Forum: Netzwelt
E-Scooter im Stadtverkehr: Gegenwehr aus Gewohnheit
Jens Kalaene / DPA

Das Geschimpfe und Getöse gegen E-Scooter ist typisch deutsch: Neues wird erst einmal pauschal abgelehnt, notfalls unter Verdrehung der Tatsachen.

Seite 2 von 31
KickIt 17.07.2019, 17:01
10. Interessanter Aspekt

Man ertappt sich in der Tat selbst dabei, den E-Scooter wegen der Unfallgefahr kritisch sehen, anstatt hier über das Auto nachzudenken. Allerdings kommt m. E. im Artikel der Aspekt zu kurz, dass sich der Fußgänger, Radfahrer, Scooter und Rollstuhlfahrer häufig einen gemeinsamen Rad-/Fußweg teilen müssen. Da kann es bei 20km/h auch ganz ohne Auto hässliche Unfälle geben. Einen 20km/h schnellen und - mit Fahrer - 150kg schweren Rollstuhl möchte ich mir da gar nicht vorstellen. Mit entsprechender Infrastruktur wäre das aber sicher gut machbar.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
klaus.gorsler 17.07.2019, 17:02
11. neulich gesehen , eine erfindung von 1916

lady norman on her krupps scooter in 1916 #scooter #norman #timing #hyperhyper

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ganzeinfach 17.07.2019, 17:03
12. Endlich gibt es Platz für moderne 2-Rädchen

Führte man das Tröpfchenzählsystem ein (an jeder Ampel wird nur 1 Fz pro 10 E-Scooter durchgelassen), was so dem Footprint der Mobilitätsbenutzer auf gleicher Fläche bedeutet, dann gibt es plötzlich Fortkommen ohne Ende und endlich den benötigten Platz sprich Freiheit für alle.
Im Notfall kann immer noch ein Turbo für die "Kleinen" geschaltet werden. ganzeinfach

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Barfüsser 17.07.2019, 17:03
13. Klar,

wir böse Inovationsfeindliche Deutsche sind wieder am Mäkeln gegenüber diesem tollen neuen Fortbewegungs Mittel.
Herr Lobo, ein Blick nach Paris und Ihrem Artikel geht schnell die Luft aus:

"E-Scooter-Plage in Paris
Rund 20.000 Leih-Tretroller fahren mittlerweile durch Paris. Die Bürgersteige sind zu Hürden-Parcours geworden - auch deshalb glaubt nicht mehr jeder an den Mehrwert der Roller. Die Stadt will nun für Ordnung sorgen."
Und noch ein Satz aus dem Artikel:

"'Über Neues beschweren sich die Franzosen immer erstmal'"

https://www.dw.com/de/e-scooter-plage-in-paris/a-49276068-0

Beitrag melden Antworten / Zitieren
noch_ein_forenposter 17.07.2019, 17:03
14.

Vielleicht wäre es besser, mal rational an die Thematik heranzugehen und insbesondere die Erfahrungen anderer Länder einzubeziehen, statt daraus eine pseudo-philosophische Frage aufzubauen. E-Scooter sind schlichtweg technischer Unfug: Extrem hoher Schwerpunkt, winzige Räder mit der Gefahr auch an kleinen Schlaglöchern hängen zu bleiben und nach vorne wegzukippen. Das ist einfache Fahrphysik.

Abgesehen davon ist die Kollisionsgefahr mit PKWs eher gering, da die Leute im E-Scooter eher auf dem Gehweg als auf der Straße fahren, wenn kein Radweg da ist.

E-Scooter-Fahrer gefährden sich in den meisten Fällen schlichtweg selbst. Das hat eine Studie aus Austin, Texas herausbekommen. Dazu kommt noch, dass es in mehr als der Hälfte der Unfälle zu Kopfverletzungen gekommen ist - siehe Fahrphysik.

Die Fahrphysik von Fahrrädern ist da übrigens eine ganz andere - und wesentlich stabilere.

Äpfel -> Birnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon_4_me 17.07.2019, 17:05
15. Mikromobilität?

Den Begriff habe ich nicht verstanden. Sind das sehr kleine Wesen, die sich fortbewegen? Oder normal große Wesen auf winzig kleinen Beförderungsmitteln? Oder klitzekleine Entfernungen, die die einen mittels der anderen zurücklegen? Oder geht das wie früher bei uns auf dem Land um so erwas wie die in der nach den Verlockungen des Nachtlebens dürstenden Jugend heiss diskutierte Frage, ab welchem Alter und bis zu welcher Promillegrenze man Traktor fahren dürfe (korrekte Antwort: 2,5)? Wahrscheinlich hätte ich die Kolumne ordentlich lesen sollen; ich wurde aber von dem ohrenbetäubenden Lärm eines in Tsing-Tau umfallenden Mofas abgelenkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
strixaluco 17.07.2019, 17:07
16. @sna

Ich frage mich, warum die Leute früher nicht verhungert sind, mit mehr Kindern als heute.
Ich erledige unseren Familieneinkauf jede Woche mit Rad und Anhänger, und gestern habe ich Bretter und Blumenerde per Rad vom Baumarkt in 10 km Entfernung, inklusive Hügel dazwischen, geholt. Das geht schon, auch wenn man wie ich klein und dünn und nicht gerade athletisch veranlagt ist. Das ist eine Willensfrage!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jöel L. 17.07.2019, 17:08
17. Ja, es gibt sie, die chronischen Bedenkenträger...

die jedes Haar in der Suppe wittern, bei denen Jaaa aaaaber schon über geht, bevor klar ist, um was es eigentlich geht. Aber es gibt auch penetrant begeisterten Vertreter einer Sache. Egal, ob es Eltern, Veganer, digital Natives, Auto- oder Radfahrer, Wanderer oder Mountainbikers sind sie sehen nur ihren eigenen Standpunkt und alle anderen sind Feinde. Beide Gruppen würde man manchmal am liebsten auf den Mond schiessen. Aber man muss irgendwie einen Kompromiss finden. Der muss meistens im Trennen der Geschwindigkeitklassen liegen. Autos sind schnell, was zwei Räder hat mittel und Fussgänger sind langsam. Die klassen brauchen getrennte Räume, sonst gibts garantiert Ärger. Und der Fussgängerbereich muss knallhart dem Langsamverkehr vorbehalten bleiben. Solange sie Fussgängertempo einhalten stören da auch Fahrrädeder und Scooter nicht. Aber im Fussgängerbereich müssen die Träumer, die Behinderten, die Geistesabwesenden sicher sein und unmotivierte Schlenker vollführen dürfen. Leute, die das Gefühl haben, sie können auf dem Bürgersteig herumflitzen, wie es ihnen gefällt, gehen mir auch gehörig auf den Beutel. Denen sollte man gnadenlos ihre fahrbaren Untersätze wegnehmen. Dann haben auch die Bedenkenträger keinen vernünftigen Grund mehr zum Rummotzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
noch_ein_forenposter 17.07.2019, 17:08
18.

Ganz vergessen: Thema "Ergänzung zum ÖPNV". Kein Mensch, der seinen Geldbeutel im Griff hat, wird regelmäßig einen E-Scooter dazu nutzen, die "letzte Meile" zum oder vom ÖPNV zu fahren. Das ist bei Tarifen von 1 Euro + 15 Cent / min einfach viel zu teuer. Da ergänzt sich gar nichts. Im Wesentlichen ist das ein Fortbewegungsmittel für Touristen. Das hat sich auch in anderen Städten gezeigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kmotion 17.07.2019, 17:10
19. Wenns denn der Autovermeidung dienen würde...

Lieber Herr Lobo, ich erkenne als Vielfahrradfahrer tatsächlich eine SINNFREIE Zusatzbelastung der ohnehin schlechten (Fahrrad-)infrastruktur.

Man kann nur jeden Denkansatz gutheißen, der die jetzige Verkehrssituation in Frage stellt. Mikromobilität gehört mit Sicherheit dazu. Nur: diese E-Tretroller dienen nicht der Mobilität. Nicht in dem Sinne, dass Alltagswege damit zurückgelegt werden und so die Belastung durch den Autoverkehr gemindert wird.
Sie dienen in Berlin zum allergrößten Teil der Touristenbespaßung. Zwischen Alexanderplatz und Bellevue reihen sie sich in Gaudis wie Trabbitours oder Minihotrods ein. Allerdings sind die Nutzer deutlich unvorhersehbarer weil nicht in Gruppen geleitet sind.
Sie meinen, in Berlin-Disneyland heitere Abenteuer zu erleben. Dabei vergessen sie oft sämtliche anderen Verkehrsteilnehmer um sich herum.

Die Ablehnung dieser Roller entspringt also nicht der Macht der Gewohnheit, sondern aufmerksamer Beobachtung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 31