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E-Scooter im Stadtverkehr: Gegenwehr aus Gewohnheit
Jens Kalaene / DPA

Das Geschimpfe und Getöse gegen E-Scooter ist typisch deutsch: Neues wird erst einmal pauschal abgelehnt, notfalls unter Verdrehung der Tatsachen.

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gehdoch 17.07.2019, 18:20
60. Absurd...

Bei dem Meckerbedürfnis der Deutschen bin ich bei Ihnen Herr Lobo.
Ich fahre seit über 10 Jahren mit der Bahn zur Arbeit und habe seit Ebenso langer Zeit ein Kickboard dabei fuer die erste und die letzte Meile...
So kommen täglich 6km zusammen.
Noch nie hatte ich einen Unfall oder knappe Situationen, weil ich damit natürlich auf dem Fußweg unterwegs bin. Noch nie hatte ich deswegen Ärger.
Seit E-Scooter unterwegs sind, bin ich im Laufe der letzten Wochen bereits dreimal dumm angemacht worden, dass ich ja wohl auf dem Fußweg nicht zu suchen hätte. Meine Anmerkung, dass ich ja nicht motorisiert sei und sehr wohl hier unterwegs sein darf.... Einmal ein verlegenes "ach so", zweimal "sie dürfen hier trotzdem nicht fahren"
Ich schwöre es, das ist mir in all den Jahren vorher nie passiert :)
Allerdings finde ich ebenfalls, dass E-Scooter auf den Fahradweg oder die Straße gehören. Viele von den Nutzern haben das Gerät einfach nicht im Griff und unterschätzen, Manövrierfähigkeit, Bremsweg und Tempo deutlich. Natürlich sind da Unfälle vorprogrammiert.
Schlimm finde ich, dass alles wieder mit der heißen Nadel gestrickt wird. Erstmal Fahradwege ausbauen, Infrastruktur anpassen, Regelungen für die Innenstadt finden und DANN.... Aber nein, es muss erst wieder Tote geben...

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larslindemann 17.07.2019, 18:21
61.

Zitat von sebtur
[...] Die meisten, die ich sehe fahren aber anständig. Würde sagen die Rowdyquote ist nicht höher als bei Radfahrern.
Der Quotient vielleicht nicht. Aber wenn zu den Radfahrern mit, sagen wir 10% "Rowdyquote", noch die Rollerfahrer mit der selben Quote kommen, sind insgesamt mehr Kloppies auf Rädern unterwegs.

Die Dinger sind mies, man hört sie kaum und auf einmal zischt irgendwas von hinten mit Schmackes an einem vorbei. Naja, Hauptsache wir diskutieren darüber, dass die vorsichtshalber `nen Helm tragen sollen...

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s.l.bln 17.07.2019, 18:23
62. Ich kann im Beitrag...

Zitat von grbxx
Heißt Fußweg weil man da zu Fuß geht. Da sind eh schon zu oft Radfahrer unterwegs, und die haben da ab dem 10ten Lebensjahr nichts verloren - außer sie schieben ihr Rad.
...nichts zur Fußwegnutzung finden und aus dem Gesetz ist das entgegen frühen Plänen ebenfalls verschwunden.
Daß es Leute gibt, die sich nicht dran halten, hat mit dem verwendeten Gerät nichts zu tun.
Es kommt auch niemand auf die Idee Fahrräder zu verbieten, nur weil es Leute gibt, die sie verkehrswidrig nutzen.

Was die deutsche Mentalität angeht, stimme ich Lobo vollumfänglich zu, den zweiten Teil mit der geliehen Mobilität in der vernetzten Zukunft teile ich nicht. Mobilität interessiert mich nur, soweit das verwendete Fahrzeug mir gehört. Will ich weder leihen noch verleihen.

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Stäffelesrutscher 17.07.2019, 18:29
63.

»In deutschen Köpfen verschmelzen "Ich bin es so gewohnt" und "Es ist prinzipiell richtig" bis zur völligen Nichtunterscheidbarkeit.«
Das scheint sich ja für die Benutzung eines Flugzeuges für Kurztrtips nach Kärnten erst kürzlich geändert zu haben.

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neurobi 17.07.2019, 18:30
64.

Zitat von MichaelundNilma
Angesichts zunehmender Meldungen über Unfälle mit Elektro-Tretrollern ruft der Bundesverkehrsminister zu einem härteren Durchgreifen auf. Bundesweit gab es schon knapp einen Monat nach der Zulassung von E-Tretrollern in Deutschland schon zahlreiche Kollisionen mit selbigen. Das sehen auch Ärzte in Notaufnahmen so. Insbesondere Fußgänger und Rollerfahrer seien dabei betroffen und trügen zum Teil schwere Verletzungen davon, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie. Nach Sascha Lobo ist das Geschimpfe und Getöse gegen den E-Scooter typisch deutsch. Nun in Madrid und Paris hat man inzwischen seine Lehren gezogen. Warum Scheuer trotz der Erkenntnisse über erwartbar schwere Unfälle mit E-Scootern die Einführung als Fortschritt feiert, bleibt sein Geheimnis. Wer etwas Lebenserfahrung hat, für den sind die schweren Unfälle eine Folge mangelnder Erfahrung und Voraussicht seitens des Herrn Scheuer. Besonders schlimm ist, daß man jetzt auch 14 Jährige mit einem gefährlichen Spielzeug, unnötig in Gefahr bringt. Angesichts der vielen Verkehrsverstöße mit Fahrrädern, auch durch Jurastudenten, kann ich Sascha Lobos Kolumne überhaupt nicht nachvollziehen. Offenbar hat er keine Kinder um die er sich Sorgen machen muß.
Sascha scheint mit seinem Betrag in schwarze getroffen zu haben, wie man an vielen Posts hier sehen kann.
Heute liest man von jedem tragischen E-Scooter Unfall irgendwo auf der Welt. In Paris verunglückt einer weil er den gleichen Fehler macht, wie viele Radfahrer zur gleichen Zeit, in B einer weil er meint irgendwo hin schauen zu können, statt auf den Fahrweg und in C einer weil er bei der ernsten Fahrt gleich übermütig wurde. Alles ganz gefährlich.

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didel-m 17.07.2019, 18:30
65. Flasch. Auch autonome Fahrzeugte sind genausoviel Autos, nur anders

Zitat von kuh
Wenn das Fahrzeug auf Zuruf kommt, die Menschen zu B bringt, und dann wieder verschwindet. Dann erledigt sich das mit dem Besitz von Autos, mit den verstopften Städten und Strassen und mit Unfällen (jedenfalls weitgehend).
Es ist genau der gleiche Gedankenfehler wie bei Car-Sharing. Sogar noch schlimmer: Es Fahren sowohl ge-chared als auch Autonome nun ständig hin und her auf der Suche nach Fahrgästen.
Das gilt sogar für einen extrem ausgebauten ÖPNV der auch noch die hinterste Ecke erreicht. Dieser ÖPNV wäre einen endlose Lawine von kaum besetzten Bussen im Sekundentakt.
Alle Utopie von weniger Autos und Bussen auf der Straße andere ist im Kern Mobilitätsverbot und damit Steinzeit.

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im_ernst_56 17.07.2019, 18:30
66. Im urbanen Raum ist die Zeit des privaten Autos vorbei?

Zitat von Corriere
Den Wochen-Einkauf für die fünfköpfige Familie schaffen Sie locker mit dem Lasten-Pedelec. Oder ist der bei Ihnen wesentlich schwerer als 100 Kilo? Und auch dafür brauchen Sie kein eigenes Fahrzug, auch für Lastenräder gibt es in Metropolen wir Köln bereits Sharing-Angebote. Bleiben für das Auto eigentlich nur noch Fahrten über größere Distanzen in den ÖPNV-freien ländlichen Raum oder bei extrem schlechtem Wetter. Und schon wieder brauchen Sie kein eigenes. Fahrzeug, denn dafür gibt es schon seit vielen Jahren Carsharing. Zumindest im urbanen Raum ist die Zeit des privaten Autos bereits vorbei.
"Zumindest im urbanen Raum ist die Zeit des privaten Autos bereits vorbei."

Das scheint sich noch nicht überall herumgesprochen zu haben. In meinem Kiez sind die ohnehin etwas engen Straßen immer noch beidseitig vollgeparkt. Und davon, dass die Autoindustrie mit akuten Absatzproblemen zu kämpfen hätte, habe ich noch nichts gehört. Und Baugenehmigungen sind immer noch an die Schaffung von Parkplätzen gebunden. Könnte es sein, dass Sie zu einer kleinen aber feinen Minderheit gehören?

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dominik_vogt2000 17.07.2019, 18:31
67. Richtig genau das.

Sehr guter Artikel. Volle Zustimmung von mir. Die Ablehnung gegenüber allem Neuen und die Verteidigung des Status-Quo ist eine allzu verbreitete Krankheit. Nicht nur in Deutschland.

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aviatore 17.07.2019, 18:32
68. Danke für diesen Artikel

Im Gegensatz zu den meisten Bedenkenträgern habe ich kürzlich in Paris das einfach mal für mehrere Tage ausprobiert.

Fazit:

- Idioten bringen sich überall und immer in Gefahr, egal ob zu Fuss, mit dem Fahrrad oder mit dem Scooter. Hat sonst nur nicht soviel öffentliche Aufmerksamkeit

- wenn sich die Erregung erstmal gelegt hat, wird es einfach Teil der Normalität werden.

Die Feindlichkeit ggü. Neuerungen wird der Industrienation Deutschland irgendwann merkliche Probleme bereiten.

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Athlonpower 17.07.2019, 18:33
69. Typisch Deutsch, immer fest die eigene Bequemlichkeit vorschieben

Zitat von SNA
und bis auf die Verteufeln des Autos bin ich völlig bei Herrn Lobo. Wochen-Einkäufe für eine fünfköpfige Familie kann man immer noch nur mit dem Auto einigermaßen effizient bewältigen.
Schon mal was von einem Fahrradanhänger gehört bzw. gesehen, mit den Dingern plus Rucksack kann man eine Menge mitnehmen, wenn man nur will, was hindert Sie mit ihrer ganzen Familie plus Fahrrädern und Anhängern gemeinsam einzukaufen und jeder nimmt seinen Anteil gleich selber mit nach Hause, Vati und Mutti mit Anhänger und der "Anhang" mit Rucksack plus Gepäckträger.

Es hindert Sie nur die eigene Faulheit und Bequemlichkeit, lieber stundenlang im Stau stehen und die Umwelt verpesten als seinen bequemen und faulen Hintern mal hochzukriegen und auch mal was für die Umwelt zu tun und nicht nur - wie die meisten Deutschen - zu reden.

So wird das auch nix mit Klimaschutz bzw. Umweltschutz, es wird in 50 Jahren geradezu höllisch auf Erden sein, jedenfalls im Sommer und für den größten Teil der Menschheit, die 50+ Grad Celsius in Australien und Indien sind ja schon der Vorgeschmack auf das kommende!

Im übrigen hat Herr Lobo mit der Verteufelung des Autos schon Recht, es gibt nämlich viel zu viele davon, ich schätze mal daß ca. 30 - 50% der Schrottkisten verschwinden müssen, dann haben nämlich auch Fahrradfahrer und andere alternative Fortbewegungsmittel wie E-Scooter endlich den Platz, den sie auch benötigen.

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