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Erststimmen, FDP, AfD: Der Wahlausgang in drei Bildern

Offenbar fürchten die Deutschen den Veggie-Day in der Firmenkantine mehr als die Totalüberwachung des Internets. Diese und weitere netzpolitische Erkenntnisse aus der Bundestagswahl lassen sich am besten mit drei Fotos erklären.

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muehle79 24.09.2013, 16:03
120. Unfug.

Man kann auch in alles etwas reininterpretieren. Der junge Mann steht auf einem Podium der Wahlparty und winkt mit einem Blumenstrauß, den er für den Erfolg erhielt ins Publikum. Das sieht bei jedem so aus. Natürlich hätte man den Bildausschnitt anders wählen können, um die Blumen ins Bild zu bekommen. Aber dann wäre die abgebildete Person wieder nicht so prominent und groß in der Bildmitte.

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kettbach 24.09.2013, 16:03
121. Erbärmlich.

Bei jeder zweiten Veranstaltung, bei der ein Redner, ein Vortragender ins Publikum winkt, kann ein solches Foto herausgeschnitten werden. Und dann hat der Autor ein Wort gefunden, das ganz schlimm ist und in der dunklen Zeit auch benutzt wurde. Jemanden vorsätzlich in Mißkredit zu bringen, nennt man Denunziantentum. In hiesigem Fall kaschiert er sich noch als Antifaschismus. Manche Leute verlieren jedes Gefühl für die Lächerlichkeit ihrer dröhnenden Wichtigtuereien.

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Celegorm 24.09.2013, 16:05
122.

Zitat von nichtpazifist
Sie sehen den Sinn der Politik darin, ihre persönlichen Präferenzen und Meinungen aufzuzwingen, ohne im Einzelnen über individuelle Autonomie und Freiheitsrechte nachzudenken - der Gedanke dass es einen Unterschied gibt zwischen "" und "", geht ihnen gar nicht in den Kopf.
Das mag sein, aber um fair zu bleiben: Welcher andere Politiker und welche politische Gruppierung unterscheidet sich in der Frage denn effektiv? Mir fällt jedenfalls wenig dazu ein, ausser dass manche das "ich" in dem Gedankengang durch "Gott" oder die Interessen des Geldgebers ersetzen. Das Ergebnis bleibt jedoch gleich, wenn nicht noch schlimmer. Letztlich geht es doch praktisch immer nur darum, durch Bevormundung alle entweder zum "richtigen" Verhalten zu zwingen, ob nun aus eigennützigen oder "höheren" Gründen..

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schutzpatron 24.09.2013, 16:06
123. Ja doch!

Zitat von Zaunsfeld
Wo habe ich gesagt, dass das eine rechtsradikale Partei sein soll? Hier und auch im Artikel ist von rechtspopulistische die Rede. Und ja, ich halte die AfD für rechtspopulistisch, aber nicht wegen den 2 Din-A4-Seiten Wahlprogramm, die die in 6 Monaten zustandegebracht haben, sondern wegen den Figuren, die sich da von der Kreisebene bis in den Parteivorstand rumtreiben und was die so äußern und bisher geäußert haben. Das fängt an bei Figuren, die mal laut darüber nachgedacht haben, man könne ja mal die Gewichtung des Stimmrechts an das Arbeitseinkommen knüpfen, geht weiter mit solchen rechten Schießbudenfiguren wie Eckleben, von Storch und anderen bis hin zu ehemaligen NPD- und Republikaner-Unterstützern, ehemalige Freiheit- und Pro-Parteimitglieder, die mittlerweile zahlreiche AfD-Kreisverbände führen. Weiter geht's mit der Herzieherei über die "faulen Griechen", die "faulen Italiener und Spanier" ... alles O-Ton von Lucke, Henkel, Adam, Eckleben & Co und ihren Gehilfen auf den niederen Parteipöstchen.
Als DKP-Mitglied muss man sich so äußern, verständlich.

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DerVO 24.09.2013, 16:06
124.

Zitat von sysop
Offenbar fürchten die Deutschen den Veggie-Day in der Firmenkantine mehr als die Totalüberwachung des Internets. Diese und weitere netzpolitische Erkenntnisse aus der Bundestagswahl lassen sich am besten mit drei Fotos erklären.
Also an den deutschen Gruß muss ich ganz sicher nicht denken, wenn ein Männlein im hellblauen Polo mir freudestrahlend zuwinkt.

Ehrlich. Keine Sekunde.

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jeze 24.09.2013, 16:06
125. Frieden

Zitat von Zaunsfeld
Und ja, ich halte die AfD für rechtspopulistisch, aber nicht wegen den 2 Din-A4-Seiten Wahlprogramm, die die in 6 Monaten zustandegebracht haben, sondern wegen den Figuren, die sich da von der Kreisebene bis in den Parteivorstand rumtreiben und was die so äußern und bisher geäußert haben.
Haben sie sich mal genauso bei der CSU umgesehen, was es dort für Gestalten und Äußerungen gibt? Und PKW-Maut nur für Ausländer? Das ist wohl was ganz anderes und nicht rechts-populistisch?

Zitat von
Weiter geht's mit der Herzieherei über die "faulen Griechen", die "faulen Italiener und Spanier" ... alles O-Ton von Lucke, Henkel, Adam, Eckleben & Co und ihren Gehilfen auf den niederen Parteipöstchen.
Das stimmt ja so nicht. Die Ansicht der AfD ist es gerade nicht, dass die Griechen oder Italiener irgendwie anders sein sollen, sondern dass sie das alleine Entscheiden müssen und wir nicht das Recht haben ihnen da hineinzureden, weil wir ihnen Geld geben.

Aber anscheindend ist der Großteil der Bevölkerung nicht dazu in der Lage zu erkennen, dass der EUR dazu führt, dass wir (bzw. die wirtschaftlich starken Länder) immer mehr Einfluss auf die wettbewerbsschwachen Länder nehmen und DAS zum eigentlichen Friedensrisiko in Europa wird. Wie wir in diesen Ländern wahrgenommen werden, ist ja hinlänglich bekannt – was die meisten nur nicht verstehen ist, warum es verständlich ist, dass wir dort so wahrgenommen werden.

Wenn ich ihnen Geld leihe, sind sie von mir abhängig und müssen nach meiner Pfeife tanzen. Ist es für das Friedensprojekt Europa förderlich andere Länder nach unserer Pfeife tanzen zu lassen?

Ist es rechts, wenn man im Euro eine Gefahr für den Frieden in Europa sieht?

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frisal 24.09.2013, 16:06
126.

Zitat von Heinz Müller
Laut Sascha Lobo sei das Land "schwarz"... Ich bin verwundert über diese Aussage. Auch wenn Herr Lobo - mir nicht verständlich - auf den Erststimmenanteil hinweist: die Union hat ca. 19,7 Millionen Stimmen bekommen. Das entspricht ca. 1/4 der Stimmen der Bürger (82 Millionen) oder 1/3 der Stimmen der Wahlberechtigten (61,9 Millionen). Das ist mitnichten die Mehrheit der Bürger, noch die Mehrheit der Wahlberechtigten. Hier hat die CDU (vielleicht wegen Frau Merkel) lediglich mit die meisten Mandate errungen. Letztlich haben zudem 45 % der Menschen keine Repräsentation im Deutschen Bundestag weil sie entweder nicht zur Wahl gegangen sind (ca. 30 %) oder ihre Stimmen wertlos wurden (ca. 15 % Stimmenanteil, die unterhalb der 5-%-Hürde liegen). "Alle haben Merkel gewählt und/oder vertrauen ihr..." Komische Sicht der Dinge.
Gut dass sie selbst noch darauf hinweisen, dass der Masstab nur die wahlberechtigten Bürger sein können. Die Nichtwähler spielen entgegen Ihrer Meinung keine Rolle. Diese sind mit der aktuellen Situation zumindest so zufrieden das Sie keine Handlungsbedarf sehen. Wären diese wie Sie unterstellen, mit Merkel unzufrieden, wären die zur Wahl gegangen und hätten gegen sie gestimmt.
Dann der 15 % Stimmanteil, zumindest die 4,5 % der FDP Wähler ist eindeutig "pro Merkel". Und selbst die AfD Wähler sind eher rechts als links einzuordnen und unterstützen somit kein Linksbündnis.
Unterm Strich sehe ich somit die Mehrheit tatsächlich hinter Merkel.

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bodo bach 24.09.2013, 16:07
127.

Der Verlust der FDP im Bundestag wiegt insofern schwer, als dass nun auch die Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger abtritt. Diese hat sich seit Jahren sehr engagiert und erfolgreich gegen die Überwachung, u.a. auch gegen die Vorratsdatenspeicherung eingesetzt. Von der CDU/CSU ist genau das Gegenteil (pro Überwachung und pro Vorratsdatenspeicherung) zu erwarten. Insoweit stimme ich dem Autor zu.
Seine Behauptungen zur AfD und Prof. Lucke sind hingegen lächerlich. Mit der unglücklichen Formulierung "Entartung" meine er offensichtlich ganz im Gegenteil mangelnde Demokratie in bestimmten Bereichen (ESM usw.), wie er in seinen Vorträgen schon oft dargestellt hatte.
Die Eurokrise ist noch lange nicht vorbei, sie wird sich im Gegenteil weiter verschärfen. Und das mit noch größeren sozialen Verwerfungen in den Südstaaten. Bürgschaften werden fällig und vor allem Deutschland wird extrem hohe Beträge tatsächlich zahlen müssen. Das Totschweigen von Seiten der etablierten Parteien funktioniert dann nicht mehr. Entsprechend gut sind die Aussichten für die AfD mit dem Kernthema Eurokrise.

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Strichnid 24.09.2013, 16:07
128. ...

Zitat von jeze
Aufklärerisch wäre es gewesen zu schreiben, dass dies der normale Gruß eines Politikers zu seinen Wählern ist und dass die Medien dies für eine Diffamierungskampagne missbrauchen, die so offensichtlich ist, dass ich nicht verstehen kann und will, dass so viele Schreiber hier das nicht durchschauen.
Nein. Das wäre reine Spekulation. Wenn ein Bild bei FB hohe Wellen schlägt, und die Medien deshalb, und nur deshalb, darüber auch berichten, dann ist das völlig normal - und keine Diffamierung. Die berichtenden Journalisten haben nämlich niemals, an keiner Stelle, sich den Interpretationen angeschlossen, dass dieses Foto einen Versuch Luckes zeige, sich rechtes Wählerpotential zu erschließen (was ja auch Unsinn ist).
Genauso wenig hat sich darüber ein Journalist "echauffiert", wie einige geifernde Kommentare das hier unterstellen.

Aber eine Frage bleibt nach wie vor: Wieso stellt jemand vom AfD-Facebook-Team, der zudem vorher in einer rechten Partei war, solch ein leicht miss-interpretierbares Foto online? Spaß an der Provokation? Selbst die AfD scheint ja gemerkt zu haben, dass das keine gute Idee war. Hat die Partei ihre teilweise offensichtlich rechte Anhängerschaft wirklich im Griff? Das ist doch eine durchaus diskutierenswerte Frage.

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el_comandante 24.09.2013, 16:08
129.

Zitat von kobold1704
Merkel reagiert überhaupt nicht, weil sie die ganze Sache überhaupt nicht versteht, Bundesinnenkasper Friedrich entblödet sich nicht, einen Text voller geschwärztet Seiten als Erklärung der USA entgegenzunehmen
Die verstehen das sehr wohl und unterstützen es klammheimlich, unterschätzen Sie die doch mal nicht. Das BVerfG macht den Überwachungsgelüsten der Antibürgerrechtsfanatiker einen Strich durch die Rechnung, also wird die Schnüffelei an die NSA outgesourct und den deutschen Geheimdienste die Daten zugespielt. So läuft das doch. Ich hoffe, diese ganze Bande steht irgendwann wegen Hochverrat vor Gericht, den genau darum handelt es sich. Die Konstrukte "Immunität" und "Indemnität", die ausschließlich dem Täterschutz berufskrimineller Politiker dienen, kann man auch nachträglich aufheben, wenn es entsprechende Mehrheiten gibt.

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