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Feindeslisten von Rechtsextremen: Das Problem der deutschen Politik heißt Nazi-Ignora
Guido Kirchner / DPA

Im Internet kursieren Todeslisten gewalttätiger Nazis - und oft bekommen die aufgeführten Personen keine angemessene Hilfe durch die Behörden. Dabei können selbst vermeintlich dilettantische Listen gefährlich werden.

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zeichenkette 24.07.2019, 17:18
1. Todeslisten und Morddrohungen SIND Terror

Nichts weniger. Das ist Gewalt und Drohung mit Gewalt zur Erreichung politischer Ziele, also Terror. Eigentlich sollte jeder, bei dem solche Listen gefunden werden, direkt wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Knast landen. Dass das offenbar als Kavaliersdelikt betrachtet wird, ist schlicht unglaublich. Und die Aufforderung, weniger Präsenz zu zeigen, ist in der Tat zynisch, weil genau das ("halt die Klappe, sonst...") ja Zweck der Sache ist. Das ist der Tod von Demokratie und einer engagierten Bürgerschaft. Andererseits: Wenn man einmal auf einer solchen Liste steht, kann einem das auch egal sein, denn dass man wieder runtergenommen wird, wenn man den Schwanz einklemmt, ist ja auch eher unwahrscheinlich. Todeslisten erzeugen notwendigerweise Todfeinde.

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christine.rudi 24.07.2019, 17:21
2. Auf dem rechten Auge blind

Der größte Fehler von Angela Merkel war nicht, daß sie gesagt hat "wir schaffen das", sondern daß sie abgestritten hat, daß die Hälfte der Deutschen heimliche Nazis, oder zumindest heimliche Rassiten sind und daß das (50% -) Verhältnis zwsichen nazis und Nicht-Nazis bei vielen deutschen Behörden noch viel schlimmer ist: https://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/neonazi-terror-merkel-befuerchtet-schaden-fuer-deutschlands-ansehen_aid_687284.html . Das ist unerträglich für mich, als deutscher der über 60 ist, dem seine Eltern von den Nazis erzählt haben und der seit mehr als 30 Jahren im Ausland lebt und somit einen Blick "von aussen" hat. Ich werde mit sehr großer Sicherheit nie mehr meinen Wohnsizt in DE errichten.

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Leonia Bavariensis 24.07.2019, 17:21
3. Leider wahr und mehr als besorgniserregend

Dass staatlichen Behörden auf dem rechten Auge blind sind, ist unter Kundigen seit eh und je kein Geheimnis. Aber nach dem Aufschrei nach dem Mord an Herrn Lüdke hätte ich eigentlich eine sich steigernde Sensibilität dafür erwartet, von Nazis bedrohten Menschen staatliche Gerechtigkeit widerfahren zu lassen; auch wenn persönlicher Schutz für jeden Einzelnen derer, die auf diesen Listen stehen sicherlich eine nicht zu bewältigende Aufgabe wäre.
Dass man es, abgesehen von führenden Politikern, nicht mal für notwendig hält, die derart listenmäßig Markierten zu informieren, ist ein Skandal. Sind nur Spitzen-Politiker es wert, darüber Bescheid zu wissen, dass sie im Fadenkreuz stehen? Was ist zB mit dem Bürgermeister, der sich gegen rechte Veranstaltungen gestellt hat? Muss der selbst recherchieren, ob er auf solchen Listen steht?

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krustentier120 24.07.2019, 17:32
4. Altlasten von Hans Georg Maaßen

Das kommt halt dabei raus, wenn der Verfassungsschutz jahrelang von einem rechten Verschwörungstheoretiker geleitet wurde. Und wer jetzt Quellen haben will, der schaue einfach was besagter Herr so auf Twitter von sich gibt. CDU CSU und Bild-Zeitung sind auch nicht besser, und so wurde die Gefahr immer im linken Spektrum bzw. bei Ausländern gewähnt, während die Rechten in Narrenfreiheit Strukturen und Denkmuster pflegen konnten, die jetzt langsam offenbar werden und unsere Gesellschaft angreifen.

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r.pel 24.07.2019, 17:38
5.

die behörden nehmen das auf die leichte schulter, eigentlich unfassbar. wundern kann ich mich darüber mittlerweile kaum noch. wenn man mit irgendwelchen unbekannten und leider auch bekannten leuten redet,hat man das gefühl ,das ihnen der schaum vorm mund die sauerstoffzufuhr zum hirn versperrt.

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Benjowi 24.07.2019, 17:42
6. Kein Vertrauen in deutsche Behörden, wenn es um rechten Terror geht.

Mein Vertrauen in deutsche Behörden ist spätestens im Verlauf der NSU-Morde geradezu auf Null gesunken. Die Märchenstunden, die insbesondere vom Verfassungsschutz zu dieser Sache gegeben wurden sind geradezu typisierend und erinnern an das Verhalten eben solcher Behörden in den Jahren 1930 bis 1933. Es ist ein bodenloser Skandal, dass so etwas im Jahr 2019 erneut möglich ist und es ist ein noch größerer Skandal, dass Personen innerhalb der Polizei, der Geheimdienste und des Militärs, die auffällig geworden sind, nicht sofort entlassen werden. Lehrgeld zu diesem Thema hat dieses Land wahrlich genug gezahlt!

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arepa3000 24.07.2019, 17:47
7.

Die Podcastfrage sollte eigentlich ein Scherz sein. Lübcke ist ja nicht an einer Panikattacke gestorben. Es ist aber erstaunlich wie wenig das bei anderen weißen Konservativen angekommen ist

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matti99 24.07.2019, 17:50
8. schon seit 40 Jahren auf rechtem Auge blind

die lieben Verfassungsschützer und Kriminalisten sind bereits seit über 40 Jahren (vermutlich sogar seit Gründung der Bundesrepublik) auf rechtem Auge blind, hier wurden sozialistische Mitläufer heftig überwacht, bedrängt,. Jugendliche, Studenten, ...etc., mit nachwirkenden Berufsverboten durch den "Radikalenerlaß" belastet aber rechts sah man nur Kleinkriminelle und Stammtischpolterer - man war ja selbst geistig nahe. Und in der politischen Verfolgung eines schlanken Staates, eben des kostenoptimierten Staates, kann man sich den Abbau von Rechtsstaat (durch Abbau von Polizeikräften, durch Verringerung des Justizpersonals, durch Abbau von Jugend-Sozialarbeit in den neuen Bundesländern ....) eben leisten. Geld hat man eben dafür nicht, und Aufgaben, fehlende Leute hierfür sieht. und benötigt man ja auch nicht. Solche Listen müssen mit den Betroffenen (und derem Umfeld) unbedingt offen gelegt werden. Nichtstun ist leider keine Alternative. Der Rechtsstaat muss aktiv werden.

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Maxe W. 24.07.2019, 17:52
9. Nicht jeder lebt eben in der Vergangenheit.

Und benutzt die längst vergangene und vergessenen Schoten in einem verzweifelten Kampf gegen die Mitmenschen.

"Alle sind schlecht, nur ich bin der Gute."

Man nenne das: fixe Idee.

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