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EuGH-Urteil: Vergiss, Google!
DPA/ Google

Bei Google gilt unter Umständen künftig das "Recht auf Vergessen". Laut einem EuGH-Urteil soll die Suchmaschine bestimmte Inhalte auf Wunsch von Betroffenen nicht mehr anzeigen. Auf den ersten Blick sinnvoll, auf den zweiten Kosmetik.

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demiurg666 13.05.2014, 18:20
1.

Das wird nur rund erreichen, das mehr und mehr Menschen andere Suchmaschinen nutzen werden und Google somit durch die Einflussnahme der Politik irgendwann nicht mehr Marktführer sein kann.
Es gab auch schon früher Suchmaschinen die in der Bedeutungslosigkeit verloren gegangen sind obwohl man es sich damals auch nicht hat vorstellen können.

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multi_io 13.05.2014, 18:28
2.

Zitat von sysop
Es gibt einen guten Grund dafür, dass es bei persönlichen Informationen anders sein soll: Bei Kinderpornografie ermittelt der Staat. Privatpersonen müssen sich hingegen selbst kümmern. Ihnen ist es oft kaum zumutbar, allein gegen Webseiten vorzugehen, die gegen das Datenschutzrecht verstoßen und in Googles Trefferlisten auftauchen.
Ja, statt dessen müssen die Privatpersonen dann allein gegen Google vorgehen, denn die bei Google werden hoffentlich keinen vollautomatischen Suchresultat-Sperrdienst für alle Google-Benutzer bereitstellen. Was der Artikelschreiber hier nämlich überhaupt nicht kapiert hat, ist, dass es einen gewaltiger Schritt in den Zensurstaat darstellt, wenn ab jetzt jeder einfach so unliebsame Links aus dem Google-Suchindex entfernen lassen kann.

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bold_ 13.05.2014, 18:33
3. Je häufiger G als Suchmaschine genutzt wird,

desto aussagekräftiger und mächtiger wird G.
Ixquick, Metager, DuckDuckGo und andere sind vielfach im Hintertreffen, doch wenn man die mehr fütterte und forderte, kämen die "steil aus dem Gebüsch".

Seid nicht so faul, Leute, und probiert mal etwas anderes aus!

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daniel84 13.05.2014, 18:33
4. Das

...sehr blumig umschrieben ist im Klartext nichts anderes als Zensur!

Wenn du auf deinem Blog, oder auf deiner Facebook-Pinnwand, oder in deiner Twitter-Timeline nun einen Politiker als inkompetent bezeichnet o.ä. hat dieser Politiker dann das Recht, dagegen anzugehen und deine Meinung konsequent auslöschen zu lassen!

Das ist nicht nur Zensur, das ist auch ein Angriff auf die Meinungsfreiheit in Deutschland. Europa geht damit einen Weg den es bei Ländern wie China und Russland immer kritisiert.

Allerdings verpackt die EU diese Zensur in blumige Worte und verkauft es als Persönlichkeitsrechte, ja, clever gemacht. Und mancher Deutsche schluckt das auch noch...

Meinungsfreiheit, ade!

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helgakarl 13.05.2014, 18:51
5. Recht auf "Vergessen" ist wichtig

Zitat von daniel84
...sehr blumig umschrieben ist im Klartext nichts anderes als Zensur! Meinungsfreiheit, ade!
Bei allem Verständnis: Meinungsfreiheit hat Grenzen bei der massiven Verletzung der Persönlichkeitsrechten anderer.
"Recht auf Vergessen" ist nun wirklich zentral im Internetzeitalter.

Es kommt wie oft auf die genaue Ausgestaltung an. Ich habe heute die Pressemitteilung über das Urteil gelesen - Wie die zukünftige Praxis sein wird oder kann, steht nicht fest.

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OskarVernon 13.05.2014, 18:53
6.

Zitat von daniel84
Das ist nicht nur Zensur, das ist auch ein Angriff auf die Meinungsfreiheit in Deutschland.
Darum geht's gar nicht - noch nicht mal um die Verbreitung nachweisbar korrekter Tatsachen, sondern "nur" darum, wie leicht die im Netz zu finden sein dürfen: Wer wirklich was vor seinen Mitmenschen zu verbergen hat, wird sich also künftig damit leichter tun, allen voran Betrüger und andere unseriöse Zeitgenossen... :-(

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comtom 13.05.2014, 19:09
7. Sinnfreies Urteil

Wenn als Beispiel Spiegel Online einen von mir nicht gewünschten oder fälschlichen Artikel schreibt dann ist der mit löschen des Links von Google immer noch zu finden. Wenn auch nicht mehr über Google direkt.

Wenn dann muss der Artikel direkt von den Servern des SPon gelöscht werden und der Link von Google würde dann ins 404-Nirvana landen.
Also wahrlich nur Makulatur und Google zum Lakaien der Webseitenbetreiber gemacht.

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MaKo 13.05.2014, 19:19
8.

Zitat von sysop
Bei Google gilt unter Umständen künftig das "Recht auf Vergessen". Laut einem EuGH-Urteil soll die Suchmaschine bestimmte Inhalte auf Wunsch von Betroffenen nicht mehr anzeigen. Auf den ersten Blick sinnvoll, auf den zweiten Kosmetik.
Der Gesetzgeber geht noch mit der selben Naivität vor wie vor 25 Jahren. Es wird davon ausgegengen, dass man die Privatsphäre der Bürger dadurch schützen kann, dass man das Löschen von Inhalten auf Websites und Suchdiensten verfügt. Der größte Teil des Netzes operiert außerhalb des Einflussbereiches deutscher oder europäischer Gesetze oder irgendwelcher internationaler Vereinbarungen. Es werden sich auf der Welt Oasen bilden, in denen dann auch die großen Player wie Google und Facebook tummeln werden, außerhalb jeglicher Gesetzgebung für den Datenschutz.

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roflem 13.05.2014, 19:20
9. gut oder schlecht?

Ist das der Sieg der Persönlichkeitsrechtsritter oder der Untergang der Reputationsmanager? Ich könnte besser ohne beide leben.

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