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Facebook-Gründer: Zuckerberg beklagt sich bei Obama über NSA-Spionage
REUTERS

Im Silicon Valley macht sich Frust breit über die Späh-Aktivitäten der NSA. Facebook-Chef Zuckerberg wendet sich nun direkt an US-Präsident Obama, erst per Telefon, dann per Posting auf seiner Profilseite. Die Spitzeleien richteten einen enormen Schaden "für unser aller Zukunft" an.

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kfp 14.03.2014, 12:41
50.

Zitat von Rickie
Ich sollte ja nicht lästern, wenn er einmal etwas vernünftiges macht. Aber unter "unser aller Zukunft" versteht Zuckerberg ja wohl vor allem seinen Kontostand.
Immer dieses von sich auf andere schließen. Solche Leute müssen sich nicht mehr darum scheren, ob sie ein paar Hundert Milliönchen mehr oder weniger auf dem Konto haben. Zuckerberg hat für den Rest seines Lebens ausgesorgt, und daran wird der NSA-Skandal auch nichts ändern, sogar wenn ein paar Handvoll Benutzer deswegen entrüstet ihr FB-Konto kündigen.

Warum nicht einfach mal neidlos anerkennen, dass solche superreichen Firmengründer auch Menschen sind, die auch eine Meinung und vielleicht sogar eine Portion Idealismus haben. Im Gegensatz zu uns Normalbürgern haben sie dagegen sogar eher eine Chance, auf weltbewegende Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Das mag uns unfair erscheinen, weil wir gerne ähnlich wichtig wären. Da aber nunmal nicht jeder der milliardenstarken Weltbevölkerung bei solche Entscheidungen angehört werden kann, sollte es uns doch lieber sein, wenn so ein sorgen-armer Idealist wie Zuckerberg seine exponierte Stellung nutzt, anstatt das Spielfeld weiter allein menschenverachtenden Kontrollfreaks und/oder Geschäftemachern wie den Koch-Brüdern zu überlassen...

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Blaumilchvor 14.03.2014, 12:53
51. Alte Kulturen sterben, neue kommen...

Zitat von brut_dargent
"... Der Planet hat nur eine Überlebenschance, wenn wir das amerikanische System überwinden." Zitat Ende - Den Startschuss hat Edward Snwoden gegeben. Ich bin äußerst zuversichtlich, dass der US-Gierigkapitalismus überwunden wird. Gut Ding braucht Weile.
Das denke ich auch! Amerika hat seine Vorbildfunktion schon lange verloren! Dazu braucht es aber auch nicht den Blick nach Osten, Europa hat eigene Werte und die sind nicht die Schlechtesten! Das soll aber nicht bedeuten das sich Europa gegenüber dem Westen und Osten abschotten soll, ganz im Gegenteil. Europa sollte aber lernen Verantwortung zu übernehmen und das kann es auch leisten...

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eelay 14.03.2014, 13:02
52.

Zitat von snoop69
Das stimmt nicht. Facebook "klaut" über die Adressbücher seiner Mitglieder auch Daten von Menschen, die weder Mitglied dort sind noch je was mit dem Saftladen zu tun haben wollten....
Aber nur wenn ich sie aktiv darum bitte und ihnen Zugriff auf mein Adressbuch gewähre. Kann man, muss man aber nicht.

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singlesylvia 14.03.2014, 13:03
53. Let's talk turkey

Erst mal: Es hat schon was Komisches, wenn ein Datensammler sich über das Datensammeln eines anderen Datensammlers beschwert.
Das ist, als ob ein Privatdetektiv sich über Ermittlungen der Polizei beschwert.
Auch wenn es stimmt, dass eine Facebookmitgliedschaft (noch) freiwillig ist -
Auch wenn es stimmt, dass Facebook die Daten für Werbezwecke benutzt und dies auch explizit anspricht -

wer sagt uns denn, dass Facebook auch wirklich nur die Daten registrierter User hat und keine Daten von Nicht-Facebook-Nutzern?
wer sagt uns denn, dass im Hintergrund nicht doch die Daten auch für ganz andere Zwecke benutzt werden?
wer sagt uns denn, dass im Hintergrund nicht doch ein Backdoor-Austausch mit der NSA abläuft?

Hat Facebook jemals darauf hingewiesen, dass die vorhandenen Daten auf rechtmäßiges Eigentum hin überprüft werden, dass hochgeladene Adressbücher daraufhin überprüft werden, dass da auch wirklich nur Daten von registrierten Usern drinstehen?
Hat Facebook jemals darauf hingwiesen, dass Photos entfernt werden müssen, wenn da auch nur ein Gesicht drauf ist, das nicht zu einem registrierten User gehört?
Ansonsten: Armes Zuckerberg, von den vielen Milliarden wieder eine Million verloren, nur weil die NSA ihren Job macht.

Im Übrigen, zur Freiwilligkeit: Ich kann mir kaum einen Bereich vorstellen, wo man gezwungen ist, ins Internet zu gehen, weil es keine Alternativen (egal, wie umständlich und aufwendig) gibt. Wer brüllt, wird gehört, das gilt real genauso wie online.

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mahrud 14.03.2014, 14:01
54. Rührend!

Zitat von kfp
Immer dieses von sich auf andere schließen. Solche Leute müssen sich nicht mehr darum scheren, ob sie ein paar Hundert Milliönchen mehr oder weniger auf dem Konto haben. Zuckerberg hat für den Rest seines Lebens ausgesorgt, und daran wird der NSA-Skandal auch nichts ändern, sogar wenn ein paar Handvoll Benutzer deswegen entrüstet ihr FB-Konto kündigen. Warum .......
Sie halten Zuckerberg angesichts von unzähligen Datenschutzskandalen und der Sammelwut bei Fatzebuck wirklich für einen "sorgen-armen Idealisten", der sich nun für die informationelle Selbstbestimmung des Volkes einsetzt?
Das wäre reichlich naiv, denn vor Snowden hat ihn das Thema aus gutem Grund gar nicht interessiert. Mag er auch längst ausgesorgt haben, aber natürlich geht es ihm um (mehr) Geld und Marktmacht für sein Unternehmen, und letztere ist in letzter Zeit recht heftig am Erodieren. Deswegen hat er den übertrieben hohen Preis für What´s-App ja auch nicht für den Wert des Unternehmens bezahlt, sondern für den wirtschaftlichen Schaden, den die ganzen What´s-App-Überläufer Fatzebuck bereitet hätten.
Nachdem diese nun im Handstreich zwangs-repatriiert wurden, muss er zwangsläufig nach Wegen suchen, die neuen Nutzerdaten für Fatzebuck verwertbar zu machen, um die ungeheure Investition auszugleichen.
Wenn aber nun umgehend ein erheblicher Teil der What´s-App-Nutzer die Absicht umsetzt, sich dann auch von diesem Netzwerk abzuwenden, dann liegt es für ihn nahe, die Politik bzw. NSA dafür verantwortlich zu machen, daß sein Geschäftserfolg gefährdet ist.
Es ist aber ein sehr kleinlautes Aufbegehren eher gegen die Erkenntnis, daß das kurze Zeitalter der Quasi-Monopolstellung vorüber ist und sich in Europa im Bereich Sozialer Netzwerke Goldgräberstimmung breitmacht, wofür Fatzebuck und die NSA gleichermaßen verantwortlich sind.
Ansatzweise glaubhaft wäre Zuckerbergs "Kritik" nur dann gewesen, wenn er sich ohne wenn und aber für eine Generalamnestie für Snowden ausgesprochen hätte.
Das gilt auch für den Deppen von Microsoft.

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kfp 14.03.2014, 16:04
55.

Zitat von mahrud
Sie halten Zuckerberg angesichts von unzähligen Datenschutzskandalen und der Sammelwut bei Fatzebuck wirklich für einen "sorgen-armen Idealisten", der sich nun für die informationelle Selbstbestimmung des Volkes einsetzt?
Amis haben eben eine andere Einstellung zum Datenschutz als Deutsche. Und die Tatsache, dass so viele Menschen dabei freiwillig mitmachen, kann man Zuckerberg wohl kaum ankreiden.
Klar kann man über seine Einstellungen dazu anderer Meinung sein und auch FBs Geschäftspraktiken kritisch beurteilen. Aber dieses beißreflexartige Herumgegeifere im Forum ist mal wieder unter aller Kanone.

Auch sehe ich nicht, was daran so verwerflich ist, sich um den Gewinn einer Firma, die man aus dem Nichts aufgebaut hat, zu bemühen. Ich wette, die meisten der Foristen, die hier gegen Zuckerberg losgeifern, würden in ähnlicher Lage die Gewinnmaximierung wesentlich durchoptimierter und raffgieriger (bzw. "mit dt. Effizienz") betreiben - und im Vergleich dazu ist Zuckerberg allemal ein sorgenarmer Idealist.

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TS_Alien 14.03.2014, 21:28
56.

Wo hat dieser Typ sein "Lachen" gekauft? Künstlicher geht es gar nicht.

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cavete 15.03.2014, 14:20
57. Erhoehte Sicherheitsstufe

"Wenn unsere Techniker unermüdlich daran arbeiten, die Sicherheit zu erhöhen, gehen wir eigentlich davon aus, euch gegen Kriminelle zu schützen und nicht gegen unsere eigene Regierung", schrieb er [Mark Zuckerberg an sein Leser, d.Verf.] jetzt.

Bei dieser Sichtweise der Dinge, bliebe dann allerdings noch zu klären bzw.zu definieren, wie denn das Verhalten der NSA etwa zu bewerten ist, wenn diese die eigene Bevölkerung ausspäht und damit gegen bestehende Gesetze verstößt. Wie nennt man einen solchen Sachverhalt, ich komm' nicht drauf, vielleicht kann jemand helfen.

Bestimmte, althergebrachte Verhaltensmechanismen, ändern sich auch im Zeitalter der Moderne nicht: Nach wie vor gilt, daß der Ueberbringer der schlechten Botschaft, hier Herr Snowden mit seinen Enthüllungen, derjenige ist, der – bildlich gesprochen - gekoepft werden soll. Keinesfalls geht es aber umgekehrt darum, den Inhalt der Botschaft einer kritischen Würdigung in Bezug auf die eigene Position zu unterziehen.

Und das gilt sowohl für die amerikanischen Internet-Unternehmen als auch für die verantwortlichen Politiker.

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Badischer Revoluzzer 16.03.2014, 14:13
58. Lustig.

Ein Datensammler beklagt sich hier über den anderen.

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msix 16.03.2014, 14:40
59.

Zitat von klugscheißer2011
.... der selber im Glashaus sitzt mit ganz dicken Felsbrocken. Es ist doch das System Facebook, das alles Mögliche aus der Privatsphäre Wissen will und dann an Geschäftskunden weitergibt, ohne, dass die User sich dagegen wehren können. Eigentlich könnte man da auch gleich einen Account bei der NSA einrichten.
Niemand ist gezwungen sich bei Facebook anzumelden. Wer dort angemeldet ist muss sich eben genau überlegen, was online gestellt wird und was nicht. Ich sehe das Problem nicht, da alles auf freiwilliger Basis geschieht.

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