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EU-Urheberrechtsreform: Uploadfilter machen die Mächtigsten im Internet noch mächtige
DPA

Artikel 13 der geplanten EU-Urheberrechtsrichtlinie verkehrt ein rechtliches Grundprinzip im Internet in sein Gegenteil. Im Zweifel nutzt die Passage den großen Firmen. Jetzt hängt alles am Europaparlament.

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der_unbekannte 05.03.2019, 15:50
30. Entspannt bleiben

Auch mit Artikel 13 wird sich die Welt weiter drehen. Das Internet ist nicht alles.

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mystyhax 05.03.2019, 15:50
31.

Zitat von c-t-w
Es ist doch so: Facebook, YouTube.. nutzen für lau Content um ihre Werbung im entsprechenden Umfeld zu verkaufen. Der Urheber wird enteignet, die deutsche Werbebranche platt gemacht. Die größten Konzerne der Welt werden noch größer - zahlen dafür aber nicht einmal Steuern.
Toll. Und mit Artikel 11 und 13 der neuen Urheberrechtsnovelle werden die großen noch größer gemacht (da sie es ich leisten können) und die eigene IT Industrie nun final zu Grabe getragen und ich wage mal zu behaupten die europäischen Rechteverwerter und Medienkonzerne haben auch so ihre Steuervermeidungsstrategien. Zum Schluss bleibt der Kreative abgespeist mit ein paar Kröten. Es geht auch anders. Leider haben wir innerhalb der EU und der deutschen Politik ein Verständnis (#Neuland) und Kompetenzproblem.

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ADie 05.03.2019, 15:50
32. Es geht sehr wohl ohne Upload-Filter

Wenn Software zur Erkennung urheberrechtlich geschützter Werke eingesetzt wird, heißt das noch lange nicht, dass diese die Beiträge, die bei der Erkennung Alarm schlagen, automatisch ersatzlos ausfilert. Man könnte auch durchaus Personal - also Menschen - einsetzen, die sich diese Beiträge genauer anschauen und bewerten. So etwas ist einem Konzern wie Google, der ja mit diesen Beiträgen Milliarden-Gewinne generiert, absolut zuzumuten.

Selbstverständlich wird Google immer behaupten, dass das nicht zumutbar sei, aber tatsächlich schmälert so etwas höchstens ein bisschen den Gewinn.

Wenn Lindner offensichtlich ohne tieferes Nachforschen die Argumentation nachplappert, die von Google&Co lanciert wird, zeigt er nur, dass er eben nicht tiefer nachforscht und nur auf Lobby-Geplapper hereinfällt.

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trobello 05.03.2019, 15:51
33.

Zitat von soulspider
In den letzten Jahren sind die Kreativen in Europa von den Internet-Firmen eiskalt enteignet worden. Das kümmert die FDP allerdings wenig. Denn es ist doch eine glatte Lüge, dass Art. 13 die Upload-Filter vorschreibt. Alternativ könnten die Firmen auch Pauschalen mit den Verwertungsgesellschaften (Gema, VG Bild und VG Wort) ausmachen, dann tragen sie kein rechtliches Risiko mehr, und die MusikerInnen, AutorInnen, RegisseurInnen und andere Kreative würden zumindest einen kleinen Beitrag dafür bekommen, dass ihre Werke im Internet oft millionenfach verbreitet werden. Lindner macht natürlich lieber Klientel-Politik für die Internet-Wirtschaft.
Nur weil Herr Lindner bei der FDP ist, bedeutet es nicht automatisch, dass er hier "neoliberalen Quatsch" erzählt. Auch die Linke positioniert sich zum Beispiel gegen diese unverantwortliche EU-Urheberrechtsreform, welche ja nicht gerade als neoliberal bekannt ist. Vielmehr sind die Argumente der Gegner dieser Reform einfach stichhaltig und die meisten Menschen mit Sachkenntnis in diesem Gebiet sind sich in ihrer Ablehnung einig. Ist ihnen überhaupt klar, dass z.B. auch dieses Forum hier betroffen wäre? Der Spiegel müsste nach dieser Novelle sicherstellen, dass hier keine urheberrechtlich geschützten Wortpassagen gepostet werden. Und zwar vor der Veröffentlichung eines Beitrages. Wie soll der Spiegel das sicherstellen? Pauschalen an die VG Wort zahlen? Was für ein Unsinn, schließlich ist der Zweck dieses Forums ja nicht die Veröffentlichung von urheberrechtlich geschütztem Material. Aber die Haftung besteht ja trotzdem. Möglich wäre das nur mit automatisierten Filtern. Ein solches System ist aber unglaublich aufwändig und ich bezweifele stark, dass der Spiegel dazu technisch in der Lage wäre (und erst recht kein kleines Startup). Folglich müsste dies also dann als Dienstleistung eingekauft werden. Und welche großen Anbieter haben das technische Knowhow dazu? Bingo, nur die großen Datenkraken sind dazu nur in der Lage. Sie haben einfach keine Ahnung. Niemand will die sogenannten "Kreativen" ihres Urheberrechts berauben, aber die Antwort kann auch keine Zensurinfrastruktur sein.

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mgutt 05.03.2019, 15:53
34. Ich betreibe seit über 10 Jahren Internetforen

Was bringt mir da eine Ausnahme für Startups, die YouTube Konkurrenz machen wollen. Ich will überhaupt nicht so groß werden, sondern eine Plattform zum Nutzeraustausch anbieten, der sich durch Werbeeinnahmen selbst finanziert. Das macht das ganze auch gewerblich. Aber mit Filtern und direkter Haftung kann ich das knicken. Es gibt genug Nutzer, die nicht mal wissen, wie man zitiert. Ich habe sogar Foren, in denen Menschen mit Handicap dir Formatierungen nicht mal verstehen, wenn man sie erklärt. Und sich soll jetzt mit meinem privaten Vermögen für alle diese Missgeschicke voll haften, noch bevor überhaupt versucht wird den "Täter" zu ermitteln. Soll das ein Witz sein? Die Foren werden dicht gemacht und das war es dann. Wie sollte es sonst laufen?

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lapje 05.03.2019, 15:53
35.

Zitat von soulspider
Alternativ könnten die Firmen auch Pauschalen mit den Verwertungsgesellschaften (Gema, VG Bild und VG Wort) ausmachen, dann tragen sie kein rechtliches Risiko mehr, und die MusikerInnen, AutorInnen, RegisseurInnen und andere Kreative würden zumindest einen kleinen Beitrag dafür bekommen, dass ihre Werke im Internet oft millionenfach verbreitet werden.
Was Sie über die VG Wort in dieser Hinsicht schreiben ist absoluter Blödsinn. Wenn die Reform und damit Artikel 12 kommt, wird die Verlagsbeteiligung durch die Hintertüt wieder eingeführt, was bedeutet, dass ein Teil der Ausschüttung direkt wieder an die Verlage geht - zuletzt waren es 40 Prozent. Nur ist diese Praxis von mehreren Gerichten in Deutschland durch alle Instanzen hinweg als rechtswidrig eingestuft worden.

Das bedeutet, dass Autoren sogar mit der Reform schlechter darstehen. Und daher die Frage an Sie: Warum soll ich Verlagen, mit denen ich als Journalist im Online-Bereich überhaupt nichts zu tun habe, 40 Prozent von meinen Tantiemen abgeben soll? Fürs nichtstun?

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spon-facebook-10000154386 05.03.2019, 15:54
36. Da mache ich mir keine Sorgen

Wenn ich ein Lied in Google Musiksuche suche, findet es meist nichts. Die erkennen nur Mainstreammusik.

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lapje 05.03.2019, 15:56
37.

Zitat von soulspider
Das sagen die Kreativen dazu: https://urheber.info Die haben nämlich die Schnauze voll von Neo-liberalen Porschefahrern seit Jahren kalt enteignet zu werden.
Seltsamerweise spricht sich der Journalistenverband einstimmig gegen die Reform aus. Zudem scheinen Menschen wie Sie nicht zu verstehen, dass eine Ablehnung des jetzigen Artikel 11, 12 und 13 noch lange nicht besagt, dass alle dagegen sind, das Urheber gerecht entlohnt wird. Es geht nicht um das was, sondern um das wie. Es lagen genügend gute Gegenvorschläge auf dem Tisch, die aber vor allem von den Rechteverwertern abgeschmettert wurden.

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draco2007 05.03.2019, 15:59
38.

Zitat von c-t-w
Es ist doch so: Facebook, YouTube.. nutzen für lau Content um ihre Werbung im entsprechenden Umfeld zu verkaufen. Der Urheber wird enteignet, die deutsche Werbebranche platt gemacht. Die größten Konzerne der Welt werden noch größer - zahlen dafür aber nicht einmal Steuern.
So ein Blödsinn.

Wo nutzt YouTube denn SELBST Content?
Den Content laden die USER hoch. Wenn da ein klarer Urheberrechtsverstoß vorliegt, können sie YouTube das Video blocken lassen und/oder gegen den User vorgehen.

Komischerweise gibt es TAUSENDE Urheber (nicht nur "YouTuber") die ihren EIGENEN Content freiwillig hochladen. Sogar "bekannte" Musiker laden ihre Musikvideos KOSTENLOS hoch. Und wissen sie warum?
Weil YouTube eine verdammt gute Vertriebsplattform ist.

Sie können natürlich auch Vereine wie Musilabels für den Vertrieb bezahlen, aber rechnen sie nicht damit, am Ende mehr zu haben.

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mister_coconut 05.03.2019, 16:00
39. Neenee, Herr Lindner...

Wenn Art. 13 lediglich "die Marktmacht der großen Plattformen erweitert", dann frage ich mich, warum diese (z.B. YouTube/Google) dann so vehement dagegen Sturm laufen ?!? In Wahrheit fürchten sie, von ihren Milliardengewinnen etwas an die Urheber "ihres" "Contents" abgeben zu müssen. Niemals würde ein Geschäftsmodell wie das von Youtube in der analogen Geschäftswelt akzeptiert werden.

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