Forum: Netzwelt
Flüchtlingshetze im Netz: Warum Facebook den Hass nicht löscht
Corbis

Hasskommentare, Hetze, ausländerfeindliche Witze: Weil Facebook rassistische Beiträge nicht löscht, wird die Kritik an dem Netzwerk lauter. Doch das Unternehmen folgt damit einer verqueren Logik.

Seite 15 von 31
pepe-b 07.09.2015, 22:30
140. @eikofresh

"Jeder hat das Recht auf freie Äußerungen seiner Meinung. Leider auch rechte."-----Irgendwie bin ich es langsam leid immer dieses Meinungsfreiheits-Argument zu lesen. Es ist nämlich eben genau NICHT so, dass diese unbegrenzt ist. Sie wird durch Bundesgesetze, aber auch durch das Grundgesetz selbst eingeschränkt, nämlich immer dann, wenn die Grundrechte anderer dadurch eingeschränkt werden. Artikel 1 sagt "Die Würde des Menschen ist unantastbar." - die Reihenfolge der Artikel wurde nicht gewürfelt, sondern hat eine Bedeutung. D.h. Die Meinungsfreiheit hört genau da auf, wo sie durch Hetze, Lügen und Diffamierungen die Würde anderer (der Flüchtlinge) verletzt. Das, was im Internet zu lesen ist und worum es im Artikel geht, ist also eben genau KEINE Meinungsfreiheit!

Beitrag melden
om108 07.09.2015, 22:30
141. Die Forderung nach absoluter Meinungsfreiheit

wird von den Faschos, Rechten, Nazis so lange eingefordert, bis sie selber an die politische Macht kämen und dann - siehe Ungarn, Drittes Reich, etc. - wird die Meinungsfreiheit geknebelt, ausgesetzt, aus der Welt geschafft, mit Füssen getreten und werden Andersdenkende verfolgt, zensiert bzw. mundtot gemacht. Und! Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen differenziert kommunizierter eigener Meinung und eben Aufruf zum Mord, Menschenrechtsverletzung, Wahrheitsverdrehung, Volksverhetzung, Intoleranz.
Das eine ist Meinungsbildung und das andere Stimmungsmache mit übelsten sichtbaren Konsequenzen.

Beitrag melden
anna cotty 07.09.2015, 22:31
142. Genau

Zitat von yummie
einen (guten) Sinn von Facebook *fast* verstanden. Es wird nämlich dann interessant wenn eine Person aus dem *realen Freundeskreis* z.B. auswandert. Zum Beispiel in die Anden, oder in die Mongolei. Dann ist facebook ein einfacher und bequemer Weg trotzdem weiterhin an seinem Leben teilzuhaben. Erlebnisse, Meinungen, Fragen - alles wird direkt mit allen anderen im Freundeskreis ausgetauscht. Alle haben teil. Ganz so, als wäre der lieb gewonnene reale Freund direkt greifbar um die Ecke - und nicht tausende Kilometer entfernt.
so sehe ich es auch.
Ich bin rund 1000 km von dem Land, wo ich aufgewachsen bin, weggezogen. Aber ich kann mit meiner ziemlich grossen Familie, auf die Art und Weise Kontakt behalten. Ich kenne alle meine Facebook-Freunde auch persoenlich und ein grosser Teil ist Familie. Natuerlich telefoniere ich und schreibe persoenliche Emails, aber mit Facebook ist es einfach, auch einen lockeren Kontakt zu behalten und die paar deutschen Freunde, die nicht bei Facebook sind ( oder sogar noch nicht mal per Email zu erreichen sind), stehen ein bisschen aussen vor.

Beitrag melden
Flink 07.09.2015, 22:31
143.

Freie Meinungsäußerung zu unterdrücken und nur eine einzig wahre Meinung als gültig anzusehen, hatten wir schonmal. Wer das versucht, outet sich selbst als Faschist.

Beitrag melden
dominiks 07.09.2015, 22:34
144.

Kann mich noch daran erinnern, wie ich einen Post meldete, der ein Video beinhaltete, das eine offensichtlich mit Gewalt zur eigenen Demütigung gezwungene Frau zeigte.
Wer jetzt mit gesundem Menschenverstand davon ausgeht, dass das Video entfernt wurde, der scheint nach "Facebook Logik" wohl naiv zu sein.

Beitrag melden
adalovelace 07.09.2015, 22:34
145. An alle, die hier Facebook

Sie wissen schon, wie das Internet funktioniert? Wenn nicht, sei Ihnen angeraten, dessen grundlegende Arbeitsweise nachzuschlagen, auch wenn es nur auf Wikipedia ist.
Sperren jeglicher Art, wie sie momentan in Ländern, die es mit Menschen- und Freiheitsrechten nicht so eng sehen, praktiziert werden, können umgangen werden.
Gut möglich, dass der durchschnittliche IQ eines solchen Kommentators nicht ausreicht, um bspw. einen DPI- oder IP-Block zu umgehen, es werden sich aber schon Leute finden.

Und da die Umgehung einer solchen Blockierung meistens mit der transparenten Proxy- oder VPN-Nutzung einhergeht, die die Rückverfolgung von evtl. strafbaren Posts um ein Vielfaches erschwert, erzielt eine solche Blockierung m.E. eher einen gegenteiligen Effekt, der überdies eine Einschränkung der Informationsfreiheit und (ja) freien Meinungsäußerung ist.

Lasst die Leute doch weiterhin posten und zu ihrem Namen stehen. Post ignorieren, melden und keine Plattform geben. Bei grob brutalen, unmenschlichen oder verfassungsfeindlichen Kommentaren die Polizei einschalten.

Und vor allem Aufklären. Argumente entkräften. Vielleicht kann man ja sogar Menschen umstimmen. Verständlicherweise argumentiert keiner gerne mit Nazis, aber nachdem die meisten von denen mit Verschwörungstheorien, gefälschten Statistiken oder schlicht und einfach an den Haaren herbeigezogenen Märchen argumentiert, kann man ja vielleicht sogar den einen oder anderen umstimmen, wenn man ihnen erklärt, wer die Flüchtlinge sind, wovor sie flüchten, warum sie hierher kommen und vor allem, was sie hier wollen. Eine Aufgabe, die übrigens auch gerne vom staatlich finanzierten Rundfunk mit Auftrag der BILDUNG und INFORMATION übernommen werden könnte.

Beitrag melden
sonicprisma 07.09.2015, 22:39
146.

Zitat von anniebody87
Der Schrei nach Zensur ist am stärksten bei den Linken ausgeprägt und viel gefährlicher als jeder ausländerfeindlicher Witz. Das sage ich selbst als Ausländer! Diese ist eine Gefahr für unsere freiheitliche Grundordnung und muss als Bedrohung von jedem freiheitlichen Menschen empfunden und getilgt zwwerden.
Artikel 1 unseres freiheitlichen Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Darum geht es und um nichts anderes. Inwieweit verbale Gewalt im Internet zur Sicherung unserer freiheitlichen Grundordnung beiträgt müssten Sie schon näher erläutern. Der Wunsch nach Mindeststandards zwischenmenschlicher Kommunikation ist keineswegs "links", sondern völlig normal unter zivilisierten Menschen. Dass besonders die Rechten das Recht auf freie Meinungsäußerung als Recht auf Pöbelei missverstehen, ist bezeichnend, insbesondere weil sie selbst in den von ihnen kontrollierbaren Bereichen keinerlei abweichende Ansichten tolerieren.

Mit "Zensur" hat das im übrigen wie so oft nichts zu tun. Facebook hat als privatwirtschaftliches Unternehmen selbstverständlich das Recht Regeln für ihre Plattform vorzugeben (haben sie getan) und diese auch durchzusetzen (tun sie leider nicht).

Beitrag melden
berlinerunkraut 07.09.2015, 22:42
147. amerikanische Meinungsfreiheit...

ein paar titten ohne BH werden sofort gelöscht. hasskommentare werden geduldet. ich persönlich komme mit freier Meinungsäußerung gut zurecht. solange nicht aktiv zu Gewalt aufgerufen wird... wächst mir zwar oft ein ekelpickel aber der entspringt halt meiner eigenen Meinung. na und? besser jemand kotzt sich bei facebook aus und geht dann schlafen, als dass er sich einen Brandsatz nimmt und zum nächsten Flüchtlingsheim fährt. oder zu einer schwulenkneipe... oder zu meinem Nachbarn oder mir, weil wir ihm nicht passen... (als schwuler ist man in Deutschland alltäglich dem Hass vieler Idioten ausgesetzt...)

Beitrag melden
rudi_1957 07.09.2015, 22:49
148. Kein

Fratzenbuch - kein Problem

Beitrag melden
Alex123456 07.09.2015, 22:51
149. fb offline nehmen

dann kann fb gern in anderen ländern wachsen uns bleibt ein konstantes 0.
Jeder Bürger und Unternehmen hat in Deutschland complaince sich zu verhalten. Und da darf der Staat sich nicht zu verstecken. Wir sind das LAND und Google ist ein Unternehmen, welches wie jedes Unternehmen nach Profit giert.
Mich interessiert es nicht, was fb unter Rederfreiheit versteht und welche Philosopie es folgt. Es gilt das GESETZ.

Beitrag melden
Seite 15 von 31
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!