Forum: Netzwelt
Facebooks Wertekanon: Kiffen ja, Nippel nein

Ein geheimes Handbuch für Facebook-Kontrolleure zeigt, was das Netzwerk in seinem Reich duldet. Kiffen, zerquetschte Köpfe, tiefe Fleischwunden - alles kein Problem. Nicht okay sind Sex, weibliche Brustwarzen, Tierquälerei: Solche Bilder werden gelöscht. Subtil setzt der Konzern seine eigenen Werte durch.

Seite 7 von 8
rennix 22.02.2012, 22:41
60. Bitte erst lesen - dann posten

Zitat von Waldesmeister
In dieser Hinsicht ist die amerikanische Gesellschaft den Mullahs und Sittenwächter im Nahen Osten zum Verwechseln ähnlich.
Es geht hier um Inhalte, die von anderen Usern als anstößig gemeldet werden. Eine "Vorzensur" findet nicht statt. Dazu hat FB (ähnlich wie Youtube) gar nicht die Möglichkeiten. Erst wenn ein User den Inhalt meldet, wird der im Artikel angesprochene Service aktiv und entscheidet aufgrund der vorgegebenen Richtlinie, ob der Beschwerde stattgegeben und der Inhalt von der Seite genommen wird. Klingt leider nicht so schön prüde und präfaschistisch wie das so mancher hier gerne hätte. Sind ja schließlich die bösen, bösen USA. The root of all evil.

Die einzige Zensur die mir bei SocialMedia Seiten bisher begegnet ist war bei Flickr. Dort konnte man in den USA und anderen Ländern durchaus Nippel sehen. Nur nicht in Deutschland. Begründung: Der deutsche Jugendschutz. Na sowas! Diese prüden Deutschen aber auch!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kay2342 23.02.2012, 09:07
61. *Prust ....bwah...BWAHAHAH*

Zitat von ratbag
Deshalb. Kein FB. Nehmt Google+
Ich hoffe du *traenenwegwisch* meintest das ironisch *lach*

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cor 23.02.2012, 10:02
62. Falsch

Zitat von sverris
Quatsch, was das Mitmachen betrifft. Wg. dieses undurchsichtigen Hausrechts können die Nutzer ja nicht mal mehr wissen, was nun echt mit den Daten passiert. Daher ist es nicht genug zu sagen, der Nutzer sei selbst Schuld... Hier muss der Gesetzgeber einschreiten, und das auch weil FB ja den "Markt" beherrscht...
Auch wenn Sie nicht wissen, was genau passiert, steht es Ihnen frei, FB nicht zu benutzen, weil Sie es eben nicht wissen.

Ich versteh überhaupt nicht, was daran so unheimlich schwierig ist. Wenn Ihnen die fehlende Transparenz nicht passt, lassen Sie einfach die Finger davon!

Sie wissen auch nicht, was genau der Metzger in der Wurst verarbeitet hat, die Sie heute Abend essen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nonvaio01 23.02.2012, 10:58
63. fuer nippel

Zitat von sysop
Ein geheimes Handbuch für Facebook-Kontrolleure zeigt, was das Netzwerk in seinem Reich duldet. Kiffen, zerquetschte Köpfe, tiefe Fleischwunden - alles kein Problem. Nicht okay sind Sex, weibliche Brustwarzen, Tierquälerei: Solche Bilder werden gelöscht. Subtil setzt der Konzern seine eigenen Werte durch.
gibt es andere seiten....;-) ich muss aber sagen das ich es ok finde. Wenn man einmal die zuegelschleifen laesst ist ganz FB voll mit porn. Vondaher ist es ok.
mann kann nun darueber streiten ob es angemessen ist oder nicht. Bei uns sind Hitler Gruss und Nazi verherlichung verboten, in den USA wiederum nicht.
Wenn FB aus D kommen wuerde waehren andere sachen verboten und die USA wuerde sich aufregen so wie wir gerade.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Eisenmann 23.02.2012, 11:31
64. Omg

Zitat von ratbag
Deshalb. Kein FB. Nehmt Google+
Genial :)
Dann gehören Sie wohl auch zu denjenigen welche Müller-Milch aus Prinzip ablehnen und lieber Weihenstephan kaufen???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
potenz 23.02.2012, 12:58
65. Genau so ist das:

Zitat von semaphil
wer so argumentiert. Ich habe noch nie einen Anbieter gesehen, der einen anderen Wertekanon hätte. Sie leben vollkommen realitätsfern. Das klingt so wie: wer zwingt Dich zum Leben? Wenn Dir die Regeln nicht gefallen, dann kannst Du doch ableben ( aber sozialverträglich ) ...
Und wo ist jetzt ihr Argument? In der Tat zwingt mich niemand zu leben - abgesehen von einem gesellschaftlichen Suizidtabu, das ich, wenn ich mich zu soviel geistiger Freiheit durchringe, auch ablehnen kann (Lektüreempfehlung: "Hand an sich legen" von J. Amery) ... was nun aber FB anbelangt, da hat der vin Ihnen kritisierte Forist Recht: Man sich dort auch einfach abmelden, wenn's einem nicht passt - hab ich z.B. vor 3 Wochen getan!!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mixolydisch 23.02.2012, 13:43
66.

Zitat von Tamarind
Wenn ich das schon lese: weibliche Brustwarzen sind tabu. Das wäre für mich schon ein Grund, aus dem Verein auszutreten. ;-) Facebook & Co. werden eh eines Tages (möglicherweise jetzt schon?) ein wertvolles Instrumentarium fürs Aufspähen der Bürger darstellen: Die Welt in Facebook, wo alles, was gefährlich sein könnte, wie z.B. Bürgerbewegungen, angekündigt werden. Ähnliches hat man schon erlebt, als das britische Pärchen wegen Jokes beim Twitterns die Einreise ins gelobte Land der Vereinigten Staaten von Amerika verweigert wurde. Klar ist es freiwillig, sich dem auszusetzen. ;-)
Sind Leute, die in ihrer Einfalt bei Facebook mitmachen, nicht eher harmlose Zeitgenossen? Eher werden doch diejenigen als verdächtig angesehen, die da nicht mitmachen. Denn diese Leute haben vermutlich ein vollständiges Gehirn - was sie gefährlich macht, oder?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hansklauspeter 23.02.2012, 13:55
67. ...

Zitat von potenz
Und wo ist jetzt ihr Argument? In der Tat zwingt mich niemand zu leben - abgesehen von einem gesellschaftlichen Suizidtabu, das ich, wenn ich mich zu soviel geistiger Freiheit durchringe, auch ablehnen kann (Lektüreempfehlung: "Hand an sich legen" von J. Amery) ... was nun aber FB anbelangt, da hat der vin Ihnen kritisierte Forist Recht: Man sich dort auch einfach abmelden, wenn's einem nicht passt - hab ich z.B. vor 3 Wochen getan!!!
Das schließt ja eine kritische Auseinandersetzung mit den Regularien nicht aus. Allerdings sind die Regeln jetzt nicht soooo ungewöhnlich, sondern eher typisch amerikanisch. Bei uns wären wahrscheinlich Drogen eher ein Problem als nur die Andeutung von Sexualität, stört mich persönlich eher weniger. Man kann sich darüber streiten ob es sinnvoll ist das Kiffen zu erlauben, aber die Nippel zu verbieten? Das ist jetzt eine Regel die nicht stören sollte, solange man nicht vor hat genau das zu tun... und ich bezweifle dass so viele das vor haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hmhmhmhm 23.02.2012, 15:02
68. Halbe Themaverfehlung

(nochmal und in aller Ruhe)
Also tut mir leid, dass ich in die Prüderiedebatte hier nich einsteigen kann, es gibt ein Thema, das im Artikel in einem Satz fallengelassen wurde und ich staune darüber, dass hier eine Gruppe von Forumkommentierern in der Lage ist, den Satz zu übersehen.

oDesk wird auf Gawker als irgendeine Firma bezeichnet, die für andere Firmen Moderations-Services anbietet. Es ist nicht das erste Mal, dass Gawker eine Wischiwaschi-Recherche hinkleistert. oDesk ist eine Freelancerplattform, die in der letzten Zeit zunehmend von Firmen zum ausbeuterischen Outsourcing genutzt wird. Schaut euch das im Artikel an, den Satz. Ein Dollar die Stunde ist hier für jedermann in Ordnung? Dort haben letztens Firmen aus D-e-u-t-s-c-h-l-a-n-d begonnen, nach muttersprachlichen Übersetzern ins Deutsche zu suchen, also nach Leuten von hier. Für: Glockenbimmel: für 3 Dollar die Stunde.

Sorry, es gibt Themen und es gibt Themen. Mich schockiert es auch, dass eine Waffe und deren Folgen kein Problem zu sein scheinen, dafür aber eine Mutter beim Stillen.

Aber es gibt Themen und es gibt Themen. Wenn mich einer Fragen würde, ich sehe hier noch ein weiteres im Artikel - die Ausbeutungsfrage - und staune, dass das im Forum offensichtlich keine Rolle spielt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tde 23.02.2012, 15:31
69. Keine Überraschung

Zitat von sysop
Ich finde die ganze Reaktion auf diese Geschichte ehrlich gesagt blödsinnig.

Wir stellen zunächst fest: es sind aktuell und in nächster Zukunft keine Algorithmen vorhanden, die es Maschinen erlauben, Entscheidungen über Moralität, Ethik oder Anstößigkeit zu treffen. "Gott sei Dank", mag da der konservative Deutsche sagen, "wird diese Entscheidung noch immer durch einen Menschen getroffen." Das macht die Sache aber auch nicht einfacher. Moralvorstellungen sind sehr von Region, Land oder Kulturkreis abhängig, sowie vom Alter und Geschlecht der jeweiligen Person. Man bedenke den ewigen Zwist zwischen West und Ost, Land und Stadt, Jung und Alt, Mann und Frau. Jeder will die Richtigkeit für sich gepachtet haben. Wie soll sich also der arme Sachbearbeiter entscheiden, der für Facebook Inhaltsmeldungen durchgeht, wenn ihm das Bild einer Frau mit nacktem Oberkörper gemeldet wird. Ein Deutscher mag sagen: "Das Bild ist nicht pornografisch, der Kontext ist nicht beleidigend, also ist das Bild in Ordnung." Ein US-Amerikaner würde hingegen sagen: "Die Frau trägt keinen BH, also muss das Bild sofort entfernt werden." Ein marokkanischer Mitarbeiter würde nun vielleicht sagen: "Nicht nur dass die Frau kein Kopftuch trägt, sie ist auch noch halbnackt. Die Sache wird eskaliert." (Man verzeihe mir die Klischees, sie dienen zur Veranschaulichung.) Hieraus sollte klar werden, dass es natürlich klare Richtlinien geben muss.

Einige dieser Punkte mögen uns als Deutsche empören (Stichwort: Gewaltdarstellung, Stichwort: Grausamkeit gegen Tiere). Ich bin sicher kein großer Verfechter des amerikanischen Wertesystems. Aber: Facebook ist nun mal eine amerikanische Firma, also ist das zugrundeliegende Wertesystem natürlich das US-Amerikanische. Mitsamt der dort üblichen Toleranz für Gewalt und Jagen, sowie der Intoleranz gegenüber nackter Haut und Sex. Eine regionale Regelung scheidet einfach aus, da Inhalte global sichtbar sind.

Wir können uns also höchstens überlegen, wie wir mit der Situation umgehen. Google+ wird ähnliche Richtlinien haben. Irgendwie muss dort schließlich auch über gemeldete Inhalte entschieden werden.
Wir können uns natürlich auf unsere vielmals gelobte deutsche Lösung beschränken, nach dem Motto: "Was die da drüben machen, das brauchen wir hier nicht." Dann sind die Richtlinien auch eher in unserem Sinne. Und das funktioniert auch ganz gut solange die Kontakte aus Deutschland oder dem deutschsprachigen Raum kommen. Eine internationale "Who Knows Who" Plattform hat sich bisher jedenfalls nicht durchgesetzt.

Man kann natürlich ganz aus sozialen Netzwerken aussteigen oder gar nicht erst Mitglied werden. Dann hat sich gleichzeitig auch die ganze Diskussion erledigt. Wenn man den Dienst nicht braucht und nicht nutzt, muss man sich auch nicht über seine Bedingungen aufregen.

Ich für meinen Teil finde es zwar interessant, mal einen Blick in das Facebook "Ethikhandbuch" werfen zu können, der Inhalt überrascht mich allerdings nicht. Mir scheint es nur wiederum als ein Grund, der hierzulande vorgeschoben wird, um mal wieder ein gemeinsames Feindbild zu haben und dagegen zu wettern. Einen triftigen Grund für Aufregung sehe ich hier nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 8