Forum: Netzwelt
Empörung im Digitalzeitalter: Geschrei?! Wir verbessern gerade die Welt!
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Gefühlt wird sich im Netz ständig aufgeregt: "Shitstorm" und "Hexenjagd" hier, nerviger Tumult dort. Doch oft täuscht der erste Eindruck. Über das Geheimnis der Weltverbesserung durch soziale Medien.

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post.scriptum 19.07.2017, 19:09
30. Aushalten können ...

... muss man den Shitstorm als Betroffener schon. Nun hat Bundesjustizminister Maas auf den letzten Metern der ablaufenden Legislataturperiode sein Gesetz gegen Hass-Kommentare durch den Bundestag gepeitscht. Der wissenschaftliche Dienst des hohen Hauses hat ihm zuvor noch zugerufen: Grundgesetzwidrig! Doch Maas ließ sich nicht beirren, genauso wie er vor nicht langer Zeit noch die Meinung vertrat, die Ehe für alle bedürfe einer Grundgesetzänderung, jetzt plötzlich nicht mehr. Nun hat Maas sein Gesetz gegen die Internethetze durchgebracht, das in dieser Fassung wohl kaum Bestand haben dürfte. Auch die Politik sollte sich daran gewöhnen, dass die Zeit der Bonner Käseglocke vorbei und endgültig Geschichte ist. Gut so!

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hotgorn 19.07.2017, 19:11
31.

Zitat von murksdoc
Laut Internet sind die Ziele von ABA unter anderem, dass Autisten lernen, selbstständig zu lernen, selbstständig zu studieren und selbstständig die Toilette benutzen zu können. Dazu werden positive "Verstärker" wie Süssigkeiten, Geschenke, Freizeit etc. eingesetzt. Findet das gewünschte Verhalten nicht statt, werden diese positiven Konditionierer entzogen oder versagt. Negative Konditionierer wie Schmerz, Bestrafung etc. sind ausdrücklich in ABA nicht enthalten. Das ist zunächst einmal ganz normale Erziehung. Egal ob Kinder, Rekruten, Autofahrer oder Steuerzahler: alle werden mit positiven und/oder negativen Konditionieren zu einem bestimmten sozialverträglichen Verhalten gedrängt. Machen Sie einfach mal das Strafgesetzbuch auf, wenn sie eine Liste negativer Konditionierer sehen wollen. ABA ist offenmsichtlich die am meisten mit Erfolg praktizierte Therapie des Autismus. Über Kritik stolpert man ab und zu, geäussert von Autisten selbst, die meinen, Autismus sei keine Krankheit und mit ABA zu "Robotern" gemacht zu werden. Dazu muss man sagen: Wer es als erwachsener Mensch als "Freiheit" empfindet, nicht alleine die Toilette benutzen zu können, der zeigt, dass er wirklich krank ist und irgendeine Therapie benötigt. Das gleiche gilt für "Lernen", "Kommunikation" und "Studieren. Das gehört einfach zu einem Leben in einem sozialen System. Wer das nicht kann, der ist nicht "frei", sondern in seinen Möglichkeiten unnötig eingeschränkt. Wenn das aus der Förderung heraus ist, weil ein paar Empörte Shitstorms veranstalten, dann zeigt das, was aus dem Internet geworden ist: ein Kinderspielblase für Unprofessionalität, Berufsempörung und Desinformation. Wo da der Fortschritt ist, das will ich wissen.
Bei welcher Form des Autismus wird ABA angewandt. Autismus bedeutet nicht automatisch nicht das Klo selbstständig benutzen zu können. Sicher kann man jetzt nicht alles im Internet abhandeln. Kann mir aber gut vorstellen das sich mache Autisten angegriffen fühlten oder sogar schlechte Erfahrungen mit ABA gemacht haben.

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tom2strong 19.07.2017, 19:20
32. Das Leben der Anderen

Letztens wieder "Das Leben der Anderen" gesehen. Was für ein Film über den sich mühenden, vielleicht guten Menschen in einem krassen System. Durch die Überwachung jetzt und die Möglichkeiten in der Zukunft und im "nicht vollständigen überblicken können" welche Konsequenzen mein Tun und meine Meinungsäusserungen haben können (der Tritt nach oben mit Risiko) sehe auch ich die Weltverbesserungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Mut hilft trotzdem und wird doch oft belohnt.

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hotgorn 19.07.2017, 19:28
33.

Zitat von klaus_reuss
Was Sascha Lobo sagt, funktioniert vielleicht in Einzelfällen, in übergroßen Mehrheit der Fälle henau umgekehrt. Bei den Landtagswahlen in NRW und SH war Inklusion eines der wichtigen Themen. Und es waren nicht die Betroffenen, weder Schüler noch Eltern von Kinder, die in einer Inklussionsklasse waren, die in den sozialen Medien den Diskurs betimmten. Und Nachwahlbefragungen zeigten, Nichtbetreoffene sorgten für die Blockierung der Inklussion. Während schon vor Sozial Media Interessenverbände Einfluss nehmen konnten, ist es jetzt genau der Mob, der die Probleme vom Hörensagen kennt und Stimmung gegen die Betroffenen macht. Und ja, Wahlen sind geheim, beruhen aber auf Wahlzetteln. Jeder kann genau einmal abstimmen und genau da, wo er zuständig ist. Was in Sozialen Medien passiert, ist in etwa so, als könnte jeder, egal wo er wohnt und was er macht, bei den Betriebsratswahlen eines lokalen Unternehmens abstimmen. Oder bei den Bürgermeisterwahlen in einem Ort mit 1000 Einwohner in Bayern könnten die Einwohner von Düsseldorf oder Leipzig mitabstimmen.
Wenn jetzt ein Düsseldorfer mehr aus dem Länderfinanzausgleichstopf bekommt als ein Bayer gibt ja Rechenbeispiele in denen ein Stadtbewohner mehr wert ist als ein Landbewohner. Dann wird im 1000 Selendorf in Bayern ein Seehofer gewählt der auf den Tisch haut und einen Ordentlichen "Shitstorm" veranstaltet. Wenn der Seehofer nach dieser Aufgabe etwas korrupt wird und einen Großbauern bevorteilt kann er lokal wieder abgewählt werden.

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Agent0815 19.07.2017, 19:28
34. Das Ding wird nicht rund

Was mir dabei am meisten fehlt, ist der Hinweis darauf, dass die meisten sog. Debatten nur Scheindebatten sind. Wer hat denn schon die Zeit, alle Beiträge zu lesen, um dann auch tatsächlich eine Diskussion zu gestalten? Man müsste auf die meisten Beiträge eingehen. Aber nur als Profi-SML (Social-Media-Leser) ginge das wohl. Ich schreibe diesen Beitrag, aber werde in diese Runde nie mehr hineinlesen, weil mich dann wieder das echte Leben ruft. So dürfte es den meisten gehen. Und morgen ist das hier kalter Kaffee.

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Die gehörnte Ratte 19.07.2017, 19:37
35. Wenn ich mir die SJW in Amerika anschaue

frage ich mich ob der Schaden den nutzen überwiegt nichts ist schlimmer und rücksichtsloser als ein Mensch der glaubt für das vermeintlich richtige einzustehen. Fun fakt bei der NRW wahl war einer der größten AFD-wähleranteil Migranten (ja mir ist klar das die AFD keine Rechtsextremepartei sondern eine Rechtsliberale ist).

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Ignorant00 19.07.2017, 19:37
36. Warum?

Zitat von wolle0601
Was ist demokratisch daran, wenn lautstarke, aktivistische aber eben doch Minderheiten den Diskurs bestimmen - mit Oldschool-Medien oft in der Rolle nützlicher Verstärker-Idioten? Demokratie lebt letztendlich davon, dass sich die Spinner und Wichtigtuer zu Null addieren. Wenn sie stattdessen mit ihren Minderheitenthemen Dauerlärm verursachen, wird es gefährlich.
Natürlich muss es wichtig sein, das Minderheiten Lärm verursachen um die Mehrheitmeinung zu ändern! Das genau ist Demokratie! Wenn alles statisch wäre, bräuchte man weder Demokratie noch Wahlen! Wenn sich alles zu Null addiert und im dann noch nicht einmal ein Dsikurs zustand kommt, dann habe ich eine Diktatur des Bestehenden :-(

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pygmy-twylyte 19.07.2017, 20:50
37. Kommunikation braucht Regeln

Ich empfinde das Internet als Bereicherung: jederzeit können Informationen abgerufen werden und Menschen sich schnell und unkompliziert austauschen. Im Bereich der offenen und öffentlichen Kommunikation gerade auch über Social Media führt an der Einrichtung von Redaktionen, die für die Einhaltung der Netiquette geradestehen (also Hass, Hetze, Mobbing, Beleidigungen usw. verhindern), wohl kein Weg vorbei. Gibt es irgendeinen Grund, Social Media besser zu stellen als die klassischen Medien? Ich denke, nein. Jeder hat sich seiner Verantwortung bewusst zu sein. - Befruchtend finde ich Debatten, wenn der Kreis der Diskussionsteilnehmer eingeschränkt wird und dadurch überschaubar bleibt, die Beiträge nur eine bestimmte Länge haben (dürfen), z.B. 1000 Zeichen, weil sie dann auch gelesen werden, und die Veröffentlichung eines Beitrags nicht der Willkür eines wie auch immer politisch eingestellten Moderators unterworfen ist.

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shakidoo 19.07.2017, 21:04
38. SJW Hetze auch hier

Was ich zu dieser Gruppe alles im Netz an hasserfüllten Kommentaren lese erinnert mich an das Wort "Gutmensch". Da unterstütz ich lieber die " ach so Naiven" als die oftmals extrem abfällig schreibenden Gegner. Dasselbe mit den "Anti-Feministen". Überzeugt bitte mal mit mehr Niveau und nicht weniger ;)

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monopinion 19.07.2017, 21:08
39. Alles relativ

klar gibt es das Internet und Leute die sich an shitstorms beteiligen, aber die Meisten haben dafür m.E. keine Zeit. Die arbeiten und zahlen Steuern für die Alimetierung vieler anderer, die dann vielleicht Zeit haben sich bei einem shitstorm zu beteiligen.
@Sascha Lobo: Da Sie Intenetspezialist sind, könnten Sie mal analysieren wie die shitstormkommentare und shitlikes über den Tagesverlauf verteilt sind? Und falls Sie es interessehalber tun, würden Sie das Ergebnis auch neutral veröffentlichen?

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