Forum: Netzwelt
Einen Monat Datenschutz-Grundverordnung: "Wir nennen uns nur noch Callcenter"
DPA

Seit einem Monat kommen die neuen Datenschutzregeln der EU zur Anwendung. Noch herrscht häufig Unklarheit und viele sind verunsichert. Das bekommen auch die Datenschutzbehörden zu spüren.

Seite 1 von 2
MatthiasPetersbach 25.06.2018, 11:21
1.

facebook und andere machen mit den Daten - ungestraft - was sie wollen.
Der Metzger mit dem Partyservice und die Arztpraxis muß einen Aufwand treiben, um nachzuweisen, damit sie mit den Aktionsbezogenen Daten verantwortlich umgehen. Verkehrte Welt - und Tummelplatz für Abmahngestalten.

Also Name, Adresse und Telefonnummer sind m.E. keine schützbaren Daten. Zig mal einsehbar und veröffentlicht. Warum auch nicht.
Die VERKNÜPFUNG von diesen mit Werbung, Information über Käufe usw - DA fängt das Problem an. Und das ist bei Verein, Handwerkerbetrieb und Metzger wohl unrealistisch - bei amazon, der Einkaufskarte usw wohl eher denkbar.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Odde23 25.06.2018, 11:26
2. Handwerker, Selbständige und Ärzte sind die Dummen

Handwerker, Selbständige und Ärzte sind die Dummen und müssen einen gewaltigen Dokumentationsaufwand betreiben und werden mit Strafen bedroht, die weit höher sind, als das was sie in ihrem ganzen Leben verdienen können. Gleichzeitig kann Facebook jetzt noch mehr Daten verarbeiten als zuvor, was ihnen vor der DSGVO noch verboten war per gerichtlicher Anordnung.

Das ist doch völlig krank. Wenn man hört, welchen Aufwand Handwerksbetriebe treiben müssen um DSGVO konform zu werden, aber faktisch mit den Daten weiter so verfahren wie bisher und Facebook, Google und Co jetzt erst richtig los legen können, dann stimmt etwas ganz gewaltig nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mhoram 25.06.2018, 11:28
3. Es ist beeindruckend ...

wie wenig sich auch große Unternehmen auf die DSGVO vorbereitet haben. Aus Interesse habe ich bei vier Unternehmen (jeweils mit einem jährlichen Umsatz von deutlich über 100 Mio. EURO, teilweise auch im Milliardenbereich) Auskunft über meine Daten nach Art. 15 DSGVO verlangt. Alle vier Unternehmen waren unvorbereitet, keines der Unternehmen hat auch nur halbwegs vollständige Daten innerhalb der Frist des Art. 12 DSGVO geliefert - die Form der Antwort gemäß Art. 15 Abs. 3 Satz 3 DSGVO wurde ebenfalls nicht eingehalten. Rechte der Betroffenen bringen keinen Umsatz und werden deshalb wohl gerne ignoriert...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
streckengeher 25.06.2018, 11:31
4. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint

Die DSGVO ist ein trauriger Meilenstein einer völlig außer Rand und Band geratenen Regulierungswut und gleichzeitig ein wunderbares Beispiel für den Schuss, der nach hinten losgeht. Eine eigentlich gut gemeinte Idee (mehr Schutz für die Daten der Bürger) verkehrt sich ins völlige Gegenteil. Die schwarzen Schafe der Branche werden weiterhin mit unseren Daten tun, was sie wollen - sie sind ja sowieso am Rande oder in der Illegalität tätig. Der Staat schnüffelt weiterhin völlig legal in allen meinen Bankkonten und Gesundheitsakten herum, denn das ist politisch gewollt und wird durch die DSGVO nicht verhindert. Die Datenkraken wie Facebook und Google werden Heerscharen von hochqualifizierten Anwälten beschäftigen, die ihr Datenmodell sicher durch alle Hürden schiffen, damit sie so weitermachen können, wie bisher. Am effektiven Datenschutz für die Bürger wird sich damit wenig bis nicht ändern. Dafür haben die ehrlichen Unternehmen, Unternehmer, Verbände und Websitenbetreiber nun einen noch nie dagewesenen bürokratischen Aufwand für blödsinnige Dokumentations- und Belehrungspflichten, der sie daran hindern, sich um ihr eigentliches Geschäft zu kümmern und sie international wettbewersunfähig macht, und nicht zuletzt existenzielle Angst vor völlig überzogenen Strafen und Abmahnanwälten. Chapeau, liebe EU, so schafft man sich Sympathien! Hat eigentlich mal jemand ausgerechnet, wie viele Wälder für all die Briefe abgeholzt werden mußten, die wir nun täglich bekommen, damit uns jeder versichern kann, wie sorgfältig er mit unseren Daten umgeht? Und wieviel Zeit und Strom es kostet, Millionen von DSGVO-Mails zu verschicken und all die Zwangsmeldungen zu Cookies und Datenschutzerklärungen zu erzeugen und wieder wegzuklicken?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
powerofvoice 25.06.2018, 11:33
5. Wer Hilfe zu den verklauselten ...

Vorgaben sucht, landet im Internet stets auf Seiten von Beratern und Anwälten, die damit Kohle machen wollen. Ich denke, dass man unter 250 bis 500 Euro, je nach Aufwand der Website, nicht davon kommt.
Dennoch kann ich auf der Vereinswebsite meine Fotos von feuchtfröhlichen Festen nicht mehr veröffentlichen, wenn sich zuviel buntes Volk unter diejenigen mischt, die mit Veröffentlichungen kein Problem haben. Da nützt auch ein Aushang an der Kasse mit Hinweis darauf, sich zu melden, wenn Fotos der Person im Internet nicht erwünscht sind, nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vaikl 25.06.2018, 11:55
6. Das Unwissen der Kommentatoren hier...

...über den tatsächlichen Sinn und die realen Konsequenzen der DSGVO für Kleinbetriebe ist so groß, dass es wohl noch einer großen Anzahl neuer Callcenter bedarf, um aufzuklären. Das Hauptproblem dabei ist nicht der Inhalt der Verordnung - der in den meisten Punkten schon seit Jahren Gesetz ist -, sondern die behördensprachlich bekloppt-holperige Darstellung und Vermittlung. Amtsdeutsch lässt sich anscheinend schwerer ausrotten als Schweinegrippe oder Cholera.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ulrics 25.06.2018, 12:24
7.

Wenn Email personenbezogen ist, dann gilt dies auch für Handynummer. Schluss mit Telefonterror durch "Meinungsumfragen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PeterMüller 25.06.2018, 13:06
8. Jetzt beschweren sich also die Beamten über Arbeit,...

... die Sie mit ihrer unsäglichen Untätigkeit bei der Gesetzveränderung (andere Länder haben über bestimmte Änderungen erreicht, dass dort das meiste vom alten Recht einfach weitergilt) verursacht haben. Schon putzig, diese Beamten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Scoremaker99 25.06.2018, 13:18
9.

Sperre 4 Beamte ohne Aufgaben in ein Haus und sie werden 1 Jahr später über Überlastung klagen plus einen Anbau und mehr Personal fordern...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2