Forum: Netzwelt
Einfluss auf die Gesellschaft: Radikal dank Facebook
REUTERS

Scheint es nur so, als ob derzeit immer mehr Menschen immer radikalere Positionen vertreten - oder ist es wirklich so? Aktuelle Studien legen nahe: Das Netz fördert gesellschaftliche Extreme.

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dr.joe.66 25.01.2016, 17:08
140. soziales Regulativ

Zitat von guido.meister
Ich glaube diese Meinungen und Ansichten hat es auch schon vor facebook gegeben. Maßgeblich ist dass die Urheber sich jetzt aber trauen im Schutz der Anonymität mit diesen Meinungen auch an die Öffentlichkeit zu treten. Außerdem multiplizieren die sozialen Medien diese Ansichten. Was vor einigen Jahren am Stammtisch erzählt wurde haben maximal 5-10 leute gehört. Wenn heute das Gleiche auf facebook gepostet wird, können das Millionen von Menschen lesen. Dadurch wird es nur einer breiteren Öffentlichkeit bewußt. Was ja vielleicht auch ein Vorteil sein kann.
Sie haben Recht: Facebook hat Meinungen nicht erfunden, auch extreme Ansichten nicht. Aber Facebook multipliziert diese Ansichten nicht nur (oft im Schutze der Anonymität), sondern bei Facebook fehlt komplett das soziale Regulativ.
Am Stammtisch kann ein Vernünftiger (z.B. der Wirt) in die Diskussion einsteigen: "Hört mal Jungs, Ihr seid da auf dem Holzweg..." In Familien haben Eltern diese Rolle, in der Schule mal die Lehrer, mal der vernünftige Kumpel. Das klappt nicht immer, aber meistens. Man unterbricht sich vielleicht gegenseitig, vielleicht wird es laut und hitzig, alle reden gleichzeitig. Aber oft gibt es am Ende einen Konsens, inbesondere wenn man es schafft, einen Betroffenen anzuhören.

All das findet bei Facebook nicht statt. Man sitzt eben nicht zusammen. Niemand kann mich beim Schreiben dieses Kommentars unterbrechen. Niemand kann direkt nachfragen und mich vielleicht so zum Umdenken bewegen.
Im Netz wird nicht diskutiert, nicht geredet, es wird nur gepostet und gegen-gepostet. Auf einer Plattform für Millionen. Und das eben ohne jedes Regulativ.

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Peer Pfeffer 25.01.2016, 17:09
141. Fernhalten von Nichtjournalistischen Quellen

Deshalb halte ich mich fern von Facebook, Timelines, aber auch Blogs, denn man weiß bei professionellem Journalismus wenigstens, dass die Recherchen (i. d. R. ) gegengecheckt werden und man sich an den Pressekodex des dt. Presserates hält, Quellen eher seriös sind. Dennoch: Filterblasen entstehen natürlich auch, wenn man z. B. hauptsächlich nur ein Medium liest, sei es Welt, FAZ., taz oder auch SPIEGEL. Es wird Zeit für eine bessere Volks-Edukation über den Umgang mit Medien, dem Internet, Meinu gsbildung, Informationsbeschaffung und Einschätzung von Vertrauenswürdigkeit von Quellen. Meinetwegen auch durch die Bundeszentrale für politische Bildung via prominente und teure Werbekampagnen.

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Tapfer 25.01.2016, 17:12
142. Einfluss auf die Gesellschaft: Radikal dank Facebook

Zitat von hmtforfree
nicht afd,pegida,facebook lässt die leute radikalisieren sondern die antieuropäische politik von spd,cdu und grüne ...
Nein "nicht afd,pegida,facebook lässt die leute radikalisieren sondern die antieuropäische politik von spd,cdu und grüne ..."
Die Herrschaften sollten mal genau nachdenken. Monat für Monat kassieren sie sehr hohe Bezüge. Parlamente oft leer. Für den Bürger entsteht der Eindruck, die sind nur da, bei Abstimmung um Erhöhung der Bezüge. Viele Hinterbänkler ( Namen hörte man nie) mosern jetzt über alles.
Warum setzen die sich nicht in Bus und Bahn und fahren an die Basis der Flüchtlingsheime ? Halten Vorträge über deutsche Kultur und Benehmen. Viele Abgeordnete beherrschen deren Kultur und Landessprache.
Es gab mal eine Kultur mit Gastarbeiter. Es war eine schöne , freundschaftliche Integration und besteht auch heute noch.
Traurig, warum alle Abgeordneten, auch die Älteren das vergessen haben.

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Korken 25.01.2016, 17:14
143. Oje, schon die ersten Kommentare

Viele Kommentare haben das System Facebook nicht verstanden, wie schon die ersten zeigen. Auch da es Internet ja schon länger gäbe als Facebook & Co.

Nun, die "Interessensfilter" sind ihnen nicht bewusst. Die Leute denken tatsächlich, wie man in den Kommentaren liest, dass sie via Facebook ausgewogen informiert würden. Dabei basieren die News&Co. dort auf ihren Likes und bekannten Interessen, über die Facebook durch die ganzen Daten und Verknüpfungen Bescheid weiss. Die infos sind natürlich daher gefiltert und dann passiert, das, was der Artikel beschreibt! Das schlimme ist, die Leute ERKENNEN DAS NICHT einmal.

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stupamundi 25.01.2016, 17:14
144. Teilweise, teilweise....

Ich glaube nicht, dass sich Menschen, die vorher normal, im Sinne von, sind grundsätzlich bereit, die in einer Gesellschaft üblicherweise bestehenden Normen im direkten Umgang mit ihren Mitmenschen zu akzeptieren, sich durch die social media radikalisieren lassen. Es sind eher diejenigen, die ressentimentbehaftet, einer Welt gegenüberstehen, die komplex ist- und nicht mehr in einfachen Vokabeln erklärbar ist. Die fühlen sich darin verloren, in den social media treffen diese Verunsicherten auf Menschen mit den gleichen Ängsten. Wenn Gesellschaften auf der Kippe stehen, und anerkannte Wertesysteme besonders von den erklärten Eliten gebrochen werden, sind diese Menschen gerne bereit dem zu folgen, der ihnen ein einfaches Weltbild liefert. Dazu gehört immer auch die Abgrenzung zu einem "Anderen", der dann eine Sündenbockfunktion übernimmt. In den einschlägigen Foren kommt dann eine gewisse Gruppendynamik dazu, man überbietet sich, zum Glück, in den meisten Fällen, nur verbal- allerdings, dann, wenn diese Menschen auch im realen Leben zusammentreffen, und dann als Gruppe, Mob, agieren, besteht die Gefahr, das "Anheizer" die Stimmung schaffen, so das die Gruppe aktiv gewalttätig wird.

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cedebe 25.01.2016, 17:15
145. die aktuelle Entwicklung

ist nichts anderes als eine Art Gründung neuer Glaubensgemeinschaften. so weit ich informiert bin, hält sich eine Bibel jedenfalls auch nicht an journalistische Standards und die Religionen verbreiten alle fröhlich ihr ureigenes Filterblasen-Echokammer-Weltbild. So betrachtet ist fb nur ein neues Medium zur Gotteshuldigung. Ich will das alles gar nicht im Vergleich betrachten, sondern damit anmerken, dass die menschliche Gruppendynamik und der Wunsch, dazu zu gehören, nicht grade ein neues Phänomen sind. Jedes Dorf hat seine eigene Wahrheit. Heute kann man sich sein Dorf eben online zusammen zimmern.

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kj.az 25.01.2016, 17:18
146. Ich verstehe eines nicht,

Zitat von muellerthomas
Aha, aus Ihrer persönlichen Einstellungen schliessen Sie nun auf alle? Es behauptet doch auch niemand, dass jeder FB-Nutzer irgendwie rechtsradikal wird, oder?
und das ist, dass Ihre "muellerthomas"- Beitraege immer voll durchkommen. Ihre Kultur besteht wohl darin, immer nur oppositionell auf Kommentare einzudreschen.
Mit Argumenten, bei denen ich nicht mal mehr lachen kann: siehe z.B. die Kultur Amerikas (Popkultur / Anzahl Sternerestaurants in NYC..).
Bitte keine Belehrungen, ich lebe in Amerika - seit 21 Jahren.

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schumbitrus 25.01.2016, 17:19
147. Digitaler Schmetterlings-Effekt ..

Es wird dem Sachverhalt IMO nicht gerecht, wenn man so genannte Verschwörungstheorien mit einem nicht zu überhörenden Unterton der Arroganz unterlegt, z.B.:

-- Zitat:

Es gilt aber gleichermaßen für all jene, die jetzt plötzlich glauben, dass die deutschen Medien von der Bundeskanzlerin gelenkt werden, die wiederum von den USA ferngesteuert wird, die ihrerseits mit der "Migrationswaffe" Mitteleuropa destabilisieren wollen.

-- Zitat Ende.

Natürlich gibt es Grade der Absurdität, z.B. bei den Chem-Trails, ABER: Wer 2012 von einer globale, anlasslose Massenüberwachung durch NSA, 5-Eyes und natürlich auch den BND thematisiert hat, dem wurde damals (außer in Hacker-Kreisen ..) sofort der Alu-Hut aufgesetzt. Genau so konnte bis zum Diesel-Gate keine ernst zu nehmende Kritik am notorisch zu hohen Benzin-Verbrauch der Kfz machen. Es gibt Tabus wie etwa, dass der BND nach einem ungeschriebenen Gesetz nicht in illegale Bespitzelungen und Datenweitergaben verstrickt sein kann. Wer dieses Tabu in Frage stellt und aufgrund der Geheimhaltungsprivilegien des Dienstes Möglichkeiten des Machtmissbrauchs aufzeigt, der wird u.a. zunächst als Verschwörungstheoretiker diskreditiert.

Die Erfahrung aber, dass unkontrollierte Macht eben missbraucht wird, erzeugt Misstrauen und eine Wachsamkeit gegenüber der Ausdehnung von Machtbefugnissen. Wenn Frau von der Leyen z.B. populistisch mit (bezogen auf die Sache) vollkommen untauglichen Mitteln gegen die Darstellung von Kindesmissbrauch zu Felde zog, dann ist es nahe liegend, darin eher eine Zensur-Infrastruktur für die Content-Industrie zu erkennen, als dass man Frau von der Leyen hehre Absichten (und massive Unkenntnis) zubilligen konnte.

D.h.: Die von den Medien oft leichtfertig übernommenen Sprachregelungen aus der Politik und Wirtschaft führen - besonders wenn es Widersprüche gibt - zum Hnterfragen der Motive. Und ohne an Chemtrails glauben zu müssen: Intrigen und Lügen sind nun mal Teil unserer Realität.

Nur weil jemand Teil eines politischen Systems ist, macht ihn das nicht Immun - weder vor Machtmissbrauch, noch vor Lügen, noch davor, kritisch hinterfragt zu werden. Spontan fallen mir die lächerlichen Aussagen von Herrn Hinze ein, der den NSA-Skandal für beendet erklärte ..

Der Austausch über derartige "Unstimmigkeiten" erfolgt dann im Resonanzkörper des beschriebenen Echo-Raumes. Die Flügelschläge solcher Unwahrheiten erzeugen Resonanzen, die dann auch üble (rechte) Propaganda-Lügen an die Oberfläche der öffentlichen Wahrnehmung befördern.

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Bontainer 25.01.2016, 17:21
148. Brillianter Artikel,

kann nicht genug gelobt werden!

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MatthiasPetersbach 25.01.2016, 17:24
149.

Zitat von andraschek
Ich stimme Ihnen, in dem Punkt zu, dass es diese Menschen schon immer gegeben hat, aber meiner Meinung nach haben die es jetzt nur einfacher ein Publikum zu finden.
Hab ich doch geschrieben…..

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