Forum: Netzwelt
Ende der Störerhaftung: Kann jetzt jeder sein WLAN für alle öffnen?
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Union und SPD wollen endlich die Störerhaftung abschaffen. Ist das wirklich der Durchbruch für öffentliches WLAN in Deutschland? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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prozesskostenhilfe 11.05.2016, 16:30
1. Ob das wirklich so einfach ist,

glaube ich erst, wenn ich das verabschiedete Gesetz im Bundesanzeiger gelesen habe. Und selbst dann wird es nach dem Bericht genügend Fragen offen lassen - denn was ist schon ein "systematischer Missbrauch"? Wenn z.B. das OLG Köln das so locker interpretierte, wie es schon die Gewerbsmäßigkeit interpretiert hat (z.B. eine ganze CD = gewerbsmäßig mit der Folge irre hoher Anwaltsgebühren), dann wird sich nichts ändern. Also mal abwarten, wie erstens das Gesetz aussieht und zweitens, was die Gerichte in der Rechtsprechungspraxis draus machen. Und vorher öffne ich als Privatmann gar nichts und kann das hier in Deutschland auch niemandem raten.

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yehoudin 11.05.2016, 16:30
2. Nur W-LAN betroffen?

Die geschädigten Rechteinhaber wissen doch gar nicht, ob deren Musik/Video nun via WLAN von einem unbekannten runtergeladen wurde, dem Anschlussinhaber via Kabel vom Router oder dem Familienmitglied. Die Abmahnpraxis wird weiterlaufen? Und der Anschlussinhaber erinnert sich nicht wer wann den Anschluss genutzt hat, wie der PKW-Halter beim unscharfen Blitzerfoto?

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rmuekno 11.05.2016, 16:30
3. Dem EUGH sei Dank

mal wieder ein idiotisches Gesetz und vor allen eine Einnahmequelle der Abmahnmafia gekippt.
D kommt langsam im Internetzeitalter an.
Trotz allem hinken wir beim Internet noch manchem Entwicklungsland hinterher, EU Mitgliedern erst recht.

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Teddy0 11.05.2016, 16:34
4.

Ich kann mir gut vorstellen dass ich mein wlan öffne, da mein Internet 90+% der Zeit auch nur annähernd ausgenutzt wird.

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Benjowi 11.05.2016, 16:34
5. Mit der Abmahnindustrie vernetzt!

Die Partei, die jahrelang für die Beibehaltung der Störerhaftung gemauert hat, ist im Grund allein aus diesem Grund nicht wählbar. Ihr ging es erkennbar nur um das Wohl der Abmahnindustrie, die offensichtlich in ihren Reihen gut vernetzt ist und hat damit in großem Rahmen für Schaden bei vielen unbedarften Bürgern gesorgt und für eine massive Rückständigkeit des ganzen Landes. Kurz bevor ihr das Ganze vom EUGH - wie schon in vielen anderen Fällen- öffentlichkeitswirksam um die Ohren gehauen wird, knickt man halt schnell ein. Hoffentlich gibt es viele die diese Posse bis zur nächsten Wahl im Gedächtnis behalten! Außerdem ist noch lange nicht raus, ob da nicht -ähnlich wie bei der angeblichen Begrenzung der Abmahnungen-wieder ein Hintertürchen für ihre zweifelhaften Juristenfreunde auftaucht.

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mimas101 11.05.2016, 16:35
6. Hmm Tja

Da der Regelungsinhalt der neugefaßten Bestimmung bereits jetzt komplett bekannt ist, und auch bekannt ist wie diese lauten wird, spricht schon jetzt nichts dagegen im Vorgriff hierauf die WLAN-Netze entsprechend zu öffnen.
Auch findig Anwälte haben ab sofort Sendepause wenn es um entsprechende Abmahnungen geht.

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FrankBennesch 11.05.2016, 16:42
7. Freifunk!

und alle Probleme sind gelöst, schon bevor dieses Gesetzt gab. Keine Anwälte, IP aus Sonswo, VPN-Tunnel, Proxy am Ende und auch nicht im eigenen LAN, ein Zugriff - Perfekt für eigene Kinder und mehr :))

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mimas101 11.05.2016, 17:03
8.

Zitat von Benjowi
Die Partei, die jahrelang für die Beibehaltung der Störerhaftung gemauert hat, ist im Grund allein aus diesem Grund nicht wählbar. Ihr ging es
Nö - die Abmahnung wurde erst deshalb möglich weil es ausreichte das irgendein Mafia-Musikus behauptete da hätte jemand illegal....
Der brauchte nix nachzuweisen und der Internetzugangsbesitzer war automatisch dran.
Und ein Vertreter dieser Behaupterzunft saß im Ministerium des dicken Siggi und schrieb deshalb eigentlich an einem Totalverbot von Frei-WLAN.

Das Weiterverbreiten von urheberrechtlich geschütztem Material bleibt auch weiterhin verboten (wenn der Anbieter nicht eine Erlaubnis der Rechteinhaber hat) nur die Musikindustrie kann jetzt keine ihrer fiktiven Schadensersatzansprüche mehr an den Internetzugängler stellen sondern muß sich ab sofort der Mühe unterziehen die betreffende Person selbst zu ermitteln.
Analog wie bei einem Provider. Der stellt ja gegen unverschämt viel Wegezoll den Zugang zu weltweit verteilten Linux-Servern bereit und wird ja auch nicht verklagt weil der Kunde X das Kaiserschmarrnminuett in D-Dur des Eurikles zum Up- und/oder Download in alle Welt anbietet.

Es kann jetzt aber nur passieren das man einen Schrieb von einem Gericht bekommt der einen auffordert den Zugangsbenutzer mit der IP.... in einer Firewall zu sperren weil dieser dauernd den Schmarrn zum Download upstreamt.
Bei Frei-WLAN wo jeder kann eher eine theoretische denn praktische Möglichkeit.

Ich würde auch sagen das WLan nicht nur das drahtlose ist sondern auch das verkabelte LAN, was anderes macht keinen Sinn.

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Claus S.Schoenleber 11.05.2016, 17:15
9.

Juristisch laienhaft ausgedrückt soll bei der Störerhaftung auch der Erbauer oder Betreiber der Infrastruktur bzw. der Versorgungseinrichtung an der Infrastruktur mithaften. Sprächen wir von Autobahnen, müssten z. B. die Betreiber der Rastätten für illagale Handlungen mithaften, die auf dem Gelände der Raststätten begangen werden. Bei Straßen klingt das eher komisch, beim Internetzugang (der ist auch Infrastruktur) klingt das nicht anders. Schön, dass dieser Punkt endlich wegfällt.

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