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Europäische Urheberrechtsreform: "Schlag in die Fresse der Digitalos"
Sebastian Gollnow/DPA

Am Dienstag stimmt das EU-Parlament über die Urheberrechtsreform ab. In seiner Kolumne hat Sascha Lobo vor den Folgen gewarnt. Im Podcast reagiert er nun auf Leser-Kommentare.

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kr-invest 24.03.2019, 08:39
1. Verwerter

Das wird spannend. Klar stört es die Copyright-Besitzer, wenn die YouTuber die Inhalte verwenden. Aber die Besitzer der Copyrights werden merken, dass die YouTuber Mehrwert generieren. Viele der Inhalte wären längst vergessen und wertlos, wenn nicht die YouTuber mit ihren Followern sie wieder ausgraben würden und mit neuem Leben erfüllen würden. Wer hätte schon "Sounds of Silence" wieder gehört, aber plötzlich war es wieder groß. Die Industrie schadet sich damit nur selbst, weil sie die Lebensdauer ihrer eigenen Produkte auf den einen Moment reduziert an dem es offiziell gezeigt wird. Vieles ist zwei Wochen später schon wieder vergessen.
YouTube und den anderen Großen wird es auch nicht schaden, weil sie die einzigen sind, die stae-of-the-art upload Filter bauen können. Die kleinen Konkurrenten sind damit weg, oder werden ständig gegen die Illegalität kämpfen müssen.

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jjcamera 24.03.2019, 08:44
2. Spaß

Warum sollte es die "Meinungsfreiheit" schützen, wenn Youtube, Facebook und Co ihre Gewinne optimieren, ohne die Urheber angemessen beteiligen zu müssen?
Die "Meinungen", die da täglich in den sozialen Medien kursieren, führen zu der von vielen beklagten Verrohung der Gesellschaft und ihrer Sprache im Umgang miteinander. Es sollte ein Gesetz geben, das das verhindert?
Na dann, viel Spaß dabei.

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claus7447 24.03.2019, 09:03
3.

Zitat von kr-invest
Das wird spannend. Klar stört es die Copyright-Besitzer, wenn die YouTuber die Inhalte verwenden. Aber die Besitzer der Copyrights werden merken, dass die YouTuber Mehrwert generieren. Viele der Inhalte wären längst vergessen und wertlos, wenn nicht die YouTuber mit ihren Followern sie wieder ausgraben würden und mit neuem Leben erfüllen würden. Wer hätte schon "Sounds of Silence" wieder gehört, aber plötzlich war es wieder groß. Die Industrie schadet sich damit nur selbst, weil sie die Lebensdauer ihrer eigenen Produkte auf den einen Moment reduziert an dem es offiziell gezeigt wird. Vieles ist zwei Wochen später schon wieder vergessen. YouTube und den anderen Großen wird es auch nicht schaden, weil sie die einzigen sind, die stae-of-the-art upload Filter bauen können. Die kleinen Konkurrenten sind damit weg, oder werden ständig gegen die Illegalität kämpfen müssen.
Und warum kann YouTube nicht etwas vom werbekuchen abgegeben. Gilt Egoismus First auch hier?

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Dieter Koll 24.03.2019, 09:04
4. mal davon abgesehen....

Zitat von kr-invest
Das wird spannend. Klar stört es die Copyright-Besitzer, wenn die YouTuber die Inhalte verwenden. Aber die Besitzer der Copyrights werden merken, dass die YouTuber Mehrwert generieren. Viele der Inhalte wären längst vergessen und wertlos, wenn nicht die YouTuber mit ihren Followern sie wieder ausgraben würden und mit neuem Leben erfüllen würden. Wer hätte schon "Sounds of Silence" wieder gehört, aber plötzlich war es wieder groß. Die Industrie schadet sich damit nur selbst, weil sie die Lebensdauer ihrer eigenen Produkte auf den einen Moment reduziert an dem es offiziell gezeigt wird. Vieles ist zwei Wochen später schon wieder vergessen. YouTube und den anderen Großen wird es auch nicht schaden, weil sie die einzigen sind, die stae-of-the-art upload Filter bauen können. Die kleinen Konkurrenten sind damit weg, oder werden ständig gegen die Illegalität kämpfen müssen.
dass Disturbed keine Youtuber sind oder waren, als sie Sound of Silence gecovert haben..... erst durch diesen "Vergessenen Song" sind sie doch erst einer breiten Masse bekannt geworden. Der Mehrwert wurde also erst durch diese alten Songs erzielt. Dazu kommt, dass diese Coverversion auch noch unglaublich schlecht ist.
Nur ein Mensch, der selbst nie etwas kreatives geschaffen hat, kommt auf die Idee, dass irgendein Mensch, der ein Video aus Bildern und Songs in Netz stellt, für die Erschaffer dieser Bilder/Songs einen Mehrwert schafft. Allerdings kann das jeder ja machen...aber dann dafür zahlen, dass er die Kreativität eines anderen nutzt, weil ihm/ihr selbst nicht einfällt.

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Fairplayground 24.03.2019, 09:08
5. Diebstahl bleibt Diebstahl

Ob der Dieb nun groß ist oder klein: Niemand hat das Recht, einfach das geistige Eigentum eines anderen zu klauen. Da hört auch im Internet der Spaß auf. Ich hoffe, die EU-Politiker lassen sich von Google und Co. nicht ins Bockshorn jagen. Alles sofort und umsonst: Irgendwer muss diesen Wildwest-Methoden endlich Einhalt gebieten. YouTube muss zahlen, sOnst kann man demnächst auch anderswo die Löhne abschaffen. Hier erklären immer wieder neunmalkluge Anhänger der Gratiskultur unter dem Großtransparent „Meinungsfreiheit“, dass Autoren und Urheber bitte die Klappe halten sollen. Damit betreiben sie das Geschäft von YouTube und Co..

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Naturrecht 24.03.2019, 09:20
6. Nicht Verstanden

Viele Demonstranten gegen die bevorstehende Urheberrechtsreform verstehen nicht, dass bereits beim urheberrechtswidrigen Hochladen einer persönlich geistigen Schöpfung bereits in immenser Schaden entsteht. Die Datei kann sofort heruntergeladen werden und ohne Aufwand vervielfältigt werden. Dabei entsteht für den eigentlichen Urheber ein finanzieller Schaden.
Aus diesem Grund ist es notwendig, dass es einen Filter gibt, die vorab prüfen, ob es sich um ein urheberrechtlich geschütztes Werk handelt.

Von Gegnern des Gesetzes wird vorgeworfen "Solche Filter schränken die Meinungsfreiheit ein".

Solche Filter werden bereits eingesetzt. Youtube nutzt bereits ContentID, einen Filter für urheberrechtlich geschützte Werke. Wo war der ganze Protest bei der Einführung von ContentID?

Von Gegnern der Reform wird das Argument aufgeführt: "Satire wird nicht einmal richtig von Menschen erkannt".

Das ist soweit richtig. Hier widersprechen sich die Gegner aber selbst. Zum einen sagen die Gegner, mit solchen Filtern könnte es möglich sein Meinungen zu filtern und auf der anderen Seite sagen sie, der Filter kann keine Satire erkennen. Wenn ein Filter geäußerte Meinungen in Videos erkennen kann, dann kann der Filter auch Satire erkennen. Darüber hinaus wird es Beschwerdemechanismen auf den Plattformen gemäß des Artikels 13 geben, sodass gefilterte Inhalte nochmals händisch geprüft werden.

Mein Kritikpunkt gegen die Urheberrechtsreform ist, dass die Grenze wer so einen Filter braucht wirklich klar definiert ist. Ich bin dafür, dass nur große Plattformen wie Youtube Vimeo und co, solche Filter benötigen. Sprich es sollte eine Regelung entsprechend dem erwirtschafteten Gewinn solcher Plattformen geben.

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Herr Knigge 24.03.2019, 09:25
7. Wo sind denn die Podcasts?

Ich habe jetzt drei der vermeintlichen Quellen des Podcasts probiert, mir sogar so eine dreckige App runterladen dürfen - nichts. Professionell würde ich es finden den Artikel zu veröffentlichen, wenn die Casts auch verfügbar sind.

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tszekely 24.03.2019, 09:27
8. Fresse? Wirklich?

Abgesehen davon dass die Auswahl des Wortes Fresse eine fragwürdige Wortwahl ist, geht es mittlerweile nicht um „Digitale“, sondern um sehr normale Menschen. Willkommen im diginormalen Zeitalter!

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peterputzig 24.03.2019, 09:37
9. Könnte man auch anders regeln

a) jeder kann weiterhin anonym Content konsumieren.
b) jeder der Content hochlädt, muss sich identifizieren und ggf. auch dafür zahlen. Ist zumindest mal haftbar!
c) YT,FB und Co. müssten dann nicht aufwendig Content analysieren, sondern nur noch prüfen, ob der Uploader identifiziert werden kann.

Wir verlieren dann zwar Millionen von Katzenbildern (weil die Prüfung wahrscheinlich eher kostenpflichtig ist) und vielleicht gibt es auch einen Time-Lag bis nach der Prüfung alles freigeschaltet ist.

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