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E-Scooter in Deutschland: Da wird etwas ins Rollen gebracht
DPA / Hans Klaus Techt

E-Roller sollen demnächst in Deutschland zugelassen werden. Wie das ablaufen könnte, hat Kolumnist Sascha Lobo mit fast hellseherischen Fähigkeiten vorausgeahnt. Im Podcast reagiert er auf Leserzuschriften.

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damic 05.05.2019, 08:15
1. Ganz ehrlich was bringts?

Ausser irgendwelche technik nerds wird die Dinger wirklich niemand langfristig als ernstzunehmendes Verkehrmittel nützen. Sind zu langsam oder soll man sagen zu langsam zugelassen um dem Rad die Stirn zu bieten. Die Verkehrswende wird in den Städten sicherlich erst kommen, wenn es Irgenwann Verkehrspolitiker gibt, die nicht vor dem Karren der ohnehin nicht mehr zu rettenden Autokonzernen gespannt sind und jemand mal die Grundsatzfrage bearbeitet ob man den Platz in den Innenstädten für Fussgänger, e-roller, fahhräder, mehr busse, trams oder autos im Stau / auf dem Parkstreifen verwenden will.
Da sehe ich momentan aber bei dem aktuellen Verkehrsminister und dieser Regierung schwarz. Vielleicht müssens die Städte selbst in die Hand nehmen

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fehleinschätzung 05.05.2019, 09:04
2. Polemik

wären alle Menschen vernünftig und gäbe es überall die gegeinete Infrastruktur, wäre es sicherlich überhaupt kein Problem solche und andere Sachen zuzulassen. Da dem aber nicht so ist und die Städte sich oft nicht trauen die notwendige Infrastruktur bereitzustellen, wird es zwangsläufig nichts. Ein großer Platz ist halt was anderes als 30cm Radweg + 50cm Fußweg - und genau dort werden die Unfälle sein und alle haben Recht...

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maxi1710 05.05.2019, 09:10
3. jetzt ist mal gut - es gibt interessantere Themen als Roller

Wir haben einen großen Hund.
Wir werden dann ja sehen wann sich der erste Rollerfahrer in der Leine verheddert.

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Listkaefer 05.05.2019, 09:59
4. Ja, es sieht so aus, als ob ...

... der Start der Rollerära aufgrund schechter Vorgaben aus dem Hause Scheuer ins Stocken gerät. Die Sache wird bereits zerredet, da das Ministerium die Zügel aus der Hand gegeben hat, denn Hinz und Kunz, Verbände, Lobbyisten, Privinzpolitiker ... haben bereits lautstark das Thema übernommen. Jetzt wird das neue Konzept in Reaktion auf den schrillen Begleitchor wahrscheinlich wieder mit allerhand abstrusen Auflagen erschwert und dann insgesamt unattraktiv für Nutzer. Wenn da Helmpflicht, Knieschützer, Schneckengeschwindigkeit, Versicherungspflicht eigführt werden sollten, bleibe ich natürlich bei meinem bewährten Klappfahrrad.

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mr.peanutbutter 05.05.2019, 10:00
5. Völlig überbewertet

Der Hype um diese Roller ist wirklich lächerlich. Genauso wie die typische Art des deutschen Gesetzgebers damit umzugehen. Völlig verkompliziert und unnötig aufgebauscht vor dem Hintergrund der „Verkehrswende“. Egal welche Regelung nun kommt, sie wird sich doch garnicht effektiv kontrollieren lassen.

Eine sinnvolle Regelung um die Leute in den Städten aus den Autos zu bekommen wäre doch mal die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Roller, Mofas, E-Bikes, E-Tretroller etc. von 45kmh auf 60kmh hoch zu setzen.

Jeder der den Verkehr in einer Großstadt täglich mitmacht und mal auf einem Moped gesessen hat weiß, dass diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten gefährlich und unpraktisch sind. Und sie behindern ganz klar den freiwilligen Umstieg auf solche Fortbewegungsmittel. DAS wäre es mal Wert eine Diskussion in diesem Umfang zu führen.

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Neustädter_02 05.05.2019, 10:12
6. German Angst

Zitat von fehleinschätzung
wären alle Menschen vernünftig und gäbe es überall die gegeinete Infrastruktur, wäre es sicherlich überhaupt kein Problem solche und andere Sachen zuzulassen. Da dem aber nicht so ist und die Städte sich oft nicht trauen die notwendige Infrastruktur bereitzustellen, wird es zwangsläufig nichts. Ein großer Platz ist halt was anderes als 30cm Radweg + 50cm Fußweg - und genau dort werden die Unfälle sein und alle haben Recht...
Hier in Paris fahren die Dinger schon seit langem, die Fahrer verhalten sich manchmal ärgerlich, aber Riesenunfälle habe ich noch keine gesehen. Man hält sich eh nicht so besonders gern an Regeln, sondern jeder geht oder fährt, wann es die Verkehrssituation gerade erlaubt. Im Großen und Ganzen klappt das erstaunlich gut, Fußgänger, die im Beisein der Polizei bei Rot über die Straße gehen, Motorradfahrer, die auf dem Trottoir nach einem Stellplatz suchen, Elektroroller zwischen den Fußgängern - alles ein bisschen chaotisch, aber alles andere als lebensgefährlich.

In Deutschland fürchtet man sofort den Weltuntergang, wenn der Staat einmal eine Winzigkeit ein kleines bisschen ungeregelt bzw. die Polizei Fünfe gerade sein lässt...

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oldmani 05.05.2019, 10:16
7. Rücksichtnahme..

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Fahrradrowdys auf Spazierwegen gibts schon genug.von hinten schießen sie daher,wieder mal Glück gehabt,dass sich die Hundeleine nicht im Rad verheddert hat.
Mit den Elektro-Dingern wird sich das ganze noch verschlimmern

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quark2@mailinator.com 05.05.2019, 10:24
8.

Zitat von damic
Ausser irgendwelche technik nerds wird die Dinger wirklich niemand langfristig als ernstzunehmendes Verkehrmittel nützen. Sind zu langsam oder soll man sagen zu langsam zugelassen um dem Rad die Stirn zu bieten. Die Verkehrswende wird in den Städten sicherlich erst kommen, wenn es Irgenwann Verkehrspolitiker gibt, die nicht vor dem Karren der ohnehin nicht mehr zu rettenden Autokonzernen gespannt sind und jemand mal die Grundsatzfrage bearbeitet ob man den Platz in den Innenstädten für Fussgänger, e-roller, fahhräder, mehr busse, trams oder autos im Stau / auf dem Parkstreifen verwenden will. Da sehe ich momentan aber bei dem aktuellen Verkehrsminister und dieser Regierung schwarz. Vielleicht müssens die Städte selbst in die Hand nehmen
Vielleicht kommt die Neurowissenschaft ja bald dahin, uns eine Hirn-zu-Hirn-Schnittstelle zu verpassen und wir verwandeln uns von Individuen zu einem Schwarm, zu einer gemeinsamen Intelligenz. Solange es aber nicht soweit ist, möchten die meisten Menschen gern ihr eigenes Fahrzeug. Bei SPON gab es mal einen Artikel der darauf hinauslief, daß das eigene Auto für viele Jugendliche quasi ihre erste eigene Wohnung sei. Ich benutze selbst den ÖPNV und meine Füße, statt mit dem Auto rumzufahren. Aber mir ist auch klar, daß das ein asketisches Lebensmodell ist, welches für die Masse nicht taugt. Es mag sein, daß wir unser Auto demnächst nicht mehr vor der Tür parken, sondern im Garten und das es sich seinen Weg zu uns dann allein sucht, wenn wir es brauchen. Aber eine Welt ohne Autokonzerne sehe ich ehrlich gesagt nicht. Im Gegenteil - immer mehr und immer vermögendere Menschen bedeutet auch mehr Verkehr, mehr Fahrzeuge, reichere Autokonzerne. Was wir brauchen, sind wirklich ökologische Treibstoffe. So ein eScooter ist nicht ökologisch, wenn der Strom aus Kohle kommt und er ist sogar ungesund, wenn er das Laufen ersetzt.

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intercooler61 05.05.2019, 10:25
9. Des Rätsels Lösung?

Ich war zunächst einigermaßen konsterniert darob, dass Debatten zu diesem Thema meist schnell in eine Art Glaubenskrieg münden, in dem rationale Argumente aus Fahrphysik und Unfallforschung mit dem vorgeblich drohenden Niedergang des Abendlands gekontert werden. Inzwischen glaube ich aber, das dahinterliegende Missverständnis identifizieren zu können.

Zwei technisch benachbarte Beispiele mögen das verdeutlichen:

1. Echte E-Scooter (elektrische Motorroller) sind ein praktisches und lokal emissionsfreies City-Mobil - nicht nur für die letzte, sondern für jede Meile, und sogar bei Nässe halbwegs gefahrlos zu bewegen. Man kann darauf sitzen, auch zu zweit, und neben Daypack oder Aktentasche auch kleinere Einkäufe sicher verstauen. Als Leichtkraftrad mit 80 km/h Vmax kein Verkehrshindernis und auch für manche Berufspendler geeignet. Das Unfallrisiko ist wohl rund 5x so hoch wie beim Pkw; dafür sind Kosten und ökologischer Impact deutlich geringer.

2. Unmotorisierte Tretroller und Kickboards (ich hab' selbst eins) sind Schönwetter-Gefährte für fußläufige Entfernungen. Mit ca. 4 kg lassen sie sich einfach zusammenklappen, in der Hand tragen und so überall mitführen. Realistisch erreicht man um 10 km/h, spart also etwas Zeit. Jederzeit fahrbereit ohne Aufladen, null Emissionen, null Sondermüll. Allerdings braucht man _etwas_ Übung und Kondition, um zügig voranzukommen und Stürze oder Kollisionen durch schnelles Abspringen zu vermeiden.

Motor und Akku an einem Tretroller machen die genannten Vorzüge zunichte: 10-20 kg trägt man nicht mal eben wie eine Handtasche, und sie lassen sich auch nicht mehr per Absprung "auf der Stelle" stoppen. Hoher Schwerpunkt (incl. Fahrer) und kurzer Vorbau verhindern eine sturzfreie Vollbremsung, während die Empfindlichkeit gegenüber Fugen und anderen Unebenheiten hoch bleibt.

Vorteile? Keine nennenswerten, außer dass man diese Missgeburt verbal unter "E-Mobilität" subsumieren und vielleicht(!) zu Geld machen kann. Und da liegt (glaube ich) der Schlüssel: Das bloße Auftreten des _Begriffs_ deaktiviert den Verstand und löst den Glaubenskrieg aus.

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