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Ende der Netzneutralität: Telekom kündigt Internet-Maut an
DPA

Kaum hat das Europaparlament die Netzneutralität praktisch abgeschafft, nutzt die Telekom die Chance auf Profite: Anbieter, die eine besonders gute Übertragungsqualität wünschen, sollen künftig zahlen. Vodafone plant Ähnliches.

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Kaygeebee 29.10.2015, 17:18
50.

Jahrelang den Netzausbau bremsen, auf technische Sackgassen setzen (Vectoring und G.Fast) und dann noch dreist Sondertarife anbieten und Extragebühren verlangen... Ich sage nur: Netz wieder verstaatlichen, Telekom zerschlagen und die Verantwortlichen zum Teufel jagen.
Dass Dienste wie Telemedizin, automatisierte Verkehrssteuerung und selbststeuernde Autos nur vorgeschobene Gründe waren, war doch von Anfang klar. Jetzt weitet man diese Dienste auf alles aus, was im Internet beliebt ist. P2P Datentransfer? Wird entweder gedrosselt oder benötigt einen Zusatztarif. Wer niedrige Pings bei Onlinespielen will, der muss eine Zusatzoption buchen (gab es schon mal und nannte sich "Fastpath"). Und Streamingdienste wie Netflix, Amazon Instant Video, Hulu, Youtube usw. waren Anbietern wie der Telekom und Vodafone schon immer ein Dorn im Auge, da sie ihre eigenen Angebote ja fördern wollen (T-Home Entertain). Also werden wohl auch diese bald leiden, sofern die jeweiligen Unternehmen sich nicht freikaufen oder die Nutzer eine Sondergebühr bezahlen.

Im Grunde führt die Telekom jetzt das ein, was sie vor einigen Jahren mit ihren Volumentarifen einführen wollte: Ein Zwei-Klassen Internet, welches in jene teilt welche zahlen können und welche nicht. Wer auf die Überholspur will, der muss zahlen. Wer sich das nicht leisten kann (u.a. die zitierten Start-Up Unternehmen), der muss mit der wohl bald völlig verstopften nicht-Überholspur zurechtkommen. Also nicht wundern, wenn bestimmte Websites zukünftig unerträglich langsam werden. Selbstverständlich werden ihre eigenen Dienste immer auf der Überholspur fahren...

https://www.youtube.com/watch?v=AQTkUhjVUf4&ab_channel=alexanderlehmann

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dermaxohneeigenschaften 29.10.2015, 17:18
51. Gewöhnungseffekt

Wir haben eine zwei Klassen Gesellschaft - da kommen wir sicher auch mit einem zwei Klassen Internet klar.

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Thomas20151029 29.10.2015, 17:18
52. Kommt davon...

...wenn man Infrastruktur in private Hände gibt. Sowas gehört durch den Staat finanziert, gefördert und kontrolliert.

Wenn man das mit unseren Straßen machen würde und jedes größere Unternehmen, was sich ein Stück Straße leisten kann Maut verlangen würde, was gäbe das hier für einen Aufschrei.

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EinJemand 29.10.2015, 17:18
53.

Wie verlogen kann der Mann sein? Kleine Web-Startups brauchen keine Hilfe von der Telekom gegen Bezahlung dieses prozentualen Schutzgelds. Kleine Web-Startups nutzen und zahlen bereits jetzt für Server-Farmen, Content Distribution Networks, Storage-Dienste usw., mit denen sie Daten schnell ausliefern können. Die EU-Politik hat hier auf ganzer Ebene versagt. Sieg des bezahlten Lobbyismus.

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Landshuter 29.10.2015, 17:19
54. Der

Mit einem Digitalkommissar Günther Oettinger hat man den Bock zum Gärtner gemacht.
Was zum Geier qualifiziert diesen Herren eigentlich für seine Aufgabe?

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seeledestigers 29.10.2015, 17:19
55. Stichwort

...halt eine Aktiengesellschaft. Diese kennen keine Moral oder Ethik, sondern nur Gewinnmaximierung. So läuft das halt heutzutage. Und wenn der Kunde sich nicht wehrt, ist er -juristisch gesehen- selber Schuld. So siehts aus, in unserer Welt.

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Leo 57 29.10.2015, 17:19
56.

Zitat von Zeitwesen
Ich habe damals bei der Telekom gekündigt, als diese ihre Drosseltarife fürs Internet/Festnetz angekündigt hat. Dies wurde damals dann gerichtlich untersagt. Es gibt nur einen, der die Telekom jetzt stoppen kann: der Kunde. Wenn jeder Telekomkunde der mit diesem Gebahren nicht einverstanden ist bei der Telekom kündigen würde (mit Begründung), dann wäre dies der mächtigste Schlag auf die gierigen Griffel der Telekom und die anderen Anbieter, die jetzt erstmal interessiert zuschauen würden auch ganz schnell ihre Pläne in die Schublade stecken. Allerdings liegt es eben an uns allen, bzw. zur Zeit an den Telekom-Kunden. Wer sich nicht wehrt, braucht sich nicht wundern.
Nur hat man dann die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ich habe bei Vodafone gekündigt, weil die aus der großangelegten Spionage regelrecht ein Geschäftsmodell gemacht haben. Und nun habe ich bei der Telekom ein Telefon, das manchmal funktioniert und manchmal nicht.
Wenn Sie bzgl. Internet zu Vodafone gehen, gewinnen Sie vermutlich zwei Wochen Zeit.
Freuen wir uns doch einfach an mehr Muße, die uns ein unattraktives Internet dann beschert ;-)

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Tikal69 29.10.2015, 17:21
57. Das ging aber mal schnell

Keine 24 Std sind seit der Abstimmung im Europaparlament vergangen und schon zeigt uns die Telekom, dass alle Befürchtungen bzgl der Netzneutralität leider wahr werden.

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Leo 57 29.10.2015, 17:21
58.

Zitat von wosenjohn
Äh, einen Augenblick, bin ich als Kunde der Telekom nicht bereits die Person, die den Beitrag zur Nutzung der Infrastruktur leistet?
Haben Sie etwa jeden Monat eine Rechnung bekommen? Da muss was schiefgelaufen sein ;-)

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Marut 29.10.2015, 17:21
59. das neue allgemeine Interesse

"Günther Oettinger....nur Dienste im Interesse der Allgemeinheit."
Nun, da kann ich keinen Widerspruch sehen. In Zeiten des Primates des ungebremsten Finanzkapitalismuses ist doch alles, was die Dicken noch Dicker macht sowieso im allgemeinen Interessse. Es geht ja nicht mehr um die Interessen der Menschen sondern ausschließlich um die Interessen es Geldes - also sind diese Mautpläne doch sehr wohl im Interesse dieses neu definierten Allgemeinheitsbegriffes.
Und da sie sicher sein können, dass die veraltete Allgemeinheit, die aus Fleisch und Blut nichts unternehmen wird, können sie es sich auch leisten, nicht mal eine Schamfrist einzuhalten, sondern schon einen Tag nach der Entscheidung sagen: "Ätsch, was seit ihr alle blöd" - und auch damit haben sie leider recht.

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