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Familie Schmidt in Nordkorea: Alles sehr merkwürdig
AP

Keine Teppiche, überraschend hohe Häuser, immerhin anständiges Essen - klingt nach Reisebericht. Doch der Plauderton, in dem die Tochter von Google-Manager Schmidt über ihren Besuch in Nordkorea schreibt, irritiert. Wie wichtig ist ein hartes Bett in einem Land, in dem Folter und Hunger Alltag sind?

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Nonvaio01 21.01.2013, 17:13
1. Typisch

ein Reisebericht einmal etwas anders als ueblich, und schon wird gemeckert weil dort nicht von Folter und abgemagerten Leuten gesprochen wird.
ist doch einmal schoen etwas von NK lesen zu koennen was nicht durch die auf Linie getrimmte Presse kommt.
Das es dort Folter und Zensur gibt ist doch klar, das muss man nicht immer wieder schreiben.

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amishunderground 21.01.2013, 17:18
2. Als Kapitalist...

... darf man vor nichts zurückschrecken! Wen interessieren Folter wenn Bares lauert?

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Haliotis 21.01.2013, 17:21
3. Malediven

Nunja, es existieren Tausende schwärmerische Berichte über den traumhaften Malediven-Urlaub, mit Fotos kitschiger Sonnenuntergänge am Strand und tauchender Touristen in Manta-Begleitung. Wird da moniert, dass keiner der Besucher auch nur ein Wort über die dortigen politischen Verhältnisse verliert und über die drangsalierte Bevölkerung? Das Mädel ist jung, und sie berichtet eben aus Sicht einer Kurzzeit-Touristin, so what? Das Ernste überlassen wir dann eben den Journalisten.

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emkamika 21.01.2013, 17:24
4. Traurig

Mit einfachen Worten sehr, sehr traurig. Ich persönlich schätze dann doch Freiheiten, die wir in unserem Land haben.

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Obi-Wan-Kenobi 21.01.2013, 17:28
5.

Zitat von sysop
Und was tut Google-Manager Schmidt? Er fordert von der nordkoreanischen Regierung Internetfreiheit: "Sie müssen allen Menschen einen Internetzugang ermöglichen." Die Regierung müsse jetzt damit beginnen, wolle sie nicht "zurückgelassen" werden, so Schmidt.
Da werden sich Raketen-Kims Untertanen aber freuen. Hunger und Folter sind nur noch halb so schlimm, wenn man dafür Youtube hat. :-)

Schmidt sollte eigentlich genügend Kohle haben, dass er sich ordentliche Berater, die ihn vor dem Schlimmsten bewahren, leisten kann.

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Ex-Kölner 21.01.2013, 17:28
6. Ist das nicht ein bißchen viel verlangt?

Ja, liebe SPON-Redaktion: Man kann darüber diskutieren, ob man Nordkorea überhaupt besuchen sollte und so dieses Regime mit seiner Anwesenheit adelt. Man kann auch darüber diskutieren, ob Schmidt was anderes im Sinn hatte als seinen Claim abzustecken.

Aber es ist doch ein bißchen viel verlangt, daß eine Person allein richten soll, was ein verkommenes Regime in Jahrzehnten versaut hat - zumal Schmidt ja ohne offiziellen Auftrag unterwegs war.

Wo bleibt die Empörung, wenn Poliker und sogenannte Wirtschaftskapitäne aus aller Welt der chinesischen Führung den Allerwertesten küssen und geldgeile Sportfunktionäre ohne Rücksicht auf Verluste dort ihre Jubelshows abhalten? Wer stört sich daran, wenn albernes Mit-dem-Auto-im-Kreis-fahren in Ländern stattfindet, deren Herrscher sich einen feuchten Kehricht um Menschenrechte scheren? Hat sich eine Fa. Mercedes-Benz je am Apartheid-Regime in Südafrika oder der folternden und mordenden Junta in Argentinien gestört? Haben die USA je dem Schah von Persien oder Saddam Hussein "Du-Du-Du" gesagt? Dem Schah bis zum Schluß nicht - und Hussein hat man jahrzehntelang gewähren lassen...

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muellerthomas 21.01.2013, 17:29
7.

Zitat von sysop
Keine Teppiche, überraschend hohe Häuser, immerhin anständiges Essen - klingt nach Reisebericht. Doch der Plauderton, in dem die Tochter von Google-Manager Schmidt über ihren Besuch in Nordkorea schreibt, irritiert. Wie wichtig ist ein hartes Bett in einem Land, in dem Folter und Hunger Alltag sind?
Ich finde den Bericht sehr interessant und auch die Schreibweise einerseits passend für eine 19jährige, andererseits aber auch nicht zu Teeny-mäßig, sondern durchaus reflektiert. Alle Achtung.

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multi_io 21.01.2013, 17:33
8.

Zitat von sysop
Keine Teppiche, überraschend hohe Häuser, immerhin anständiges Essen - klingt nach Reisebericht. Doch der Plauderton, in dem die Tochter von Google-Manager Schmidt über ihren Besuch in Nordkorea schreibt, irritiert. Wie wichtig ist ein hartes Bett in einem Land, in dem Folter und Hunger Alltag sind?
Warum sollte Ms. Schmidt in ihrem persönlichen Reisebericht aus Nordkorea über Dinge reden, die eh jeder weiß und die auch Ms. Schmidt in erster Linie nur aus den Nachrichten erfahren kann (z.B. den Hunger der Bevölkerung), statt zu schreiben, was sie PERSÖNLICH auf ihrer Reise erlebt hat? Letzteres finde ich zehnmal interessanter und auch informativer.

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opag78 21.01.2013, 17:36
9. Nordkorea, das volkseigene Gefängnis

Es ist immer dasselbe, wenn irgendjemand einen Bericht über Nordkorea veröffentlicht, welcher nicht in irgendeiner Form auf die achso große Unterdrückung und den achso großen Hunger hinweißt, dann muss der Bericht unbedingt ergänzt werden ... nämlich um die besagte Unterdrückung und den Hunger.

Niemand bezweifelt, dass es den Menschen in Nordkorea besser gehen könnte, aber trotzdem ist Nordkorea mehr als nur ein volkseigenes Gefängnis. 15 % der Kinder sind unterernährt? Im Vergleich zu Schwarzafrika oder sogar dem boomenden Indien sind das niedrige Zahlen.
200.000 Menschen sind im Gefängnis ? Das sind weniger als 1% der Bevölkerung und damit prozentual weniger Menschen als in den USA...

Nochmal, ich sage nicht, dass es den Menschen nicht besser gehen könnte, aber Nordkorea ist nicht die Hölle auf Erden, sondern nur ein weiteres Entwicklungsland. Und nur ein Unternehmer wird dort mehr verändern, als jeder Journalist der westlichen Welt, und selbst wenn er nur ein paar Menschen mehr Zugang zum Internet verschafft.

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