Forum: Netzwelt
Fall Deniz Yücel: Deutschlands Integrationsproblem in drei Tweets
DPA

Die Debatte um den in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel zeigt: Türkischstämmige Deutsche gehören für viele irgendwie immer noch nicht dazu. Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber.

Seite 8 von 10
jujo 02.03.2017, 07:52
70. ...

Der Fall Yüzel zeigt exemplarisch wie problematisch doppelte Staatsbürgerschaften sein können. Betroffene sollten sich gut überlegen ob sie, wenn sie aus einem problematischen Land abstammen, diese nicht aufgeben, zumal wenn die Abstammungsbürgerschaft aus praktischen, bequemen Gründen gehalten wird. Die Verbundenheit mit dem Abstammungsland sollte nicht abhängig sein von einem vergänglichen Dokument.

Beitrag melden
foxl 02.03.2017, 08:02
71. #4

Integration ist aber keine Einbahnstraße. Wenn man bereits in dritter Generation in dem Land lebt, dass die Großeltern zu ihrem neuen Lebensmittelpunkt machten, diese Großeltern aber nach über 40 Jahren immer nicht die Sprache des Landes erlernt haben, in welchem sie so lange leben und arbeiteten, deren Kinder so leidlich, mit gerade noch tolerablen Kenntissen die Sprache ihres Landes, in dem sie ihre Eltern geboren haben, sprechen und deren Kinder wiederum sich noch immer der Nation ihrer Großeltern verpflichtet fühlen und auf die Politik ihres Geburtslandes sche**en, dann läuft nicht nur Seiten des ?Gastlandes? etwas verkehrt!

Beitrag melden
drarminherbert 02.03.2017, 08:21
72. Da geht mir doch sehr vieles durch den Kopf ....

z.B. kann jemand, der den deutschen Pass hat und den türischen behält, wirklich hundertprozentig integriert sein?
Vielleicht kann mir auch mal jemand erklären, worin der Vorteil der doppelten Staatsbürgerschaft liegt?
Aber zum Fall Yücel ... wie kann jemand - egal ob deutscher oder türkischer Pass - zur Zeit überhaut in die Türkei reisen?

Oder hat Herr Yücel gehofft, daß der türkische Sultan ihm zuliebe, die Journalistenhetze aufgeben und Presse- und Meinungsfreiheit wiederherstellen?
Aber ich unterstelle jetzt Herrn Yücel diese Naivität nicht, habe eher den Eindruck, er wollte provozieren?

Aber wenn er das wollte, dann tut mir Herr Yücel leid, dann ist er wirklich naiv!
Denn mit Provokationen lässt sich keine Politik machen! Schon gar nicht in der heutigen Türkei!!

Beitrag melden
agua 02.03.2017, 08:48
73. an#72 draminherbert

Als Journalist einer deutschen Zeitung war es Yücel möglich wegen seines deutschen Passes in die Türkei einzureisen, um über die Lage im Land zu berichten.Er ging somit ein Risiko ein.Das ist nicht mit Provokation zu verwechseln.Provoziert fühlt sich die Türkei, bzw. erdogan, der durch seine Gesetzgebung kritische Berichterstattung verhindern möchte.Kritisches Gedankengut bestraft.

Beitrag melden
iannis70 02.03.2017, 09:09
74. Satire ein Fremdwort...

Zitat von hp.wirtz
Lieber Herr Lobo, Der verlinkte Artikel der TAZ ist für mich nicht einsehbar. Ich werde als erstes um Geld gebeten. Falls es sich um den selben Artikel handelt, den ich gelesen habe, so ist dies nicht als "Polemik" abzutun. Das ist ein Schlag ins Gesicht Deutschlands - es ist reiner Spott und Hass in diesem Artikel zu lesen gegen......
...offenbar ist für Sie und Ihre Gattin das Wort Satire ein Fremdwort. Schauen Sie mal nach in einem einschlägigen Wörterbuch, da wird Ihnen sicher umfassend erklärt, was es damit auf sich hat.

Im Zweifel fragen Sie mal bei Charlie Hebdo nach oder bei Jan Böhmermann. Beide produzieren Satire die man nicht gut finden muss, die aber in zivilisierten Gemeinschaften erlaubt ist und nichts über die wahre Gesinnung des Autors aussagt.
Viel eher sagt eine solche Reaktion, wie die Ihre, etwas über Sie und Ihre Gattin aus, aber vermutlich verstehen Sie auch das nicht.

Beitrag melden
biba_123 02.03.2017, 09:15
75. So langsam sollte es auch dem letzten klar werden: Es ist wichtig,sich für eine Staatsbürgerschaft zu entscheiden.

Man kann nicht der Diener zweier Herren sein. Und wenn es um Schutz geht,ist es auch wichtig,dass man sich entschieden hat. Yücel hat doch die Probleme auch deshalb,weil die Türkei sich auf den Standpunkt stellen kann, dass Deutschland keine Zuständigkeit für ihn hat. Er ist im Inland türkischer Staatsbürger. Und zwar originär. Bezogen auf Deutschtürkentum sei festgestellt, dass es das nicht gibt. Es gibt Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund die sich eben als das fühlen, Deutsche. Dann gibt es welche, die sich als Türken fühlen und die Vorteile des deutschen Passes nutzen, das sind Türken mit deutschen Pass. Weder der eine noch der andere sind Deutschtürken oder gar Türkendeutsche.

Beitrag melden
curiosus_ 02.03.2017, 09:21
76. Offenbar ist für Sie...

Zitat von iannis70
...offenbar ist für Sie und Ihre Gattin das Wort Satire ein Fremdwort. Schauen Sie mal nach in einem einschlägigen Wörterbuch, da wird Ihnen sicher umfassend erklärt, was es damit auf sich hat. Im Zweifel fragen Sie mal bei Charlie Hebdo nach oder bei .....
...das Wort "Kolumne" ein Fremdwort. Das steht nämlich über dem Artikel und klassifiziert in infolge dessen eben genau als eine Kolumne.

Zu Ihrer Info (Wikipedia):
Die Kolumne (von der Kolumne des Drucksatzes, von lateinisch columna ‚Stütze‘, ‚Säule‘) bezeichnet in der Presse einen kurzen Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform.
....
Der Kolumne nahestehend und nicht immer klar von ihr zu unterscheiden sind die Glosse, die Causerie und der Kommentar.

Von "Satire" steht da nichts. Auch wenn es manchem nicht passt: Den Artikel zur Satire zu erklären gibt der Beitrag nicht her.

Beitrag melden
james.n 02.03.2017, 09:28
77. Ein Riesenhype, den die ...

... gesamte deutsche Medienwelt um Deniz Yücel inszeniert. Ich kann ja verstehen, dass die Medien zusammenhalten, wenn es einen von ihnen trifft, doch wenn Otto Normalverbraucher in einem türkischen Knast säße, es würde kaum eine Zeile wert. Bigott.

Beitrag melden
Erkläromat 02.03.2017, 09:38
78.

Zitat von Atheist_Crusader
Deutschsein ist eine Frage des Wollens. Was der Pass da sagt ist nebensächlich. Ich persönlich finde Jemanden mit einem zweiten Pass aus der Türkei oder Bolivien oder Ghana oder Vietnam der aber Deutscher sein WILL zehnmal begrüßenswerter als einen bayerischen Nationalisten oder linken Scheiß-auf-alles-Idioten der es NICHT sein will. Selbst wenn der einen 100% deutschen Pass hat und seine deutsche Abstammung bis hin zu Arminius zurückverfolgen kann. Pässe, Ethnien, Herkunft... hat doch mit Kultur nichts zu tun. Aufs Wollen kommt es an. Ein Teil sein wollen, mit uns zusammen hier leben wollen, zur Kultur gehören wollen. Und wenn Jemand nur wegen dem Wohlstand und den Freiheiten Deutscher wird aber auf die Kultur spuckt, dann legitimiert ihn ein rein deutscher Pass auch nicht.
Genau dieses "Wollen" spreche ich aber jedem ab, der lieber noch eine zweite Staatsbürgerschaft hat. Das ist für mich nur Rosinenpickerei.
Das können Sie gerne anders sehen - das ist Ihr Recht und mir egal.

Beitrag melden
Grobmacher 02.03.2017, 09:39
79. Richtig.

Zitat: "Die Debatte um den in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel zeigt: Türkischstämmige Deutsche gehören für viele irgendwie immer noch nicht dazu." Wer zwei Pässe hat, kann sich kaum dem einen oder dem anderen allein zugehörig fühlen. Daher ist es schon richtig, bei dem Mann von einem Türken mit zusätzlichem deutschen Pass zu sprechen. Man ist ja nicht Deutscher, nur weil man einen deutschen Pass hat. Das ginge völlig an den Tatsachen vorbei. Ich werde auch nicht zum Chinesen, wenn ich einen chinesischen Pass bekäme. Ich wäre Deutscher mit chinesischem Pass.

Beitrag melden
Seite 8 von 10
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!