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Eifeldorf Eisenschmitt: So lebt es sich im Funkloch
DPA

Zwei Kilometer Auto fahren, um eine SMS zu bekommen? Während vielerorts schnelleres Internet gefordert wird, haben die Menschen im Eifelort Eisenschmitt nicht einmal Handy-Empfang. Der Bürgermeister fürchtet um die Zukunft des Dorfes.

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Jochenberlin 04.12.2015, 16:37
40. Nicht das einzige Dorf

Ich habe im Berliner Umland schon einige Male in kleinen, abgelegenen Orten kein Handynetz gehabt. Da es lt. den Kommentaren zu diesem Artikel ja anscheinend Lösungen gibt, in denen die Konzerne nicht mitzuspielen brauchen, sollte sich der Bürgermeister vielleicht mal in diese Richtung orientieren.

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EmilSonnemann 04.12.2015, 16:38
41. Und vor 97 Jahren hatten wir noch einen Kaiser ...

Zitat von frankfurtbeat
es gibt viele elektrosensible Menschen welche sich gegen die komplette Vertrsahlung nicht wehren können und das wäre der richtige Ansatz ... Persönlich würde ich - als Mobilfunknutzer - gerne in einem Funkloch wohnen und wenn man es richtig angeht kann man diesen seltenen Flecken in Deutscheland entsprechend vermarkten. Vor 25 Jahren hat das Leben auch ohne funktioniert - alles andere is nice2have aber sicher nicht überlebenswichtig. Also liebe Restbewohner denkt darüber nach welch Glück ihr eigentlich habt da ihr nicht zwangsverstrahlt werdet. Ganz zu schweigen von den Risiken welche anscheinend von dieser gepulsten Mikrowellenstrahlung ausgehen - von der Industrie werden derartige Themen unterdrückt bzw. mit fadenscheinigen Gutachten widerlegt.
"...
Vor 25 Jahren hat das Leben auch ohne funktioniert
..."

Was soll man das sagen?
Willkommen in der Gegenwart!

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Ganz zu schweigen von den Risiken welche anscheinend von dieser gepulsten Mikrowellenstrahlung ausgehen - von der Industrie werden derartige Themen unterdrückt bzw. mit fadenscheinigen Gutachten widerlegt.
..."

Es gibt keine einzige wissenschaftlich anerkannte Studie, die außerhalb der Aluhutträger, die von Ihnen vermuteten Gesundheitsrisiken belegen würde.
Da wird nichts unterdrückt, denn wer diese Risiken nachvollziehbar nachweisen könnte, wäre morgen ein Star auf Seite 1 aller Titelblätter und über Jahre ein gefragter Gesprächsteilnehmer in den Talkshows dieser Welt.

Das wird sie nicht überzeugen, aber fragen Sie doch einmal Vertreter der Rettungsdienste, wie viele Notrufe sie über Mobiltelefone erreichen und wie viele Menschenleben dadurch jeden Tag gerettet werden können. Selbst wenn Sie an Ihrer Verschwörungstheorie aus Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik festhalten, sollte die Mathematik Ihnen doch sagen, dass es einen Nutzen gibt.

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Plasmabruzzler 04.12.2015, 16:47
42.

Zitat von hbblum
Für Immobilienscout24 braucht man halt Internet!
Aber nicht zwingend per Mobilfunk. Festnetz reicht auch, wenn auch die Geschwindigkeit dort angeblich auch nicht sehr hoch sein mag.

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Plasmabruzzler 04.12.2015, 16:48
43.

Zitat von erdmann.rs
Sie müssen schon richtig lesen: in dem Artikel steht, dass dort n o c h 320 Menschen leben.
Sei's drum, habe ich mich verlesen. Aber am Kern der Aussage bleibe ich: wenn es so viele (20) leerstehende Häuser gäbe, warum werden nur 2 Stück inseriert? Kann man mit Leerstand Geld verdienen? Nein - doch wohl nur durch Verkauf und Vermietung. Und wer die Eifeler kennt, weiß, dass die jeden Pfennig/Cent einzeln umdrehen.

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Plasmabruzzler 04.12.2015, 16:50
44.

Zitat von Jens141243
.......da ist der Hund begraben, wer kauft den dort ein Haus ? Diese "Ecke" Deutschlands ist auf jeder Karte gelb markiert- und das steht für unerforschtes Gebiet
Wenn man nichts anbietet, kann man auch nicht verkaufen. Ob sich ein Käufer findet, wird sich dann zeigen. Von dem Ort aus ist es ja nicht weit bis Bitburg (25km), da gibt es noch weit entlegenere Dörfer in der Eifel.

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jstawl 04.12.2015, 16:51
45.

Zitat von Sleeper_in_Metropolis
Das ist das Schicksal vieler kleiner Dörfer, insbesondere in strukturschwachen Gegenden. Warum solche Ort künstlich am Leben halten und viel Geld dort versenken ? Solche Dörfer sterben ja nicht zufällig, sondern weil da keiner mehr wohnen kann und/oder will.
Sie merken wohl nicht die Krux an Ihrer Logik.

Natürlich könnte man etwas für die Struktur tun, Anbindung, lokale Wirtschaft unterstützen, Handynetze ausbauen. Dann würden die Menschen nämlich nicht wegziehen. Es gibt viele Dörfer in meinem Kreis, die derzeit sogar wieder in der Größe zunehmen. Gute Anbindung, DSL 50000, ne Kita... Wenn man investiert, kann man den von Ihnen beschriebenen Trend der Abwanderung stoppen. Und dementsprechend ist es tatsächlich nicht zufällig, dass die Dörfer sterben. Sie sterben, weil Politik und Wirtschaft sie verhungern lassen und nicht, weil das gottgegeben ist.
Politik und Wirtschaft konzentrieren sich einzig und allein auf die Ballungszentren, bis diese als einzige Inseln der Versorgung übrig geblieben sind.
Und dann wundert man sich, warum es zwar der sich auf diese Zentren konzentrierenden Wirtschaft immer besser geht, aber Hunderttausende von Wohnungen fehlen und man mit einer Million Flüchtlinge überfordert ist. Ich glaube, die Dörfer Deutschlands könnten locker 1 Million aufnehmen, aber dann wären die ja nicht zentral untergebracht, nicht zu kontrollieren und vllt. müsste man auch noch 15 km zur Arbeit fahren. Lieber 5000 in einen Flughafen, statt einzelne Familien in leerstehende Häuser.

Vielleicht ist das Problem der Urbanisierung einfach mehr ein Problem der Planung und Politik als ein Problem der Gesellschaft selbst. Warum wollen wir denn alle in den Städten leben? Weil es dort Dinge gibt, die wir auf dem Land nicht bekommen. Und warum bekommen wir sie auf dem Land nicht? Weil es sich zum jetzigen Zeitpunkt eben für die Großunternehmen nicht rentieren würde. Gibt man die Versorgung der Bevölkerung an private Unternehmen ab, begünstigt man die Urbanisierung und damit jegliche Probleme, die dazu gehören (Wohnungsnot, Ghettoisierung usw.).

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vogtnuernberg 04.12.2015, 16:56
46. Mmh, schon mal überlegt...

Zitat von Melvin
Willkommen im Club. Bei uns auf der Schwäbischen Alb ist es auch nicht anders. Wir sitzen in einem Seitental des oberen Filstals und bei uns sind wir handytechnisch auch im Niemandsland. Die Gemeinde hat vor ein paarJahren aus eigenen Mitteln einen .....
Schon mal nachgedacht, dass bei Ihnen dafür die Häuser günstiger sind? Man kann nicht ALles auf Kosten der Anderen haben wollen ;-)

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vogtnuernberg 04.12.2015, 16:56
47. Psst

Zitat von gumbofroehn
... sollte da ein bisschen mehr einfallen, als sich mit Smartphone und weinerlichem Gesichtsausdruck vor ein Ortsschild zu stellen. Wenn die Einwohner des Ortes sich in einem Verein organisieren, lässt sich das finanziell sicher stemmen, dass man mit einem Anbieter den Ausbau über eine Kostenbeteiligung regelt. Wenn dafür das bürgerschaftliche Engagement nicht reichen sollte, dann hat der Ort wohl nicht zu Unrecht eine schlechte Prognose.
Pst, dann müsste der Bürgermeister ja selber handeln, statt sich A14 besolden zu lassen und ansonsten kaum etwas zu reißen.

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vogtnuernberg 04.12.2015, 16:58
48. Na ja, schon klar, kennen Sie nicht mehr.

Zitat von alsterherr
Wie schön ... und egoistisch! Bis Sie bei einer Wanderung in der Umgebung mit ihren liebsten nach einem Unfall keine Hilfe holen können, weil es, welche "Wohltat", keine Handynetz gibt.
Ähm, dazu gibt es im Ort doch Festnetztelefone...

Na ja, schon klar, kennen Sie nicht mehr.

Was machen Sie denn, wenn Sie im tiefsten Schwarzwald einen Unfall haben beim Wandern? Da gibt es auch kein Handynetz oder in den Alpen.

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jstawl 04.12.2015, 17:10
49.

Zitat von dr.joe.66
Willkommen in der Realität! Deutschland wird von 82 auf 55 Mio. Einwohner schrumpfen. Aussterbende Dörfer wird es in Zukunft viele geben, fast immer weil die Infrastruktur nicht ausreichend ist und/oder Jobs fehlen. Vielleicht sollten die Politiker der betroffenen Dörfer, Städte und Kreise sich mal fragen, was sie heute tun können und sollten um dem Trend entgegen zu wirken. Und dafür bei denen nachfragen, deren Bevölkerung wachsen wird. Wer mal bei www.demografie-portal.de stöbert, sieht, dass nicht nur München und Umgebung wächst sondern auch ländliche Kreise in Norddeutschland. Offenbar machen die etwas richtig...
Die Zahl 55 Mio findet sich mittlerweile in keiner einzigen Demografie-Berechnung mehr, die ich kenne und ich beschäftige mich mit dem Thema dienstlich seit Jahren.
Das waren die Minimalzahlen, die man angesichts der niedrigen Zuwanderungszahlen in den 2000ern angenommen hatte für das 22. Jahrhundert.

Angesichts der derzeitigen Zuwanderungswogen wird die Zahl wohl kaum unter 70 Mio sinken in diesem Jahrhundert.

Übrigens ist es wohl kaum die Leistung einzelner Kreise, wenn eine Region aus 40-50 Kreisen positive Demografie-Prognosen hat. Das hat dann übergreifendere Gründe.

Dörfer brauchen vor allem eines: Infrastruktur.

Erreichbarkeit ist und bleibt das A und O. Dörfer, die an Bundesstraßen und Autobahnen grenzen, wachsen immer noch, zumindest wenn es im Umkreis von 50 km auch Arbeitsplätze gibt. Habe letztens Bevölkerungszahlen von 1987 je Ortschaft gefunden und mit heute verglichen. Von 84 Ortschaften wuchsen 21 an. Alle 21 hatten innerhalb von 5 km eine Bundesstraße oder Autobahn in der Nähe. Von den restlichen 63 nur noch 8.

Und jetzt erzählen Sie mir bitte, wie Dörfer oder Gemeinden Einfluss auf Bundesstraßen-Ausbau-Maßnahmen nehmen können.

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