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E-Mail an alle Mitarbeiter: Google entlässt 48 Mitarbeiter wegen sexueller Belästigun
REUTERS

48 Mitarbeiter, davon 13 Manager: Google hat zahlreiche Angestellte wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung entlassen. Laut "New York Times" sollen Belästigungsvorfälle im Unternehmen lange vertuscht worden sein.

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ansch 25.10.2018, 23:39
1. Wer sich verteidigt klagt sich an.

> wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung entlassen habe.

Allein der Vorwurf reicht also für den Schuldspruch aus. Warum muß ich gerade an die Hexenprozesse in grauer Vorzeit denken?

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Zendor 26.10.2018, 00:06
2. In dubio contra reo

Beim Lesen der Schlagzeile war ich gespannt, welche konkreten Taten Google wohl als sexuelle Belästigung ansehen würde. Wie naiv von mir! Mit solch unwichtigen Details hält man sich heutzutage nicht mehr auf. Auch nicht mit der Frage, ob die Tat bzw. alle 48 Taten wirklich begangen wurden. Der Vorwurf reicht. Denn wir wissen ja inzwischen dank der Gender-"Forschung", dass quasi alle weißen, heterosexuellen Männer miese Dreckschweine sind. MeToo!

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makubo24 26.10.2018, 00:07
3. ???

Früher brauchte man noch das Finanzamt, um wirklich jeden zur Strecke zu bringen - heute schaffen wir das mit "me too".
Ich überlege gerade, wen ich so alles vor jahrzehnten sexuell belästigt habe. Irgendwann kriegen wir Euch (sie uns) alle.

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quark2@mailinator.com 26.10.2018, 00:30
4.

Ich komm mit der Logik nicht klar. Sicher kann soll oder muß man Mitarbeiter wegen sexueller Belästigung bestrafen. Aber wegen Anschuldigungen ? Sollte es nicht erst ein Verfahren, eine Verurteilung und dann eine Bestrafung geben ? So wenig wie diese Belästigungen hinnehmbar sind, sind es auch Vorverurteilungen. Also entweder stimmt etwas an der Berichterstattung nicht, oder am Vorgehen.

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Plasmabruzzler 26.10.2018, 07:01
5.

Verstehe ich richtig, dass dort allein der Verdacht einer Straftat ausreichte, um Kündigungen auszusprechen oder lagen Beweise vor?

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holger.heinreich 26.10.2018, 07:09
6. Ein Vorwurf ist keine Schuld

Schuld muß bewiesen werden und es gilt immer noch "in dubio pro reo", das sind die Kennzeichen eines Rechtsstaats. Google dürfte sich damit mehr als ein paar Klagen einhandeln, die erfolgreich für die Kläger verlaufen. MIt der Abfindung verhindert Google eine sichere Niederlage in einem Prozess und kann jemanden, dessen Schuld nicht bewiesen ist, der #metoo-Bewegung opfern. Ein Vorwurf mach einen nicht schuldig, Schuld muß immer bewiesen werden, auch wenn eine Frau das angebliche Opfer ist.

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Frida_Gold 26.10.2018, 07:47
7.

Ich muss mich doch ein wenig über die Vorposter wundern - Unternehmen sind kein Staat und müssen natürlich keinesfalls Schuldsprüch abwarten, bevor sie Mitarbeiter feuern. Ganz im Gegenteil, in den USA brauchen sie überhaupt keine offensichtliche Gründe, um jemanden zu feuern... Hire and fire ist doch dort entstanden und wird weiter fleißig kultiviert. Da fliegt man auch wegen deutlich weniger als Schädigung des Betriebsklimas.

Zweitens wissen wir nicht, was vorgeworfen wird und wie weit Untersuchungen gingen, ob es Zeugen gab, ob die Beschuldigten mehr als einmal auffällig geworden sind, etc. Google hält sich ja sehr bedeckt, sinnvollerweise, zum Schutz der Betroffenen, damit man keine Rückschlüsse auf die Personen ziehen kan. Das ist äußerst löblich, befriedigt aber nicht die Neugier. Aber nur, weil keine Infos veröffentlicht werden, sind die Beschuldigten noch lange nicht automatisch eigentlich alle unschuldige Opfer falscher Vorwürfe.
Gerade bei gefeuerten Führungskräften kann man durchaus davon ausgehen, dass sich Google das gut überlegt haben wird.

Nebenbei: Wer Google-Mitarbeiter kennt, kennt auch deren Geschichten über die Macho-Kultur, die übrigens nicht nur den Frauen missfällt, sondern auch sehr vielen vernünftigen Männern.

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Frida_Gold 26.10.2018, 07:48
8.

Zitat von Plasmabruzzler
Verstehe ich richtig, dass dort allein der Verdacht einer Straftat ausreichte, um Kündigungen auszusprechen oder lagen Beweise vor?
Es reicht in den USA sogar, dass der neue Chef Sie einfach nicht leiden kann, und schon sind Sie den Job los. Was für ein Bild haben Sie denn von Beschäftigungsverhältnissen in den USA? Die sind doch legendär für Hire and Fire ohne Kündigungsschutz in jeglicher Form.

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Calen 26.10.2018, 07:49
9. Na und

Die Automobil-Manager, die uns beschiessen haben, werden wohl nie strafrechtlich belangt, also sollen die ihren Job behalten? Außerdem ist dubio pro reo ein Grundsatz aus dem Strafrecht, das ist Arbeitsrecht. Google ist mächtig, aber nicht die Strafjustiz. Die Leute wurden wegen Verfehlungen rausgeschmissen. Sollte es die Verfehlungen nicht gegeben haben, können die gegen ihre Kündigung klagen. Das entspricht dem Rechtsstaat. Bin mal gespannt, wieviele das machen werden.

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