Forum: Netzwelt
E-Scooter im Stadtverkehr: Gegenwehr aus Gewohnheit
Jens Kalaene / DPA

Das Geschimpfe und Getöse gegen E-Scooter ist typisch deutsch: Neues wird erst einmal pauschal abgelehnt, notfalls unter Verdrehung der Tatsachen.

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phg2 18.07.2019, 14:17
250.

So wie Autofahrer (ganz besonders LKW Fahrer) auf Rad- und Scooterfahrer aufpassen müssen müssen Sie auf Fußgänger aufpassen.

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dw_63 18.07.2019, 14:30
251. Vielleicht hilft ihnen das weiter

Zitat von Bondurant
das ist für eine Gerfahrenanalyse zu kurz gegriffen. Es gibt sehr viele verletzte alte Menschen, die von Fahrradfahrern mehr oder weniger zum Krüppel gefahren wurden, insofern sie nach dem Schlüsselbein- und Beckenbruch aus dem Krankenhaus entlassen nicht mehr fröhlich spazierengehen können, sondern an die Wohnung gefesselt sind. Darüber sollte man mal statistische Erhebungen anstellen.
"In der Unfallstatistik spielen Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern keine große Rolle. Rund sechs Prozent aller Unfälle, bei denen Radfahrer verletzt wurden, geschahen unter Beteiligung eines Fußgängers – und an circa 15 Prozent aller Unfälle, bei denen Fußgänger zu Schaden kamen, war ein Radfahrer beteiligt. Der Hauptverursacher eines Unfalls zwischen den beiden Verkehrsträgern ist in mehr als 60 Prozent der Fälle der Radfahrer. Ursachen sind v.a. Auffahrunfälle aufgrund von unangemessener Geschwindigkeit und spontanem Richtungswechsel. Die Unfallschwere ist in der Regel gering, da durch die im Vergleich mit Kfz niedrige Geschwindigkeit und das geringe Fahrzeuggewicht die im Falle eines Aufpralls freigesetzte kinetische Energie begrenzt ist. Das Verletzungsrisiko liegt jedoch eindeutig bei den Fußgängern. "

Aus:
https://nationaler-radverkehrsplan.de/sites/default/files/forschung_radverkehr/for-i-09.pdf

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rennflosse 18.07.2019, 14:38
252. Verboten?

Zitat von benmartin70
Soweit so gut und Zustimmungswürdig. Allerdings nur solange niemand geschädigt wird...? Und da soll das geile Auto wie nochmal reinpassen...? Abgase, horrender Platzverbrauch, Lärm... von der Gefahr für andere mal ganz abgesehen.
Die Gesetzeslage ist eindeutig. Der Besitz von Kraftfahrzeugen ist erlaubt, weil unter der Voraussetzung der entsprechenden Fahrerlaubnis niemand geschädigt wird.

Abgase: Stellt keine Schädigung dar.
Horrender Platzverbrauch: Keine Schädigung,
Lärm: Unterhalb des erlaubten Pegels keine Schädigung. Der Gesetzgeber erlaubt erstaunlicherweise sogar Klappenauspuffe.

Für den Fall einer Schädigung bei Unfall ist der Fahrzeugführer schadenersatzpflichtig und muss deshalb eine Kfz.- Haftpflichtversicherung abschließen. Darüber hinaus sehe ich kein Problem.

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benmartin70 18.07.2019, 14:52
253.

Zitat von rennflosse
Die Gesetzeslage ist eindeutig. Der Besitz von Kraftfahrzeugen ist erlaubt, weil unter der Voraussetzung der entsprechenden Fahrerlaubnis niemand geschädigt wird. Abgase: Stellt keine Schädigung dar. Horrender Platzverbrauch: Keine Schädigung, Lärm: Unterhalb des erlaubten Pegels keine Schädigung. Der Gesetzgeber erlaubt erstaunlicherweise sogar Klappenauspuffe. Für den Fall einer Schädigung bei Unfall ist der Fahrzeugführer schadenersatzpflichtig und muss deshalb eine Kfz.- Haftpflichtversicherung abschließen. Darüber hinaus sehe ich kein Problem.
Es hat keiner von verboten gesprochen (noch nicht).
Wird schon noch kommen, keine Angst.

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santoku03 18.07.2019, 14:56
254.

Zitat von benmartin70
Sie haben den Artikel nicht gelesen. Es werden mehr Fussgänger durch PKW verletzt, behindert, getötet. das war die Aussage. Aber das heilige Blech darf ja nicht in Frage gestellt werden.
Habe ich. Er listet akribisch die ihm bekannten Kritikpunkte in einer Punkliste auf. Gefährdung von Fußgängern ist nicht darunter.

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ancoats 18.07.2019, 14:58
255.

Natürlich wird es einen Paradigmenwechsel in der Mobilität geben - aus simpler Notwendigkeit des So-geht-es-nicht-mehr-weiter - und der hat auch schon begonnen, zumindest in reflektierteren Köpfen. Dieser betritt allerdings (und zu Recht) vor allem unser Verhältnis zum (Privat-)Auto und die damit verbundenen Nutzungsgewohnheiten, und er ist vor allem eine Sache der urbanen Zentren. Schon jetzt kann man mindestens als Städter diesen Paradigmenwechsel nämlich problemlos leben: Privatauto abschaffen, Fahrrad anschaffen, von mir aus auch ein Elektro-Mofa, vielleicht ein Spaß-Mobil wie den E-Scooter for fun, dazu Umweltjahresticket für den ÖPVN kaufen, Bahncard kaufen, anständige Schuhe kaufen, weiterhin: für Ausflüge / Urlaubsreisen per Auto selbiges mieten/leihen, dito Fahrräder etc. am Urlaubsort, wenn die eigenen Utensilien zuhause bleiben müssen. Ist alles bequem drin, wenn man die direkten und indirekten Kosten eines eigenen Autos einspart. Flankierend, weil ja keiner mit Veränderung anfangen will, während der andere es einfach lässt, müssen - ja, tatsächlich - auch individueller Verzicht (oha...) und insbesondere seitens der Politik Restriktionen und ggf. auch Verbote her, denn sonst wird das nix oder nicht schnell genug. All dieses geht weitgehend ohne den ganzen aktuellen "Plattformisierung"-"Mikromobilität"- digital Irgendwas-Hype, und ohne dass ökonomisch wenig nachhaltige "Start Ups" den öffentlichen Raum massiv mit Elektrokrempel vollstellen, für dessen Benutzung obendrein vergleichsweise horrende Gebühren erhoben werden - vom potentiellen Datenabgreifen mal ganz zu schweigen. Kurz und gut: da müssen schon noch bessere Argumente kommen, um mich zu überzeugen, dass es sich bei den aktuellen Ausformung der neuen Mobilität um innovative und zukunftsfähige Konzepte geht, die diesen Paradigmenwechsel signifikant beschleunigen können. Im Moment sieht es eher nicht so aus. Im Moment wären andere Dinge (z.B. Rückdrängen der Autos aus Innenstädten, Ausbau der Rad- und Businfrastruktur) weitaus dringender angeraten und auch effizienter.

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santoku03 18.07.2019, 14:58
256.

Zitat von loncaros
Man bringt den Menschen 6-7 Jahre lang bei, dass sie ihr Fahrrad auf dem Gehweg fahren müssen, und dann sollen sie damit von heute auf morgen aufhören. Und dann wundert man sich über das Ergebnis. Als Vielfahrradfahrer ist es übrigens völlig normal, von Autofahrern von der Fahrbahn runter auf die Gehwege genötigt zu werden. Hupen, enges Überholen, Schneiden. Und das highlight 2019: Ein Taxifahrer, der sich neben mich gesetzt hat um mich über seinen Fahrgast hinweg anzubrüllen, von der Straße zu verschwinden. Rechts verlief ein mit Zeichen 239 markierter Gehweg. Das passiert mir als 197cm großen, durchtrainierten Mann mehrmals im Monat. Ich will gar nicht wissen, wie niedrig die Hemmschwelle bei zierlichen Frauen auf dem Fahrrad ist. Die ganze Debatte über Gehwegradler ist Täter-Opfer-Umkehr. Niemand fährt freiwillig und gerne über diese unebenen Hoppelpisten, die alle 10 Meter für eine Einfahrt abgesenkt werden.
Und Sie finden es also normal, mit dem Rad vor Autos auf den Gehweg zu flüchten und dort Fußgänger zu nötigen, auf die Fahrbahn auszuweichen?

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Margaretefan 18.07.2019, 15:00
257. Trotz StVO gibt...

...es genügend Autofahrer, die eklatant gegen sinnvolle Vorschriften verstoßen. Wieviele Menschen sind durch illegale Rennen in Städten getötet worden? Das Autofahren in nicht wenigen Innenstädten zu verbieten, wäre sinnvoller als Scooter zu reglementieren. 130 km/h auf Autobahnen würde nicht nur der Umwelt helfen, denn gerade Geschwindigkeiten über 130 km/h bedürfen einer sehr hohen Energiezufuhr. Häuslebauer müssen so bauen und umbauen, dass wenig Energie verbraucht wird. Glühlampen sind verboten worden, weil sie zu viel Energie brauchen. Mit dem Auto 250 km/h zu fahren und dabei mehr als dreimal so viel Energie wie nötig zu verbrauchen, ist aber in Ordnung. In der Mittagszeit darf ich mancherorts den Rasen der Lärmbelästigung wegen nicht mähen, aber mit aufgedonnerten und zugelassenen Autos und Motorrädern, die teils einen Höllenlärm machen, darf ich zu jeder Tages- und Nachtzeit durch diese Wohngegenden fahren. Die deutsche Regelwut, ist manchmal echt bemerkenswert. Nicht nur, dass es kaum was gibt, was nicht in irgendeine Vorschrift eingeengt wird, oft ist es gradezu grotesk, was dabei herauskommt.

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Flari 18.07.2019, 15:04
258.

Zitat von wfa
E-bikes dürfen bis 45 km/h mitbeschleunigen und niemand verliert ein Auge. E-scooter beschleunigen in der Regel bis 25 km/h und alle verlieren den Kopf. Also wird ein Gesetz erlassen, das die populärsten E-scooter allesamt von der Straße verbannt. Außerdem muss man eine teure Versicherung abschließen. NICHTS davon gilt für Pedelecs oder Fahrräder. Das stinkt nach Korruption zugunsten der deutschen Konzerne, die mal wieder den Schuss nicht gehört hatten. Und die Versicherer verdienen auch kräftig mit. Die Asiaten werden noch in diesem Jahr die absolut gleichen Roller anbieten, die dann aber runtergeregelt sind - und vermutlich 100 Euro teurer für uns. Alles, was bleibt, ist weniger Spaß für alle und teure Versicherungen.
Sie vermischen einfach vieles zu einem Brei und das ohne Sinn und Verstand.
Für 45er E-Bikes besteht Versicherungspflicht, Helmpflicht, Führerscheinpflicht, Fahrbahnpflicht und eine Altersuntergrenze von 16 Jahren.

Für JEDES offene Kfz über 20 km/h besteht in DE Anschnall- oder Helmpflicht.
Die Helmpflicht wollte man für die E-Tretroller in DE vermeiden, man darf sie sogar schon ab 14 Fahren und das ohne Führerschein.
Nicht genug Ausnahmen?

Die Haftpflichtversicherer schliessen den Einschluss von Kfz in die private Haftpflicht ausdrücklich aus.
Wollen Sie Kfz völlig ohne Versicherungsschutz auf die Strasse lassen?

Scheuer und das Verkehrsministerium wollten den E-Tretrollern MEHR Freiheiten lassen, als jetzt schlussendlich dabei rausgekommen ist.
Eingeschränkt wurde das geplante Gesetz durch den Bundesrat, überwiegend durch Bundesländer OHNE Automobilindustrie.
Glauben Sie, diese Bundesländer wurden von VW, BMW, Daimler, etc. bestochen?
Steckt hinter allem, was IHNEN grade nicht passt Korruption?

Erst einmal müssen die China-E-Tretroller die ganzen anderen Vorschriften der neuen E-Kleinstfahrzeugverordnung erfüllen, um eine Zulassung zu erhalten, die Begrenzung auf 20 km/h ist da die kleinste Sache.
Die Billigstteile haben da eh keine Chance.

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Bondurant 18.07.2019, 15:11
259. Sind Sie sehr jung?

Zitat von Paddy (19)
Geben Sie mir einen Tipp: Wo dürfen die Scooter denn sonst fahren? ... und auf keinen Fall sollen sie auf dem Fußweg fahren, da die dauerhaft auf ihr Handy starrenden Passanten ja sonst ausversehen „über den Haufen gefahren werden könnten“. .
Das meine ich nicht als Vorwurf, ich vermute es einfach, weil Sie das Beispiel mit dem Handy wählen. Ich glaube, Sie können sich (noch) gar nicht vorstellen, dass ein Fußgänger einfach tief in Gedanken bei sich sein kann, ohne jedes Hilfsmittel, weil er eben nicht damit rechnen muss, dass auf die eine oder andere Weise zusätzlich angetriebene Verkehrsteilnehmer mit deutlich höherer Geschwindigkeit ihn der Gefahr eines Unfalls aussetzen. Das nimmt man Menschen weg, wenn man mit 20 km/h oder auch mit 15 auf Bürgersteigen unterwegs ist. Die meisten Menschen wissen überhaupt nicht, wie stark durch diese überhöhten Geschwindigkeiten der Raum für die anderen kleiner wird, bis hin zu massivem Dichtestress. Ich kann Ihnen aber keinen Tipp geben, wo Sie sonst fahren sollten, ich weiß nur, wo Sie - aus gutem Grund - nicht fahren dürfen. Bedaure.

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