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EU-Urheberrechtsreform: Uploadfilter machen die Mächtigsten im Internet noch mächtige
DPA

Artikel 13 der geplanten EU-Urheberrechtsrichtlinie verkehrt ein rechtliches Grundprinzip im Internet in sein Gegenteil. Im Zweifel nutzt die Passage den großen Firmen. Jetzt hängt alles am Europaparlament.

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keithpalmer 06.03.2019, 14:45
130.

Zitat von benmartin70
In die "Ecke gestellt" wird hier gar niemand. Der Ausdruck Raubkopie ist einfach falsch. Wieviele Downloads gab es denn auf den 20 Servern die Ihre Produktion illegal anbieten?
Auch wenn der Begriff Raubkopie im Urheberrechtsgestz keine Verwendung findet, hat er umgangssprachlich immer noch seine Gültigkeit.
Nennen Sie es meinetwegen illegale Kopie - das macht doch in der Sache keinen Unterschied.

Zu Ihrer Frage (und mir ist nicht ganz klar welche Relevanz diese hat) - das ist nicht ganz eifach zu beantworten weil nicht jede Seite einen Zähler verwendet. Ich hatte in den ersten Woche an einem (!) Nachmittag auf einer französischen Seite über viertausend downloads gesehen.
ich gehe daher von mindestens 40k weltweit, vielleicht sind es auch 100K. Und um die Frage vorweg zu beantworten, ich gehe davon dass sich 95% dieser Leute das Album so oder so nicht kaufen würden.

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thsherlok 06.03.2019, 15:06
131. Welche Gewinne?

Zitat von keithpalmer
Und wissen Sie was? Das wäre sogar für mich in Ordnung wenn Youtube dafür dem Künstler von ihren unfassbaren Gewinnen, die sie mit eben diesem Content generieren, etwas abgeben.
Haben Sie mal Zahlen zu diesen enormen Gewinnen die Youtube macht? Ich finde eher Zahlen die nahe legen das Youtube defizitär ist bzw. nur einen kleinen Gewinn macht.
Wie soll denn eigentlich der Verteilungsschlüssel aussehen um die Youtube Gewinne auf alle Künstler zu verteilen?
Wie soll das technisch realisiert werden?

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keithpalmer 06.03.2019, 16:12
132.

Zitat von thsherlok
Haben Sie mal Zahlen zu diesen enormen Gewinnen die Youtube macht? Ich finde eher Zahlen die nahe legen das Youtube defizitär ist bzw. nur einen kleinen Gewinn macht. Wie soll denn eigentlich der Verteilungsschlüssel aussehen um die Youtube Gewinne auf alle Künstler zu verteilen? Wie soll das technisch realisiert werden?
Alphabet veröffentlicht keine profit/loss Statistik. Gehen Sie davon aus das bei einem geschätzten Jahres-Umsatz von 13 Milliarden etwas hängen bleibt.
Was man aber sicher sagen kann ist, das bei einem Kaufpreis von 1,65 Milliarden, den Alphabet für Youtube gezahlt hat, und Youtube derzeit mit um die 100 Milliarden bewertet wird, dass man das getrost als enormen Gewinn für den owner bezeichnen kann.
Ein Gewinn der durch den Content anderer erzielt wurde.

Sehr viele Künstler sind in Verwertungsgesellschaften, bei anderen kann ich mir das als nicht ganz unproblematisch vorstellen.

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DerBlicker 06.03.2019, 16:42
133. es geht natürlich um die Nutzungsrechte

Zitat von Stephan H.
.. niemals die Urheberrechte an einem Werk besitzen. Urheber sind immer natürliche Personen, die das Werk mit geistiger und kreativer Schöpfung erschaffen haben. Diese können nun Nutzungsrechte einräumen ABER Urhebererchte sind nicht übertragbar. Somit hat ein Kinofilm mit Sicherheit dutzende Urheber im rechtlichen Sinn. Nehmen wir wir mal einen kleinen Firmenwerbefilm für Youtube: Urheber sind mindestens: 1. Der Designer des Firmenlogos. 2. Der Texter für den Film. 3. Der Filmemacher. 5. Die Musik. 5. Vielleicht auch der Cutter. Das beauftragende Unternehmen braucht nun von allen 5 Urhebern die uneingeschränkten Nutzungsrechte. Macht jede Marketingabteilung heute schon so. Jetzt kommt aber die Herausforderung: Das kleine Video hat im Beispiel mindestens 5 Urheber. Was folgt nun für die einzelnen Urheber und den Filter?
Da das Filmstudio den Film verkaufen bzw. verwerten will, muss es sich vorher die Nutzungsrechte aller am Film beteiligten Urheber sichern, das ist doch klar. Das geschieht üblicher Weise direkt im ersten Vertrag mit dem jeweiligen Urheber. Ist der Urheber im Studio angestellt, erfolgt der Rechteübergang einfach per Arbeitsvertrag.

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DerBlicker 06.03.2019, 16:45
134. nein darum geht es nicht

Zitat von der_durden
Missverstehen Sie diese Diskussion hier absichtlich? Es geht ganz sicher nicht nur um eine gewerbliche Nutzung von Zitaten. Wenn wir von Kollateralschaden des Artikel 13 sprechen, dann geht es doch nicht um ein paar Kiddies, die Geld mit YouTube verdienen wollen. Dass hier nicht alles als Zitat gilt ist wohl klar. Und wer gewerblich Werke von anderen nutzt, muss diese auch lizenzieren. Was das angeht, dürfte über alle Gruppen hinweg Konsens herrschen. Es geht um die Meinungsfreiheit, im Rahmen von der Artikulation im Kontext der Sache, es geht um Wissenschaft, es geht um Satire und Parodie, es geht um den Diskurs. Es geht um die Meinungsfreiheit. Ich hoffe Sie haben den von Ihnen verlinkten Text auch richtig gelesen, denn der bestätigt genau das.
Für die Meinungsfreiheit brauchen Sie weder Youtube noch Facebook, stellen Sie sich mal vor, Meinungsfreiheit gab es auch schon, da gab es gar kein Internet.

Ihre Meinung können Sie gerne auf Ihrer eigenen Homepage kundtun, aber Sie haben keinen Anspruch darauf, dass dies ein Dienstleister wie Youtube für Sie tut. Machen Sie die Veröffentlichung doch einfach selbst!

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thsherlok 06.03.2019, 16:47
135.

Zitat von keithpalmer
Sehr viele Künstler sind in Verwertungsgesellschaften, bei anderen kann ich mir das als nicht ganz unproblematisch vorstellen.
Also sind die Profiteure von eventuellen Lizenzabkommen erst einmal die Verwertungsgesellschaften und die großen der Branche.
Für die kleinen Künstler wird (auch wg. §12) wenig(er) bis nichts ankommen.

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Stephan H. 06.03.2019, 17:39
136. Das ist mir schon klar...

Zitat von DerBlicker
Da das Filmstudio den Film verkaufen bzw. verwerten will, muss es sich vorher die Nutzungsrechte aller am Film beteiligten Urheber sichern, das ist doch klar. Das geschieht üblicher Weise direkt im ersten Vertrag mit dem jeweiligen Urheber. Ist der Urheber im Studio angestellt, erfolgt der Rechteübergang einfach per Arbeitsvertrag.
.. aber der Filter heißt Uploadfilter für Urheberrechte. Nicht aber Uploadfilter für Nutzungsrechte. Wie stellt sich der Gesetzgeber das nun vor? Wird es Vollmachten geben, die alle am Werk beteiligten Urheber unterschreiben und diese Vollmacht und eine Liste der vom Urheberrecht beteilten Urheber wird bei den Plattformen eingereicht mit genauesten Details zur Urheberschaft? Oder müssen alle am Werk beteilgten Urheber ihren Anteil selbst bei den Plattformen einreichen um Schutz zu genießen? Oder gehen die Filter davon aus dass immer ein Urheberrecht verletzt wird und der Uploader muss erst beweisen dass keine Verletzung vorliegt (Macht z.B. die Gema so). Fragen über Fragen die nicht gelöst sind. Das ganze Ding endet volle Kanne im rechtlichen Fiasko....

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keithpalmer 06.03.2019, 18:54
137.

Zitat von thsherlok
Also sind die Profiteure von eventuellen Lizenzabkommen erst einmal die Verwertungsgesellschaften und die großen der Branche. Für die kleinen Künstler wird (auch wg. §12) wenig(er) bis nichts ankommen.
Die GEMA unterscheidet nicht zwischen großen und kleinen Künstlern bzgl. der Ausschüttung.

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draco2007 06.03.2019, 19:29
138.

Zitat von keithpalmer
Die GEMA unterscheidet nicht zwischen großen und kleinen Künstlern bzgl. der Ausschüttung.
Aber die GEMA unterscheidet Mitglieder und Nicht-Mitglieder...

Und um die NICHT-Mitglieder geht es. Nicht alle Künster WOLLEN in eine Verwertungsgesellschaft, haben aber dennnoch Rechte, die nur völlig ignoriert werden von Art. 13...

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Steini 06.03.2019, 23:37
139. Danke

Viele halten die Meinungsvielfalt und Ihren Austausch im Netz für gefährlich und dabei übersehen sie, wie oft Spinner sich dort blamieren.
Oft sind es die Spinner, die dann vom bösen Netz reden.
Es ist nie falsch seine Meinung öffentlich zu machen oder sich auszutauschen.
Schlimmer ist es zu schweigen oder Anderen Ihre Meinungsäußerungen zu verbieten.
Ja esgibt dort auch reichlich Spinner und Hetzer, aber so etwas war immer strafbar.
Wenn das zu nahm dann weil der Staat es nicht verfolgte und nun gar seine Verantwortung versucht auf Betreiber zu übertragen.
Das alles geht auf Kosten der Medienfreiheit und der Freiheit des Einzelnen.
Weiter wird es weiter die Massenmedien fördern und bestimmt nicht die kleineren fach-kritischen Stimmen.
Schon heute unterscheiden sich Massenmedien eher bei der moralischen Ausrichtung während z.B im Wirtschaftsbereich kleine Linke oder Konsevartive ganz ähnliche Wahrheiteiten verkünden, aber weniger moralisch verblendet berichten.

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