Entwertung des Geldes mit enormen Preissteigerungen). Da ist die DGSVO nur ein kleiner Aufschlag. Denkt daran, wenn ihr wählt, es gibt jetzt Alternativen zum "weiter so".

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Sleeper_in_Metropolis 07.05.2019, 16:29
18.

Zitat von Leser_01
Was genau ist seit Einführung der DSGVO besser geworden?
Das frag' ich mich auch. Für alle, die dieses neue Ding namens Internet nutzen ist es zumindest eindeutig nerviger geworden, muß man doch jetzt auf jeder Webseite diese Cookie-Mitteilung bestätigen.

Naja, zumindest die ganzen Datenschutzparanoiker können jetzt ein wenig zufriedener sein, haben sie doch die virtuelle Welt erfolgreich mit ihrem Anliegen geflutet. Und in den Kanzleien der Abmahnanwälte knallen vermutlich immer noch die Sektkorken ob der vielen neuen Abkassiermöglichkeiten, die ihnen die DSGVO beschert hat.

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rabandie 07.05.2019, 16:33
19. Für mich, der ich mein Brot durch Fotografie verdiene…

• hat sich geändert, dass keine Bildagentur und kein Verlag mehr ein Bild annimmt, auf dem eine Person auch nur im Haaransatz von hinten abgebildet wäre
• hat sich geändert, dass ich beständig mit Vertragsvordrucken in der Hand rumlaufe, um Leute auf der Strasse unterschreiben zu lassen, statt zu fotografieren
• hat sich geändert, dass sich ständig irgendwelche "Sheriffs" auf der Strasse berufen fühlen, mich zu belehren, zu befragen, zu bedrohen, weil sie meinen, dass Fotografieren (mit ordentlichen Kameras statt mit Tablets) im öffentlichen Raum nicht erlaubt sei
• hat sich geändert, dass in Zeitschriften - auch im Spiegel - keine reele Fotografie mehr abgebildet wird, sondern nurnoch im Pixelbrei verundeutlichte Gesichter
• hat sich geändert, dass Aufträge, die abgesprochen und nach viel Arbeit im Kasten waren, plötzlich und "ohne Angaben von Gründen" in die Tonne getreten werden müssen, weil irgendjemand auf dem Bild - zum Beispiel ein Orchestermusiker - von seinem Widerrufsrecht meinte Gebrauch machen zu müssen
Die Einsortierung von Fotografie - also Lichtbildwerken - in die Schublade der "Datenerhebung" ist der größte Irrsinn, den sich Datenschützer einfallen ließen. Auf diese Weise wird unsere Generation komplett ihr visuelles Gedächtnis verlieren.

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