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Feindeslisten von Rechtsextremen: Das Problem der deutschen Politik heißt Nazi-Ignora
Guido Kirchner / DPA

Im Internet kursieren Todeslisten gewalttätiger Nazis - und oft bekommen die aufgeführten Personen keine angemessene Hilfe durch die Behörden. Dabei können selbst vermeintlich dilettantische Listen gefährlich werden.

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wwissen 25.07.2019, 13:16
170. Klären Sie uns auf,...

Zitat von strammsack1
Wenn man prinzipiell den Diskurs über die Ursachen verweigert, wird man wie Lobo, wie viele der Moderatoren, Schreiberlinge, Weltverbesserer, Gutmenschen und zu selbsternannten Antirassisten. Sie haben ein Brett vor dem Kopf, auf dem "Moral" steht, anstatt mal die Augen zu öffnen.
... uns Lobos, Moderatoren, Schreiberlinge, Weltverbesserer, Gutmenschen und selbsternannte Antirassisten: Wovor sollen wir die Augen öffnen? Was von dem, was wir dann - vielleicht - sehen, rechtfertigt rechten Terror, rechte Morde, rechte Brandanschläge etc. etc. - was?

Ihr Name strammsack klingt wie Strammdeutscher - und das trifft es wahrscheinlich auch.

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leroyrs 25.07.2019, 13:16
171.

Zitat von der_durden
Kann man einmal über den Rechtsradikalismus sprechen, ohne dass jemand mit Linksradikalismus daher kommt? Erzählen Sie uns doch mal, wann in der Geschichte der Bundesrepublik man auf dem linken Auge blind war? Das war nie der Fall. Das Gegenteil ist wahr. Heute, im Jahr 2019 geht die Gefahr für unsere demokratische Grundordnung von rechts aus. Das zeigt was sich tagtäglich Bahn bricht. Das zeigen die 190 Tötungsdelikte seit 1990 die von Rechtsradikalen begannen wurden, das zeigen die unzähligen Gewaltdelikte gegen das Leben, die von Rechtsradikalen ausgegangen sind. Es muss endlich Schluss sein, mit dem Märchen, dass rechtsradikal irgendwie das gleiche wie linksradikal ist. Ist es eben in vielerlei Hinsicht nicht. Nicht in der Qualität der Delikte, nicht in den Gefahren für unsere Gesellschaft. Es gibt aktuell keine RAF, es gibt auch keine Nachfolgeorganisation, die nahelegt, dass es in der nächsten Zeit zu linkem Terror kommen wird. Somit ist es endlich mal an der Zeit, sich ganz ohne Relativierungen, dem Rechtsradikalismus zu widmen, der aktuell eine derart hohe Gefahr darstellt, da er sogar in bürgerliche Gesellschaftsschichten eindringt.
Relativiert wird auf beiden Seiten. Das liegt in der Natur der Dinge - auch, dass sich Leute wie Sie darüber aufregen. In der Regel nervt das, was sich gegen die eigene Ideologie und Überzeugung richtet. Manche (dabei meine ich jetzt nicht Sie) schreiben regelrecht mit Schaum vor dem Mund - werden abfällig, anmaßend und beleidigend. Es geht nie um den Diskurs, es geht um das Diffamieren, Bloßstellen, Ächten des Gegenübers. Und auch dabei tun sich beide Seiten nichts. Würde die Redaktion die Beiträge nicht vor Freigabe prüfen, (danke dafür) gäbe es noch üblere virtuelle Schlägereien.

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labuday 25.07.2019, 13:16
172. für Deutschland hat Lobo ja jetzt die Wegweiser gerade gerückt und

viele seiner Anhänger/Linke/Grüne schlagen in die gleiche Kerbe.#
ABER: wenn denn seine Theorie der Blindheit auf dem rechten Auge aller Rechtsinstitutionen stimmen würde, hätte ich da eine ganz wichtige Frage:
Wieso sind in fast allen (west-)europäischen und und EU-Ländern sowie USA und GB die Nazis und Rassisten noch stärker als in Deutschland ? Den geschichtlichen Hintergrund wir wir haben die jawohl alle NICHT. Irgendeine plausible Erklärung Herr Lobo ?

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Rainer Kulartz 25.07.2019, 13:28
173. Abgrenzungswahn

Das Problem der Politik ist Abgrenzungswahn.

Dieser ständig und überall in der Gesellschaft vorkommende Abgrenzungswahn führt dazu, dass sich Extremisten es erst erlauben können, ihre kruden, desaströsen und menschenverachtenden Ansichten zu verbreiten. Rechtsextremisten, Linksextremisten, Religionsfanatiker, Öko-Extremisten, alle leben in dem Wahn, ihre Weltanschauung sei die einzig richtige und gehöre mit allen Mitteln durchgesetzt. Legitimität für ihre Abgrenzung zu anderen Gruppen erhalten sie dadurch, dass es allgemein üblich ist, den Gegner herabzuwürdigen oder zu diffamieren. Der Extremist lügt halt nur öfter und schärfer als die, vor denen er sich abgrenzen will.

Die „sanftmütigeren“ Parteien CDU/CSU grenzen sich mit Verunglimpfungen (rote Socken-Kampagne) von der SPD ab. Die SPD grenzt sich mit „den Schweinen was auf die Fresse hauen“ ab. Die Grünen grenzen sich mit Öko-Radikalismus, Forderungen zum Fleischverzicht ab, usw., usw..

Wirklich tolerant sind nur ganz, ganz wenige Menschen. Von mir selbst behaupte ich, tolerant zu sein. Ich bleibe als Wähler der SPD treu, mich interessiert deren grundsätzlicher, sozialpolitischer Anspruch, der auf Gerechtigkeit abzielt. Darunter verstehe ich auch so etwas wie ein gerechtes, ausgleichendes Miteinander mit der Natur. Dieser Anspruch wird zwar von etlichen SPD-Politikern nicht gerade beherzigt, aber das sind eben einzelne Menschen, nicht das Grundsatzprogramm der SPD. Dennoch werden viele meine politische Haltung nicht mögen. Denn ich finde auch einiges bei der CDU gut, mehr noch finde ich bei den Grünen gut. Selbst bei der von mir so wenig geschätzten AfD finde ich einzelne Punkte gut. Das darf man aber in einer Gesellschaft, die dem Abgrenzungswahn huldigt, nicht sagen. Man gilt schnell als Verräter oder durchgeknallt. Dabei dachte ich doch nur, Artikel 1 unseres Grundgesetzes ist das Höchste, kein Mensch darf in seiner Würde verletzt werden, jeder ist gleich viel wert, hat den gleichen Respekt für seine Ansichten verdient.

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idiocracy4life 25.07.2019, 13:34
174.

Zitat von swiss35
Es ist so weil Sie auf der ganz linken Seite zuhause sind und jemanden der einfach eine konservative Einstellung hat für Sie ein Nazi ist. Wenn Sie mal aus Ihrer Blase heraus kommen und auch mal Medien ausserhalb Deutschlands lesen wüssten Sie dass Maassen ein sehr geschätzter Mann ist und viele Medien ihm recht gegeben haben.
Ja klar nur beim rechten Käsenblatt der NZZ.
Ich lebe im CH Raum und kenne im DACH Raum nur wenige braune Toilettenpapiere zum lesen. NZZ gehört neuerdings dazu seit dem Wechsel in der Führung.
Von damals liberalem und demokratischem zum Schundpapier für demokratiefeindliche Verschwörder wie ein Massen der in letzter Zeit das "Werbebild" der NZZ ist rüber zum verklären von autokratischen Führern.
Erzählen sie mir nix über Medienblasen, sie stehen schon längst in einer Echokammer wenn sie MORDDROHUNGEN verharmlosen oder relativieren wollen.

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TscheffichheißeTscheff 25.07.2019, 13:34
175. Die Antwort

Zitat von labuday
viele seiner Anhänger/Linke/Grüne schlagen in die gleiche Kerbe.# ABER: wenn denn seine Theorie der Blindheit auf dem rechten Auge aller Rechtsinstitutionen stimmen würde, hätte ich da eine ganz wichtige Frage: Wieso sind in fast allen (west-)europäischen und und EU-Ländern sowie USA und GB die Nazis und Rassisten noch stärker als in Deutschland ? Den geschichtlichen Hintergrund wir wir haben die jawohl alle NICHT. Irgendeine plausible Erklärung Herr Lobo ?
haben Sie selbst gegeben. Im vorletzten Satz. Zu kompliziert?

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swiss35 25.07.2019, 13:36
176. zu spät

Zitat von DerBauer
Wir sollten mehr miteinander reden, insbesondere mit der AfD. Das könnte dadurch geschehen, dass eine Liste veröffentlicht wird mit den Namen, Privatanschriften, Telefonnummern und Emails aller AfD-Politiker im Bundestag und in den Ländern. So hätte der gesprächswillige Bürger Gelegenheit, die von der AfD zu einem persönlichen Gespräch aufzusuchen. Besonders nach Ereignissen wie dem Mord an Walter Lübcke, als dessen geistige Urheber nicht wenige die AfD für schuldig halten, besteht ein großer Bedarf für ein Gespräch im direkten Kontakt mit denen von der AfD.
Wurde alles schon von den Linksextremen ins Netz gestellt. Dort sind solche Listen schon länger im Umlauf, werden halt nicht Todeslisten genannt.

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peter_budnikowski 25.07.2019, 13:37
177. Danke Lobo, danke Kommentare

Einfach nur mal fix: Danke für den Kommentar, lieber Sascha und Danke auch an die Kommentatoren unter dem Artikel: endlich mal ein öffentlich vernehmbares Lebenszeichen von Menschen mit Herz und Verstand gegen die komplette Entsolidarisierung und Brutalisierung (leider nicht nur) der öffentlichen Diskurse. Es ist schon lange überfällig (ex-NSDAP Richter in Schleswig-Holstein, fehlende Aufklärung NSU usw.), dass der systematische und weit verbreitete Rassismus sowie der extremistische Nationalismus in Deutschland (Behörden wie Bevölkerung) mal breit diskutiert werden! Ich sehe junge Studierende, Wissenschaftler oder Personen "des öffentlichen Lebens", welche Meinungen und Geisteshaltungen vertreten, die weder verallgemeinerbar, noch ethisch ansatzweise vertretbar sind; und das 2019 (anstatt "Stolz" zu sein, dass man z.B. 2015 Menschen ungeachtet ihrer Herkunft geholfen hat; etwas zutiefst Bewundernswertes)!
In Deutschland scheut man noch immer die Auseinandersetzung mit einflussreichen Strömungen, die sich in Rostock-Lichtenhagen oder bei hysterischem "Haut ab!" Geschrei regelmäßig Bahn brechen.
Ah, aber schon sehe ich am Horizont den nächsten Troll auftauchen, der mit "whataboutism" und dumpfer Relativierung versucht, die Lebenswirklichkeit von zahllosen Betroffenen in Misskredit zu bringen....aber dankbarer weise gibt es zusehends Gegenstimmen! Überlassen wir auch die massenmediale Öffentlichkeit nicht diesen Beschränkten - ohne Argumente, ohne Logik, ohne Verallgemeinerbarkeit ihrer Ansprüche, einzig befeuert durch Idiotie, Ignoranz, Unwissen und dem krampfhaften Sehnen nach "starken Führern"....arme Glatzen, arme Identitäre, arme AFDler, armes Deutschland....

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kelcht 25.07.2019, 13:37
178.

Zitat von labuday
viele seiner Anhänger/Linke/Grüne schlagen in die gleiche Kerbe.# ABER: wenn denn seine Theorie der Blindheit auf dem rechten Auge aller Rechtsinstitutionen stimmen würde, hätte ich da eine ganz wichtige Frage: Wieso sind in fast allen (west-)europäischen und und EU-Ländern sowie USA und GB die Nazis und Rassisten noch stärker als in Deutschland ? Den geschichtlichen Hintergrund wir wir haben die jawohl alle NICHT. Irgendeine plausible Erklärung Herr Lobo ?
es ist schon beachtlich wenn man die Verbrechen des Naziregimes gegen die deutsche und europäische Zivilbevölkerung immer noch in Deutschland existieren, auch ist mir kein englischer, spanischer oder schwedischer NSU sowie die große Anzahl rassistische, politische und sonstige Morde durch rechtsextreme bekannt. Auch fährt GB und Europa und die Welt mit den rechteren AfD artigen Macht Trump und Johnsons nicht gut. Auch Obamas Politik China durch Freihandelsabkommen einzuschränken ist besser als Egopolitik durch Dekrete.

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madameping 25.07.2019, 13:40
179. @claus7447 Gestern, 18:14 15. Erschreckend ist ....

Ich versuche mich kurz zu fassen:
Als ich als noch wirklich junger Mensch anfing, Jura zu studieren, lernte ich als erstes, dass Juristen, Polizeibeamte und Beamte (auch Soldaten, auch wenn sie einen eigenen Rechtsstatus innehaben) insgesamt im politischen Spektrum eher auf der konservativen Seite einzuordnen sind. Das mag, grob gesprochen, damit zusammenhängen, dass diese Berufsgruppen Gesetze gestalten, auslegen und ausführen. Schon damals gab es in diesen Feldern allerdings auch linkere oder liberalere Strömungen; ich denke da zum Beispiel an Lehrer oder Rechtsanwälte.
Nun ist es immer wieder spannend zu sehen, weshalb der eine rechtslastig ist, der andere eher nicht.
Ich bin davon überzeugt, dass das Elternhaus eine Menge ausrichtet und die eigenen Erlebnisse zielführend, wie sich politische Entscheidungen in den Alltag auswirken und wie sie aufgenommen werden.
Wenn also in einer Familie niemals politische Fragen diskutiert, niemals gesellschaftliche Gewohnheiten hinterfragt werden, geschweige denn, über z.B. den Nationalsozialismus gesprochen wird, kann ich mir gut vorstellen, dass es nicht weit ist, dass der/diejenige null Interesse an den Vorgängen zeigt oder in der Lage wäre, irgendwelche Wissensfragmente über das Zeitgeschehen zu subsumieren. Ein solcher Mensch kann dann entweder gar keine Zusammenhänge erkennen, weil er sich zum Beispiel einredet, es sei vor seiner Zeit gewesen (das Lieblingsargument aller Geschichtsignoranten) oder er behauptet, alles sei in jenen 12 Jahren auch nicht schlecht gewesen…
Es kommt hinzu, und davon bin ich überzeugt, dass dies der Hauptgrund ist für die Beobachtungen, von denen Sie richtigerweise sprechen:
Bedingungslose Autoritätshörigkeit, womit wir wieder bei meinen obigen Gedanken wären: diese Leute haben niemals gelernt, die Dinge zu hinterfragen, kritisch zu sein (selbstverständlich respektvoll), Ideen zu entwickeln, wie eine gute Sache vielleicht noch besser gemacht werden könnte, Kompromisse einzugehen.
Wer das nie gelernt hat, kann gar nicht anders, als alles zu glauben und: nur das, was er unmittelbar vor sich sieht, zu beurteilen. Ein solcher Mensch kann nicht über den Tellerrand denken.
Ich glaube wirklich, hier verbirgt sich einer der Hauptwege, um dem Rechtspopulismus oder dem Populismus überhaupt auf die Spur zu kommen.

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