Forum: Netzwelt
EU-Urheberrechtsreform: Uploadfilter machen die Mächtigsten im Internet noch mächtige
DPA

Artikel 13 der geplanten EU-Urheberrechtsrichtlinie verkehrt ein rechtliches Grundprinzip im Internet in sein Gegenteil. Im Zweifel nutzt die Passage den großen Firmen. Jetzt hängt alles am Europaparlament.

Seite 1 von 15
biesi61 05.03.2019, 14:40
1. Dem Beitrag ist nichts hinzuzufügen.

Hätte ich Herrn Lindner nicht zugetraut. Stimmt alles, was er schreibt! Hoffentlich informieren sich die Abgeordneten noch bei unabhängigen Experten, bevor sie über diese überflüssige Rechtsänderung abstimmen! Und hoffentlich macht die SPD in der GroKo noch gehörigen Rabatz gegen die Zustimmung der Bundesregierung zu diesem groben Unfug!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kritischer-spiegelleser 05.03.2019, 14:49
2. Dem Bürger nutzt es nichts

und kleine Internet-Firmen macht es kaputt. Abner die Großen stärken ihre Position. Die EU ist eben doch der große Lobby-Verein den wir absolut nicht brauchen!.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
soulspider 05.03.2019, 14:51
3. Neoliberaler Quatsch

In den letzten Jahren sind die Kreativen in Europa von den Internet-Firmen eiskalt enteignet worden. Das kümmert die FDP allerdings wenig. Denn es ist doch eine glatte Lüge, dass Art. 13 die Upload-Filter vorschreibt. Alternativ könnten die Firmen auch Pauschalen mit den Verwertungsgesellschaften (Gema, VG Bild und VG Wort) ausmachen, dann tragen sie kein rechtliches Risiko mehr, und die MusikerInnen, AutorInnen, RegisseurInnen und andere Kreative würden zumindest einen kleinen Beitrag dafür bekommen, dass ihre Werke im Internet oft millionenfach verbreitet werden. Lindner macht natürlich lieber Klientel-Politik für die Internet-Wirtschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Johann Dumont 05.03.2019, 14:52
4. das wahre Gesicht - undemokratisches durchboxen von Gesetzen

Herr Manfred Weber bald neuer EU Ratspräsident hat es plötzlich sehr eilig. Da sich der Protest regt und Demonstrationen angekündigt sind, macht man es jetzt ganz schnell - über die im geheimen ausgehandelten Gesetze soll schon vorher abgestimmt werden. Man schafft wie sein CSU Kollege Herr Minister Schmidt mit der Glyphosat Genehmigung einfach vollendete Tatsachen. Über Verdruss durch die EU in allen Teilen der Bevölkerung sollte man sich nicht wundern. Genau das was extreme Parteien als Bedrohung an die Wand malen, nämlich immer mehr Macht für Konzerne und Verlage und immer weniger Meinungsfreiheit setzt unsere Regierung um. Genau wie Harz 4 der SPD immer noch nachhängt - so wird Artikel 13 und 11 dieser Gesetze die CDU/CSU viele Stimmen kosten. Freuen können sich dann Parteien wie die AFD und die entsprechenden Richtungen in den anderen europäischen Ländern - leider.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
soulspider 05.03.2019, 14:55
5. Kreative gegen Content-Schmarotzer

Das sagen die Kreativen dazu: https://urheber.info

Die haben nämlich die Schnauze voll von Neo-liberalen Porschefahrern seit Jahren kalt enteignet zu werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hübner 05.03.2019, 14:56
6. Eine Unverschämtheit

Es war ja immer nur eine Frage der Zeit bis die Mächtigen auch das Internet unter ihre Kontrolle bringen. Und das ist jetzt also ein weiterer Schritt in diese Richtung.
Viele Webseiten werden ja mittlerweile kontrolliert, dank jahrelangem Druck durch spezielle Interessensgruppen werden viele "unliebsame" Menschen - also diejenigen mit einer anderen Meinung - ja jetzt schon ausgeschlossen. Und YouTube ist ein ganz spezieller Fall, es war gemeinsam mit Reddit so ziemlich der letzte Hort wo der Mainstream auf "Dissdenten" traf. Aber auch diese Löcher werden jetzt gestopft.
Vor allem YouTube war ja massiv verantworlich für den rasenden Anstieg des Antifeminismus, der soll jetzt also aufgehalten werden.
Das Dumme ist dass es nicht viel bringt sich politisch zu engagieren, denn die Politiker stimmen bei solchen Sachen ja nie mit dem Volk. Siehe auch die Frauenquote. Das Volk ist absolut dagegen, die Politiker drücken es trotzdem durch. Selbst eine gewisse Partei, die sich FDP nennt, soll jetzt offen für Quoten sein, das sagte zumindest ein gewisser Herr Lindner.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mystyhax 05.03.2019, 14:56
7. Stimme weitestgehend zu

Herr Lindner hat absolut recht. Dieses Gesetz stärkt die großen Konzerne wie Google oder Facebook die mittlerweile schon nicht mehr wissen wohin mit dem ganzen Geld. Google und Co. können es sich mehr als andere leisten entsprechende Filter zu entwickeln. Desweiteren eröffnet man den Konzernen ein weiteres Geschäftsfeld mit der Vermarktung von Filtertechnologien. Die Möglichkeiten der KI wird aktuell maßlos überschätzt. Es wird in den ersten Jahren zu vielen Fehlern kommen und somit der Zensur Tür und Tor geöffnet. Man merkt aktuell wie Politiker (siehe Voss) mit Buzz Wörtern zugetextet werden und diese ohne Nachfragen geglaubt werden. Von einer wirklich intelligenten KI die den Namen verdient und Recht und Unrecht unterscheiden kann sind wir noch weit entfernt. Wollen wir das wirklich? Derjenige der das befürwortet kann auch die ganze gerichtsbarkeit abschaffen und zukünftig "intelligente" Software entscheiden lassen. Genau das passiert ja gerade mit Artikel 13. Europa zementiert den weiteren Abstieg der eigenen Digitalwirtschaft . Anstatt Rahmenbedinungen zu schaffen die unsere europäische Internet und Content Industrie weiterbringen wird für wenige Gesellschaften die sich an die neuen Realitäten offensichtlich nicht anpassen können immer höhere Hürden geschaffen. Europa schafft sich ab. Ein digitaler ein Zwerg ohne Belang. Ich sehe es ähnlich wie Herrn Lindner. Neue Technologien wie die Blockchain können helfen den eigentlichen Urheber zu stärken indem man Inhalte eindeutig mit ihm verknüpft und ihn direkt und unmittelbar an den Einnahmen (sei es Werbung, das abspielen o.ä) einfach beteiligt. Ich denke im Grunde geht es genau darum. Das sollte das eigentliche Ziel sein. Und das wäre genau das womit man Google und Co. trifft. An dem Umsätzen die sie berechtigt oder auch unberechtigt durch Werbung generieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leser_01 05.03.2019, 14:59
8.

Der Punkt ist, dass die Urheber bereits geschützt sind. Das Problem ist doch nicht neu, sondern zieht sich über 30 Jahre und wurde vom EuGH in massenweise Entscheidungen regelmäßig zugunsten der Urheber ausgeurteilt. Es ist keine Änderung nötig, deshalb geht es auch den Abmahnkanzleien so gut. Die klagen, was das Zeug hält.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Actionscript 05.03.2019, 15:07
9. YouTube verlangt beim Uploaden,...

....dass man versichert, keine urheberrechtlich geschützten Inhalte zu posten. Und das sollte ausreichen. In dem Moment kann derjenige zur Verantwortung gezogen werden, der gepostet hat und nicht YouTube oder ein anderer Provider. Vielleicht sollte man einfach verlangen, dass das unter jedem Video mit einem Link versehen ist.

Hätte ich nicht von Herrn Lindner gedacht, dass er sich so klar positioniert und sogar einen Kommentar verfasst. Das sollte die Konservativen und auch die Grünen, die Artikel 11 und 13 verteidigen, doch bedenklich stimmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 15