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Episodenspiel "Life Is Strange" : Teenie-Leben mit Rückspultaste
Square Enix

Du bist 18, angehende Fotografin und kannst die Zeit zurückdrehen: Das Spiel "Life Is Strange" ist eine größten Überraschungen des Jahres. Die interaktive Erzählung berührt, gerade wegen ihrer ruhigeren Momente.

DjaliZwan 27.10.2015, 00:17
1.

also meine Freundin war begeistert. Was aber neben der tollen Handlung auch vor allem daran liegt, dass es sich nicht wirklich wie ein Spiel anfühlt sondern wie ein Film. Von Herausforderung keine Spur. Nach einer halben Stunde habe ich den Controller in die Hand gedrückt bekommen und sie schnappte sich das Popcorn. Ein Computerspiel, das bei den Frauen erfolgreich ist. Weil es kein Spiel ist. Naja, einen Versuch war es wert.

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kaynchill 27.10.2015, 09:38
2. absolute und altersunabhängige Empfehlung

Meiner Meinung nach das beste Spiel des Jahres und damit eine erfreuliche Überraschung. Viele Episodenspiele haben den Makel, dass sie mehr versprechen als sie schließlich einhalten. Vor allem die angepriesene Entscheidungsfreiheit bleibt oft sehr flach und vorhersehbar. Bei LiS gibt es allerdings einige größere Entscheidungen, die tatsächliche Auswirkungen auf das Spiel haben und auch vermeintlich unscheinbare Dialoge und Handlungen können die Charaktere beeinflussen. Ich teile die negativen Punkte des Autors des Artikels - das Spiel ist nicht perfekt, aber bei weitem eindrucksvoller als alles, was es in diesem Genre gibt. Ein besonderer Pluspunkt gilt der Musikauswahl und der Grafik. Beides ist sehr verträumt, künstlerlisch und absolut stimmig. Mit realistischer Grafik würde das Spiel mMn überhaupt nicht funktionieren, erst durch die Ölgemälde-ähnliche Grafik wird die Kreativität transportiert. Leider geht aber auch einiges an Emotionen durch die mangelnde Mimik der Figuren verloren.

Das Spiel ist übrigens nicht nur etwas für Teenager - diese Sorge hatte ich zu Anfang. Das Campus-Setting passt selbstverständlich gut zu den Themen der Selbst- und Entscheidungsfindung. Allerdings spricht das Spiel viele verschiedene Lebenslagen an, von Mobbing über Toleranz/ Akzeptanz bishin zur Frage was man aus seinem Leben macht. Eines der zentralen Themen ist der Tod, der in all seinen Facetten behandelt wird, womit das Spiel insbesondere im späteren Verlauf sehr düster wird. So romantisch oder kindisch es vielleicht manchmal dargestellt wird, beschönigt LiS nichts, sondern gibt dem Spieler im Gegenteil die Macht ein Stück weit Gott zu spielen und damit über Gewalt und Tod selbst zu entscheiden.

Insgesamt ein Spiel das einem noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nichts für ab und zu mal eine halbe Stunde Zeit vertreiben, dafür Wiederspielwert. Es bleibt zu hoffen, dass Episodenspiele als Genre weiter wachsen. LiS ist das beste Beispiel dafür, dass Computerspiele durchaus das Potenzial haben, mit guten Filmen und Fernsehserien mitzuhalten.

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grummelier 27.10.2015, 19:39
3.

Zitat von DjaliZwan
also meine Freundin war begeistert. Was aber neben der tollen Handlung auch vor allem daran liegt, dass es sich nicht wirklich wie ein Spiel anfühlt sondern wie ein Film. Von Herausforderung keine Spur. Nach einer halben Stunde habe ich den Controller in die Hand gedrückt bekommen und sie schnappte sich das Popcorn. Ein Computerspiel, das bei den Frauen erfolgreich ist. Weil es kein Spiel ist. Naja, einen Versuch war es wert.
Diese Sicht ist zu kurz gefasst. Ein wesentliches Element, was Life is Strange ausmacht, ist das eigenhändige Entdecken der Spielewelt, die viele Details zur Geschichte und zu den Charakteren bereithält, wenn man die Augen offen hält. Unzählige Fotos, Notizen und andere kleine Dinge lassen einen in Story, die Motive der Personen tiefer eintauchen. Das ist so in dem Umfang sicher eine Ausnahmeerscheinung im Bereich Gaming. Auch funktioniert dieses Entdecken, direkter, weil man ja eben selber die Figur steuern und all diese Dinge selber finden muss. Zudem kommt noch eben die markante Zeit-Rückspul-Funktion, die mit einigen teils nett gemachten Rätseln verbunden sind. Sicher, keine Gameplay-Revolution, aber doch entscheidend für das Hineinversetzen in die sympathische Hauptperson Max Caulfield.

Und dass die Handlung auch sehr gut erzählt wird und zu einem deutlichen größeren Maße emotional berührt als die Mehrheit der Spiele, die sonst so die Verkaufscharts dominieren, wurde schon vielfach im Internet gesagt. Dieses Spiel ist ein Ausnahmewerk und wird sicherlich einen besonderen Platz in der Gaming-Geschichte haben.

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