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Fake News: Innenministerium will Abwehrzentrum gegen Falschmeldungen einrichten
REUTERS

In der Debatte über Falschmeldungen im Internet prescht das Innenministerium vor: Nach SPIEGEL-Informationen will man eine Einrichtung im Kanzleramt aufbauen, die Desinformationen-Kampagnen bekämpft.

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Hans58 23.12.2016, 09:44
50.

Zitat von wk03
Zensur Dieses Wort trifft den Tatbestand. Ist das in Dutschland strafbar?
Was hat das mit Zensur zu tun, wenn man eine erkennbar falsche Meldung als solche bezeichnet und sie ggf. richtig stellt?

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Hans58 23.12.2016, 09:48
51.

Zitat von licentia_poetica
Nichts für ungut, aber das ist genau die Art von Argumentation, die eine Zensur begründen soll. Sofort einleuchtend (wie seinerzeit die Sache mit der Kinderpornographie). Schwierig ist hier aber die Umsetzung und die Frage des Missbrauchs (regierungskonforme Interpretationshoheit). Gegen derartige Falschnachrichten hilft, wie ihre Erklärung dazu, die Richtigstellung und Aufklärung. Gegen Menschen, die nur Informationen gemäß ihres Weltbildes gelten lassen, hilft auch keine Zensur.
Wieso begründen Richtigstellungen falscher Nachrichten eine Zensur? Die "falsche" Nachricht wurde doch veröffentlicht.

Ihr letzter Absatz trifft doch exakt erkennbar den Kern, was die Bundesregierung plant: "Richtigstellung und Aufklärung" und nichts mehr. (Es sei denn, ich habe den Inhalt des Artikels, über den hier diskutiert wird, völlig missverstanden.

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mhinrichs 23.12.2016, 09:56
52.

Zitat von licentia_poetica
Nichts für ungut, aber das ist genau die Art von Argumentation, die eine Zensur begründen soll. Sofort einleuchtend (wie seinerzeit die Sache mit der Kinderpornographie). Schwierig ist hier aber die Umsetzung und die Frage des Missbrauchs (regierungskonforme Interpretationshoheit). Gegen derartige Falschnachrichten hilft, wie ihre Erklärung dazu, die Richtigstellung und Aufklärung. Gegen Menschen, die nur Informationen gemäß ihres Weltbildes gelten lassen, hilft auch keine Zensur.
Natürlich ist die Frage der Umsetzung schwierig. Alles was über das Löschen von nachweislich falschen Tatsachenbehauptungen hinausgeht, lehne ich ebenfalls ab.

Aufklärung hilft gegen sowas aber eindeutig nicht. Wie denn auch? Solche Meldungen werden tausendfach geteilt. Wollen Sie diejenigen, die sowas teilen alle einzeln anschreiben? - Ich versuch das immer wieder mal. Wenn ich nicht gleich geblockt werde, entwickeln sich teilweise kuriose Dialoge. Bei dem Video aus Peru zum Beispiel: "Das Video ist x Jahre alt und stammt aus Peru und nicht aus Europa" - "Na und? Mittlerweile sind die Typen bestimmt schon in Deutschland angekommen".

Oder beim Video "Merkelanten werfen in Deutschland einen Hund über ne Mauer". Das Video zeigt einen Jugendlichen, der genau das macht. Mein Hinweis, dass dieses Video aus Israel stammt, wird mit "Ok, zeigt aber trotzdem wie sich die Moslems verhalten" beantwortet. Ja, genau ... die islamische Hochburg Israel.

Die drei Beispiele aus meinem ersten Kommentar wurden übrigens auch alle von AfD-Seiten verbreitet. So haben solche Meldungen bei der "Zielgruppe" sogar noch einen Vertrauensvorschuss und man kann die Aufklärung gleich vergessen.

Nachweislich falsche Tatsachenbehauptungen sind nicht durch die Meinungsfreiheit geschützt. Das entfernen ist somit auch keine Zensur.

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volker_reklov 23.12.2016, 10:01
53. Kein schlechter Ansatz!

Dann kann er ja gleich mal bei Regierung und Parlamentsmitgliedern anfangen. Und wenn die, wie häufig genug Unsinn und Fake News verbreiten, sollte er sie die gesamte Härte des Gesetzes spüren lassen - wenn möglich!?

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tschoe 23.12.2016, 10:01
54. Technisch und Organisatorisch gesehen

völliger Quatsch. Das hieße ja, dass das WWW von diesem Ministerium in irgendeiner Weise beobachtet, geprüft und reglementiert werden kann. Ich höre schon das Kichern von Herrn Facebook und Co. Außerdem stellt sich die Frage, ab wann eine News eine Fake News ist: Wenn Teile nicht stimmen, wenn die Hälfte nicht stimmt? Grotesk und überhaupt nicht durchdacht. In meinen Augen reiner Wortaktionismus.

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Katzazi 23.12.2016, 10:28
55. Zur Frage: Wer entscheidet was richtig oder falsch ist?

Im Zweifel ein Gericht. Wie es sich in einem Rechtsstaat gehört. Denn wahrscheinlich wird das Ministerium sowieso tendenziell juristisch vorgehen und wenn nicht, so unterliegt doch jegliche Behördenaktivität der juristischen Kontrolle. Und Gerichte entscheiden andauernd ob eine Tatsachenbehauptung wahr oder falsch ist. Das ist das wodrum es ja im Kern jedes Prozesses geht. - Aber es geht auch genau um das "wahr" oder "falsch" und nicht "richtig" oder "falsch". - Es geht nicht um Meinungen, sondern um Tatsachenbehauptungen. Fake News behaupten Tatsachen und die sind überprüfbar. Es ist nichts neues, dass man Tatsachenbehauptungen im Zweifel begründen muss und dass man sie gegebenenfalls zurück nehmen muss, wenn man das nicht kann. Und dass wenn jemand dadurch beschädigt wurde, man im Zweifel dafür auch zahlen muss. --- Wobei ich allerdings auch der Meinung bin, dass eine derartige Instanz, beim Kanzleramt wirklich nicht gut aufgehoben ist.

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Satyavan 23.12.2016, 10:43
56. Jeder hat das Recht zu wissen wer hinter den Fake News wirklich steht!

Was wirklich nötig wäre ist, dass sich jeder ein Bild machen könnte welche Quellen genau wem gehören, damit jeder dessen Glaubwürdigkeit selbst einschätzen kann. Es gibt viele Kanäle und social Media die äußerlich so erscheinen als ob sie von unabhängigen Journalisten in Berlin, London oder New York geleitet wären, wenn man aber genau hinschaut stellt man fest (oft mit viel Mühe und lange Recherchen) es sind von Moskau kontrollierten propaganda Medien. Was man gut gebrauchen könnte ist eine Liste die uns genau sagt wer hinter welcher Quelle sich wirklich verbirgt! Das ist keine Zensur, ganz normales und legitimes Informieren der Bevölkerung.

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Senf-Dazugeberin 23.12.2016, 10:58
57. Klingt für mich extrem nach Abschaffung der Meinungsfreiheit

und macht mir Angst, dass unsere herrschenden Politiker durch die Hintertür immer mehr eine Diktatur einführen wollen. Von mir gibt es dafür einen klaren Daumen nach unten!

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licentia_poetica 23.12.2016, 11:02
58.

Zitat von Hans58
Wieso begründen Richtigstellungen falscher Nachrichten eine Zensur? Die "falsche" Nachricht wurde doch veröffentlicht. Ihr letzter Absatz trifft doch exakt erkennbar den Kern, was die Bundesregierung plant: "Richtigstellung und Aufklärung" und nichts mehr. (Es sei denn, ich habe den Inhalt des Artikels, über den hier diskutiert wird, völlig missverstanden.
Die Richtigstellung falscher Tatsachen ist sicherlich keine Zensur.
Ob es die alleinige Aufgabe dieses "Abwehrzentrum gegen Desinformation" ist, tatsächlich nur Tatsachen richtig zu stellen, ist hier die Frage!? Normalerweise fällt dies in die Kompetenz der Medien und sollte auch deren Aufgabe sein. (Ich weiß, zurzeit auch ein schwieriges Thema).
Menschen die sich von Tatsachen nicht beeindrucken lassen werden dies auch, oder erst recht nicht durch dieses "Abwehrzentrum".

Das Problem sind ganz allgemein Nachrichten, die nicht in ein schwarz-weiß Muster passen, somit auch nicht eindeutig als falsch klassifiziert werden können. Genau hier fängt das Problem an.

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SanchosPanza 23.12.2016, 11:04
59. Einmischung

Die USA haben sich mehrmals und massiv in Wahlkämpfe in der Ukraine eingemischt.

Da hat das Kanzleramt nicht interveniert.

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