Forum: Netzwelt
Facebook, YouTube, Twitter: Die meisten NetzDG-Beschwerden sind nicht erfolgreich
DPA

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz sollte helfen, gegen Hass und rechtswidrige Hetze vorzugehen. Nun müssen Facebook, Twitter und YouTube erstmals Zahlen zu Nutzerbeschwerden vorlegen.

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jejay 27.07.2018, 10:01
20.

Zitat von bloßich
Der entscheidene Satz aus Ihrem posting lautet: " ... und habe kurz vor Ablauf der Sperre nur einen lapidaren Hinweis erhalten, dass man berechtigt ist, Nutzer zu sperren, die gegen die Gemeinschaftsstandarts verstoßen haben." Ganz offensichtlich wurden Ihr Beitrag also wegen eines Verstoßes gegen die Gemeinschaftsstandarts von Facebook gelöscht - nicht wegen des NetzDG ! Und da het Facebook - wie jedes private Unternehmen - eben das (Haus-)Recht die Regeln festzulegen.
Im Artikel wird schon angedeutet, dass die Community-Standards einfach strikter ausgelegt werden. Das hat den Vorteil, dass fragwuerdige Faelle so abgewatscht werden koennen, wie sie das tun.

Ich kenne die Lage zur Meinungsfreheit in den USA, an denen sich die Community Richtlinen eigentlich orientieren, und daher weiss ich dass sowas eigentlich nicht geloescht wird. Ich gehe davon aus, dass hier nun mit zweierlei Mass gemessen wird. An den Betroffenen kann man nur sagen: Schreiben Sie ihre Kommentare in englisch, dann haben sie den Schutz durch den first amendment sicher. Meinungsfreiheit gibts bald nur noch auf englisch!

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WAZ 27.07.2018, 10:02
21. Zur Situation der Hass-Kommentare bei facebook und twitter

Die Löschungen von Hass-Kommentaren funktionieren bei facebook. Bei Twitter muss Druck mit Rechtsanwälten gemacht werden, um Löschungen zu erreichen.

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felisconcolor 27.07.2018, 10:02
22. Ist

Zitat von jayjayjayjay
Das strafrechtlich relevantes lediglich gelöscht wird und nicht vorm kadi landet?
durchaus eine übliche Maßnahme der Sanktionierung. Sehen sie es als Bewährungsstrafe. Für eine geklaute Banane gibt es ja auch nicht gleich lebenslänglich. Ausserdem sollte man auch unterstellen dürfen das manche Äusserungen "im Affekt" geschrieben wurden. Und da ist "nur" die Löschung wohl verhältnismässig. Im Wiederholungsfall kann aber durchaus ein justiziabler Tatbestand entstehen.

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etlamu 27.07.2018, 10:07
23.

Zitat von lab61
Es findet keine Zensur statt. 1.: Der Betreiber ist ohnehin berechtigt, jeden Beitrag, oder jedes Mitglied, dass seiner Ansicht nach nicht in seine Gemeinschaft passt/gehört, löschen zu dürfen. Dass nennt sich "digitales Hausrecht." 2.: Sie werden generell nicht an der Äußerung Ihrer Meinung gehindert. Nur eben an einem bestimmten Ort, wo eben ein solches digitales Hausrecht über Ihren Meinungsäußerungsrechten steht. Da Sie sich jederzeit auch noch anderswo zum gleichen Sachverhalt äußern und Ihre Meinung kundtun können, findet also keine Zensur statt.
Das "digitales Hausrecht" ist doch auch eine Art von Zensur.

Eine Diskussion mit Anderen mit einer anderen Meinung bleibt daher aus, wenn ich zu einem Forum wechseln muss, das meine Meinung teilt. Da dieses Forum dann die Meinung des anderen Forum weg zensiert, gibt es keine Möglichkeit einer DIREKTEN Diskussion mehr.

Die ganz große Gefahr ist allerdings, wenn manche Meinungen bei ALLEN Foren weg zensiert werden. Dies ist dann echte Zensur.

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jewill 27.07.2018, 10:07
24. Echte Drecksarbeit

Wenn man immer nur Einzelfälle betrachtet, kommt man natürlich schnell zu der Erkenntnis, dass die sozialen Medien entweder nicht schnell und gründlich genug prüfen oder umgekehrt Zensur betreiben. In Wirklichkeit ist das "Säubern" der sozialen Medien echte Drecksarbeit, die von schlecht bezahlten Menschen auf den Philippinen gemacht wird (siehe https://www.sueddeutsche.de/digital/internetzensur-wer-die-blutlachen-bei-facebook-aussortiert-1.2969438).
Die hier genannten "Mehr als 50 Leute" oder "65 Prüfer" sind wohl nur die Mitarbeiter bei Twitter und Facebook, die die eigentliche Arbeit in die dritte Welt outsourcen. Denkt darüber nach, bevor ihr euch aufregt, weil irgendwo eine halb-nackte Person "zensiert" wurde.

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rk_fisch 27.07.2018, 10:11
25. Man mag es nicht glauben

Zitat von Southwest69
Benutzen Sie den Mist doch einfach nicht und beteiligen sich nicht am Stammtischgelaber, das hebt ihr persönliches Niveau und die innere Ausgeglichenheit.
Aber auch auf Youtube gibt es sinnvolle Channel, in denen man entweder etwas lernen oder dort eigenes Wissen einbringen kann.

So brachte ich dort etwas über meine Wahrnehmungsstörung als Auswirkung der Autismusspektrumstörung ein und wurde von einer Person übelst als behindert und weiss ich was beschimpft, auf meine Einschränkungen reduziert und so weiter und so weiter.
Nun bin ich kein Freund des NetzDG, zugleich verwahre ich mich aber gegen übelste Beleidigungen, also meldete ich die schlimmsten Beiträge bei Youtube... Nichts geschah. Die Beiträge sind heute noch auffindbar.

Es kann und darf meiner Meinung nach nicht sein, dass Menschen sich nicht frei entfalten dürfen und man ihnen rät den "Mist" wegen ein paar mental unterbelichteten Zeitgenossen nicht zu nutzen. Im Umkehrschluss würde das heissen, das Dummheit in jedem Fall siegt.
Gerade Youtube ist ein gutes Medium, wenn es darum geht, Wissen unkompliziert multimedial zu verbreiten bzw. sich so wissen anzueignen.

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Menschundrecht 27.07.2018, 10:13
26. Wahr oder falsch

Zitat von etlamu
Ich sehe dieses Gesetz als Zensur an, denn wer entscheidet denn hier was wahr oder falsch ist? Dies sollte dem Nutzer überlassen werden, der natürlich dazu erzogen werden muss, mindestens eine Gegenmeinung zu lesen/sehen. Diese Erziehung sollte schon im Kindergarten begonnen werden. Da dies zu einem kritischen Bürger führen würde, der auch die Mainstream-Meldungen hinterfragt, ist dies leider nicht gewünscht. Daher dieses und andere fragwürdige Gesetze.
Zuerst einmal ist das binäre bzw. das dialektische Denken als Denken in den Kategorien von 'wahr' und 'falsch' unter dieser Bundesregierung nicht erwünscht und kaum mehr möglich.

Davon abgesehen kommt Ihre Erkenntnis Dekaden zu spät, und es gibt Leute, die sie schon vor elf Jahren hatten und in diesem Forum mitgeteilt haben. Es wurden aber wohl auch die Provokation und der Zynismus nicht bemerkt, die mit dieser Mitteilung verbunden waren.

Mündige und kritische BürgerInnen sind also nicht erwünscht, BürgerInnen, die sich nicht blind, taub und stumm darauf verlassen, dass die Staatsgewalt (s.a. Staatsgebiet, Staatsvolk) ihre Funktion erfüllt und ihre Arbeit macht unter dem Grundgesetz, und entsprechend ist die Erziehung zum mündigen und kritischen Bürger schon nicht erwünscht.

Es gibt eben immer noch zu viele Menschen in Deutschland, die den Mund nicht halten können. Im Übrigen sollen die Menschen doch gehen, wenn es ihnen nicht passt.

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freddygrant 27.07.2018, 10:13
27. Die Sache ist doch ganz einfach!

Wenn Facebook oder Twitter nicht sichtbar und gesetzesgemäß
löschen wird einfach der ganze Dienst zugemacht. Kanäle wie
Youtube die bereits sind an der Umsetzung des Datenschutzes
aktiv mitzuarbeiten sind zu fördern. Die gilt dann besonders bzgl.
der Verbesserung der Umsetzung des Datenschutzes und der
DSG-Formilierung. Ärgänzend sine die Anpassung der Strafgelder
und Sanktionen vorzusehen!

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vitalik 27.07.2018, 10:14
28.

Zitat von Moormann
Alle sogenannten sozialen Medien als Privatperson meiden. Macht Klopp auch, man fährt damit wunderbar. "Und was die Leute über mich schreiben interessiert mich nicht, ich lese es ja nicht. Wer etwas von mir will soll es mir persönlich sagen" Prima Kloppo. Für mich ist der Begriff "Soziale Medien" eh ein Armutszeugnis der Kommunikation.
Sie stellen es sich zu einfach vor und glauben anscheinend, dass es eine eindeutige Abgrenzung zwischen der virtuellen und der realen Welt gibt.
Ein Beispiel: In der Schule sind die Hälfte der Schüler miteinander bei Facebook befreunden. Angenommen jemand verbreitet über Facebook dann Unwahrheiten über einen Schüler (Mobbing). Damit werden die Unwahrheiten nicht mehr Klassenintern verbreitet, sondern eben über die halbe Schule. Der Mobbingkreis ist ein viel größerer. Jetzt können Sie sagen, dass das Opfer ohne Facebook es einfach ignorieren kann, aber wie soll das Opfer es ignorieren, wenn wildfremde Schüler in der Schule ihn plötzlich mit den Unwahrheiten konfrontieren. Solche Fälle gibt es und sind auch so passiert.

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David K. 27.07.2018, 10:20
29. Rechtsstaat ist sowas von out

Wenn SPON schreibt "Sie [die Kritiker] sähen es lieber, wenn nicht die US-Unternehmen Twitter, Facebook und YouTube, sondern deutsche Gerichte entscheiden, was rechtswidrig ist und was nicht.", dann weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. JEDER Demokrat sollte sich dafür einsetzen, dass Gerichte entscheiden, was Recht ist und keine Privatunternehmen. Dieser Artikel ist so tendenziös, dass man den Autor fragen sollte, wie er es denn mit dem Rechtsstaat hält.
Euer eigener Verband, der Deutsche Journalisten Verband, sowie die United Nationes, die EU, der wissenschaftliche Dienst des BT und, und, und kritisieren dieses Gesetz. Dikaturen wie in Russland verweisen auf dieses Gesetz als Vorbild, um die Meinung im Netz zu kontrollieren. Man könnte meinen, dass nur weil dieses Gesetz eben auch gegen die legitime Meinung von Rechtspopulisten vorgeht, sei es für SPON legitim. Dass ist ein eklatanter Denkfehler. Vom selbsternannten "Sturmgeschütz der Demokratie" hätte ich mir etwas mehr erwartet.

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