Forum: Netzwelt
Einfluss auf die Gesellschaft: Radikal dank Facebook
REUTERS

Scheint es nur so, als ob derzeit immer mehr Menschen immer radikalere Positionen vertreten - oder ist es wirklich so? Aktuelle Studien legen nahe: Das Netz fördert gesellschaftliche Extreme.

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miss_moffett 25.01.2016, 15:54
90.

Obwohl ich FB täglich nutze, verspüre ich nicht den Drang, die AfD zu wählen oder Flüchtlingsheime anzuzünden.
Daraus schliesse ich jetzt mal einfach so, dass nicht FB die Radikalisierung vorantreibt sondern sich nur virtuell outet was schon immer da war.

Und der Ruf nach einem überwachender "Medienrat" oder "erzieherische Massnahmen" sind doch nur andere Bezeichnungen für die gute alte "Zensur".

Das wollen wir doch jetzt nicht ernsthaft fordern, oder?

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muellerthomas 25.01.2016, 16:01
91.

Zitat von Snozzlebert
Radikalisierung auf Facebook bzw durch Facebook halte ich für Unfug. Also ich hab noch nichts radikales in meinem Facebook Newsfeed gesehen. Scheinbar interessieren sich meine Kontakte auch nicht für Chemtrails, Verschwörungstheorien und auch keine Hass-Kommentare habe ich irgendwo gelesen. Wenn ich da mal reinschaue sind da Essensbilder, Urlaubsbilder, Selfies, Katzenvideos und aller möglicher anderer belangloser Kram. Ich denke mal so lange ich nicht auf die Facebookseite von PEGIDA,AfD oder NPD gehe wird das wohl nichts mit der Radikalisierung - aber da surfen die Meisten mich eingeschlossen gar nicht hin. Wenn sich Menschen momentan radikalisieren, dann liegt das wohl eher am Frust über die aktuelle Politik und die Berichterstattung der Medien.
Wenn Sie gar nicht erst auf diese Seiten gehen, geraten Sie auch gar nicht in die Gefahr, in einer entsprechenden Echokammer zu landen. Das ist aber nicht der Punkt. Wenn Sie glauben, "die da oben machen eh was sie wollen", oder die Lügenpresse verschweige die Wahrheit und daher nach entsprechenden Seiten suchen, werden Ihnen beim nächsten Mal schon etwas mehr von solchen abstrusen Seiten angeboten. Sie sehen sich bestätigt in Ihrer Meinung, surfen mehr auf solchen Seiten und bekommen beim nächsten Mal noch mehr VT-Seiten präsentiert,....

Das funktioniert bei sehr vielen Online-Angeboten so, teils durch den vorgegebenen Algorithmus, teils durch unsere eigene Entscheidung: Bei Twitter folgt man aus Interesse der AfD, dann bekommt man als Vorschlag vielleicht diverse Landesverbände der AfD angezeigt, dazu irgendwelche Pegida-Twitterer. Folgt man davon wieder ein oder zwei Leuten, kommen neue entsprechende Angebote.

Bei Amazon ohnehin: " Ähnliche Artikel wie die, die Sie sich angesehen haben" oder "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch"

So baut man sich selbst nach und nach die Kammer, ohne es wirklich zu merken.

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Spiegel Spass 25.01.2016, 16:03
92.

> Das Netz fördert gesellschaftliche Extreme.

SPON auch.

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Trouby 25.01.2016, 16:08
93.

Diese These habe ich als Internet-Dino bereits vor vielen, vielen Jahren aufgestellt Mittlerweile bewahrheitet sich das.

Hinzu kommt natürlich dennoch eine Politik, die den Bürgern wenig bis gar nichts erklärt, keinen Plan, kein Ziel hat und die Menschen im wesentlichen mit ihren Problemen alleine lässt.

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staxxxx 25.01.2016, 16:08
94.

Zitat von sozialminister
Das pöse pöse Internet wieder. Wo macht sich denn großartig der Hass breit? Die Facebook-Postings, die ihr exemplarisch hervorgekramt habt, können wohl kaum gemeint sein. Die haben kaum Upvotes. Es ist notwendig über Filterblasen im Internet zu sprechen, aber was ist denn mit den Filterblasen, die bei euch, der Weglasspresse, entstehen? Mit euren Nachrichtensperren, Verkürzungen, Hervorhebungen manipuliert ihr die öffentliche Meinung weitaus mehr als jeder Facebookfilter. Aber von euch wird wohl niemals auch nur der leisteste Hauch Selbstkritik zu hören sein. Das Internet muss von euch einseitig verteufelt werden. Nicht weil es Menschen radikalisiert, sondern weil es euer Geschäft kaputt macht. Und das ist auch gut so. Medien müssen demokratischer werden und nicht Wirtschaftsinteressen dienen. Der Spiegel in seiner heutigen Form ist durchaus eine Gefahr für unsere Demokratie.
90% ok; Einschränkung: Demokratie gibt's nicht. Demokratie ist das, was du deinem Kiind sagst, wenn es Abends schlafen soll.

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Trouby 25.01.2016, 16:09
95.

Zitat von MatthiasPetersbach
Was ein Wunder. Früher gabs nicht mehr Id*oten - aber die wussten nichts voneinander. Da sind die meisten von ihrem Umfeld in Schach gehalten worden oder sind da vergeblich angerannt. Heute gibts für jede, noch so bescheuerte Meinung irgendwo ne zählbare Menge, die sich unter "Gleichgesinnten" versammeln kann. Wenn man z.B. der Meinung ist, man dürfe seine Frau nur Dienstags schlagen, wird man irgendwo und irgendwann in den Tiefen der "social media" , bei ner Religion o.ä. Zustimmung finden. Und wenns in Timbuktu Hauptstraße 14 ist. Und schon hat der überdoofste Quatsch ne Relevanz.
Das bringt es auf den Punkt!

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kj.az 25.01.2016, 16:11
96. Ohhh !!

Zitat von wehrhaftergutmensch
Wie gut, dass wir eine repräsentative Demokratie haben, in der Funktionseliten in Parlamenten, Verwaltungen, Justiz und professionellen Medien (!!) das Rumoren und Brodeln dämpfen und populistische Exzesse domestizieren.
..das ist mir doch gaenzlich entgangen !
Vielen herzlichen Dank fuer den Hinweis !

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kevinschmied704 25.01.2016, 16:11
97. wir brauchen die feste ip!

Menschen müssen sich wieder Verantworten müssen, für das was sie erzählen und weiter geben. früher hatte man bevor man etwas sagte nachgedacht, um sich nicht den Unmut der Zuhörer ab zu kriegen. bzw. war immer klar das auch Quellenangaben und beweise die das erläuterte auch gewischt geben. im Internet war es auch mal so, das alle genau das verlangten, wenn einer was behauptete. heute ist das warum auch immer vergessen worden. also geht es nicht anders, wir brauchen die feste ip um den Menschen klar zu machen, das man sich für sein behauptetes verantworten muss.

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axel_roland 25.01.2016, 16:14
98. das stimmt schon

Natürlich haben soziale Netze den Negativeffekt einer Radikalisierung bei vielen sonst eher unpolitischen Zielgruppen: Wer sich früher über irgendetwas empören wollte musste ziemlich aktiv werden: Auf die Straße und Plakate hochhalten. Das haben dann ein paar hundert Leute gesehen und entweder Zustimmung oder Abneigung empfunden. Das gleiche tun soziale Medien - nur eben mit im Vergleich exponentieller Durchschlagskraft. Leider - denn dem Durchschnittsbürger liegt dummdreistes Zustimmen mehr als kritisches Hinterfragen der eigenen Ansichten.

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dritter_versuch 25.01.2016, 16:16
99. ja

Zitat von hoimar
muss es das Internet seit 1933 geben...
Ja, auch die Nazis missbrauchten damals die neuen Medien.
Nur waren das Volksempfänger und TV.

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